Teutschenthal
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Saalekreis | |
| Höhe: | 121 m ü. NN | |
| Fläche: | 90,6 km² | |
| Einwohner: |
13.894 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 153 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06179 | |
| Vorwahlen: | 0345, 034601, 034636 (Dornstedt, Steuden) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SK, MER, MQ, QFT | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 88 365 | |
| LOCODE: | DE TEL | |
| NUTS: | DEE0B | |
| Gemeindegliederung: | 15 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Am Busch 19 06179 Teutschenthal |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andre Herzog | |
| Lage der Gemeinde Teutschenthal im Saalekreis | ||
Teutschenthal ist eine Gemeinde im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt 12 km westlich von Halle (Saale).
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Folgende Ortsteile sind ausgewiesen:
| Ortsteil | Eingemeindung | Orte |
Die Ortschaften von Teutschenthal (anklickbare Karte) |
|---|---|---|---|
| Angersdorf | 1. September 2010 | Angersdorf und Schlettau | |
| Dornstedt | 1. Januar 2010 | Asendorf und Dornstedt | |
| Holleben | 1. Januar 2005 | Benkendorf und Holleben | |
| Langenbogen | 1. Januar 2010 | Langenbogen und Langenbogen Bahnhof | |
| Steuden | 1. Januar 2010 | Etzdorf und Steuden | |
| Teutschenthal | – | Teutschenthal Bahnhof, Eisdorf, Köchstedt und Teutschenthal | |
| Zscherben | 1. Januar 2005 | Zscherben |
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Nachbargemeinden sind Salzatal im Norden, die Schkopau sowie die kreisfreie Stadt Halle (Saale) im Osten, Bad Lauchstädt im Süden und Obhausen, sowie die im Landkreis Mansfeld-Südharz liegende Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Westen.
Klima [Bearbeiten]
Der Jahresniederschlag liegt bei 482 mm und ist damit extrem niedrig, da er in das untere Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An nur einem Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen ungefähr doppelt so viele Niederschläge wie im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 42 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Geschichte [Bearbeiten]
In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Teutschenthal als zehntpflichtiger Ort Dussina im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt. Gleichzeitig wurde auch der Ort Osniza genannt, der später ein Teil von Teutschenthal wurde.
Von 1365 bis 1815 (Wiener Kongress) blieb Teutschenthal in die beiden Ortsteile Ober- und Unterteutschenthal getrennt. Während des Dreißigjährigen Krieges zerstörten die Kriegsparteien den Ort, den Wiederaufbau verdankten die Bewohner Wolf Thilo von Trotha (1620–1683). Der wirtschaftliche Aufschwung, der bald nach diesem langen Krieg einsetzte, wurde durch die Kriegsereignisse des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) und der napoleonischen Besetzung des Landes von 1807 bis 1813 unterbrochen. Teutschenthal blieb danach noch agrarisch orientiert, aber schon bald begann mit dem Kohleabbau und dem Siegeszug der Zuckerrübe auch ein gewerblich industrieller Aufschwung, der sich wiederum auch auf die Landwirtschaft auswirkte.
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Halle (Saale) nach Kassel im Jahre 1864 entstanden, teilweise auf Wanslebener Flur, Bahnhof-, Post- und Wohngebäude. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach der Gründung der Krügerhall AG (Kaliabbau) 1905, und in den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Wohnanlagen zum Teil auf Langenbogener Flur für Bergarbeiter, Angestellte und leitende Mitarbeiter des Kaliwerks errichtet. 1936 erbaute die I.G. Farben in Teutschenthal ein Werk für die Magnesiumproduktion.
Trotz Stilllegung des Kaliwerkes im Jahre 1982 entwickelte sich Teutschenthal-Bahnhof zu einem industriellen und gewerblichen Zentrum.
Die durch die Kaligewinnung entstandenen Hohlräume stellen ein großes Problem dar, da das Carnallitit-Salzgestein Instabilität bedingende physikalische Eigenschaften (z. B. Sprödbruch) aufweist. Bereits am 24. Mai 1940 waren bei einem derartigem Gebirgsschlag 42 Bergleute ums Leben gekommen. Der letzte Hohlraumeinsturz ereignete sich am 11. September 1996, und zog ein knapp 20 Sekunden andauerndes Erdbeben mit einer Magnitude von ML=5,6 nach sich[2]. Das Beben wurde weltweit von Seismographen registriert. Heute werden in einem Versatzbergwerk große Anstrengungen unternommen, die noch verbliebenen Hohlräume von rund 7 Millionen Kubikmetern durch Verfüllung (bergbaulich: Versatz) zu sichern. Anfang Oktober 2010 wurde durch das Landesamt für Geologie und Bergwesen bekannt, dass Giftstoffe ohne Genehmigung durch die Betreiberfirma, Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH (GTS), eingelagert wurden. Die Gesamtmenge der aus Verbrennungsanlagen stammende Asche wird auf 11.000 Tonnen geschätzt.[3]
Eisdorf [Bearbeiten]
In einer Urkunde des Klosters Wimmelburg wurde der Ort Eisdorf 1121 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Eisdorf kam später zum Saalkreis (während Teutschenthal in der Herrschaft Schraplau der Grafschaft Mansfeld verblieb) und wurde mit dem Saalkreis, der zum Erzstift Magdeburg gehörte, 1680 brandenburgisch. 1952 kam der Ort zur Gemeinde Teutschenthal.
Östlich von Eisdorf lag früher das Vorwerk Vitzenburg.
