Sihltalbahn

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Sihltalbahn
Bahnstrecken Zürich-Luzern: Gelb ist die Sihltalbahn mit Verlauf bis Sihlwald
Bahnstrecken Zürich-Luzern: Gelb ist die Sihltalbahn mit Verlauf bis Sihlwald
Fahrplanfeld: 712
Streckenlänge: 18,42 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: alte Strecke 28 ‰
seit 1990 50 
Minimaler Radius: 150 m
Zürich HB–Sihlbrugg
   
-1,2 Zürich HB Tunnelbahnhof S 4 396 m ü. M.
   
Sihltunnel 1296 m
   
-0,2 Zürich Selnau Tunnelbahnhof 398 m ü. M.
Tunnel – Ende
Tunnelstrecke am 2. Mai 1990 eröffnet
   
0,0 Zürich Selnau ehemaliger Kopfbahnhof 414 m ü. M.
Kreuzung mit Tunnelstrecke
Linksufrige Seebahn (Ulmbergtunnel)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sihlbrücke Giesshübel 96 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Verbindungslinie von Zürich HB–Zürich Wiedikon
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Uetlibergbahn nach Uetliberg
Bahnhof, Station
1,1 Zürich Giesshübel 418 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Depot und Werkstätte
Brücke (groß)
Brücke Giesshübelstrasse 62 m
Bahnhof, Station
1,8 Zürich Saalsporthalle 422 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sihlbrücke Brunau 60 m
Bahnhof, Station
2,7 Zürich Brunau 423 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
4,1 Zürich Manegg 430 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sihlbrücke Leimbach 60 m
Bahnhof, Station
4,7 Zürich Leimbach 435 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
6,4 Sood-Oberleimbach 443 m ü. M.
Bahnhof, Station
7,3 Adliswil 452 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
8,3 Sihlau 456 m ü. M.
   
8,9 Gontenbach
Haltepunkt, Haltestelle
9,5 Wildpark-Höfli 452 m ü. M.
Bahnhof, Station
10,7 Langnau-Gattikon 468 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sihlbrücke Langnau 67 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Gattikon 340 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sihlbrücke Sihlwald 64 m
   
13,2 Sihlwald Endpunkt S 4 488 m ü. M.
   
Personenverkehr am 9. Dezember 2006 eingestellt
   
Strecke von ZürichThalwil (Zimmerbergtunnel)
Bahnhof, Station
17,3 Sihlbrugg 514 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Strecke nach ZugLuzern/Gotthardbahn (Albistunnel)
Zürich Giesshübel–Zürich Wiedikon
Streckenende auf freier Strecke – Anfang
Abstellgleisanlage
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Sihltalbahn von Sihlbrugg
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0 Zürich Giesshübel 418 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Depot und Werkstätte
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Uetlibergbahn von Uetliberg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
SZU-Strecke nach Zürich HB
Tunnel – Anfang
   
Manessetunnel 520 m
   
Seebahn von Thalwil–Zürich Enge
Tunnel – Ende
Bahnhof, Station
1,1 Zürich Wiedikon Reiterbahnhof (Gleis 3) 405 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Seebahn nach Zürich HB, VL nach Zürich Altstetten

Die Sihltalbahn (SiTB) ist eine ehemalige Bahngesellschaft im Kanton Zürich in der Schweiz. Sie ist seit 1973 Teil der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU), welche die 17 km lange SiTB-Strecke von Zürich durch das Sihltal nach Sihlbrugg Station und die ein Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Zürich Giesshübel und Zürich Wiedikon betreibt.

Die Sihltalbahn ist eine normalspurige Adhäsionsbahn mit zwei direkten Anschlüssen an das Schienennetz der Schweizerischen Bundesbahnen. Sie ist seit 1990 als S-Bahnlinie S 4 ins Netz der S-Bahn Zürich integriert und wird von der SZU wieder unter dem Namen Sihltalbahn vermarktet.

2013 wurden 8,5 Millionen Passagiere befördert, mehr als acht Prozent mehr als im Vorjahr.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Tender-Lokomotive E 3/3 Nr. 6 der Sihltalbahn, gebaut 1912.

