Emmendingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Emmendingen
Emmendingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Emmendingen hervorgehoben
48.1213888888897.8491666666667201Koordinaten: 48° 7′ N, 7° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 201 m ü. NHN
Fläche: 33,8 km²
Einwohner: 26.122 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 773 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79312
Vorwahl: 07641
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 011
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Landvogtei 10
79312 Emmendingen
Webpräsenz: www.emmendingen.de
Oberbürgermeister: Stefan Schlatterer (CDU)
Lage der Stadt Emmendingen im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild
Emmendingen

Emmendingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, etwa 14 km nördlich von Freiburg im Breisgau. Seit 1. Januar 1973 ist Emmendingen Große Kreisstadt und mit ca. 26.000 Einwohnern größte Stadt und „Mittelzentrum“ des Landkreises Emmendingen. Mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Sexau und Teningen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Breisgau zwischen der Vorbergzone des Schwarzwaldes und dem Kaiserstuhl in der Rheinebene im Norden der so genannten Freiburger Bucht am Fluss Elz in 189 bis 403 Meter Höhe.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Emmendingen im Uhrzeigersinn beginnend im Norden: Malterdingen, Freiamt, Sexau, Denzlingen, Reute und Teningen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Emmendingen ist in die sechs Stadtteile Emmendingen-Kernstadt, Kollmarsreute, Maleck, Mundingen, Wasser und Windenreute gegliedert. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile entsprechen mit Ausnahme der Stadtteile Emmendingen-Kernstadt und Windenreute ehemals selbstständigen Gemeinden. Die Stadtteile mit Ausnahme des Stadtteils Emmendingen-Kernstadt sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt es gibt jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Jede Ortschaft hat eine Ortschaftsverwaltung mit der Bezeichnung „Bürger- und Ortschaftsamt“.[2]
Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen, die meist nur sehr wenige Einwohner haben, inzwischen aber teilweise auch schon mit dem Hauptort zusammengewachsen sind. Zum Stadtteil Emmendingen-Kernstadt gehört z. B. der bereich des ehemaligen Klosters Tennenbach. Zum Stadtteil Kollmarsreute gehören das Dorf Kollmarsreute mit dem Altdorf. Zum Stadtteil Maleck gehören das Dorf Maleck, die Zinken Brandel, Hintere und Vordere Zeismatte, Höfe und Häuser Auf dem Buch und der Wohnplatz am Laberberg. Zum Stadtteil Mundingen gehören das Dorf Mundingen, die Höfe Amsenhof, Huttenhof, Lehenhof und Wöpplinsberg und der Bereich Mundinger Mühle. Zum Stadtteil Windenreute gehören das Dorf Windenreute und Domäne und Ruine Hochburg.
Im Stadtteil Emmendingen-Kernstadt lagen die abgegangenen Ortschaften Bertoldsfeld, Buchgieße, Kastelberg, Eichberg, Weiherschloß (Wyier, Wyer) und Weiler. Im Stadtteil Kollmarsreute lag die abgegangene Siedlung Walenwinkel. Im Stadtteil Maleck lagen die abgegangenen Siedlungen Korben, Laberhof und Lindenfurt. Im Stadtteil Mundingen lagen die abgegangenen Ortschaften Graben, Lohe, Schorren und Wittenbühl. Im Stadtteil Wasser lag die nur aufgrund des Flurnamens angenommene abgegangene Siedlung Weilerhof und im Stadtteil Windenreute lagen die ebenfalls aufgrund von Flurnamen angenommenen abgegangenen Siedlungen Bürkleäcker, Kastelberg und Schauhof.[3]

Emmendingen-Kernstadt ist wiederum in die Stadtbezirke Unterstadt, Über der Elz, Mittelstadt, Oberstadt, Bürkle und Bleiche gegliedert. Zudem gibt es auch neue Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Grenzen meist jedoch nicht genau festgelegt sind.

Wappen Kollmarsreute
Kollmarsreute
Wappen Maleck
Maleck
Wappen Mundingen
Mundingen
Wappen Wasser
Wasser
Wappen Windenreute
Windenreute

Raumplanung[Bearbeiten]

Emmendingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Südlicher Oberrhein. Zugehöriges Oberzentrum ist Freiburg im Breisgau. Zum Mittelbereich Emmendingen gehören neben der Stadt Emmendingen noch die Städte und Gemeinden Bahlingen am Kaiserstuhl, Denzlingen, Elzach, Endingen am Kaiserstuhl, Forchheim, Freiamt, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel am Kaiserstuhl, Sasbach am Kaiserstuhl, Sexau, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil und Wyhl am Kaiserstuhl des Landkreises Emmendingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Markgrafenschloss
Eine große Tradition in Emmendingen: die Fasnacht

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Emmendingen geht auf das Jahr 1091 in Verbindung mit einem Personennamen zurück. Wenige Jahre später wurde der Ort selbst erwähnt. Die erste Quelle, die von der Burg Hochburg (Hachberg) spricht, stammt aus dem Jahr 1127. Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht das Kloster Tennenbach, eine Zisterziensergründung zurück.

