Heidenau (Sachsen)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Höhe: | 121 m ü. NN | |
| Fläche: | 11,07 km² | |
| Einwohner: |
16.423 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1484 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01801–01809 | |
| Vorwahl: | 03529 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR, DW, FTL, SEB | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 160 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Dresdner Straße 47 01809 Heidenau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jürgen Opitz (CDU) | |
| Lage der Stadt Heidenau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
Die Stadt Heidenau liegt südöstlich von Dresden im Oberen Elbtal an der Mündung der Müglitz in die Elbe im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Stadtteile [Bearbeiten]
Heidenau besteht aus den Stadtteilen Gommern, Großsedlitz, Heidenau-Süd, Kleinsedlitz, Mügeln und Wölkau.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadtflur wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Große freigelegte Gräberfelder aus der Bronzezeit zeugen vom uralten Besiedlungsgebiet. Seit etwa dem 7. Jh. wurde der Raum Heidenau von Slawen besiedelt.
Heidenau war bis ins späte 19. Jahrhundert hinein ein ruhiges Bauerndorf. Wahrscheinlich hat der Dohnaer Burggraf Otto Heyde das Dorf als Vorwerk der Burg gegründet. Die überlieferten Dorfnamen im 14. Jahrhundert Heydenowe und Heydenaw weisen darauf hin.
Das heutige Heidenau wurde 1920 aus den Dörfern Mügeln, Heidenau und Gommern gebildet. 1923 wurde der Ort Großsedlitz eingemeindet, im Jahr darauf erhielt die Gemeinde das Stadtrecht. Heidenau wurde als Name der Stadt gewählt, weil die weitaus meisten Industriebetriebe ihren Sitz auf der Heidenauer Flur hatten und einer Namensänderung ablehnend gegenüber standen. 1933 kam noch der Stadtteil Kleinsedlitz dazu, 1950 schließlich Wölkau.
Das Dorf Meuscha, gelegen im Bereich der Stadtgrenze zu Dohna, fiel während des Dreißigjährigen Krieges bis auf ein bis ins 19. Jahrhundert genutztes Einzelgut wüst. Erhalten blieb die Flurbezeichnung Meuschaer Höhe.
Während Heidenau, das 1347 erstmals urkundlich erwähnt wurde, bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts agrarisch geprägt blieb, befindet sich in Großsedlitz einer der bedeutendsten Barockgärten Sachsens. 1719 hatte Graf August Christoph von Wackerbarth das Rittergut Kleinsedlitz und weite Teile der umliegenden Gegend gekauft und eine Schlossanlage, das Friedrichschlösschen Großsedlitz, errichtet. 1723 verkaufte er sie an den Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen, genannt August der Starke.
1848 wurde der jetzige Ortsteil Mügeln an die Bahnstrecke Dresden–Děčín angeschlossen, was das Aufkommen der ersten Industriebetriebe in der Region zur Folge hatte. 1890 wurde die nach Altenberg (Erzgebirge) führende Müglitztalbahn eröffnet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Zellulose- und Papierfabriken, Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenfabrikation, Elektrizitäts- und Elektromotorenwerke, Netz- und Farbwerke sowie chemische und fotochemische Industrie.
Beim Hochwasser im Osterzgebirge 1927 erlitt Heidenau schwere Schäden.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden politische Gegner und anders Unerwünschte verfolgt. Zu ihnen gehörte der Kommunist Fritz Gumpert, der im April 1933 in das frühe Konzentrationslager bei Königstein verbracht und dort von SA-Männern zu Tode gefoltert wurde. Fotos von dem bestialisch Gefolterten, die nach Öffnung seines Sarges angefertigt wurden, gelangten über Prag in die europäische Öffentlichkeit und lösten Empörung über den NS-Terror aus.
Während des Zweiten Weltkriegs forderte die Elbtalwerke AG für ihre Produktion KZ-Häftlinge an, die ihnen wahrscheinlich auch zugesprochen wurden. Eine Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg befand sich in Heidenau.[2] Am letzten Tag des Krieges, dem 8. Mai 1945, kam es zu einem verheerenden Bombenangriff auf Heidenau, bei dem 40 Menschen starben. 32 Häuser wurden zerstört, 412 Gebäude zum Teil schwer beschädigt.
Zu DDR-Zeiten entstanden mehrere Neubauviertel. Dennoch konnte der erhebliche Wohnungsmangel in dieser Zeit nicht beseitigt werden. Heidenau war ein bedeutender Industriestandort zwischen Dresden und Pirna. Heute zählen eine Papierfabrik, eine Malzfabrik, ein Möbelwerk, ein Tanklager der DEA, mehrere Maschinenfabriken und Unternehmen der Reifenproduktion zu den wichtigsten Arbeitgebern des Ortes.
