Niedenstein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Kassel | |
| Landkreis: | Schwalm-Eder-Kreis | |
| Höhe: | 337 m ü. NN | |
| Fläche: | 30,61 km² | |
| Einwohner: |
5252 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 172 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 34305 | |
| Vorwahlen: | 05624, 05603 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HR | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 34 018 | |
| Stadtgliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Obertor 8 34305 Niedenstein |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Werner Lange (SPD) | |
| Lage der Stadt Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis | ||
Niedenstein ist eine Kleinstadt und ein staatlich anerkannter Luftkurort im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Niedenstein liegt im Südosten des Naturparks Habichtswald. Die Kernstadt erstreckt sich am Westhang der waldreichen Langenberge. Die nächste Großstadt ist das 15 km nordöstlich gelegene Kassel. Zu den Bergen rund um Niedenstein gehören der Schwengeberg (557 m ü. NN, höchster Berg des Stadtgebiets) und der Niedensteiner Kopf (475 m ü. NN, mit dem Hessenturm), die sich jeweils in den Langenbergen befinden, der als Flächennaturdenkmal ausgewiesene Sengelsberg (448 m ü. NN) nördlich der Kernstadt, und der beim Ortsteil Kirchberg gelegene Wartberg (306 m ü. NN). Teile der Kernstadt werden vom östlichen Ems-Zufluss Wiehoff durchflossen, der Ortsteil Kirchberg von der Ems.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Im Norden stößt Niedenstein an die Gemeinde Schauenburg (Landkreis Kassel), jenseits der Langenberge im Osten bzw. Südosten an die Stadt Gudensberg. Im Süden liegt Fritzlar, deren Kernstadt etwa 15 km von der Kernstadt Niedenstein entfernt ist, und im Westen befindet sich die Gemeinde Bad Emstal; Gudensberg und Fritzlar liegen im Schwalm-Eder-Kreis, Bad Emstal gehört zum Landkreis Kassel).
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt, mit etwa 5.600 Einwohnern, besteht aus 5 Ortsteilen. Neben der Kernstadt Niedenstein (etwa 2.000 Einwohner) sind das Ermetheis, Metze (etwa 1000 Einwohner), Kirchberg (etwa 900 Einwohner) und Wichdorf.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Niedensteiner Gegend war schon früh besiedelt, was durch den am Wartberg befindlichen Hauptfundort der jungsteinzeitlichen Wartberg-Kultur nachgewiesen ist. 1254 ist die erste urkundliche Erwähnung der Burg Niedenstein auf dem Niedensteiner Kopf, als Konrad von Elben sie für die Herzogin Sophie von Brabant und ihren Sohn Heinrich gegen Truppen des Mainzer Erzbischofs Gerhard von Dhaun hieltDie Burg wurde 1385 oder 1387 durch Truppen des Mainzer Erzbischofs Adolf I. zerstört und verfiel danach, und von ihr ist heute nichts mehr zu finden.
Es war Konrad von Elben, der dann in Sophies Auftrag auf dem ihm selbst gehörenden Gebiet der Urgemarkung Wichdorf die neue, bereits 1259 als Stadt (oppidum) bezeichnete Siedlung Niedenstein („Nydensteyne“) gründete.
Im Jahre 1554 zählte die Stadt 87 Haushalte mit etwa 400 Einwohnern, aber der Dreißigjährige Krieg brachte beinahe völlige Zerstörung. Im Jahre 1631 eroberten Truppen des Generals Tilly die Stadt, raubten sie aus und steckten sie in Brand; mehr als 1/3 der Häuser wurden zerstört. Als der Krieg vorbei war, lebten gerade noch vier Personen in Niedenstein, und nur 14 Häuser standen noch.
Niedenstein, die nach Einwohnerzahl kleinste Stadt im kurzlebigen napoleonischen Königreich Westphalen (1807-1813), war in dieser Zeit Verwaltungssitz des Kantons Niedenstein. Die kleine Stadt erlebte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nennenswertes Bevölkerungswachstum, als individueller Personenverkehr und Pendlerarbeit zunahmen. Im Jahre 1834 gab es 610 Einwohner, und noch im Jahre 1939 betrug die Einwohnerzahl lediglich 630.
