Schkopau

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schkopau führt kein Wappen
Schkopau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schkopau hervorgehoben
51.38333333333311.96666666666798Koordinaten: 51° 23′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 98 m ü. NHN
Fläche: 99,72 km²
Einwohner: 11.025 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06258
Vorwahlen: 0345 (Burgliebenau, Döllnitz, Hohenweiden, Lochau), 03461 (Knapendorf, Korbetha, Luppenau, ), 034204 (Ermlitz), 034605 (Raßnitz, Röglitz), 034639 (Wallendorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 330
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 18
06258 Schkopau
Webpräsenz: www.gemeinde-schkopau.de
Bürgermeister: Andrej Haufe (CDU)
Lage der Gemeinde Schkopau im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Schkopau ist eine Gemeinde im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Der Ort Schkopau liegt rund 6 km nördlich von Merseburg und 11 km südlich von Halle (Saale).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Im Norden grenzen Halle und Kabelsketal an Schkopau, im Osten Schkeuditz im Landkreis Nordsachsen, im Süden Leuna und Merseburg sowie Bad Lauchstädt und Teutschenthal im Westen.

Die Saale und ihre rechten Nebenflüsse Weiße Elster und Luppe bilden die Saale-Elster-Aue, die einen Teil der Gemeinde einnimmt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaften von Schkopau
(anklickbare Karte)

Burgliebenau Wallendorf Döllnitz Ermlitz Hohenweiden Knapendorf Korbetha Lochau Luppenau Raßnitz Röglitz SchkopauSchkopauStadtteile.svg
Über dieses Bild
Ortschaft Einwohner Ortsteile
Burgliebenau 384 Burgliebenau
Döllnitz 1.425 Döllnitz
Ermlitz 1.592 Ermlitz, Oberthau und Rübsen
Hohenweiden 547 Hohenweiden, Neukirchen, Rattmannsdorf, Rockendorf und Röpzig
Knapendorf 540 Bündorf, Dörstewitz und Knapendorf
Korbetha 250 Korbetha
Lochau 1.017 Lochau und Wesenitz
Luppenau 548 Löpitz, Lössen und Tragarth
Raßnitz 946 Pritschöna, Raßnitz und Weßmar
Röglitz 333 Röglitz
Schkopau 3.141 Kollenbey, Schkopau
Wallendorf 793 Wallendorf und Wegwitz

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Schkopau im Jahre 1177.

Schloss

Durch die Gründung der Buna-Werke Ende der 1930er Jahre wurde die Region wirtschaftlich stark beeinflusst. In der DDR waren die Bunawerke Zentrum der Chlorchemie mit Carbidherstellung. Carbid diente zur Herstellung von Ethin (Acetylen), aus dem mittels Reppe-Chemie (als Alternative zur Petrochemie) eine Vielzahl von chemischen Produkten (z. B. PVC) gewonnen wurde. Die Werkseinrichtungen wurden nach der Wiedervereinigung maßgeblich von der Firma Dow Chemical Company übernommen.

In der Gemeinde befindet sich das Schloss Schkopau, das heute als Hotel genutzt wird.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Luppenau wurde am 1. Juli 1950 gebildet. Weitere Eingemeindungen fanden zum gleichen Zeitpunkt auf dem Gebiet der jetzigen Gemeinde Schkopau statt.[2] Am 1. August 2004 wurden insgesamt acht Gemeinden eingegliedert.[3] Drei von ihnen (Döllnitz, Hohenweiden und Lochau) wechselten vom Saalkreis in den Landkreis Merseburg-Querfurt. Am 1. Januar 2005 kamen die Gemeinden Knapendorf und Luppenau hinzu.[4] Damit hörte am 1. Januar 2005 die bisherige Verwaltungsgemeinschaft Saale-Elster-Aue auf zu bestehen. Am 1. Januar 2010 wurde Wallendorf (Luppe) aus der Verwaltungsgemeinschaft Leuna-Kötzschau nach Schkopau eingemeindet.[5]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bündorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Knapendorf
Burgliebenau 1. August 2004
Döllnitz 1. August 2004
Dörstewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Knapendorf
Ermlitz 1. August 2004
Hohenweiden 1. August 2004
Knapendorf 1. Januar 2005
Korbetha 1. August 2004
Lochau 1. August 2004
Löpitz 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Lössen und Tragarth zu Luppenau
Lössen 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Löpitz und Tragarth zu Luppenau
Luppenau 1. Januar 2005
Neukirchen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohenweiden
Oberthau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Ermlitz
Pritschöna 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Raßnitz
Raßnitz 1. August 2004
Rattmannsdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohenweiden
Rockendorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohenweiden
Röglitz 1. August 2004
Röpzig 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohenweiden
Tragarth 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Löpitz und Lössen zu Luppenau
Wallendorf (Luppe) 1. Januar 2010
Wesenitz 1. August 1938 Eingemeindung nach Lochau
Weßmar 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Raßnitz

