Stadt Wehlen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu dem gleichnamigen Raddampfer siehe Stadt Wehlen (Schiff).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stadt Wehlen
Stadt Wehlen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stadt Wehlen hervorgehoben
50.95706814.033253220Koordinaten: 50° 57′ N, 14° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Lohmen/Stadt Wehlen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 10,81 km²
Einwohner: 1626 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01829
Vorwahlen: 035024; 035020 OT PötzschaVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 370
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloß Lohmen 1
01847 Lohmen
Webpräsenz: www.wehlen-online.de
Bürgermeister: Klaus Tittel (CDU)
Lage der Stadt Stadt Wehlen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Stadt Wehlen (links) und Pötzscha (rechts) von der Wilke-Aussicht gesehen. Im Hintergrund die Bastei

Stadt Wehlen ist eine Landstadt in der Sächsischen Schweiz. Die Stadt war seit 1972 staatlich anerkannter Erholungsort. Sie liegt an der Bahnlinie von Dresden nach Prag und inmitten des Elbsandsteingebirges, wodurch sie Ausgangspunkt von Wanderungen zu Zielen wie der Bastei, der Felsenbühne Rathen, den Bärensteinen und Rauenstein sowie des Wehlener und Uttewalder Grundes ist.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt direkt an der Elbe, sowohl am rechten als auch am linken Ufer, und begrenzt in Richtung Norden und Osten den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Stadt Wehlen gehört zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und wird selbst von den Gemeinden Lohmen im Norden, Rathen im Osten, Struppen im Süden und von der großen Kreisstadt Pirna im Westen begrenzt. Die Stadt liegt ca. 12 km von Pirna und etwa 30 km von der Landeshauptstadt Dresden entfernt.

Stadtgliederung/Ortsteile[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den rechtselbisch gelegenen Ortsteilen Stadt Wehlen, Dorf Wehlen und Zeichen sowie dem linkselbisch gelegenen Ortsteil Pötzscha.

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Postkarte von ca. 1901–1921

Im Jahr 1269 wurde Wehlen erstmals als Wylin urkundlich erwähnt. Die Siedlung entstand im Schutz einer Burg, die Heinrich der Erlauchte 1245 vom böhmischen König Wenzel erhielt. Bereits im Jahr 1346 wurde Wehlen als Stadt (Civitas) genannt. Die Burg wurde seit 1543 nicht mehr bewohnt, so dass sie nach und nach verfiel.

Die Einwohner lebten von Schifferei, Handwerk und Steinbrucharbeit. Bereits 1547 wurde Wehlen als „Amtsstädtlein“ bezeichnet, sodass die Grundherrschaft nicht von einem Rittergut sondern einem Amt ausgeübt wurde, anfangs Lohmen, später Hohnstein.

Am 31. Juli 1848 erreichte die Eisenbahn Wehlen (Pötzscha). Seit der Romantik entwickelte sich auch ein erster Tourismus. Im Jahr 1860 gab es 48 Fremdenführer.

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

Der Ortsname Wehlen wird erstmals 1255 als Teil des Personennamens Theodoricus de Wilin[2] erwähnt. Er geht auf die altsorbische Grundform *Vel-n- zurück, die sich auf verschiedene Weise erklären lässt. Eine erste mögliche Variante ist die Herleitung von *Vel(a), dem Vornamen eines Lokators, womit der Ortsname „Siedlung eines Vel(a)“ bedeuten würde. Variante zwei lautet, dass dem Ortsnamen *vel-, eine altsorbische Entsprechung des slowenischen velna (‚Rodung‘), zugrunde liegt und er sich demnach mit „Rodungsort“ übersetzen ließe. Die dritte Variante stellt den Ortsnamen zu *vel (‚nass, feucht‘), wodurch er im Deutschen einer „Siedlung auf feuchtem Boden“ entspräche.[3] Die Besonderheit bei der Namensgebung liegt darin, dass das Wort Stadt explizit zum Namen von Stadt Wehlen gehört. Der Zusatz dient zur Unterscheidung des benachbarten Ortsteils Dorf Wehlen. Wehlen wäre somit keine korrekte Bezeichnung für den Ort Stadt Wehlen in der Sächsischen Schweiz.