1415 verkaufte der Markgraf Otto II. von Hachberg Burg und Herrschaft Hachberg an den Markgrafen Bernhard I. von Baden. Die Markgrafschaft Baden-Hachberg fiel damit zurück an das badische Stammhaus. Im Jahr 1418 erhielten die Dörfer Emmendingen und Eichstetten auf Betreiben Bernhards von König Sigismund das Marktrecht. Nur sechs Jahre später wurde der Marktflecken im Mühlburger Krieg eingenommen und „das Stettlin verbrannt“. Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich Emmendinger an der erfolglosen Belagerung der Hochburg und der Einnahme des Klosters Tennenbach, das dabei in Brand geriet. In der Nachfolge von Markgraf Karl II. wurde 1584 die Markgrafschaft Baden erneut geteilt. Der Marktflecken Emmendingen wurde für kurze Zeit Residenz des Markgrafen Baden-Hachberg Jakob III., dem dieser am 1. Januar 1590 das Stadtrecht verlieh. Im selben Jahr konvertierte Jakob nach dem von ihm einberufenen Emmendinger Religionsgespräch zum Katholizismus. Wenig später starb er im Alter von 28 Jahren. Nach dem ersten erhaltenen Sektionsbericht der damaligen medizinischen Fakultät Freiburg wurde er mit Arsenik vergiftet. Die Herrschaft fiel zurück an seinen protestantischen Bruder Ernst Friedrich.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Emmendingen stark zerstört. 1648 waren von den vormals 800 Einwohnern nurmehr knapp 100 übriggeblieben. 1809 wurde Emmendingen Sitz des gleichnamigen Bezirksamtes, das 1939 zum Landkreis Emmendingen wurde. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb der Landkreis Emmendingen im Wesentlichen unverändert. Die Einwohnerzahl der Stadt Emmendingen überschritt 1972 im Rahmen der Gemeindereform die 20.000-Grenze. Danach stellte sie den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was durch die Landesregierung von Baden-Württemberg zum 1. Januar 1973 erfolgte.

Auch die Stadtteile Emmendingens haben eine lange Geschichte. Bis auf Mundingen waren sie Teil der Vogtei und der Pfarrei Emmendingen. 1803 gehörten sie zum Oberamt Hochberg, aus dem 1809 das Bezirksamt Emmendingen hervorging.

Kollmarsreute wurde 1385 als „zu Kolmers Ruti in Brisgowe“ erstmals erwähnt. Der Ort lag ursprünglich an der Elz (Altdorf), wurde dann aber wegen Hochwassergefahr 1784 an die heutige Stelle verlegt. Maleck wurde 1317 als villa Malnegge, Mundingen 1147, Wasser 1419 als „uff dem Wasser“ und Windenreute 1094 als Winedoriuti erstmals erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden in die Stadt Emmendingen eingemeindet:

  • 1883: Niederemmendingen
  • 1. August 1971: Kollmarsreute, Maleck und Windenreute
  • 1. Januar 1974: Mundingen
  • 1. Januar 1975: Wasser

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr / Datum Einwohner
1812 1.399
1830 1.849
1852 2.033
1. Dezember 1871 3.391
1. Dezember 1880 ¹ 3.598
1. Dezember 1900 ¹ 4.317
1. Dezember 1910 ¹ 8.430
16. Juni 1925 ¹ 8.890
16. Juni 1933 ¹ 9.514
17. Mai 1939 ¹ 9.893
1946 8.917
Datum Einwohner
13. September 1950 ¹ 10.317
6. Juni 1961 ¹ 13.256
27. Mai 1970 ¹ 16.028
31. Dezember 1975 24.722
31. Dezember 1980 24.740
27. Mai 1987 ¹ 22.819
31. Dezember 1990 23.590
31. Dezember 1995 24.796
31. Dezember 2000 25.240
31. Dezember 2005 26.127
30. Oktober 2006 25.805

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

In Emmendingen (Stand: 30. Juni 2013) sind 36,6 % der Bevölkerung evangelisch, 29,2 % katholisch und 34,2 % gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[4]

Synagoge in Emmendingen
Innenansicht der Moschee

Emmendingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Breisgau unterstellt. Im Jahr 1556 führte Markgraf Karl II. in Emmendingen die Reformation ein, d. h., die Menschen mussten glauben, was der Landesherr vorgab. 1590 kehrte die Markgrafschaft Baden-Hachberg unter Jakob III. kurzzeitig zum Katholizismus zurück. Nach seinem gewaltsamen Tod wurde wieder der evangelische Glaube eingeführt. Danach war Emmendingen eine überwiegend protestantische Stadt. Die Gemeinde Emmendingen gehörte zum Spezialat Hochberg und war Sitz des Superintendenten.

