Reinhardtsdorf-Schöna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna
Reinhardtsdorf-Schöna
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna hervorgehoben
50.914.2281Koordinaten: 50° 54′ N, 14° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Schandau
Höhe: 281 m ü. NHN
Fläche: 31,75 km²
Einwohner: 1406 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01814
Vorwahl: 035028
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 330
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Waldbadstr. 52d/e
01814 Reinhardtsdorf
Webpräsenz: www.reinhardtsdorf-schoena.de
Bürgermeister: Olaf Ehrlich (Wählervereinigung 94)
Lage der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Reinhardtsdorf-Schöna ist eine Gemeinde in Sachsen. Sie liegt linkselbisch südöstlich von Bad Schandau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Reinhardtsdorf-Schöna umfasst die Ortsteile Reinhardtsdorf, Schöna und Kleingießhübel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna entstand 1973 aus dem Zusammenschluss dreier Orte:

Reinhardtsdorf[Bearbeiten]

Blick auf Reinhardtsdorf vom Wolfsberg, im Bildhintergrund die Schrammsteine

Reinhardtsdorf ist ein bereits 1368 erwähntes Waldhufendorf, mit ehemals vorwiegend landwirtschaftlicher Prägung. Heute liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf dem Fremdenverkehr. Südlich des Ortes liegt das Waldbad. Die spätgotische Kirche stammt aus den Jahr 1523, der Turm von 1685. Neben dem Gehöft Nr. 7 steht eine alte, geschützte Linde von ca. 1550. Im Haus Nr. 21, bzw. dessen Scheune befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus eine illegale Druckerei, worauf ein Denkmal verweist. 2009 zählte Reinhardtsdorf 854 Einwohner (1999: 986 Einwohner).[2]

Schöna[Bearbeiten]

Blick von der Kaiserkrone auf Schöna
Blick auf das Dorfmuseum in einem historischen Umgebindehaus im Ortskern von Schöna

Schöna liegt auf 280 m südlich der Elbe nahe der Grenze zu Tschechien. Das alte Waldhufendorf, 1379 erstmals erwähnt, besteht u.a. aus kleinen Häusleranwesen und alten Dreiseitbauernhöfen. Am Ortsrand von Schöna ragt die Kaiserkrone empor, etwas weiter südlich der Zirkelstein. Der Hirschgrund führt zur Elbe hinab bis Hirschmühle und zerschneidet die Ebenheit von Schöna. Auf Grund des großen Wasserreichtums und des hohen Gefälles waren hier ursprünglich mehrere Mühlen in Betrieb. Die wenigen Anwesen in dem leicht dämmrigen und kühlen Engtal gehören zu Schöna. In einem Umgebindehaus in der Hauptstraße befindet sich die Heimatstube Schöna mit historischen Zeugnissen des Lebens der Einwohner in früheren Jahrhunderten. Im Nordwesten in Richtung des Großen Zschirnstein steht eine markante Eiche genannt „Kreusels Eiche“. Ein bedeutender Sohn der Gemeinde ist Wilhelm Schaffrath (1814–1893), Jurist, Landtags- und Reichstagsabgeordneter. Er war Delegierter der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848. 2009 zählte Schöna 454 Einwohner (1999: 565 Einwohner).[2]

Kleingießhübel[Bearbeiten]

Kleingießhübel wurde 1379 erstmals als Gizobel erwähnt. Neben dem Abbau von Brauneisenerz am Zschirnstein bildete die Herstellung von Pech als Schmiermittel für die Wagen auf der den Ort berührenden Straße nach Tetschen die Haupteinnahmequelle.[3]

Politik[Bearbeiten]

Die NPD konnte bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 mit 23,1 % hier ihr bestes Ergebnis erzielen. Zur Bundestagswahl 2005 war es mit 14,4 % weiterhin ein stark überdurchschnittliches Ergebnis.