Stadt Wehlen
1255: Theodoricus de Wilin (G) (UBN II 276)
1260: Vylin
1269: Wylin
1288: Henricus de Wylin (Meiche, Burgen 145, ohne Quelle)
1372: Welyn
1445: Welin
1454: Wehlau
1485: Belen
1501: Bellen
1543: Welehn, Welhenn, Welhnn
1791: Wehlen
1875: Wehlen (Wehlstädtel)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. April 1939: Pötzscha, Zeichen
  • 1. Januar 1994: Zusammenschluss mit Dorf Wehlen zu Stadt Wehlen

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Jahr Stadt Wehlen
1547/48/51 17 besessene Männer
1764 14 besessene Männer, 28 Gärtner, 34 Häusler
1834 865
1871 1.449
1890 1.518
1910 1.264
1925 1.403
19395 1.842
1946 1.149
1950 1.139
19646 1.981
19701 1.921
19902 1.911
19983 1.800
2000 1.801
2002 1.724
20034 782
2004 793
2005 796
2006 788
2007 798
2008 806
2009 799
2010 782
2011 774
2012 778
2013 773

1: Stand 31. Dezember
2: Stand 3. Oktober
3: Angaben ab 1998 – Stand 31. Dezember, Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen
4: Angaben ab 2003 – jeweils 31. Dezember, Datenquelle: Wehlener Rundschau Mitteilungsblatt, 23. Jahrgang, Nummer 1, 25. Januar 2013
5: 1939 bis 1950: Stadt Wehlen inkl. Ortsteile Pötzscha und Zeichen
6: 1964 bis 2002: Stadt Wehlen inkl. Dorf Wehlen, Pötzscha und Zeichen

Wappen[Bearbeiten]

Ein einmastiges blaues rahgetakeltes Schiff auf weißem Hintergrund. Das Segel ist blau und gebläht dargestellt sowie mit eine goldener Lilie geziert. Der Mastwimpel ist ebenfalls blau.

Wehllied[Bearbeiten]

Das Wehllied wurde von Hede Willecke geschrieben, wobei das Entstehungsjahr unbekannt ist. Die Vertonung des Liedes fällt in Zeit zwischen 1962 bis 1964. In diesen Jahren war Willy Bernhardt (selbst Musiker und Kapellmeister) Chorleiter des Gesangsvereins in Stadt Wehlen.[4]

Du sonniges Wehlen, du Perle der Schweiz.
Du liebliches Städtchen mit eigenem Reiz.
Du bist für mich alt, doch stets wieder neu,
Du sonniges Wehlen, dir halt ich die Treu.

Dieser Text ist immer noch auf der Südseite des Torbogens am Gebäude des ehemaligen Ratskellers zu sehen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wbt.: 60,4 % (2009: 52,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,2 %
33,9 %
12,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
+3,9 %p
+0,4 %p

Stadt Wehlen gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Lohmen/Stadt Wehlen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Im Gemeinderat setzen sich die insgesamt 10 Sitze aus dem anteiligen Stimmenverhältnis der Kommunalwahl wie folgt zusammen:

  • UL: 6 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • DIE LINKE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Klaus Tittel ist der aktuelle ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Wehlen.

Historie der Bürgermeister[6]

Jahr (von–bis) Name
1843–1849 Karl Gottfried Reichert
1849–1855 Heinrich Gottlob Richter
1855–1865 Karl August Ebert
1865–1871 Dr. med. Alfred Valerius
1871–1873 Karl Gottlieb Schlenkrich
1873–1892 Friedrich Wilhelm Reimann
1892–1894 Dr. med. v. Sendykowski
1894–??? Gustav Schaale
1932 Hans Kliemann
bis 1938 Willy Hennig
1938–1945 Herr Hohlmann
1945–1953 Arthur Walther, Herr Staude, Max Starke, Herr Hantusch, Gerhard Bauer
1954–1965 Gottfried Stohn
1966–1969 Frau Jesche
1970–1973 Herr Schubert
1974–1984 Herr Klemmer
1985–1986 Frau Seidel
1987–1989 Herr Gude (Amtsenthebung in 10/1989)
1989 Herr Kurze
1990–2001 Klaus Tittel (hauptamtlich)
2001–jetzt Klaus Tittel (ehrenamtlich)

Partnergemeinden und Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Europaregionen[Bearbeiten]

Am 19. Juni 2005 haben die Stadt Wehlen und TschechienTschechien Travčice eine Partnerschaft im Verbund der Euroregion Elbe/Labe (DE, CZ) vereinbart.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama Stadt Wehlen im Elbsandsteingebirge

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadt Wehlen

  • Burgruine, Burg Wehlen
  • Auf der den Burgherren gehörenden „Hofewiese“ (gleichlautender Straßenname) steht das vollständig erhaltene Gewölbe des mittelalterlichen Stalles. Durch An- Vor- und Überbau ist es heute integraler Bestandteil eines Privathauses und nicht zugänglich.
  • Reste der alten, im spätgotischen Stil erbauten Kirche unterhalb der Burgruine
  • Heimatmuseum bzw. Pflanzengarten
  • sanierte Kirche auf dem Marktplatz; Innenausstattung im Nazarenerstil
  • Die „Habe“ hinter dem Marktplatz ist eine Uferbestigungsanlage zum Schutz vor Eisgang
  • Brunnen auf dem Marktplatz
  • Hochwassermarken gegenüber dem Marktbrunnen
  • Das senkrecht und waagerecht verlaufende Netz der Hochwasserwege im östlichen Stadtbereich. Es handelt sich um Privatwege, die nur im Notfall geöffnet werden.