Im 19. Jahrhundert wurde Emmendingen Sitz eines Dekans der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die evangelische Stadtkirche (vorhandene Bauteile aus dem 15. Jahrhundert mit späteren Um- und Erweiterungsbauten) ist die Pfarrkirche für die Christuspfarrei (Unter- und Mittelstadt) und die 1904 errichtete Lutherpfarrei (Oberstadt). 1937 wurde die Johannespfarrei errichtet, deren Sitz seit 1964 in Windenreute ist. Diese Gemeinde betreut auch die Stadtteile Kollmarsreute (die jedoch seit 1913 eine eigene Kirche hat) und Maleck. Die vierte evangelische Pfarrei ist die 1969 errichtete Pauluspfarrei für das östliche Gebiet Bürkle-Bleiche, für das westliche Bürkle-Bleiche und den Stadtteil Wasser existiert die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Im Stadtteil Mundingen gibt es eine sehr alte evangelische Gemeinde, die sich früher auf dem Wöpplinsberg, seit 1727 in der neu erbauten Kirche versammelt. Alle evangelischen Gemeinden gehören zum Dekanat Emmendingen.

Im 19. Jahrhundert durften sich wieder Katholiken in Emmendingen niederlassen. Ab 1863 wurde die Kirche St. Bonifatius errichtet. Die Pfarrkuratie von 1864 wurde 1882 zur Pfarrei erhoben. Da die Zahl der katholischen Einwohner rasch zunahm, wurde in zwei Bauabschnitten (1894–1896 und 1911–1913) unter dem Freiburger Architekten Max Meckel die heutige Bonifatiuskirche im neugotischen Stil erbaut.[5] Das Vorgängerkirchlein trug man ab und baute es in Denzlingen als Josefskirche wieder auf. Eine zweite katholische Pfarrei (St. Johannes) wurde 1975 im größten Emmendinger Stadtteil Bürkle-Bleiche errichtet. Am 1. Januar 2013 wurde die Römisch-Katholische Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen errichtet, zu der – abgesehen von den Patienten und -innen in der Klinikseelsorge – über 13.000 Katholiken in Emmendingen, Freiamt, Sexau und Teningen gehören.

Neben den beiden großen christlichen Kirchen gibt es in Emmendingen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter zwei Evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Gemeinde Gottes. Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Emmendingen vertreten.

1716 wurde mit der Aufnahme von fünf Familien eine jüdische Gemeinde gegründet, deren Synagoge am 10. November 1938 während des Novemberpogroms zerstört wurde. Am 17. Oktober 1940 wurden die letzten Emmendinger Juden nach Gurs in Südfrankreich deportiert. 1995 wurde von der jüdischen Familie Teschemacher eine neue jüdische Gemeinde gegründet,[6] die derzeit zirka 360 Mitglieder hat. Viele der Mitglieder kommen aus der ehemaligen Sowjetunion, der Rest aus Deutschland, Israel und anderen Ländern. Die neue Synagoge (Gastroturm) befindet sich in der Landvogtei und ist angeblich weltweit die einzige „Turmsynagoge“.[7]

Ferner gibt es in der Stadt eine türkisch-islamische Moschee.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,5 % (2004: 47,3 %)
 %
30
20
10
0
26,9 %
25,0 %
20,1 %
15,6 %
12,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,9 %p
-0,4 %p
-0,4 %p
-1,4 %p
+3,0 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze + / −
CDU 26,9 % 7 − 1
SPD 25,1 % 7 ± 0
GRÜNE 20,1 % 5 ± 0
FWV 15,6 % 4 ± 0
FDP 12,4 % 3 + 1

+ / −: Veränderung zur Kommunalwahl 2004

Rathaus, erbaut 1989-92

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt standen ab 1590 ein Bürgermeister und zwölf Räte. Die laufenden Geschäfte besorgte der Stadtschreiber. Die Räte waren zugleich Richter, die mehrmals jährlich unter einem vom Markgraf eingesetzten Schultheißen tagten. Im 18. Jahrhundert gab es neben dem Rat und den Bürgermeistern noch Beigeordnete. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es nur noch den Bürgermeister und den Gemeinderat. Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1973 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Die Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1833 (noch lückenhaft):

