Reinhardtsdorf-Schöna
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
Hilfe zu Wappen |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Bad Schandau | |
| Höhe: | 281 m ü. NN | |
| Fläche: | 31,75 km² | |
| Einwohner: | 1575 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 50 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01814 | |
| Vorwahl: | 035028 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 330 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Waldbadstr. 52d/e 01814 Reinhardtsdorf |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Olaf Ehrlich (Wählervereinigung 94) | |
Reinhardtsdorf-Schöna ist eine Gemeinde in Sachsen. Sie liegt linkselbisch südöstlich von Bad Schandau.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Ortsteile Reinhardtsdorf, Schöna, Kleingießhübel
[Bearbeiten] Reinhardtsdorf
Reinhardtsdorf ist ein bereits 1368 erwähntes Waldhufendorf, mit ehemals vorwiegend landwirtschaftlicher Prägung. Heute liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf dem Fremdenverkehr. Südlich des Ortes liegt das Waldbad. Die spätgotische Kirche stammt aus den Jahr 1523, der Turm von 1685. Neben dem Gehöft Nr. 7 steht eine alte, geschützte Linde von ca. 1550. Im Haus Nr. 21, bzw. dessen Scheune befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus eine illegale Druckerei, worauf ein Denkmal verweist.
[Bearbeiten] Schöna
Schöna liegt auf 280 m südlich der Elbe nahe der Grenze zu Tschechien. Das alte Waldhufendorf, 1379 erstmalig erwähnt, besteht u.a. aus kleinen Häusleranwesen und alten Dreiseitenbauernhöfen. Am Ortsrand von Schöna ragt die Kaiserkrone empor, etwas weiter südlich der Zirkelstein. Der Hirschgrund führt zur Elbe hinab bis Hirschmühle und zerschneidet die Ebenheit von Schöna. Auf Grund des großen Wasserreichtums und des hohen Gefälles waren hier ursprünglich mehrere Mühlen in Betrieb. Die wenigen Anwesen in dem leicht dämmrigen und kühlen Engtal gehören zu Schöna. In einem Umgebindehaus in der Hauptstraße befindet sich die Heimatstube Schöna mit historischen Zeugnissen des Lebens der Einwohner in früheren Jahrhunderten. Im Nordwesten in Richtung des Großen Zschirnstein steht eine markante Eiche genannt "Kreusels Eiche".
Ein bedeutender Sohn der Gemeinde ist Wilhelm Michael Schaffrath (1814-1893), Jurist, Landtags- und Reichstagsabgeordneter. Er war Delegierter der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848.
[Bearbeiten] Politik
Die NPD konnte bei den Wahlen zum Landtag Sachsens 2004 mit 23,1 % hier ihr bestes Ergebnis erzielen. Zur Bundestagswahl 2005 war es mit 14,4 % immer noch ein überdurchschnittliches Ergebnis.
Bei den Bürgermeisterwahlen 2006 war im Vorfeld befürchtet worden, dass ein NPD-Kandidat sehr gute Chancen hätte. Mittels eines Bürgerentscheids auf Initiative der NPD war am 12. März 2006 eine Gemeindefusion gestoppt worden, die die Neuwahl verhindert hätte. Bei reger Wahlbeteiligung votierten 93 Prozent der 1380 Einwohner von Reinhardtsdorf-Schöna für eine Selbständigkeit der Gemeinde. Bei den Wahlen am 23. April setzte sich jedoch mit Olaf Ehrlich ein unabhängiger Kandidat durch, der sich zuvor deutlich von der NPD distanziert hatte.[2] Die NPD selbst hatte für die Wahlen keinen Kandidaten nominiert, da sie eine Blockade des Ortes befürchtete.[3]
Bei der Kreistagswahl am 8. Juni 2008 stimmten 25,2 Prozent für die NPD. Damit erreichte die Partei bessere Ergebnisse als die CDU (21,7 %), die Linke (15,6 %), FDP (4,2 %), SPD (3,7 %) und Grüne (2,8 %). Nur noch die Freien Wähler hatten ein knapp besseres Ergebnis (26,8 %).[4]
Bei den Gemeinderatswahlen am 07. Juni 2009 stimmten 22,0 Prozent für die NPD, womit sie nun drei Mandate im Gemeinderat inne hat. Der NPD-Kandidat Michael Jacobi erreichte mit 405 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten.
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Gedenkstein von 1948 an der Glaserschmiede im Haus Nr. 50 für alle Opfer des Faschismus, namentlich für die NS-Gegner Bernhardt Geißler, der 1940 in der NS-Tötungsanstalt Brandenburg den Tod fand, sowie für Walter Hering, der 1937 in Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ums Leben kam
- Das Naturfreundehaus "Zirkelsteinhaus" Nr. 109 trug zu DDR-Zeiten den Namen des jüdisch-kommunistischen Widerstandskämpfers Hans Dankner, der 1944 im KZ Auschwitz ermordet wurde
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Wilhelm Schaffrath (1814–1893), deutscher Jurist und Politiker
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
- ↑ Marco Mach: Einer schmust mit NPD, in: Sächsische Zeitung online, 15. April 2006. Hier zitiert nach Aktion Zivilcourage
- ↑ Sven Heitkamp: NPD verzichtet auf Bürgermeister-Kandidaten, in: Lausitzer Rundschau Online, 29. März 2006
- ↑ Jeder Vierte wählte in Reinhardtsdorf-Schöna NPD
[Bearbeiten] Weblinks
Altenberg | Bad Gottleuba-Berggießhübel | Bad Schandau | Bahretal | Bannewitz | Dippoldiswalde | Dohma | Dohna | Dorfhain | Dürrröhrsdorf-Dittersbach | Freital | Geising | Glashütte | Gohrisch | Hartmannsdorf-Reichenau | Heidenau | Hermsdorf/Erzgeb. | Höckendorf | Hohnstein | Kirnitzschtal | Königstein (Sächsische Schweiz) | Kreischa | Liebstadt | Lohmen | Müglitztal | Neustadt in Sachsen | Pirna | Porschdorf | Pretzschendorf | Rabenau | Rathen | Rathmannsdorf | Reinhardtsdorf-Schöna | Rosenthal-Bielatal | Schmiedeberg | Sebnitz | Stadt Wehlen | Stolpen | Struppen | Tharandt | Wilsdruff