Die Sihltalbahn (SiTB) nahm am 3. August 1892 ihren Betrieb zwischen ihrem Ausgangspunkt Giesshübel in der damaligen Gemeinde Wiedikon und Sihlwald in der Gemeinde Horgen auf. Die Güterwagen – die Bahn transportierte einen Grossteil des Holzes aus dem Sihlwald nach Zürich[2] – wurden in Giesshübel an die Schweizerische Nordostbahn (NOB) weitergegeben, welche sie über die am 1. Dezember 1892 eröffnete Verbindungsstrecke Giesshübel–Wiedikon zum Güterbahnhof Zürich beförderte. Die Personenzüge dagegen benutzten die bereits 1875 eröffnete Strecke Giesshübel–Selnau der benachbarten Uetlibergbahn (UeB), die zur gemeinsamen Doppelspurstrecke ausgebaut wurde.

Fünf Jahre später, am 1. Juni 1897, eröffnete die NOB ihre Zufahrtsstrecken zur Gotthardbahn, diese Gelegenheit nutzte auch die SiTB und verlängerte ihre Strecke von Sihlwald, der Sihl entlang, nach Sihlbrugg. In diesem bis heute kaum besiedelten Teil des Kantons Zürich entstand eine zweite Verknüpfung zwischen der SiTB und der NOB, wodurch seither zwischen Wiedikon und Sihlbrugg zwei praktisch gleich lange Bahnstrecken existieren. Um das Bahnhofsgebäude, das auf dem Gebiet der Gemeinde Horgen liegt, entstand eine einstellige Anzahl Häuser, die zusammen mit dem Bahnhof die Ortschaft Sihlbrugg Station bilden.

1924 wurde die Bahn, wie die Schweizerischen Bundesbahnen, mit 15 kV 16 2/3 Hz Wechselstrom elektrifiziert. Da die Sihltalbahn auf denselben Gleisen wie die Uetlibergbahn zwischen Selnau und Giesshübel verkehrt, wurden die Stromabnehmer und die Fahrleitung der mit Gleichstrom betriebenen Uetlibergbahn seitlich um 130 cm versetzt.

Mit der Tieferlegung der linksufrigen Seebahn wurde 1927 auch die Verbindungsstrecke Giesshübel–Wiedikon elektrifiziert und in einen Tunnel verlegt. Der Tunnel mündet im Bahnhof Wiedikon unter dem Reiterbahnhof ins Gleis 3.

Sihltal Zürich Uetliberg Bahn[Bearbeiten]

Bereits 1932 erhielt die Sihltalbahn den Betrieb und die Verwaltung der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg (BZUe) von der Stadt Zürich übertragen und besorgte über 40 Jahre lang zuverlässig neben ihrem eigenen Betrieb auch den der Uetlibergbahn, ehe sie am 1. Januar 1973 mit dieser fusionierte. Dabei übernahm die Sihltalbahn die Aktienmehrheit an der Uetlibergbahn und änderte ihren Namen in Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU).

Auf den Betrieb der Bahnen hatte die Fusion keine Wirkung; soweit Fahrzeuge (Dieselloks, Dienstwagen) für beide Strecken verwendbar waren, wurde dies schon bis anhin getan, die Fahrzeuge des Personenverkehrs sind aufgrund des Stromsystems nicht untereinander austauschbar. Mit der Fusion änderte man allerdings sukzessive die Aufschriften auf den Fahrzeugen, welche danach jahrelang einheitlich mit SZU angeschrieben waren, aber unterschiedliche Farben trugen. In den 1990ern überdachte man das einheitliche Logo und führte die alten Bezeichnungen Uetlibergbahn und Sihltalbahn wieder ein, welche heute wieder in dieser Form auf den Fahrzeugen angebracht sind.