  • 1830–1833: Johann Philipp Sonntag
  • 1833–1835: Carl Helbing
  • 1876–1877: Gustav Wagner
  • 1878–1891: Andreas Roll
  • 1891–1897: Wilhelm Schneider
  • 1897–1921: Albert Rehm
  • 1921–1945: Franz Hirt (Zentrum, NSDAP)
  • April 1945: Albert Hof (NSDAP)
  • 1945–1981: Karl Faller (NSDAP, CDU)
  • 1981–1988: Hans-Peter Schlatterer (parteilos)
  • 1988–2004: Ulrich Niemann (SPD)
  • seit 2004: Stefan Schlatterer (CDU)

Verwaltung[Bearbeiten]

Gemeinsam mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Teningen und Sexau bildet die Stadt Emmendingen seit dem 1. Januar 1975 die Verwaltungsgemeinschaft Emmendingen, deren Aufgabe im Wesentlichen die Aufstellung des Flächennutzungsplanes für die Gemarkungen der beteiligten Gemeinden ist.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Emmendingen zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken (das ist das alte badische Wappen), hinten in Blau einen silbernen gerüsteten Ritter, einen silbernen Stab in der Rechten haltend und die Linke auf das umgehängte silberne Schwert stützend. Die Stadtflagge ist blau-gelb-rot. Das Wappen wurde bei der Stadterhebung angenommen. Es zeigt das Wappensymbol der Ortsherren (den Schrägbalken) und den Ritter, der die Wehrhaftigkeit symbolisieren sollte. Zuvor war statt des Ritters ein Pflugschar in den Siegeln abgedruckt. Anfangs stand der Ritter auf einem Dreiberg. Die heutige Darstellung wurde 1960 offiziell festgelegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Emmendingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

  • Versicherungspflichtig Beschäftigte: 10.117 (Stand: 31. Dezember 2012),
    hiervon entfallen auf die einzelnen Bereiche:
    • produzierendes Gewerbe: 1.425
    • Handel, Verkehr, Gastgewerbe: 1.977
    • Sonstige Dienstleistungen: 6.700

Verkehr[Bearbeiten]

Emmendingen hat keinen direkten Autobahnanschluss. Die nächstgelegene Anschlussstelle gehört zu Teningen an der Bundesautobahn 5 Karlsruhe-Basel. Durch die Stadt verläuft die Bundesstraße 3 (Offenburg-Freiburg im Breisgau). Emmendingen liegt an der Badischen Hauptbahn von Mannheim nach Basel. Neben dem zentral gelegenen Bahnhof gibt es Haltestellen in den Ortsteilen Kollmarsreute und Mundingen (Teningen-Mundingen). Innerhalb der Stadt verkehren sechs Stadtbuslinien (1 nach Bürkle-Bleiche, 2 nach Bürkle-Bleiche, 3 in die Unterstadt, 5 nach Windenreute und Maleck, 6 nach Mundingen und 9 ins Industriegebiet Über der Elz) und zwei Anrufsammeltaxi-Linien (4 zum Kreiskrankenhaus und 10 nach Kastelburg). Eine Teninger Citybuslinie (8) bindet Teningen (und zeitweise die Teninger Ortsteile Nimburg sowie Bottingen) an den Bahnhof Emmendingen an. Die Stadt gehört dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg an. Vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Bahnhof fahren Regionalbusse nach Freiburg, Herbolzheim, Kenzingen, Heimbach, Waldkirch, Denzlingen, Vörstetten, Reute, Bahlingen, Riegel, Sasbach und Freiamt.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Lahr, Freiburg und Basel.

Behörden und Gerichte[Bearbeiten]

Als Kreisstadt ist Emmendingen Sitz der Kreisverwaltung des gleichnamigen Landkreises. Außerdem gibt es ein Finanzamt und eine Arbeitsagentur sowie ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau und zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehört.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Emmendingen der Evangelischen Landeskirche in Baden. Auch das Katholische Dekanat Endingen-Waldkirch hat seinen Sitz in Emmendingen.

Die Post wird 1745 erstmals als Posthalterei erwähnt. 1811 gab es eine Postexpedition und seit 1876 ein Postamt 3. Klasse.

Des Weiteren befindet sich in Emmendingen eine Polizeidirektion mit Kriminalpolizei und dem Polizeirevier Emmendingen. Schließlich ist Emmendingen auch Sitz des Abrechnungszentrums Emmendingen und seit dem 2. April 2012 Sitz des ersten zentralen Grundbuchamts in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg.