Im August 2002 richtet das Hochwasser der Müglitz schwere Verwüstungen in Heidenau an. Durch das kurz darauf nachfolgende Elbehochwasser standen etliche Stadtteile unter Wasser. Da zu diesem Zeitpunkt Gasrohre ausgetauscht wurden und so das Rohrnetz an mehreren Stellen geöffnet war, wurden große Teile des Gasrohrnetzes überflutet und die Gasversorgung musste für mehrere Tage unterbrochen werden. Zum Schutz vor einem Hochwasser wurde daraufhin an der Elbe an einen Industriebahndamm angrenzend ein Hochwasserschutzdamm gebaut, der an den Zugängen zum Elberadweg geöffnet ist und im Hochwasserfall zugeschoben werden kann. Dadurch wurden zum Beispiel größere Schäden beim Winterhochwasser 2005 verhindert.
Das Max-Leupold-Stadion wurde durch das Hochwasser ebenfalls überschwemmt und in den darauffolgenden Jahren mit der angrenzenden Radrennbahn, die mit Wasser volllief und damit abgerissen sowie neu gebaut werden musste, und dem umgebendem Gelände umgebaut. 2005 wurde das Gelände als "Sportforum" eingeweiht, in dem Zuge wurde die angrenzende Straße in "Am Sportforum" umbenannt.
Ebenfalls 2005 zog die Stadtbibliothek von einem benachbarten Bau in das neugebaute Brunneneck um.
Da die Stadt aus mehreren Dörfern gebildet wurde, existiert kein Marktplatz. Daher wurde ab Juli 2006 die Fläche zwischen Bahnhofstr. und Brunneneck, auf der vorher ein Getränkemarkt angesiedelt war, zum Marktplatz umgebaut, der aber auf Karten nicht so bezeichnet wird. Am Marktpatz wurde das Stadthaus gebaut, in welchem u. a. die Touristinformation und der Heimat- und Kulturverein Heidenau ihr Domizil haben.
2010/2011 wurden der Bahnhofsvorplatz und der angrenzende Platz der Freiheit umgestaltet.
Aktuell wird im Rathaus gebaut und Brandschutzmaßnahmen durchgeführt. Dazu zogen Teile der Verwaltung in eine Nebenstelle und einen Containerbau am Rathaus um. Der Stadtrat muss in der Aula der Goethe-Mittelschule tagen, die Ausschüsse zogen ins Stadthaus am Marktplatz um.
Ende März 2012 kündigte Bürgermeister Michael Jacobs, der im Herbst 65 wird und somit das Renteneintrittsalter erreicht, überraschend an, zum Jahresende sein Amt niederzulegen. Jacobs ist seit rund 22 Jahren Bürgermeister der Stadt. Die Bürgermeisterwahl fand am 7. Oktober 2012 statt, eine etwaige Neuwahl hätte am 21. Oktober 2012, falls kein Kandidat mindestens die Hälfte aller Stimmen bekommen hätte. Zur Wahl standen Jürgen Opitz (CDU, bisher Erster Beigeordneter), Steffen Wolf (LINKE), Norbert Bläsner (FDP) und Michael Schürer (Heidenauer Bürgerinitiative, HBI). Jürgen Opitz gewann die Wahl mit 58,1 % der Stimmen und wird somit neuer Bürgermeister.
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Gedenkstein am Karl-Liebkecht-Platz von dem Bildhauer Helmut Schwager aus dem Jahre 1961 für die Opfer des Faschismus
- Massengrab und Gedenkstein auf dem Friedhof Heidenau-Süd für elf namentlich genannte Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
- Gedenkstein auf dem nach ihm benannten Platz für den ermordeten NS-Gegner Fritz Gumpert
- Gedenkstein auf dem Platz der Freiheit
- Gedenkstein im Albert-Schwarz-Bad von dem Politiker Albert Schwarz
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
| CDU | 11 Sitze |
| LINKE | 5 Sitze |
| FDP | 3 Sitze |
| HBI | 1 Sitz |
| SPD | 1 Sitz |
| GRÜNE | 1 Sitz |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Troisdorf (NRW)
- Benešov nad Ploučnicí (Tschechische Republik)
- Lwówek Śląski (Polen)
Heidenau gewann 2004 den Wettbewerb „Familienfreundliche Gemeinde Sachsen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales. Heidenau ist seit 2010 zertifiziert mit dem „European Energy Award“ und zählt als Energiesparstadt.[5]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Parks [Bearbeiten]
- Barockgarten Großsedlitz
- Stadtpark
- Elbwiesen
- Karl-Liebknecht-Platz
- Fritz-Gumpert-Platz
- Platz der Freiheit
Sport [Bearbeiten]
- Albert-Schwarz-Bad
- Max-Leupold-Stadion
- Radrennbahn
- mehrere Sportplätze
- Heidenauer SV
- Heidenauer Dartclub (HDC)
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
- Stadtbibliothek Heidenau
- Freiwillige Feuerwehr Heidenau
Bildung [Bearbeiten]
- Grundschulen
- Heinrich-Heine-Grundschule
- Grundschule „Bruno-Gleißberg“
- Astrid-Lindgren-Grundschule
- Mittelschulen
- Mittelschule „J. W. v. Goethe“
- Gymnasien
- Förderschulen
- Schule zur Lernförderung „Ernst-Heinrich-Stötzner“
- Sonstige
- Musikschule Sächsische Schweiz e. V.