Jüdische Gemeinde [Bearbeiten]
Niedenstein war im 19. Jahrhundert und bis zum Zweiten Weltkrieg Heimat einer prozentual beträchtlichen jüdischen Gemeinde; in den 1880er Jahren machte sie mehr als 22 Prozent der gesamten Einwohnerschaft aus, und noch 1933 waren etwa 10 Prozent der Einwohner jüdischen Glaubens. Diejenigen von ihnen, denen die Flucht aus Deutschland nicht rechtzeitig gelang, wurden Opfer des NS-Regimes: Von den in Niedenstein geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen kamen in der NS-Zeit mindestens 61 namentlich bekannte ums Leben.[2]
Historische Quellen [Bearbeiten]
Das Stadtarchiv Niedenstein wird im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt (Bestand 330 Niedenstein). Der Bestand ist nahezu vollständig erschlossen und ist online recherchierbar. [3]
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 41,8 | 10 | 46,7 | 11 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 20,8 | 5 | 20,9 | 5 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Niedenstein | 19,6 | 4 | 23,7 | 5 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 17,8 | 4 | 8,6 | 2 |
| Gesamt | 100,0 | 23 | 100,0 | 23 | |
| Wahlbeteiligung in % | 57,1 | 57,4 | |||
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Niedenstein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu der französischen Gemeinde Saint-Germer-de-Fly (im Departement Oise), etwa 80 km nordwestlich von Paris, in der Picardie.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Altenburg- und Stadtmuseum
- Wichdorfer Heimatmuseum
- Heimatmuseum Kirchberg
- Heimatstuben Metze und Archiv für Dorfgeschichte
Bauwerke [Bearbeiten]
- Die evangelische Kirche von 1777 ist ein Saalbau mit eingestelltem Turm. Der Innenraum ist durch Kanzel, Pfarrstand und dreiseitig umlaufende Empore sowie eine Orgel von 1830 geprägt, bis auf letztere ist die Ausstattung neogotisch, wozu auch Reste einer historistischen Verglasung gehören.
- Ehemalige Synagoge
- Altenburg, eine auf dem gleichnamigen Berg nordwestlich von Niedenstein gelegene befestigte vorgermanische Höhensiedlung, die bereits um Christi Geburt aufgegeben wurde. Die früher angenommene Gleichsetzung mit dem chattischen Hauptort Mattium ist unzutreffend. Zahlreiche Ausgrabungsexponate aus dem Bereich der Altenburg befinden sich heute im Hessischen Landesmuseum in Kassel.
- Burgruine Falkenstein in der westlichen Nachbargemeinde Bad Emstal auf dem bei Niedenstein gelegenen Berg Falkenstein.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
- Niedensteiner Kopf (475 m ü. NN, mit Hessenturm)
- Tanz- und Gerichtslinde (ca. 500 m unterhalb des Rathauses)
- Jüdischer Friedhof (an der Friedensstraße)
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Max Barta (1900–1990), war in den 1920er Jahren einer der bekanntesten mährischen Gebrauchsgrafiker
- Karl Ernst Demandt (1909-1990), Historiker, seit 1987 Ehrenbürger der Stadt
- Jürgen Schweinebraden (* 1938), Galerist und Verleger
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Listen von Yad Vashem in Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945".
- ↑ Übersicht über den Bestand "Stadtarchiv Niedenstein" Hessisches Archiv-Dokumentations- und Informations-System. Abgerufen am 18. Juli 2011
Weblinks [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- K. Prior (Hrsg.): Niedenstein, Ermetheis, Metze, Kirchberg, Wichdorf. Geschichte und Geschichten aus dem Herzen des Chattenlandes. 1. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1987, ISBN 3-925277-10-2.
Bad Zwesten | Borken (Hessen) | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg (Efze) | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen
