Lohmen (Sachsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lohmen
Lohmen (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lohmen hervorgehoben
50.98802777777814.004711111111219Koordinaten: 50° 59′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Lohmen/Stadt Wehlen
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 25,8 km²
Einwohner: 3095 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01847
Vorwahlen: 03501, 035024
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 240
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloß Lohmen 1
01847 Lohmen
Webpräsenz: www.lohmen-sachsen.de
Bürgermeister: Jörg Mildner (CDU)
Lage der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Lohmen ist eine Gemeinde in Sachsen und liegt dort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Lohmen/Stadt Wehlen.

Geographie[Bearbeiten]

Lohmen befindet sich in zentraler Lage zwischen Pirna und dem Nationalpark Sächsische Schweiz.

Ortsteile[Bearbeiten]

Ortsteile sind Daube, Doberzeit, Mühlsdorf und Uttewalde. Der Ort Lohmen selbst gliedert sich allgemein in Ober-, Mittel- und Unterlohmen, was durch den mittig liegenden Berg im Ort bestimmt wird.

Der Ortsteil Lohmen liegt zentral im Gemeindegebiet, an den sich die Ortsteile Mühlsdorf und Daube im Nordwesten und Westen anschließen. Etwas entfernt davon liegt der Ortsteil Doberzeit im Südwesten, der Ortsteil Uttewalde liegt im Südosten am nordwestlichen Fusse des Steinernen Bärs.

Lohmen und Mühlsdorf haben die Struktur eines Waldhufendorfs, während sich in den Ortsteilen Daube, Doberzeit und Uttewalde die Siedlungsform Rundling noch weitgehend erhalten hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Umgebende Gemeinden sind Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Norden, Hohnstein im Osten, Kurort Rathen im Südosten, Struppen im Süden, Stadt Wehlen im Südwesten sowie die Kreisstadt Pirna im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1292 wird Lohmen erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ortsname wird vom altslawischen lom „Bruch“ abgeleitet. In der Gegend gab es bereits um 1200 die ersten Kalksteinbrüche und damit die ersten in der weiteren Umgebung überhaupt.

Der Ort und die Herrschaft Wehlen-Lohmen gehörten bis 1543 den Herren von Schönburg, als dieser Besitz im Tausch gegen andere Güter an den Landesherrn, Markgraf Moritz von Sachsen, überging. Die Herrschaft wurde kurz darauf mit der Herrschaft Hohnstein zu einem gemeinsamen Amt verbunden, das bis ins 19. Jahrhundert bestand und schließlich in der Amtshauptmannschaft Pirna aufging.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. Juli 1950 Mühlsdorf wird nach Lohmen eingemeindet
  • 20. Juni 1957 Daube wird nach Doberzeit eingemeindet
  • 1. August 1961 Uttewalde wird nach Lohmen eingemeindet
  • 1. Januar 1969 Doberzeit wird nach Lohmen eingemeindet

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 58,2 % (–0,5 %p)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
69,3 %
15,1 %
11,3 %
4,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
± 0,0 %p
-1,1 %p
+2,6 %p
-1,5 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderats wie folgt auf die einzelnen Parteien:

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 12
LINKE 2
GRÜNE 2

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Mit Oberteuringen in Baden-Württemberg besteht seit 1991 eine Partnerschaft, mit Pielgrzymka in Polen seit 1996. Mit der Gemeinde Lohmen in Mecklenburg bestehen seit 1990 freundschaftliche Beziehungen, die 2006 durch eine Partnerschaftsurkunde besiegelt wurden. Freundschaftliche Beziehungen bestehen seit 200 auch zu Svoboda nad Úpou in Tschechien.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Lohmen
  • Grundschule Lohmen
  • Kindertagesstätteneinrichtungen: Kindergarten und Kinderkrippe
  • Schloß Lohmen 1: Gemeindeverwaltung

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Haltepunkt Lohmen

Kurfürst Johann Georg I. errichtete 1765 eine Stammschäferei auf dem Schloß. Im Keller in einem Wohnhaus dieses Schlosses errichtete er eine Kammergutsbrauerei. Eigentümer dieser Brauerei war F.A. Uhlemann. Seit 1895 leitete sie Oswin Mauksch und ab 1808 pachtete sie Ewald Seidel. 1920 wurde der Brauereibetrieb eingestellt. 1872 wurde die Brauerei & Mälzerei H. Büttner gegründet welche bis zu ihrer Schließung 1987 bestand.

Mit einem Haltepunkt liegt Lohmen am südlichen Teil der Bahnstrecke Kamenz–Pirna, der in der Relation Pirna – Neustadt in Sachsen bedient wird.

Dorfkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zum Lohmener Gebiet gehören die Bastei, die Felsenburg Neurathen und die Lohmener Klamm im Wesenitztal sowie die ehemalige Lochmühle mit dem Richard-Wagner-Denkmal und das Wasserkraftwerk Daubemühle.

Im Uttewalder Grund ist das Uttewalder Tor ein beliebtes Ausflugsziel. Sehenswert ist das neu aufgebaute Schloss, indem die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat.

Die Dorfkirche wurde im Jahre der Französischen Revolution, 1789, von einem Lehrling des Erbauers der Dresdner Frauenkirche George Bähr erbaut und hat ihr baugleiches Gegenstück in Uhyst am Taucher. Eine architektonische Besonderheit ist die hier angewendete Bauweise mit Seitenturm und Altar-Kanzel-Orgel in einer Linie. Zudem ist sie mit 835 Sitzplätzen der größte Sakralbau der Sächsischen Schweiz und eine der größten Dorfkirchen in Sachsen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Am 23. Februar 2006 feierte die Gemeinde den fünfzigsten Todestag des örtlichen Mundartdichters Bruno Barthel. Sein bekanntes Werk Im di Bastei rim beschreibt das Leben in der Gemeinde Lohmen. Es ist in sächsischer Mundart geschrieben.

In Lohmen lebte und wirkte auch Carl Heinrich Nicolai, der zusammen mit Wilhelm Leberecht Götzinger am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann, die Sächsische Schweiz touristisch zu erschließen. Eine Gedenktafel an der Basteibrücke ehrt diese beiden Männer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gebiet Königstein, Sächsische Schweiz (= Werte der deutschen Heimat. Band 1). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1957.
  • Gemeindeverwaltung Lohmen (Hg.): Lohmen - einst das Tor zur Sächsischen Schweiz, Dresden 1997
  • Wilhelm Leberecht Götzinger: Geschichte und Beschreibung des Chursächsischen Amts Hohnstein mit Lohmen, insbesondere der unter dieses Amt gehörigen Stadt Sebniz, Freiberg 1786 (Reprint Sebnitz 1987) (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lohmen (Sachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Lohmen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen