Waldems

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waldems
Waldems
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waldems hervorgehoben
50.2502777777788.3133333333333252Koordinaten: 50° 15′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 36,68 km²
Einwohner: 5188 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65529
Vorwahlen: 06126, 06087, 06082
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 016
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 2
65529 Waldems
Webpräsenz: www.gemeinde-waldems.de
Bürgermeister: Werner Scherf (SPD)
Lage der Gemeinde Waldems im Rheingau-Taunus-Kreis
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Über dieses Bild
Esch DGH und Kirchengemeinde
Esch Kirche
Esch Schreinerei
Esch Kirchgasse
Wüstems Emsbachtalhalle
Niederems Schule

Waldems ist eine Gemeinde im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland. Sitz der Verwaltung ist der Ortsteil Esch.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Waldems liegt im Taunus in waldreicher Umgebung am nordwestlichen Fuß des Feldbergmassivs in 250 bis 629,3 Meter Höhe. Somit weist die Gemeinde die höchste Erhebung des Rheingau-Taunus-Kreises auf, namenlos 1 km östlich des Ortsteils Wüstems gelegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Waldems ist die östlichste Gemeinde des Rheingau-Taunus-Kreises und grenzt im Nordosten an die Gemeinde Weilrod, im Osten an die Gemeinde Schmitten, im Südosten an die Gemeinde Glashütten (alle drei im Hochtaunuskreis), im Süden und Westen an die Stadt Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis), sowie im Nordwesten an die Stadt Bad Camberg (Landkreis Limburg-Weilburg).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen Bermbach, Esch (Sitz der Gemeindeverwaltung), Niederems (mit Reinborn), Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl Siedlungsspuren weit zurück reichen, gehen die gegenwärtigen Orte wohl auf Rodungen in fränkischer Zeit zurück.

Als erster der Teilorte wurde Bermbach im Jahre 772 als "Barenbach" in einer Urkunde des Lorscher Codex erwähnt. Viele Jahrhunderte war hier Grenzland, der Limes verlief in der Nähe und später stießen hier die Einflussbereiche von Kurmainz, Hessen und Nassau aneinander. Von 1276 bis 1570 ist das Dorf mit dem Adelsgeschlecht der Herren von Bermbach verknüpft. Später wird Bermbach im Zusammenhang mit der Hexenverfolgung und dem legendären Schinderhannes (1801) erwähnt.

Der Ortsteil Esch geht zurück auf eine Siedlung aus dem 6. Jahrhundert nach Christus. Urkundlich erwähnt ist der Ort "Eschze" im Zinsregister des Archivdiakons zu Dietkoirchen. Esch liegt am Kreuzungspunkt der uralten Handelsstraßen Frankfurt-Limburg-Köln und der Verbindungsstraße zwischen Rhein und Wetterau und hatte daher immer ein hohes Verkehrsaufkommen.

Die Entstehungsgeschichte von Niederems kann bis zum Jahre 1274 zurückverfolgt werden. Durch Hunger, Seuchen und Kriege war die Bevölkerungszahl immer sehr niedrig. Insbesondere der Dreißigjährige Krieg verringerte die Zahl der Haushalte beträchtlich.

Die Spuren der Besiedlung von Reichenbach lassen sich bis in vorchristlicher Zeit zurückverfolgen. Zu erwähnen sind das Hügelgrab Goldkessel und der Ringwall "Burg". 1428 wird der Ort als "Richinbach" in den Annalen von Nassau-Idstein erwähnt. Im Jahre 1772 zerstörte ein Feuer den alten Ortskern, der dann aber wieder zügig aufgebaut wurde. Von 1604 bis 1968 existierte in Reichenbach eine eigene Schule.

In der Nähe des Ortsteils Steinfischbach finden sich in Form von den Hügelgräbern Totenkopf und Goldkessel Hinweise auf eine frühe Besiedelung. Urkundlich erwähnt ist das Dorf erstmals im Jahre 1156 unter dem Namen "Vispach" in einem Dokument des Erzbischofs Arnold von Mainz. In der Nähe wurde nach Eisenerz geschürft und ein Steinbruch für Mühlsteine, Straßenschotter, Pflaster- und Grenzsteinen betrieben.

Wüstems wurde als "Wosten Emsse" 1435 in einer Aufzeichnung von Cuno von Reifenberg erwähnt. Die erste Silbe des Ortsnamens Wüst ist wahrscheinlich von Wüstungen abgeleitet und weist auf eine verlassenen Siedlungsstätte oder landwirtschaftlich genutzte Areale hin. Der Bachname Ems ist vom althochdeutschen "Ohm" abgeleitet. Beide Namensbestandteile lassen auf eine mehr als 2000 Jahre währende Siedlungsperiode schließen. Darauf weist auch der keltische Ringwall an der nahen Taunuserhebung "Burg" hin.

1806 kam das Gemeindegebiet zum neu gegründeten Herzogtum Nassau und wurde mit diesem 1866 preußisch.

Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform im Land Hessen schlossen sich am 1. August 1972 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bermbach und Esch aus dem Untertaunuskreis sowie Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems aus dem Landkreis Usingen zur heutigen Gesamtgemeinde Waldems zusammen.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,0 9 29,2 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,7 8 34,3 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,7 5 10,0 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 14,3 4 16,1 4
FDP/Bürgerliste Waldems FDP/Bürgerliste Waldems 4,2 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1
UWK Unabhängiger Wählerkreis 6,3 2
Gesamt 100,0 27 100,0 27
Wahlbeteiligung in % 56,8 52,2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der seit 2003 amtierende Bürgermeister Werner Scherf (SPD) wurde am 14. Dezember 2008 in einer Stichwahl mit 52,6 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 67,5 %.[3]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Waldems unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Früher lebten die Einwohner der Dörfer von der Land- und Forstwirtschaft. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Waldems jedoch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Die meisten Arbeitnehmer verdienen ihren Lebensunterhalt, gefördert durch die gute Verkehrsanbindung, im Rhein-Main-Gebiet.

In Waldems-Wüstems befindet sich der Standort der Ulisses Medien & Spiel Distributions GmbH; ein Verlag, der unter anderem das Pen-&-Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA) vertreibt.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit der acht Kilometer entfernten Anschlussstelle Idstein der Bundesautobahn 3 gut an das Fernstraßennetz angebunden. Außerdem verlaufen die Bundesstraßen 8 und 275 durch das Gemeindegebiet und kreuzen sich in Esch.

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Idstein an der Main-Lahn-Bahn, hier verkehrt u. a. die RMV-Linie 20.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Waldems

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien