Scheyern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Scheyern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Scheyern
Scheyern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Scheyern hervorgehoben
48.511.466666666667479Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 479 m ü. NN
Fläche: 38,28 km²
Einwohner:

4620 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85298
Vorwahl: 08441
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 151
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ludwigstr. 2
85298 Scheyern
Webpräsenz: www.scheyern.de
Bürgermeister: Albert Müller (WGS)
Lage der Gemeinde Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
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Über dieses Bild

Scheyern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Der Ort ist vor allem durch die örtliche Benediktinerabtei bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf blauem Hintergrund das Scheyrer Kreuz, der davorliegende goldene Zickzackbalken gilt als Allodzeichen der Wittelsbacher, aus deren Stammburg das Kloster Scheyern hervorging.

Geschichte [Bearbeiten]

Kloster Scheyern 2007
Kloster Scheyern 2012

Die Gründung der ersten Burg Scheyern liegt im Dunkeln. Nach Aventin wurde sie bereits im Jahr 508 als Herrschersitz errichtet. Die neuere Forschung (Karl Bosl) vermutet, dass der bayerische Pfalzgraf Arnulf II. die Burg um 940 erbaut hat. Seine Nachfahren, die Skiren oder Schyren, nannten sich später Grafen von Scheyern (comes de Skyrum) und sind das Ursprungsgeschlecht der Wittelsbacher. Otto I. von Scheyern lebte um 1014 auf der Burg, Otto II. von Scheyern bis ca. 1078, Eckhard I. von Scheyern bis ca 1091.

Der Überlieferung zufolge soll um das Jahr 995/996 die Verlobung oder Vermählung von Stephan von Ungarn mit Prinzessin Gisela von Bayern in der Burgkapelle stattgefunden haben.

Im Jahre 1119 zog der Graf Otto V. von Scheyern als Graf von Wittelsbach in die Burg Wittelsbach ein, wandelte seine nunmehr ungenutzte Burg in Scheyern in das Kloster Scheyern als sein Hauskloster mit Grablege um und übergab es den Benediktinern vom Petersberg (heute ein Ortsteil der Gemeinde Erdweg). Diese siedelten auf dem ehemaligen Burgberg (bis ca. 1800 unter dem Namen "Hag") eine Handwerkersiedlung an, die um 1400 aus den beiden "Huben" von Hag entstand. Die Abtei war im Mittelalter ein Zentrum der Schreibkunst und Buchmalerei. Der Ort Scheyern gehörte zur geschlossenen Hofmark des Klosters Scheyern. Das Hauskloster der Wittelsbacher wurde 1803 säkularisiert. 1838 ließ König Ludwig I. Scheyern zunächst als Benediktiner-Priorat wieder errichten, seit 1843 ist Scheyern wieder Abtei.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Scheyern

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Triefing eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam Mitterscheyern hinzu.[2] Am 1. April 1973 kam Vieth hinzu. Euernbach folgte am 1. Januar 1974. Winden bei Scheyern kam schließlich noch am 1. Januar 1975 hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3.271, 1987 3.468, 2000 4.435 und im Jahr 2011 4.620 Einwohner gezählt.

Politik [Bearbeiten]

Bürgermeister ist Albert Müller (Wählergruppe Scheyern). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rudolf Reimer (CSU/Bürgerblock) und 2008 wiedergewählt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2126 T, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 438 T€.

Der Gemeindehaushalt 2011 belief sich auf insgesamt 10.976.000 €, davon Verwaltungshaushalt 6.455.000 €, Vermögenshaushalt 4.521.000 €.


Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Wirtschaft [Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 205 und im Bereich Handel und Verkehr 57 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren in Scheyern 225 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1423. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2392 ha, davon waren 1005 ha Ackerfläche und 812 ha Dauergrünfläche.

Staatliche Einrichtungen [Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]

  • 1979–2003 Bayerische Waldbauernschule
  • staatl. Berufsoberschule für Wirtschaft und Technik inkl. Wohnheim für Schüler (in den Räumen des ehemaligen Klostergymnasiums, welches seit den siebziger Jahren in Pfaffenhofen an der Ilm untergebracht ist.)
  • Grundschule mit 180 Schülern (2010)
  • Hauptschule mit 181 Schülern (2010)

Kindergärten [Bearbeiten]

  • Kindergarten "Froschkönig" mit 82 Kindern, davon 12 in der Kinderkrippe (2010)
  • Pfarrkindergarten "St. Martin" mit 88 Kindern, davon 13 in der Kinderkrippe (2010)

Garnison [Bearbeiten]

Bis zur Aufgabe der Schyren-Kaserne 1993 war Scheyern auch Bundeswehrstandort. Seit 1958 waren dort Flugabwehreinheiten der Luftwaffe stationiert. Bereits seit der Zeit des Zweiten Weltkrieges waren im Ort Einheiten der Wehrmacht (Luftnachrichtentruppe) bzw. US-Streitkräfte untergebracht gewesen.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Scheyern [Bearbeiten]

Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

  • Kunst im Gut: Jeweils Kunstausstellung und -markt am ersten Mai- und Oktoberwochenende im Prielhof (Klostergutshof).
  • Rock im Treff: Indoor-Festival mit international bekannten und lokalen Bands im Frühjahr und im Spätherbst
  • Lied "Gut" Open-Air: Konzertreihe mit vorwiegend deutschsprachigen Künstlern im Prielhof (Klostergutshof) im Juli. Bisher: 2007 Hans Söllner, 2008 Rainhard Fendrich, 2009 Willy Astor, 2010 Haindling, 2011 Die Prinzen, 2012 Erste Allgemeine Verunsicherung

Fotogalerie [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 551.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Scheyern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Scheyern – Reiseführer