Schwarzenborn (Knüll)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwarzenborn
Schwarzenborn (Knüll)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwarzenborn hervorgehoben
50.9166666666679.4333333333333479Koordinaten: 50° 55′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 26,9 km²
Einwohner: 1194 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34639
Vorwahl: 05686
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 023
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
34639 Schwarzenborn
Webpräsenz: www.schwarzenborn.de
Bürgermeister: Jürgen Kaufmann (SPD)
Lage der Stadt Schwarzenborn im Schwalm-Eder-Kreis
Kassel Landkreis Fulda Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Kassel Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Waldeck-Frankenberg Vogelsbergkreis Vogelsbergkreis Werra-Meißner-Kreis Knüllwald Homberg (Efze) Frielendorf Schwarzenborn (Knüll) Neukirchen (Knüll) Oberaula Ottrau Schrecksbach Willingshausen Schwalmstadt Gilserberg Jesberg Neuental Bad Zwesten Borken (Hessen) Morschen Malsfeld Wabern (Hessen) Felsberg (Hessen) Spangenberg Melsungen Körle Guxhagen Edermünde Gudensberg Niedenstein FritzlarKarte
Über dieses Bild

Schwarzenborn ist gemessen an seiner Einwohnerzahl die kleinste Stadt in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Blick über Schwarzenborn

Schwarzenborn liegt im Schwalm-Eder-Kreis etwa 13,5 km entfernt von Homberg (Efze) im Hochknüll. Durch den Stadtteil Grebenhagen fließt die Efze.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schwarzenborn grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Frielendorf, im Norden an die Stadt Homberg (Efze), im Nordosten an die Gemeinde Knüllwald (alle drei im Schwalm-Eder-Kreis), im Osten an die Gemeinde Neuenstein (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Süden an die Gemeinde Oberaula, sowie im Westen an die Stadt Neukirchen (beide im Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den beiden Stadtteilen Grebenhagen und Schwarzenborn.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus dem 12. Jahrhundert stammt die Benennung einer Flur als "Suarcenbrunnen", 1311 ist "Swarzenburnen", vermutlich damals schon jene Ansiedlung, die 1329 in einer Urkunde des Klosters Immichenhain als "oppidum" "Svarcinburrin" belegt ist. Die planvolle Stadtanlage geschah vor der ersten urkundlichen Nennung durch die Grafen von Ziegenhain, die hier gleichzeitig eine Burg als östlichen Standort ihres Territoriums errichteten. Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde zur selben Zeit begonnen, bereits 1311 ist ein Pleban (Geistlicher) bezeugt, ein Friedhof wird 1364/67 genannt. Die Herrschaft fiel 1450 an die Landgrafschaft Hessen, seit 1465 waren die von Dörnberg Patrone der Kirche. Der Stadtbrand von 1469 zerstörte große Teile der Stadt, die Burg und Teile der unweit gelegenen Kirche. In einem weiteren Brand von 1517 brannte die Stadt bis auf sechs Häuser ab, wobei wohl wieder die Kirche nur teilweise zerstört wurde. Um 1530 trat man zum evangelischen Bekenntnis über, von etwa 1530 bis etwa 1567 ist Michael Horn als erster evangelischer Pfarrer belegt. Der Wechsel zum reformierten Bekenntnis erfolgte 1607. 1636 und 1697 verheerten weitere Brände die Stadt. Um 1830/35 wurde die mittelalterliche Stadtummauerung mit Ober- und Untertor abgebrochen. Seit 1974 gehört Schwarzenborn zum Schwalm-Eder-Kreis.

Kirche[Bearbeiten]

Baulich wird das Ortsbild von der Kirche dominiert. Das Gebäude besteht aus einem hohen, gewölbten Chor, einem zurückspringenden Langhaus mit Flachdecke und einem noch schmaleren, eingestellten Westturm. Mit dem Bau der Kirche wurde zeitgleich zur Anlage der Stadt im frühen 14. Jahrhundert begonnen. In Chor, Langhaus und Turm finden sich ältere Bauteile, wobei der Chor weitgehend ursprünglich ist, das Langhaus nach den Bauinschriften von 1579 und 1750 erheblich verändert wurde, der Turm aber bis 1673 (Datum der älteren Wetterfahne) das heutige Glockengeschoss mit flachem Dach und achteckigem Abschluss anstelle des steilen Turmhelmes der Spätgotik erhielt. Im Inneren ist die Kirche durch die Ausstattung des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt: eine Empore an der Nordseite des Chorseite, die Empore an Nord- und Westseite des Langhauses sowie die Kanzel aus der Zeit vor 1700. Während der 1996 begonnen Grundsanierung wurde bei Arbeiten im Innenraum eine fragmentarisch erhaltene Wandmalerei des 15. Jahrhunderts freigelegt.