Dorf Wehlen

Pötzscha

  • Erlebnisbad
  • Das ehemalige Bahnhofsgebäude am heutigen S-Bahn-Haltepunkt „Stadt Wehlen“ stammt aus der Zeit des weitgehend Eisenbahn-gebundenen Tourismus der Sächsische Schweiz und ist typisch für die Zeit seiner Entstehung.

Zeichen

  • Himmelsleiter
  • Fährhaus

Eine Liste aller Kulturdenkmale kann hier abgerufen werden: Liste der Kulturdenkmale in Stadt Wehlen

Ausflugsziele in der umgebenden Sächsische Schweiz[Bearbeiten]

  • Wilke-Aussicht auf Wehlen und die Elbe
  • Wehlener Grund
  • Uttewalder Grund und Felsentor
  • Bastei
  • Hirschgrund
  • Weiße Brüche
  • Aussichtspunkt und Kunsthaus Schützenhaus auf dem Hausberg
  • aufgegebene Steinbrüche mit erhaltenen Einrichtungen zwischen Wilke-Aussicht und Zeichen (eigene Wegkennzeichnung)

Sport[Bearbeiten]

  • Bergtest bei Wehlen
  • Bergradrennen
  • Elbschwimmen
  • Elbtalsportfest zur Sommersonnenwende
  • TuS Einheit Wehlen (Fußballverein)

Vereine und Institutionen[Bearbeiten]

  • Faschingsclub
  • Freiwillige Feuerwehr Dorf Wehlen
  • Freiwillige Feuerwehr Stadt Wehlen
  • Gesangsverein
  • Grundschule
  • Jugendclub Dorf Wehlen
  • Jugendclub Stadt Wehlen
  • Kirchgemeinde ev.-luth.
  • Kindergarten Stadt Wehlen
  • Kindergarten Dorf Wehlen
  • Kunstmeile Wehlen – Initiative der ortsansässigen Künstler
  • Pferdesportverein Dorf Wehlen
  • Reitverein Dorf Wehlen
  • Reit- und Fahrsportgemeinschaft
  • Schützengilde
  • Schifferverein
  • Tourismus- und Heimatverein
  • TUS Einheit (Sportverein)
  • Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Wehlen e. V.
  • Verein „Lustigen 7Pötzscha“ e. V.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Jahr finden regelmäßig folgende Veranstaltungen statt:

  • Weihnachtsbaumverbrennen
  • Sommermusiken
  • Brunnenfest
  • Schützenfest
  • Sonnenwendfeier
  • Kirmes

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Wehlen ist rechtselbisch über die Kreisstraße K 8710, welche zur großen Kreisstadt Pirna führt und an die Kreisstraße K 8711, welche nach Lohmen führt, angebunden. Linkselbisch ist der Ortsteil Pötzscha über die Kreisstraße K 8733 an die Orte Naundorf und Struppen angeschlossen. Es besteht ein regelmäßiger Fährverkehr über die Elbe zwischen Stadt Wehlen und Pötzscha und damit der Zugang zum Schienenverkehr der Deutschen Bahn. Der Haltepunkt Stadt Wehlen (Sachs) liegt an der Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt. Die Anlegestelle in Stadt Wehlen wird in der Saison mehrmals täglich von Elbdampfern der Sächsischen Dampfschifffahrt und der Personenschifffahrt Oberelbe angefahren. Es besteht außerdem ein regelmäßig Busverbindung der Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mit der Regionallinie 238 in die Stadt Pirna.

Kindergarten[Bearbeiten]

Stadt Wehlen besitzt insgesamt zwei Kindergärten. In Stadt Wehlen befindet sich das „Elbkinderland“ und in Dorf Wehlen der Kindergarten „Pusteblume“.

Schule[Bearbeiten]

Stadt Wehlen unterhält eine Grundschule mit dem Namen „Friedrich Märkel“. Die Namensgebung erfolgte nach dem bekannten Kantor und Entomologen Johann Christian Friedrich Märkel, welcher zu Lebzeiten in der Stadt arbeitete.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Wehlen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 1. Heft: Amtshauptmannschaft Pirna. C. C. Meinhold, Dresden 1882, S. 96.
  • Ernst Friedrich Wilhelm Heinse: Die Verheerungen durch einen Wolkenbruch in dem Städtchen Wehlen bei Pirna. Dresden 1822. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadt Wehlen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kulturdenkmäler in Stadt Wehlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stadt Wehlen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Ernst Eichler/Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band 2, Berlin 2001, S. 557 f.
  4. wehlen-online.de
  5. Gemeinderatswahl 2014
  6. Wehlener Rundschau, 23. Jahrgang, Nummer 4 vom 26. April 2013, S. 12; W. Thomas