Rathen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Königstein/Sächs. Schw. | |
| Höhe: | 112 m ü. NN | |
| Fläche: | 3,58 km² | |
| Einwohner: |
375 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 105 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01824 | |
| Vorwahl: | 035024 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR, DW, FTL, SEB | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 310 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Goethestraße 7 01824 Königstein |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Richter | |
| Lage der Gemeinde Rathen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
Rathen ist ein Kurort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Freistaat Sachsen. Er liegt unterhalb der Felskulisse des Elbsandsteingebirges in der Sächsischen Schweiz ca. 35 Kilometer von Dresden entfernt. Der Ort gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächsische Schweiz. Rathen ist die einwohner- und flächenkleinste Gemeinde in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Ortsgliederung [Bearbeiten]
Rathen besteht aus zwei Ortsteilen, die durch die Elbe getrennt sind. Oberrathen liegt linkselbisch auf einem Gleithang und kann mit dem PKW oder der S-Bahn erreicht werden. Der verkehrsberuhigte Ortsteil Niederrathen liegt auf der rechten Elbseite und ist mit Oberrathen durch eine historische Gierseilfähre verbunden, die unter Denkmalschutz steht. Es gibt insgesamt gut 400 Einwohner in beiden Ortsteilen.
Tourismus [Bearbeiten]
Vom staatlich anerkannten Luftkurort Rathen, dem Ausgangspunkt für Touren in den westlichen Teil der Sächsischen Schweiz, gelangt man zur Bastei. Durch den Amselgrund gelangt man zum Amselsee und zur Felsenbühne Rathen. Neben der Alten Mühle von 1567, welche nach dem Jahrhunderthochwasser kurz vor dem Abriss steht, blieben eine Reihe weiterer Fachwerkhäuser erhalten. Östlich des Ortes erhebt sich der Gamrig.
Aufgrund der Nachbarschaft zur Stadt Wehlen entwickelte sich gegenüber Besuchern der Ausspruch: „Sie können Rathen wählen, ich würde Ihnen auch zu Wehlen raten.“
Siehe auch: Felsklettern in der Sächsischen Schweiz.
Geschichte [Bearbeiten]
Rathens Ursprung ist sagenumwoben. Der Ort entstand wohl gleichzeitig mit den Burgen Altrathen und Neurathen. 1261 gibt es Zeugnis von einem Theodericus de Raten. Burg Altrathen, erstmals 1289 als Steinburg erwähnt, liegt auf einem Felssporn über dem Elbtal und der heutigen Siedlung Niederrathen. Beide Burgen wurden als Raubritterburgen 1469 geschleift. Ursprünglich verdienten die Einwohner mit der Elbschifffahrt, Waldarbeit und dem Steinbrechen ihren Lebensunterhalt.
In Rathen wurde das Sächsische Gemeinschafts-Diakonissenhaus "Zion" gegründet. 1924 zog es aus den zu klein gewordenen Räumen aus und nahm seinen Hauptsitz in Aue. Es ist Teil der Gemeinschaftsbewegung. In Rathen blieb ein Bibel- und Rüstzeit-Heim bestehen, das seit 1937 den Namen „Friedensburg“ trägt (statt Zion).[3]
Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Rathen ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit dem Tarnnamen Schwalbe II. Es wurde im Sandstein ein Projekt zur Benzinherstellung der BRABAG Magdeburg begonnen. Schwalbe II ist unvollendet geblieben; errichtet wurden 8 m breite Räume und 14 Stolleneingänge. Geplant war eine Grundfläche von 80.000 m². Das Mundloch ist mit einer starken Trockenmauer verwahrt.
Die Gemeinde bekam im Jahre 1935 den Beinamen „Kurort“ verliehen, der seitdem als Teil des Namens der Gemeinde geführt wird.[4]
Heute ist der Tourismus der Haupterwerbszweig.
Entwicklung der Einwohnerzahl [Bearbeiten]
- 1548/51: 16 besessene Mann, 15 Inwohner
- 1764: 12 besessene Mann, 16 Häusler
- 1834: 310 Einwohner, davon 225 in Niederrathen und 85 in Oberrathen
- 1871: 431 Einwohner, davon 325 in Niederrathen und 106 in Oberrathen
- 1890: 419 Einwohner, davon 308 in Niederrathen und 111 in Oberrathen
- 1910: 455 Einwohner
- 1925: 724 Einwohner
- 1939: 888 Einwohner
- 1946: 1026 Einwohner
- 1950: 1013 Einwohner
- 1964: 924 Einwohner
- 1990: 572 Einwohner
- 2000: 500 Einwohner
- 2006: 415 Einwohner
- 2007: 411 Einwohner
- 2008: 406 Einwohner
- 2009: 394 Einwohner
- 2010: 396 Einwohner
- 2011: 375 Einwohner
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Bastei mit Schweizerhaus, Basteibrücke und Basteiausssicht
- Felsenbühne Rathen im Wehlgrund
- Rhododendronpark Kleine Bastei
- Rauenstein
- Amselgrund und Amselfall
- Nationalpark Sächsische Schweiz
- Burgen Neurathen und Altrathen
- Eisenbahnwelten im Kurort Rathen
- Schwedenlöcher
Filmproduktionen [Bearbeiten]
Rathen war häufig Filmdrehort. Vor allem die Basteibrücke, der Gamrig und auch die Felsenbühne dienten als Kulisse. So wurden im Ort 1981 und 1984 verschiedene Szenen zur Polizeiruf-110-Reihe gedreht.[5]
Verkehr [Bearbeiten]
Der Bahnhof Kurort Rathen liegt an der Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt und wird von der S-Bahn-Linie 1 der S-Bahn Dresden bedient.
Literatur [Bearbeiten]
- Rathen. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band, Zwickau 1821, S. 776–780.
- Hans Brenner: Eiserne "Schwalben" für das Elbsandsteingebirge. KZ-Häftlingseinsatz zum Aufbau von Treibstoffanlagen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, in: Sächsische Heimatblätter, 1 / 1999, S. 9–16
- Richard Steche: Rathen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 1. Heft: Amtshauptmannschaft Pirna. C. C. Meinhold, Dresden 1882, S. 77.
Weblinks [Bearbeiten]
- Rathen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Oberrathen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Niederrathen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Private Seite
- Pirna unterm Hakenkreuz 1933–1945, ab Seite 150 über das Schwalbe-II-Projekt (PDF, 930 KB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14628310
- ↑ Homepage des „Sächsischen Diakonissenhauses“
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde
- ↑ Schriftgutbestand des DDR-FS/DFF, Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) Potsdam-Babelsberg
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