In den Stadtteilen bestehen die evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Schwarzenborn und Grebenhagen. Zu dem Kirchspiel Schwarzenborn gehören seit dem 1. November 2010 zudem die Kirchengemeinden Christerode und Hauptschwenda. Zur Kirchengemeinde zählt neben der vg. Kirche auch das 1900 erbaute Julius-Paulus-Haus, das als Pfarrhaus dient. An der Hauptstraße des Stadtteils Grebenhagen steht eine kleine Kirche der evangelischen Kirche. Sie wurde überwiegend im 16. und 18. Jahrhundert erbaut, weist aber auch Spuren eines Vorgängerbaus aus der romanischen Zeit auf. Bis zum Jahr 1899 gehörte Grebenhagen zur Pfarrei Raboldshausen. Grebenhagen wurde anschließend seelsorgerlich von Schwarzenborn versorgt und ist organisatorisch seit 1913 in die Pfarrei Schwarzenborn eingegliedert.[2]

Katholische Christen gehören der katholischen Kirchengemeinde St. Adalbert in Neukirchen an.[3][4] In Schwarzenborn befindet sich neben einer Kapelle der Christus-Gemeinde der reformierten episkopalen Kirche auch deren Bischofssitz für deren Bereich Mitte.[5][6]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
39,8 %
36,2 %
24,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,2 %p
+3,7 %p
-0,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 39,8 6 43,0 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,2 5 32,5 5
UBL Unabhängige Bürgerliste 24,0 4 24,5 4
Gesamt 100 15 100 15
Wahlbeteiligung in % 65,3 68,8

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 7. Mai 2005 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Saint-Gervais-sur-Roubion in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schwarzenborn - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Bundeswehr[Bearbeiten]

Bekannt ist die Stadt als Standort der Bundeswehr, die auch mit etwa 300 zivilen Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber am Ort ist. Seit dem 1. Juli 2006 existiert dort das neu aufgestellte Jägerregiment 1 (hervorgegangen aus dem alten Panzergrenadierbataillon 152 Schwarzenborn und dem Jägerlehrbataillon 353 Hammelburg). Schwarzenborn fühlt sich wie die umliegenden Gemeinden eng mit der Bundeswehr verbunden und unterhält auch eine Patenschaft, die in feierlichen Anlässen und durch gegenseitige Hilfe immer wieder begründet wird.

Bildung, Soziales und Ökologie[Bearbeiten]

In privater Trägerschaft wird vor Ort ein Seniorenpflegeheim betrieben.[7] Die Stadt kooperiert für pflegerische, hauswirtschaftliche und soziale Zwecke mit der zentralen Diakoniestation Frielendorf.[8] Die evangelische Kirchengemeinde betreibt in Schwarzenborn den Kindergarten Sonnenstrahl. Einzige Schule vor Ort ist die Grundschule "Knüllköpfchenschule".[9] Innerhalb des Dorfgemeinschaftshauses Grebenhagen ist ein Jugendraum eingerichtet. Für Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren besteht eine betreute Mädchen AG.[10]

In der Nähe des Stadtteils Schwarzenborn besteht die seit 2006 private Jugendherberge Freizeit- und Bildungsstätte "Boglerhaus" Hoher Knüll. Sie ist beinhaltet auch ein Restaurant und eine Tagungsstätte. Sie befand sich früher in Trägerschaft des Schwalm-Eder-Kreises und ist benannt nach dem Maler Friedrich Wilhelm Bogler, der seit 1929 zurückgezogen auf dem Knüllkopf lebte.[11]

Der Landesverband Hessen der Deutschen Waldjugend hat seinen Sitz in Schwarzenborn. In seiner Landesgeschäftsstelle der Hessischen Waldjugend steht ein Internetcafé zur Verfügung. Er betreibt in Schwarzenborn zudem auf Selbstversorgerbasis eine Tagungs- und Übernachtungsstätte, die auch für Nicht-Mitglieder nutzbar ist.[12]

Verkehr[Bearbeiten]

Zur Bundesautobahn 7 (KasselWürzburg) an der Anschlussstelle Hersfeld-West sind es ca. 15 km. Über die Bahnhöfe Schwalmstadt-Treysa und Bad Hersfeld ist die Gemeinde an das Schienennetz angebunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzenborn (Knüll) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWillkommen im Kirchspiel Schwarzenborn. Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, abgerufen am 17. September 2013.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPfarrgemeinde St. Adalbert Neukirchen. Katholische Kirchengemeinde St. Adalbert, Neukirchen, abgerufen am 17. September 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKatholische Kirchengemeinde St. Adalbert, Neukirchen. Abgerufen am 17. September 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFreie Kirchen. Stadt Schwarzenborn, abgerufen am 17. September 2013.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKontaktadressen. Reformierte Episkopalkirche, abgerufen am 17. September 2013.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSeniorenpflege am Sonnenhang. Stadt Schwarzenborn, abgerufen am 17. September 2013.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZentrale Diakoniestation. Stadt Schwarzenborn, abgerufen am 17. September 2013.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKnüllköpfchenschule Grundschule Schwarzenborn. Stadt Schwarzenborn, abgerufen am 17. September 2013.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKinder- und Jugendarbeit. Stadt Schwarzenborn, abgerufen am 17. September 2013.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatIn der Naturlandschaft Knüll - Schwarzenborn, in: Sport & Fun in Jugendherbergen, S. 48. Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Hessen e. V., abgerufen am 17. September 2013 (PDF; 4,7 MB).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTagungshaus der Deutschen Waldjugend Hessen. Deutsche Waldjugend Landesverband Hessen e.V., abgerufen am 17. September 2013.