Streckenausbau[Bearbeiten]

Auf die 1990 erfolgte Einführung der S-Bahn Zürich hin, wurde die SZU zum Hauptbahnhof verlängert und damit mit den übrigen normalspurigen Bahnlinien verknüpft. Der provisorische, oberirdische Bahnhof Selnau wurde aufgehoben und das Areal nach 115 Jahren wieder an die Stadt zurückgegeben. Als Tagbautunnel in der rechten Hälfte des Sihlbetts erstellt – die linke Hälfte ist für die Sihltiefstrasse (A3/A1 Stadtautobahn) reserviert – führt die doppelspurige Strecke unter dem Selnau-Areal durch, in den Sihltunnel, wo sich die neue Station Selnau befindet, bis in die unterirdische SZU-Station unter dem Shopville, südlich des Hauptbahnhofs.

Da Kreuzungen zwischen den Fahrleitungen der beiden Stromsystemen so weit als möglich zu vermeiden sind, können zwischen Giesshübel und Selnau sich weiterhin nur Züge der Sihltalbahn kreuzen, zwischen Selnau und dem Hauptbahnhof dagegen nur die Züge der Uetlibergbahn.

Bis zum Neubau der Tunnelstrecke betrug die max. Steigung der Sihltalbahn 28 Promille. Die Unterirdische Einführung in den Hauptbahnhof machte eine Steilrampe von 50 Promille notwendig.

Erläuterung der Streckenkilometrierung[Bearbeiten]

Der alte Bahnhof Selnau war Kilometer Null, die neue Station Selnau und der Hauptbahnhof liegen aber «vor» diesem Nullpunkt. Da negative Streckenkilometer nicht üblich sind und eine vollständige Neukilomterierung der SZU ausgeschlossen wurde, bestimmte man den Hauptbahnhof als Kilometer 90.00. Selnau ist Kilometer 91.04 und Kilometer 91.23 ist gleich Kilometer 0.00, ab hier gilt die alte Kilometrierung.

Verkürzung der S4[Bearbeiten]

Am 9. Dezember 2006 verkehrten die letzten fahrplanmässigen Personenzüge zwischen Sihlwald und Sihlbrugg. Dies geschah, um Fahrzeuge für die Fahrplanverdichtung der S 4 freizustellen. Die Strecke bleibt vorläufig betriebsfähig erhalten und wird sporadisch von Nostalgiezügen befahren.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Bahnhof Zürich Giesshübel war seit Gründung der Sihltalbahn auch der Sitz der Bahngesellschaft, durch die Fusion zur SZU wurde er zu deren Hauptsitz. Neben einer relativ umfangreichen Anlage für den Güterverkehr, die bis heute von SBB Cargo bedient wird, befindet sich am Bahnhof auch die Werkstätte und das Depot beider SZU-Linien.

Bis in die 1990er-Jahre wurde ein Teil des Rollmaterials auf Abstellgleisen im Bahnhof Selnau abgestellt, mit dem Abbruch des Bahnhofs und der Rückgabe des Areals an die Stadt Zürich verschwanden diese Abstellplätze. Als Ersatz wurde am Bahnhof Giesshübel eine Remise für die Uetlibergbahn erstellt, wo heute sämtliche Fahrzeuge abgestellt werden. Für die Sihltalbahn dagegen wurde beim Bahnhof Langnau-Gattikon eine neue, offene Abstellanlage erstellt.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Sihltalbahn bei Zürich Brunau

Diesel-Traktoren

Elektrolokomotiven

  • Re 456 542–545 (1993)
  • Re 456 546–547 (1987), ehemals Re 4/4 46–47
  • Re 456 551–552 (2008), ehemals SBB Re 450 067 «Urdorf» und 070 «Winterthur Wülflingen» (1993)

Steuerwagen

  • Bt 971–972 (2012/13) ehemals SBB Bt 50 85 29-35 971–972 (1994),[3] elektrische Ausrüstung von Bt 971–973 (1976)
  • Bt 984–987 (1986)
  • Bt 50 45 26-33 951–952 (2008), ehemals SBB Bt 50 85 26-33 964 und 966 (1993)

Zwischenwagen

  • BD 281–285 (1990)
  • B 271–276 (1992), (Doppelstockwagen, baugleich wie B 231–232)
  • B 50 45 26-33 231–232 (2008), ehemals SBB B 50 85 26-33 061 und 064 (1992)
  • B 50 45 26-33 241–242 (2008), ehemals SBB AB 50 85 36-33 067 und 069 (1993)