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

1997 wurde ein Wappen für die Gemeinde Schkopau genehmigt. Nach Auflösung und Neubildung der Gemeinde am 1. August 2004 führt die Gemeinde Schkopau laut Hauptsatzung vom 30. April 2010 kein Hoheitszeichen.[6]

Seit 2011 führt die Gemeinde Schkopau (als ganzes) ein bzw. zwei Logos. Die Elemente des Logos stellen einen Bezug zu prägnanten Punkten der Gemeinde dar. Zum einen sind dies die Hauptfarben der in den Ortsteilen existierenden Wappen. Wenn man diese betrachtet, stellt man die drei dominierenden Farben Blau, Grün und Gold fest, welche als Grundlage für das Logo dienten. Auf der Suche nach einem Symbol, welches die Vergangenheit und Zukunft charakterisiert, wurde der "Buna-Kolben" (Plaste und Elaste aus Schkopau) in moderner Form genutzt, da die Wirtschaft die Basis für die Entwicklung von Schkopau darstellt.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[8]
Wahlbeteiligung: 49,85 %
 %
30
20
10
0
25,79 %
24,35 %
20,46 %
13,92 %
4,56 %
4,08 %
3,87 %
2,98 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Einzelbewerber Thomas Jentsch
g Kultur- und Traditionsverein der Freiwilligen Feuerwehr Schkopau e.V.

Der Gemeinderat besteht aus 28 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 9. Oktober 2011 wählten erstmals alle Ortsteile der Gemeinde Schkopau einen neuen Bürgermeister. Da kein Bewerber auf Anhieb über 50 % der Stimmen auf sich vereinen konnte, wurde eine Stichwahl notwendig.[9] In der Stichwahl trafen Andrej Haufe (CDU) und Peter Richter (parteilos) aufeinander, wobei Andrej Haufe (CDU) die Wahl mit 54,10 % aller abgegeben Stimmen für sich entscheiden konnte. Die Wahlbeteiligung lag mit 29,70 % rund zehn Prozentpunkte unter der Beteiligung der Wahl am 9. Oktober 2011. Andrej Haufe wird ab Februar 2012 seinen Dienst als neuer Bürgermeister der Gemeinde Schkopau antreten.[10]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Friedensdenkmal
  • Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Burgliebenau für vier polnische und sowjetische Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Grabstätte auf dem Neuen Friedhof für 45 Frauen, Kinder und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und in den Buna-Werken Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für 29 Opfer von Zwangsarbeit aus verschiedenen Nationen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Schkopau liegt an der 1846 eröffneten Bahnstrecke Halle–Bebra. Die Regionalbahnen der Relation Halle–Eisenach halten pro Richtung stündlich in Schkopau. Im Chemiepark Buna befindet sich an der Bahnstrecke Merseburg–Schafstädt mit Buna Werke ein weiterer Eisenbahnhalt. Die Gemeinde Schkopau liegt an der B 91 (Halle (Saale)–Merseburg–Weißenfels–Zeitz).

Neben der Bedienung durch einige Buslinien wird Schkopau zudem von der Straßenbahnlinie 5 der HAVAG (Straßenbahnstrecke Halle-Ammendorf–Bad Dürrenberg) angefahren.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Kraftwerk von E.ON

Bekannt ist Schkopau vor allem durch den ehemaligen VEB Chemische Werke Buna. So trug zu Zeiten der DDR ein Turm an der Elbebrücke bei Vockerode der Transitautobahn Berlin-Hof die großformatige Leuchtwerbung Plaste und Elaste aus Schkopau (geschaffen von Siegfried Berthmann), die sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin befindet. Der hiesige Chemiepark wurde nach der Wende von Dow Chemical übernommen.

In Schkopau befindet sich heute zudem mit dem Kraftwerk Schkopau ein Braunkohlekraftwerk der E.ON AG.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Personen, die mit Schkopau in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Kurt Biedenkopf (* 1930), Politiker, verbrachte mehrere Jahre seiner Kindheit (1938 bis 1945) in Schkopau
  • Paul Juckoff (1874–1936), Bildhauer, lebte in Schkopau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. Amtsblatt der Gemeinde Nr. 9/2010
  7. Logos der Gemeinde Schkopau
  8. http://www.gemeinde-schkopau.de/media/dokumente/wahlen/kommunalwahl2009/wahlergebnis2009_gemeinderat.pdf
  9. Bürgermeisterwahl 2011
  10. Stichwahl zur Bürgermeisterwahl 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schkopau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien