Leimbach (Stadt Zürich)

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Wappen von Leimbach
Wappen von Zürich
Leimbach
Quartier von Zürich
Karte von Leimbach
Koordinaten 681210 / 24253047.3286328.512999476Koordinaten: 47° 19′ 43″ N, 8° 30′ 47″ O; CH1903: 681210 / 242530
Höhe 476 m
Fläche 2,92 km²
Einwohner 5377 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 1841 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-023
Postleitzahl 8041
Stadtkreis Kreis 2 seit 1893/1913

Leimbach [li:mbʌh:] ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Enge wurde 1893 eingemeindet und brachte die zu ihr gehörenden Weiler Unterleimbach und Mittelleimbach mit in die Stadt ein, welche seitdem als Leimbach zusammengefasst werden und heute zusammen mit Enge und Wollishofen den Kreis 2 bilden.

Leimbach liegt am Fuss des Uetlibergs im Sihltal.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot zwei gekreuzte silberne Hafnerspachtel, überhöht von einer goldnen Kugel

Geschichte[Bearbeiten]

Leimbach von der Felsenegg gesehen

Leimbach wurde urkundlich erstmals in den Jahren 942 und 948 erwähnt. Kirchlich war Leimbach zweigeteilt: Die Kapelle St. Aegidius (Gilg) war eine Filialkirche von St. Peter (Zürich), Oberleimbach gehörte dagegen bereits im Mittelalter kirchlich zu Adliswil. 1440 gehörte Leimbach urkundlich zu Manegg. Das Kirchenpatronat lag wohl bei den Manesse, da die Kapelle auf ihrem Grund stand und 1314 von ihnen mit Liegenschaften, Grundzinsen in Stäfa und Leimbach ausgestattet wurde, diese mit der Erlaubnis der Äbtissin Elisabeth von Matzingen vom Fraumünster. 1400 verkaufte die Witwe des Juden Hirzlin Vislin die Veste Manegg mitsamt dem Kirchensatz der Kapelle an die Zisterzienserinnen in der Selnau. 1497 war die Kapelle baufällig. Sie besass einen polygonalen Chor mit einem Sakramentshäuschen von 1504. In der Reformation wurde die Kapelle teilweise zerstört, die Reste der Kapelle wurden 1504 vom Spital in Zürich an Private verkauft. Bis 1865 erhielt sich Gemäuer der Kapelle auf einem Hügel oberhalb des Dorfes Leimbach. Das dortige Bauernhaus hiess deshalb zu Sankt Gilgen.[1]

Die Gemeinde innerhalb des Bezirks Zürich vor der Fusion 1892

Anfang des frühen 19. Jahrhunderts bestand die Siedlung aus den Weilern Unterleimbach, Mittelleimbach und Oberleimbach sowie den Einzelhöfen Höckler, Frymannshäuser, Hüsli und Ris. Oberleimbach, das bis 1893 politisch zur Gemeinde Wollishofen gehörte, wurde bei der Eingemeindung an die Gemeinde Adliswil abgegeben und ist bis heute Bestandteil selbiger. Die übrigen Lokalitäten gehörten politisch zur Gemeinde Enge und bilden den heutigen Stadtteil Leimbach.

Etwa hundert Höhenmeter oberhalb Unterleimbach, auf einem Molassesporn im Wald, liegt die Ruine der ehemaligen Burg Manegg des Rittergeschlechtes Manesse, deren Name bis heute wegen des von der Familie um 1300 in Auftrag gegebenen Codex Manesse bekannt ist.

Kirchen[Bearbeiten]

Römisch-katholische Kirche Maria Hilf

In Leimbach gibt es zwei Kirchen:[2]

  • Die Evangelisch-reformierte Kirche besitzt die Kirche Leimbach, welche eine 1899 erbaute Vorgängerkirche im Jahr 1971 ersetzte. Sie wurde vom Architekten Oskar Bitterli erbaut und besitzt Kunstwerke von Sven Knebel, Jost Kaufmann und Walter Käch.
  • Die Römisch-katholische Kirche ist in Leimbach mit der Kirchgemeinde Maria Hilf vertreten. Auch ihre Kirche ersetzt eine Vorgängerkirche, deren Innenausstattung sich in der Werktagskapelle findet. Die heutige Kirche stammt aus den Jahren 1972–1974 und wurde vom Architekten Walter Moser erbaut. Sie erhielt vom Stadtrat im Jahr 1976 die Auszeichnung für gute Bauten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bischöfliches Ordinariat Chur (Hg.): Schematismus des Bistums Chur. Chur 1980
  • Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Enge, Wollishofen, Leimbach. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2006 (Baukultur in Zürich, Band V), ISBN 3-03823-074-X
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Leimbach. Zürich 2006 (stadt-zuerich.ch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leimbach (Stadt Zürich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Felix Marbach: Zürich-Wollishofen, in: Bischöfliches Ordinariat Chur (Hg.): Schematismus des Bistums Chur., S. 274
  2. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2013, S.52–53