Medien[Bearbeiten]

Über das Lokalgeschehen in Emmendingen berichtet als Tageszeitung die „Badische Zeitung“ aus Freiburg im Breisgau und die kostenlose Wochenzeitung „Emmendinger Tor“, die seit 1974 in alle Haushalte direkt verteilt wird.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bereits zwei Jahre nach Einführung der Reformation (1556) gab es in Emmendingen eine erste Volksschule. Heute bestehen neben dem Goethe-Gymnasium, das aus der 1667 gegründeten Lateinschule hervorging, die Markgrafen-Realschule, die Fritz-Boehle-Hauptschule mit Werkrealschule, die Markgrafen-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie die C.-F.-Meerwein-Schule und die Fritz-Boehle-Grundschule als Grundschulen in der Kernstadt und weitere Grundschulen in Kollmarsreute, Mundingen, Wasser und Windenreute. Die Stadt ist auch Träger der Karl-Friedrich-Förderschule.

Der Landkreis Emmendingen ist Träger der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen und der kaufmännisch ausgerichteten Carl-Helbing-Schule sowie der Eduard-Spranger-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten für geistigbehinderte Kinder im Ortsteil Wasser, wo sich auch die Staatliche Schule für Körperbehinderte mit Heim (Schulträger: Land Baden-Württemberg) befindet. Ferner gibt es die Staatliche Fachschule für Landwirtschaft Hochburg im Ortsteil Windenreute.

Die Volkshochschule Nördlicher Breisgau, die Integrative Waldorfschule Emmendingen (gemeinsamer Unterricht von Kindern ohne und mit geistiger Behinderung), die Musikschule Nördlicher Breisgau und die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen runden das schulische Angebot in Emmendingens ab.

Seit 2006 existiert das Jüdische Lehrhaus in Emmendingen, welches unterschiedliche Themen zur jüdischen Kultur anbietet, z. B. Synagogenarchitektur, jüdische Religion, jüdische Philosophie und die Geschichte der Juden z. B. in Deutschland. Auch ein hebräischer Sprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene wird angeboten. Das Jüdische Lehrhaus ist eine Kooperation der Jüdischen Gemeinde Emmendingen und des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur, Emmendingen e. V.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Der Landkreis Emmendingen ist Träger des Kreiskrankenhauses Emmendingen. Daneben gibt es als Anstalt des öffentlichen Rechts das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen (ZfP). Beide Einrichtungen sind Akademische Lehrkrankenhäuser der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Emmendingen hat ein Freibad und einen Skateplatz mit einer (Beton-)Funbox, mehrere Sport- und Veranstaltungshallen (Goethe-Halle, Hermann-Günth-Halle, Steinhalle und Fritz-Boehle-Halle, Karl-Faller-Halle, Elzhalle), die Sportanlagen des Turnerbundes und mehrere Fußballplätze (darunter den Rasen- und Hallenplatz des ZPEs und den Goethe-Bolzplatz).

Es gibt in der näheren Umgebung von Emmendingen sechs Fußballvereine (FC Emmendingen, FV Windenreute, SV Wasser, SV Kollmarsreute, SV Mundingen, ÜTSE Emmendingen) Windenreute, Wasser und Kollmarsreute haben allerdings in einigen Jugendspielklassen sowie bei den aktiven Herrenmannschaften Spielgemeinschaften gegründet. Diese Vereine haben, bis auf ÜTSE Emmendingen, jeweils einen vereinseigenen Fußballplatz. Der FC Emmendingen spielt im Elzstadion. Außerdem gibt es in Emmendingen den Sportfliegerclub C.F. Meerwein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Emmendinger Tor

Mit seiner schönen Altstadt (unter anderem dem Stadttor, das Wahrzeichen der Stadt und dem Markgrafenschloss mit Stadtmuseum), der mittelalterlichen Ruine Hochburg, dem Weinanbau im Ortsteil Mundingen und anderen Sehenswürdigkeiten ist Emmendingen ein attraktiver Urlaubsort.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Markgrafenschloss ist ein Renaissance-Bau mit achteckigen Treppenturm an der Nordseite. 1590 fand in einem daneben liegenden Gebäude, dem Kapitelsaal, das berühmte Emmendinger Religionsgespräch statt, das Jakob III. von Baden-Hachberg (1577–1590) angeregt hatte. Heute ist hier das Museum zur Stadtgeschichte und das Fotomuseum Hirsmüller untergebracht.