Bei den Bürgermeisterwahlen 2006 war im Vorfeld erwartet worden, dass ein NPD-Kandidat sehr gute Chancen hätte. Mittels eines Bürgerentscheids auf Initiative der NPD war am 12. März 2006 eine Gemeindefusion mit der Nachbarstadt Bad Schandau gestoppt worden, die die Neuwahl verhindert hätte. Bei reger Wahlbeteiligung votierten 93 Prozent der 1380 Einwohner von Reinhardtsdorf-Schöna für eine Selbständigkeit der Gemeinde. Bei den Wahlen am 23. April setzte sich jedoch mit Olaf Ehrlich ein unabhängiger Kandidat durch, der sich zuvor deutlich von der NPD distanziert hatte.[4] Von der NPD sind keine Kandidaten zur Wahl angetreten, da sie eine Blockade des Ortes befürchteten.[5]

Bei der Kreistagswahl am 8. Juni 2008 stimmten 25,2 Prozent für die NPD. Damit erreichte die Partei bessere Ergebnisse als die CDU (21,7 %), die Linke (15,6 %), FDP (4,2 %), SPD (3,7 %) und Grüne (2,8 %). Nur die Freien Wähler hatten noch ein knapp besseres Ergebnis (26,8 %).[6]

Bei den Gemeinderatswahlen am 7. Juni 2009 stimmten 22,0 Prozent für die NPD, womit sie nun drei Mandate im Gemeinderat innehat. Der NPD-Kandidat Michael Jacobi erreichte mit 405 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten.

Am 25. Mai 2014 erreichte die NPD bei den Gemeinderatswahlen 20,5 % der Stimmen und damit ihr bestes Ergebnis in Sachsen. Sie hat nun zwei Sitze im Gemeinderat. [7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Reinhardtsdorf

Reinhardtsdorfer Kirche[Bearbeiten]

Die Kirche in Reinhardtsdorf wurde 1368 erstmals erwähnt, ihre Geschichte geht bis jedoch auf die Erstbesiedlung um 1200 zurück.[8] Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie erweitert und erhielt 1521 einen gotischen Flügelaltar. Dieser Schnitzaltar mit einer Darstellung der Anna selbdritt wurde bei der Umgestaltung der Kirche, bei der auch der Turm entstand, 1681 durch einen barocken Altar ersetzt, der Jesu letztes Abendmahl, seine Kreuzigung und Auferstehung abbildet. Lange befand sich der gotische Altar im Museum in Dresden und kehrte erst im Januar 1945, nur wenige Tage vor den Luftangriffen auf Dresden nach Reinhardtsdorf zurück. Er befindet sich jetzt neben der Kanzel von 1615. Von 1680 bis 1711 wurde die Kirche ausgemalt. Die Decke zeigt das Jüngste Gericht und die Trinität, die obere Empore Szenen aus dem Alten Testament, hauptsächlich aus dem 1. Buch Mose, aber auch vom Auszug aus Ägypten, von Samson, David und Elija, die untere Empore stellt das Leben Jesu Christi dar. Unter jedem Bild steht der Name des Stifters und der von ihm gespendete Geldbetrag. Auf dem Gestühl sind die christliche Tugenden und Lehre bildlich dargestellt. Als Hintergrund der Abbildungen dient die Umgebung von Reinhardtsdorf, das Elbsandsteingebirge. Die Kirche hat eine Orgel von Hermann Eule Orgelbau Bautzen von 1911.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Schöna und der Haltepunkt Schmilka-Hirschmühle liegen an der Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt. Hier verkehren unter anderem Züge der S-Bahn Dresden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinhardtsdorf-Schöna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Einwohnerzahl von Bad Schandau sinkt, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 26. Januar 2010
  3. Reinhardtsdorf-Schöna (ganz unten auf der Seite)
  4. Marco Mach: Einer schmust mit NPD, in: Sächsische Zeitung online, 15. April 2006. Hier zitiert nach Aktion Zivilcourage
  5. Sven Heitkamp: NPD verzichtet auf Bürgermeister-Kandidaten, in: Lausitzer Rundschau Online, 29. März 2006
  6. Jeder Vierte wählte in Reinhardtsdorf-Schöna NPD
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl Reinhardtsdorf-Schönau – Statistk. Webseite des Bundesland Sachsen. Abgerufen am 27.. Mai 2014.
  8. Chronologie der Reinhardtsdorfer Kirche