Ausrangiertes Rollmaterial[Bearbeiten]

Dampflokomotiven

  • E2 (E 2/2) Nr. 2 (SLM 1892) ab 1983 Nr 4; 1896 Verkauf an Färberei Thalwil 1937 Abbruch
  • E2 (E 2/2) Nr. 3 (SLM 1892) ; Verkauf 1897 von Roll zuerst Choindez ab 1912 Klus 1941 Verkauf nach Deutschland (Verbleib unbekannt)
  • E3 (E 3/3) Nr. 1 (SLM 1892) ab 1902 E 3/3 Nr. 1; 1924 Verkauf Gaswerk Basel Nr.1 1948 Abbruch
  • E3 (E 3/3) Nr. 2 (SLM 1893) ab 1902 E 3/3 Nr. 2; 1924 Verkauf Gaswerk, 197. 1986-1998 St.-Gingolph-Le Bouveret «Rive Bleue-Express» RER Sud Léman - Train touristique, Heute im Besitz der Zürcher Museumsbahn ZMB (E 006 502-9) fahrfähig
  • E3 (E 3/3) Nr. 3 (SLM 1897) ab 1902 E 3/3 Nr. 3; 1965 Ausrangiert und beim Spielplatz Horgen Tannenbach ausgestellt 1988 Abbruch
  • E3 (E 3/3) Nr. 4 (SLM 1897) ab 1902 E 3/3 Nr. 4; 1965 Ausrangiert und beim Schulhaus Werd Adliswil aufgestellt
  • E3 (E 3/3) Nr. 5 (SLM 1899) ab 1902 E 3/3 Nr. 5; 1988 remisiert, Heute im Besitz der Zürcher Museumsbahn ZMB (E 006 505-2) fahrfähig
  • E 3/3 Nr. 6 (SLM 1912); Verkauf 1926 UeBB 6, 1948 Gaswerk Basel Nr.1 1956 Abbruch
  • E 3/3 Nr. 10 (SLM 1890) ; 1911 von der SBB gekauft (ex JS E3 854 /SBB 8574), 1925 Abbruch

Elektrische Lokomotiven und Triebwagen

  • De 3/4 1930 aus De 3/3 1 umgebaut
  • Ce 4/4 42, umgebaute GTB Ce 4/6 312, heute im Besitze des Club del San Gottardo
  • Be 4/4 42 (Zweitbesetzung 1988) ab 1992 49, ex BT Be 4/4 13, heute Eurovapor Lokremise Sulgen (Ausstellungsobjekt).
  • De 4/4 51, ehemals SBB RFe 4/4 aber von der BT übernommen, heute im Besitz der Oensingen-Balsthal-Bahn
  • CFe 2/4 81-85 (ab 1956 BFe 2/4, später 82-84 = BDe 2/4, mit neuem Wagenkasten 81+85 = Be 2/4), 1924-1968/85, bis auf Nr 84 abgebrochen, Nr 84 heute als CFe 2/4 im Besitz Zürcher Museumsbahn ZMB
  • CFe 3/4 90 (ab 1956 BFe 3/4, ab 1963 BDe 3/4, ab 1973 BDe 3/4 73), 1930-1989 abgebrochen
  • CFe 4/4 91 (ab 1956 BFe 4/4, ab 1963 BDe 4/4)
  • BDe 576 592 (1968), ehemals BDe 4/4 92, im Besitz Zürcher Museumsbahn ZMB
  • BDe 576 593 (1968), ehemals BDe 4/4 93, 1996 an Steiermärkische Landesbahnen verkauft
  • BDe 576 594–596 (1971), ehemals BDe 4/4 94–96

Steuerwagen

Personenwagen

  • B 291–293 (1963)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Waldburger / Hans Tempelmann: Die Sihltalbahn. 100 Jahre von der Dampfbahn zur modernen S-Bahn-Linie. Minirex AG, Luzern 1992, ISBN 3-907014-06-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sihltalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Stefan Hotz: Sihltal im Hoch, Üetliberg im Minus. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 68, 22. März 2014, S. 22.
  2. Waldgeschichte. Abgerufen am 12. August 2011.
  3. [1]