Ehemaliges Wohnhaus von Johann Georg und Cornelia Schlosser, heute Stadtbücherei

Das Schlosserhaus kam 1588 als Gremppischer Hof in den Besitz der Markgrafen von Baden und war seit dieser Zeit Wohnsitz des obersten Beamten der Markgrafschaft Hachberg. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, zeigt heute noch deutlich den barocken Stil, jedoch auch die starken baulichen Eingriffe, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden. Johann Georg Schlosser, Goethes Schwager, erwarb das Gebäude 1774 als Privathaus und bewohnte es bis 1787. Auf einer Gedenktafel am Gebäude wird an seine damals berühmten Gäste in diesem Haus erinnert, so unter anderem an Herzog Karl August von Weimar, Jakob Michael Reinhold Lenz, Johann Georg Jacobi und Johann Caspar Lavater. Goethe, dessen Schwester Cornelia mit Schlosser verheiratet war, weilte hier in den Jahren 1775 und 1779.

Die evangelische Stadtkirche, zum ersten Mal 1236 erwähnt – in vorreformatorischer Zeit eine Martinskirche mit dem Patrozinium am 11. November –, wurde nach der Zerstörung 1424 zwischen 1430 und 1434 wiederaufgebaut. Erhalten blieb hiervon der Chor. 1813–1815 wurde die Kirche umgebaut und 1858/59 wurde der Turm angebaut. Nochmalige Erweiterungen gab es 1903–1905.

Die katholische Kirche St. Bonifatius wurde 1863 erbaut und 1894–1896 sowie 1911–1913 erweitert. Im Innern befindet sich ein gemalter spätgotischer Flügelaltar 1473 von Friedrich Herlin. 1938 erhielt die Kirche eine Orgel von M. Welte & Söhne.

Etwas außerhalb der Stadt (etwa einen Kilometer westlich des Ortsteils Windenreute) steht die gut erhaltene Ruine Hochburg (Hachberg), die zu den größten Burgruinen in Deutschland zählt.

Klosterkapelle Tennenbach

Die Klosterkapelle Tennenbach ist neben dem früheren Wirtschaftsgebäude (heute Gasthaus Engel) das letzte erhaltene Gebäude des ehemals ausgedehnten Areals des Zisterzienserklosters Tennenbach. Sie diente zunächst als Spitalkapelle. Nach Einführung der Reformation (1556) war sie bis 1836 Pfarrkirche für die etwa 25 Handwerkerfamilien, die in Diensten des Klosters standen. Das gotische Kleinod aus der Mitte des 13. Jahrhunderts liegt in einem Seitental des Brettentals in landschaftlich reizvoller Umgebung. Die romanisch/frühgotische Kirche des Klosters wurde nach dessen Aufhebung 1803 und der Übertragung an das Großherzogtum Baden ab 1829 komplett abgebaut. Viele Tennenbacher Sandsteinquader, Säulenpodeste, Kapitelle und Portalelemente wurden nach Freiburg geschafft und in den Bau der ersten protestantischen Kirche, der Ludwigskirche integriert. Sie fiel 1944 der Bombardierung Freiburgs zum Opfer.

Der Eichbergturm ist ein Aussichtsturm auf dem 369 m hohen Eichberg oberhalb der Stadt. Der Turm überragt den über 30 m hohen Eichenwald mit seiner Kanzel um 10 Meter und mit der Spitze um 17 Meter. Er ist der höchste Aussichtsturm des Landkreises Emmendingen und der höchste aus Holz erbaute Turm Baden-Württembergs. Von der Turmkanzel aus bietet sich ein großartiger Rundblick über die nähere Umgebung, den gesamten Schwarzwaldkamm bis zum Isteiner Klotz, den Schweizer Jura, die Vogesenkette und den Kaiserstuhl. Die Aussichtskanzel wurde aus Eichenholz gefertigt und sitzt auf den sechs Douglasienstämmen, die zusammen mit einem oberen Plattformrahmen einen Pyramidenstumpf bilden. Das Treppenhaus ist ein filigraner Zylinder aus Profilstahl und Baustahlgewebe, mit 240 Stufen aus Eichenholz. Der Turm, von einem 1999 gegründeten Verein errichtet, wurde am 17. September 2005 der Stadt Emmendingen übergeben und ist nun der Öffentlichkeit zugänglich.

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
Die ehemalige Evangelische Kirche Kollmarsreute, erbaut 1913, ist heute ein Feuerwehrhaus. Die evangelische Kirche Mundingen, im Mittelalter St. Mauritius geweiht, wurde 1727 mit dem Material der abgetragenen Pfarrkirche auf dem Wöpplinsberg zur heutigen Größe erweitert. Die evangelische Kirche Wasser wurde im 18. Jahrhundert erbaut.

