Reute (Breisgau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Reute
Reute (Breisgau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reute hervorgehoben
48.0833333333337.8255555555556205Koordinaten: 48° 5′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 4,79 km²
Einwohner: 2945 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 615 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79276
Vorwahl: 07641
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hinter den Eichen 2
79276 Reute
Webpräsenz: www.reute.de
Bürgermeister: Michael Schlegel (parteilos)
Lage der Gemeinde Reute im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild

Reute (im örtlichen Dialekt Riddi) ist eine Gemeinde im Landkreis Emmendingen im Südwesten von Baden-Württemberg etwa zehn Kilometer nordwestlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Reute liegt in der Freiburger Bucht zwischen dem Kaiserstuhl und dem Schwarzwald. Am südlichen Dorfrand durchfließt die Glotter die Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Reute hat drei Nachbargemeinden: Emmendingen-Wasser, Vörstetten und Teningen, die allesamt im Landkreis Emmendingen liegen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Reute im Breisgau besteht aus den Ortsteilen Oberreute und Unterreute. Im Gemeindegebiet lag die in Oberreute aufgegangene Ortschaft Holzreute.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Reute geht auf einen alten Ausdruck für eine Rodung zurück. Urkundlich erstmals erwähnt ist Reute im Lorscher Codex, in dem die Schenkung eines Besitzes im Orte Reuden in den Jahren 772/773 dokumentiert ist. Die Siedlungsgeschichte geht allerdings noch deutlich weiter zurück. Archäologische Befunde in der Gemarkung Reute weisen nach, dass sich hier seit Tausenden von Jahren immer wieder Siedlungen befanden. Schon um etwa 100 n. Chr., in der Zeit der römischen Herrschaft, wurde die Gegend landwirtschaftlich genutzt. Die römischen Gutshöfe wurden etwa im 3. Jahrhundert aufgegeben, als verstärkt alemannische Verbände in den Breisgau vordrangen.

Seit der frühen Neuzeit gehörte Reute zu Vorderösterreich. Die Leibeigenschaft wurde erst 1783 abgeschafft. Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses fiel der Ort 1806 an das Großherzogtum Baden, das es dem Oberamt Freiburg zuordnete.

Religionen[Bearbeiten]

Da im österreichischen Reute im Gegensatz zu den badischen Dörfern der Umgegend die Reformation nicht eingeführt wurde, blieb es eine katholische Enklave in evangelischem Gebiet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1950: 1141
  • 1996: 2900
  • 2005: 3138
  • 2006: 3121

Politik[Bearbeiten]

Seit 1974 besteht ein Verwaltungsverband mit den Nachbargemeinden Vörstetten und Denzlingen. Dadurch konnte während der Gemeindereform die politische Selbständigkeit mit eigenem Bürgermeister und Gemeinderat erhalten bleiben.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus Reute
  • 1946–1954: Fridolin Birkle
  • 1954–1974: Anton Siegel
  • 1974–1997: Franz Kury
  • seit 1997: Michael Schlegel

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,1 % (– 0,2) zu folgendem Ergebnis:[3]

FWG 44,0 % + 2,9 5 Sitze ± 0
CDU 38,7 % – 0,1 5 Sitze ± 0
SPD 17,3 % – 2,8 2 Sitze ± 0

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Reute unterhält eine Partnerschaft mit dem sächsischen Walthersdorf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen der Bundesstraße 3 und der Bundesautobahn 5, besitzt aber keinen direkten Anschluss. Der öffentliche Nahverkehr wird über eine Buslinie in Richtung Freiburg, Denzlingen und Emmendingen gewährleistet.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es zwei Kindergärten und eine Grund- und Hauptschule, weiterführende Schulen befinden sich in Denzlingen.

Ansässige Firmen[Bearbeiten]

In Reute hat der Gas- und Flüssigkeitsanalysatorenhersteller Sick Maihak seinen Hauptsitz.

Die Meisterdruck GmbH wurde 1893 unter dem Namen Druckerei Fünner in Freiburg gegründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Jährlich veranstaltet eine Laienspielgruppe mehrere regelmäßig ausverkaufte Theaterabende.

Museen[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt ein Heimatmuseum. Besichtigung nach Vereinbarung möglich.

Musik[Bearbeiten]

Es gibt diverse Vereine wie Kirchenchor, Musikverein, Männergesangsverein und Akkordeonclub.

Bauwerke[Bearbeiten]

In Unterreute steht eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die Kirche in Oberreute wurde in den Jahren 1900 bis 1902 im neugotischen Stil von Max Meckel erbaut.[4]

Brunnen[Bearbeiten]

In Oberreute wurde von der Narrenzunft Riddemer Schrättele e. V. im Jahre 2004 die Narrenfigur in Form eines Brunnens aufgestellt.

Fasnet[Bearbeiten]

Der Rosenmontags-Umzug in Reute zählt zu den beliebtesten und schönsten der Region. Einzelne Vereine und Gruppen, wie z. B. der RVC Reute, der SC AH Reute und die Motorrad-Freunde Reute, gestalten zum Umzug eigene Festwagen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reute (Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 206
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  4.  Werner Wolf-Holzäpfel: Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S. 364.