Köchstedt [Bearbeiten]
Die Siedlung Köchstedt wurde bereits Ende des 4. Jahrhunderts durch die Angeln und Warnen gegründet. Diese germanischen Stämme waren Ackerbauern, die das im Tal der Würde kaum vorhandene trockene Land bewirtschafteten. Im 8. Jahrhundert führte das Hersfelder Zehntverzeichnis den Ortsnamen „cochstat“. Jahrhunderte später wurden Angehörige eines niederen Dienstadelgeschlechts als die von Kochstede erwähnt. Köchstedt kam 1501 zum Unteramt Schraplau, das später der preußische König Friedrich Wilhelm I. kaufte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war der Ort ein Bennstedter Vorwerk und eine selbstständige Gutswirtschaft.
Köchstedt kam 1950 zu Langenbogen und 1959 zu Bennstedt. Der Anschluss an Teutschenthal erfolgte 1993.
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof zur Erinnerung an die Opfer der Kämpfe gegen den Kapp-Putsch 1920 sowie an die Opfer des Faschismus, darunter den KPD-Aktivisten Albert Schmidt, den Bergmann Hermann Wendt und den Juden Salomon Maerker. Nach Schmidt und Maerker wurden Straßen benannt.
- Gedenkstein von 1959 in der Grünanlage F.-Henze-Straße zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
Der hauptamtliche Bürgermeister Andre Herzog wurde am 20. Dezember 2009 gewählt. Günter-Willi Scholz (SED, PDS) war 1987 bis 1990 Bürgermeister.
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 26. Januar 1999 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.
Blasonierung: „In Grün eine silberne Spitze, belegt mit einer entwurzelten grünen Linde, oben nach der Figur begleitet von zwei steigenden, dreiblättrigen silbernen Lindenzweigen.“
Die Farben der Gemeinde - abgeleitet vom Wappen - sind Silber (Weiß) - Grün.
Das Wappen wurde von der Grafikerin Renate Lehnhof gestaltet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Schloss Teutschenthal: Es gehörte dem Unternehmer Carl Wentzel (1875–1944), einem Opfer des 20. Juli 1944. Die zum Schloss führende Straße trägt seinen Namen. Seine Enkel haben das Schloss übernommen, das jetzt als Hotel genutzt wird.
- Die Kirche St. Laurentius entstammt der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ihr Schiff wurde 1617 erneuert und Mitte des 18. Jahrhunderts verlängert.
- Die Kirche St. Vitus wurde schon 1129 erstmals erwähnt. 1675 wurde sie in heutiger Form errichtet, wobei der gotische Turm des Vorgängerbaus (15. Jahrhundert) integriert wurde. Ein Umbau erfolgte im Jahre 1740.
- Das ehemalige Rittergut „Haus Würdenburg“, dessen Schloss zur Zeit verfällt.
- Wasserturm in der Nähe des Schlosses Teutschenthal
Sport [Bearbeiten]
Auf der Rennstrecke im Talkessel Teutschenthal finden regelmäßig Motocross-Rennen und unter anderem auch Läufe zur Motocross-Weltmeisterschaft statt.
Der Sportverein 1885 Teutschenthal ist der größte und zugleich älteste Verein in Teutschenthal. Er umfasst die Sektionen Fußball, Gymnastik, Leichtathletik, Kegeln und seit 2009 auch die Sektion Wurf- und Laufteam. Damit wurde ein bundesweites Novum geschaffen. In einem Verein gibt es zwei Sektionen für dieselbe Sportart. Erfolgreich sind die Leichtathleten seit Jahren, denn sie belegen sie bei den Mitteldeutschen, bei den Norddeutschen und auch bei den Deutschen Meisterschaften in verschiedenen Altersklassen die vorderen Plätze. Bis 2009 war Teutschenthal auch Bundesstützpunkt für die Leichtathletik.
Eine der erfolgreichsten Sektionen in Teutschenthal in der SG Eisdorf ist die 1981 gegründete Abteilung Tischtennis. Erste Punktspiele wurden in den Kreisklassen ausgetragen. Auf Grund der Spielstärke und der Mitgliederzahl wurde Tischtennis zum Freizeitsport in Eisdorf. Die stetig wachsende Spielstärke ab der Saison 1999/2000 veranlassten die Sektion, künftig am Wettkampfbetrieb des Saalekreises wieder teilzunehmen. Heute stellt Eisdorf von der Landesliga bis in die Kreisklasse 6 Mannschaften und eine Jugendmannschaft in der Bezirksliga Halle.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehrsanbindung [Bearbeiten]
Teutschenthal liegt südlich der Bundesstraße 80 von Halle (Saale) nach Lutherstadt Eisleben. Die Gemeinde verfügt zudem über eine Anschlussstelle der A 143, welche westlich von Halle die A 14 mit der A 38 verbinden wird.
Teutschenthal hat zwei Bahnhöfe an der Halle-Kasseler Eisenbahn.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Erich von Wolff-Gudenberg (1883–1955), Dirigent und Komponist
- Cornelia Polit (* 1963), Schwimmeuropameisterin 1981 und 1983
Sonstiges [Bearbeiten]
Der Kinofilm Schultze gets the blues spielt zum großen Teil in Teutschenthal.
Weblinks [Bearbeiten]
- www.gemeinde-teutschenthal.de – Offizielle Homepage der Gemeinde
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ Rache des Berges. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1997 (online).
- ↑ Giftmüll-Skandal weitet sich aus. MDR Info, 11. Oktober 2010, abgerufen am 11. Oktober 2010.
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