Auf dem Wöpplinsberg standen bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Pfarrkirche für Mundingen, Niederemmendingen (bis 1806) und Keppenbach (bis 1660) sowie verschiedene Gehöfte zwischen dem heutigen Freiamt und Mundingen. Die Pfarrkirche auf dem Wöpplinsberg wurde zum ersten Mal 1136 urkundlich erwähnt, als der damalige Konstanzer Bischof dem Kloster Schuttern Besitzungen in der Ortenau, dem Breisgau und dem Elsass bestätigte. Ihr Patrozinium ist umstritten: es wird sowohl eine St. Peter- wie auch eine St. Barbara-Weihe vermutet. In der Zeit nach den Kreuzzügen setzte in Westeuropa die Verehrung der aus Kleinasien stammenden Nothelferin St. Barbara ein. Auch ihrer gedachte man auf dem Wöplinsberg. Die gotische St. Barbara-Statue der alten Kirche in Reute befand sich bis zur Reformation 1556 sehr wahrscheinlich auf dem Wöpplinsberg. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Kirche jedoch große Schäden. 1693 verließ der Pfarrer den Ort und zog nach Mundingen. Danach verfiel die Kirche. Im Sommer 2005 konnten ihre im Boden erhaltenen Fundamentteile wieder lokalisiert werden.

Theater[Bearbeiten]

In Emmendingen gibt es seit 1924 eine Amateurtheater-Tradition. In diesem Jahr wurde die Dramaturgische Gesellschaft gegründet, die als erstes Stück das Lustspiel Im weißen Rössl im Dreikönigssaal aufführte. Nach zwei Unterbrechungen firmierte diese Gruppe ab 1962 unter dem Namen Volksbühne Emmendingen und bot Freilichttheater, damals noch auf dem Platz am alten Markgrafenschloss. 1969 zog die Volksbühne in den ehemaligen Steinbruch hinter der stillgelegten Schuhfabrik Maja. Ende 2001 meldete der Verein Insolvenz an. 2002 gründeten ehemalige Mitglieder der Volksbühne als neuen Amateurtheater-Verein das Theater im Steinbruch Emmendingen e. V., das seitdem in jedem Sommer ein Stück für Erwachsene und eines für Kinder inszeniert, teils wird auch ein Winterstück gezeigt. Das Theater im Steinbruch ist Mitglied im Verband deutscher Freilichtbühnen und im Bund Deutscher Amateurtheater. Die Freilichtbühne mit ihren drei Tribünen bietet 300 Sitzplätze. Neben dem Theaterbetrieb finden dort auch Open-Air-Konzerte statt.[8]

Museen[Bearbeiten]

Im Markgrafenschloss ist die Stadtgeschichtliche Sammlung und das Fotomuseum Hirsmüller untergebracht.

In der ehemaligen Mikwe ist seit 1997 das Museum für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen untergebracht, das die Geschichte der Israelitischen Gemeinde der Stadt von der Gründung 1716 bis zur Vernichtung 1940 darstellt.

Im Zentrum für Psychiatrie gibt es ein Psychiatrie-Museum, das die Geschichte der Emmendinger Heil- und Pflegeanstalt darstellt; Schwerpunkt ist die sogenannte „Euthanasiemaßnahme“ in der Zeit des Nationalsozialismus.

Das Alte Rathaus auf dem Marktplatz beherbergt das Deutsche Tagebucharchiv.

In Emmendingen ist das Deutsche Tagebucharchiv zu Hause. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel, die oft im Keller oder auf dem Müll verschwinden, zu erhalten. Die sehr persönlichen Aufzeichnungen sind von großer Aussage für die Öffentlichkeit, da sie historische Ereignisse und Zeitläufe nachvollziehbar machen. Die Dokumente werden zu wissenschaftlichen Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. Für Schulklassen, Gruppen und Privatpersonen werden auf Anfrage aber auch Führungen durchgeführt.

Im Stadtteil Bürkle-Bleiche gibt es einen Skulpturenweg, auf dem Bildhauerarbeiten gezeigt werden.

Auf der Hochburg kann man eine archäologisch-geschichtliche Ausstellung zur Geschichte der Burganlage besichtigen.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Am Standort der ehemaligen Synagoge am Schloßplatz erinnert seit 1968 eine Gedenktafel an die jüdischen Opfer der Shoa. Diese Tafel wurde 1988 nach öffentlicher Diskussion ergänzt durch eine zweite, auf der auch die Täterschaft beim Novemberpogrom 1938 zur Sprache kommt. Am Eingang des Jüdischen Friedhofs gedenkt ein Stein aller Opfer des Nazismus, ungeben von fünf Stelen, auf denen die Namen der ermordeten Juden Emmendingens, der Widerstandskämpfer und der in der Psychiatrie ermordeten Menschen verzeichnet sind. Auf dem Schlossplatz wurden die Umrisse der zerstörten Synagoge sichtbar gemacht. An der Stelle, wo sich einst der Toraschrein befand, wurde ein Mahnmal für die nach Gurs deportierten Juden aufgestellt. Daneben steht das Haus, in dem bis 1823 die erste Synagoge war und das heute als Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Emmendingen dient.[9]