Verkehr [Bearbeiten]
- Bedeutende Straßen
- Bundesautobahn 17, zu erreichen von den Anschlussstellen Heidenau und Pirna
- Bundesstraße 172
- Schienenverkehr
- Müglitztalbahn:
- S-Bahn Dresden:
- Linie S1: Schöna – Bad Schandau – Pirna – Heidenau – Dresden – Radebeul – Meißen-Triebischtal
- Linie S2: Pirna – Heidenau – Dresden – Flughafen Dresden
- Deutschland – Tschechien
- RE 20: Dresden – Heidenau – Pirna – Děčín − Ústí nad Labem − Litoměřice (Ausflugs- und Wanderverkehr, nur von Ende März - Oktober bzw. im Advent (nur ab und bis Ústí n. L.) an Wochenenden und Feiertagen)
- Öffentlicher Personennahverkehr
- A: Bahnhof – Dohna / Heidenau-Großsedlitz (Linie des Reisedienstes Dreßler in Heidenau)
- B: Bahnhof – Dohna – Borthen (Linie des Reisedienstes Dreßler)
- H/S: Pirna-Sonnenstein – Pirna – Heidenau – Dresden-Prohlis (Linie der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz)
- 65: Heidenau / Dresden-Luga – Dresden-Leuben – Reick – Seidnitz – Blasewitz (Linie der Dresdner Verkehrsbetriebe)
- 86: Heidenau – Dresden-Kleinzschachwitz – Laubegast – Dobritz – Prohlis – Lockwitz – Kreischa (Linie der Dresdner Verkehrsbetriebe)
- 201: Heidenau – Glashütte (Linie des Reisedienstes Dreßler)
- 202: Heidenau – Maxen (Linie des Reisedienstes Dreßler)
- Elbschifffahrt
- Anlegestelle der Sächsischen Dampfschiffahrt
- Fährverbindung Heidenau – Birkwitz-Pratzschwitz (betrieben von der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz)
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Woldemar Winkler (* 1902 in Mügeln, † 2004 in Gütersloh), Maler, Zeichner und Bildhauer
- Lotte Buschan (* 1917 in Heidenau, † 1994 in Annaberg-Buchholz), Sängerin am Annaberger Theater
- Eugen Schönebeck (* 1936 in Heidenau), Maler
- Günter Böhme (* 1943 in Heidenau), Funktionär der FDJ und der SED in der DDR
- Max Niederlag (* 1993), Bahnradsportler
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Max Dünnebier (* 22. November 1878 in Briesnitz (Dresden), † 19. März 1950 in Neuwied), deutscher Erfinder und Mitbegründer des Unternehmens Winkler & Dünnebier
- Günter Benser (* 1931), Historiker
- Uwe Müßiggang (* 5. November 1951), Trainer der deutschen Biathlon-Frauen-Nationalmannschaft
- Jens Fiedler (* 15. Februar 1970 Dohna) Bahnradsportler, Fiedler lebte bis zum 13. Lebensjahr in Heidenau
- Norbert Bläsner (* 1980), Politiker (FDP), MdL
- Oliver Wehner (* 1984), Politiker (CDU), MdL
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Christine O'Keefe.Concentration Camps.
- ↑ http://www.statistik.sachsen.de/wahlen/kw/kw2012/ERG14628160.htm
- ↑ http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14628160
- ↑ Teilnehmer am European Energy Award
Literatur [Bearbeiten]
- Herbert Koitzsch: Heidenau – Entwicklung einer sozialistischen Stadt, Heidenau 1978
- Stadtarchiv Heidenau: Heidenau im Wandel der Zeiten 1. Auflage 1999. Sutton Verlag GmbH, Erfurt ISBN 3-89702-118-8
- Stadtverwaltung Heidenau (Hg.): Bilder aus der Vergangenheit Heidenaus, Geiger Verlag, Horb am Neckar 1991, ISBN 3-89264-590-6
- Volksbühne Heidenau 1906 bis 1939 - 1945 bis 1949. Die bewegte Geschichte eines Amateurtheaters, Berlin 2007.
- Brockhaus-Reisehandbuch Dresden/Sächsische Schweiz/Osterzgebirge - darin Heidenau und Barockgarten Großsedlitz, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965.
- Sagenhaftes Müglitztal. Alte und neue Geschichten von Zinnwald bis Heidenau. Verlag Niggemann & Simon. Maxen 2003. ISBN 3-9808477-1-3
- Herbert Wotte: Barockgarten Großsedlitz / Dohna - Wesenstein - Wilisch, Heft 99, VEB Bibliograqhisches Institut Leipzig, 1961
Weblinks [Bearbeiten]
- Stadt Heidenau im Projekt elbtal.com
- Heidenau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Stadt Heidenau
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