Galerien[Bearbeiten]

  • In der Galerie im Tor wird in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Video, Fotografie und Bildhauerei gezeigt.
  • Die Sammlung Geyer zu Lauf zeigt Werke des Künstlers, der zeitweilig in Emmendingen gelebt hatte.

Kino[Bearbeiten]

Von 1951 bis 2011 waren die Fuchsen-Lichtspiele eines von zwei und ab 1967 das einzige Emmendinger Kino. 2011 wurde das Kino CineMaja in der Steinstraße in Betrieb genommen.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Carl Friedrich Meerwein (1737–1810), Baumeister, Buch-Autor
  • Johann Georg Schlosser (1739–1799), Jurist, Staatsmann und Übersetzer; lebte in Emmendingen
  • Cornelia Schlosser (1750–1777), Schwester von Johann Wolfgang von Goethe; lebte in Emmendingen
  • Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), Schriftsteller; lebte in Emmendingen
  • Alfred Döblin (1878–1957), Schriftsteller und Arzt; † in Emmendingen
  • Hans F. K. Günther (1891–1968), Anthropologe, „Rasseforscher“; lebte in Emmendingen
  • Hans Freiherr von Geyer zu Lauf (1895–1959), deutscher Maler; lebte in Emmendingen
  • Theo Rehm (1896–1970); NSDAP-Kreisleiter, MdR 1933–1938 und Zahnarzt; lebte und wirkte in Emmendingen
  • Werner Gottfried Brock (1901–1974), Philosoph; † in Emmendingen
  • Hans-Joachim Thoma (* 1938 in München, † 1995 in Emmendingen), Kunstmaler, Emmendinger Kulturpreisträger, lebte seit 1982 in Emmendingen
  • Ernst Ulrich von Weizsäcker (* 1939), Physiker und Biologe, Politiker; lebt seit 2008 in Emmendingen
  • Peter Thomann (* 1940), Photokünstler; in Emmendingen aufgewachsen
  • Peter Dreßen (* 1943), Politiker und ehemaliges MdB; lebt in Emmendingen
  • Heinrich Meier (* 1953), Philosoph; Abitur am Gymnasium Emmendingen
  • Ralf Stegner (* 1959), Finanzminister in Schleswig-Holstein; Abitur am Gymnasium Emmendingen 1978
  • Carmen Fuggiss (* 1963), Opernsängerin, seit 1993 in Hannover, Emmendinger Kulturpreisträgerin 1984
  • Michael Rich (* 1969), Radsportler; wohnhaft in Emmendingen

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichte der Stadt Emmendingen. Band I: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Herausgegeben im Auftrag der Stadt Emmendingen von Hans-Jörg Jenne und Gerhard A. Auer, Emmendingen 2006.
  • Badisches Städtebuch. Band IV, 2. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1959.
  • Hans-Jürgen Günther: Markgraf Jacob III. von Baden und Hachberg (1562–1590). Das Lebensbild des Stadtbegründers von Emmendingen im Wandel der Jahrhunderte. Sonderdruck aus Badische Heimat 4/1990, Karlsruhe.
  • Hans-Jürgen Günther: Die Sektion des badischen Markgrafen Jacob III. – Der früheste rechtsmedizinische Fall der Universität Freiburg aus dem Jahr 1590. in: Beiträge zur gerichtlichen Medizin. Bd. IL, S. 297-305, Wien 1991.
  • Hans-Jürgen Günther: Markgraf Jacob III. von Baden (1562–1590) – Ein konfessioneller Konflikt und sein Opfer. in: Freiburger Diözesanarchiv 126. Band, dritte Folge, 2006, S. 201-269.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emmendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Emmendingen vom 20. März 2007.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 215–221.
  4. Einwohnerstatistik der Stadt Emmendingen
  5.  Werner Wolf-Holzäpfel: Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S. 354.
  6. Badische Zeitung, 22. Mai 2010
  7. Archiv der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K. d. ö. R.
  8. Das Theater auf der Website des Theaters im Steinbruch Emmendingen e. V. (abgerufen am 18. Januar 2010.)
  9.  Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. In: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Bd. 1, Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 32.
  10. Badische Zeitung vom 18. Mai 2011, abgerufen am 8. März 2013