Stephen Fry

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Stephen John Fry (* 24. August 1957 in Hampstead, London) ist ein britischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur, Journalist, Dichter, Comedian, Fernsehmoderator und seit August 2010 Verwaltungsratsmitglied (englisch director) von Norwich City F.C.[1]

Stephen Fry (2008)
Unterschrift von Stephen Fry

Leben und Werk[Bearbeiten]

Fry wurde als Sohn des Naturwissenschaftlers Alan Fry und Marianne Neumann (später anglisiert: Newman), der Tochter von österreichisch-jüdischen Emigranten, geboren.

Fry besuchte mehrere private Internate: zunächst die Cawston Primary School in Norfolk, dann die Stouts Hill Preparatory School in den Cotswolds und die Uppingham School in Rutland. Da Fry die Uppingham School aufgrund eines Schulverweises verlassen musste, wechselte er zum Paston College in Norfolk. Auch hier wurde er der Schule verwiesen. Er setzte seine A-Level-Ausbildung in der Folge an einer öffentlichen Schule, dem Norfolk College of Arts and Technology in King’s Lynn fort. Die Abschlussprüfung konnte er nicht erfolgreich ablegen. Im Sommer seines 18. Geburtstags wurde Fry wegen Kreditkartenbetrugs straffällig: Er hatte die Kreditkarte eines Bekannten der Familie an sich genommen und darüber verfügt. Fry wurde zu drei Monaten Haft verurteilt, die er im Gefängnis von Pucklechurch absaß. Danach legte er seinen A-Level-Abschluss am Norwich City College ab. Zugleich bereitete er sich auf das Cambridge Entrance Exam vor, welches er so gut bestand, dass er ein Stipendium für den Besuch des Queens' College in Cambridge erhielt. Dort machte er seinen Abschluss in Englisch. Während seiner Zeit in Cambridge kam er zu den Cambridge Footlights, wo er unter anderem Hugh Laurie und Emma Thompson kennenlernte.

Der Universitätsausbildung folgte eine Karriere als Schauspieler und Komiker, wobei Fry oft mit seinem Freund Hugh Laurie für das britische Fernsehen zusammenarbeitete. Von 1986 bis 1995 bildeten Hugh Laurie und Stephen Fry in der BBC-Sketch-Serie A Bit of Fry & Laurie ein erfolgreiches Duo. Von 1986 bis 1989 traten Fry und Laurie auch regelmäßig in Rowan Atkinsons Comedy-Serie Blackadder auf. Fry und Hugh Laurie spielten 1990 bis 1993 die Hauptrollen in der BBC-Serie Jeeves and Wooster nach den Erzählungen des Schriftstellers P. G. Wodehouse.

Fry ist ein Anhänger P. G. Wodehouses, dessen Humor und Sprache großen Einfluss auf Frys eigenes Schaffen als Schriftsteller haben. 1991 erschien Frys erster Roman The Liar (deutsch: Der Lügner), in dem er eigene Erlebnisse aus seiner Internats- und Universitätszeit verarbeitet.

Bis Mitte der 1990er nannte sich Fry einen „offen zölibatär lebenden Briten“. 1996 lernte er den Mann kennen, der sein langjähriger Lebensgefährte wurde und outete sich als schwul.[2] 2010 trennte sich das Paar.

Fry fuhr privat lange ein schwarzes Londoner Taxi. Nachdem es von Unbekannten demoliert worden war, stieg er auf ein normales Auto um.

2003 wurde Fry vom Observer zu den 50 Funniest Acts in British Comedy gezählt und war für eine Amtszeit Lord Rector der Universität Dundee, wo der Club der Studierendenvereinigung nach seinem ersten Roman The Liar Bar benannt wurde. Seit 2005 ist Fry Ehrenpräsident der Cambridge University Quiz Society und viele Jahre Gastgeber der British Academy Film Awards. 2006 drehte Fry eine Dokumentation für die BBC über manische Depression (Bipolare Störung), da er selbst davon betroffen ist. In der Öffentlichkeit ist er außerdem als Vertreter des Atheismus und Kritiker organisierter Religionen präsent.[3]

Stephen Fry las die englischen Hörbuchversionen von Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Büchern und Per Anhalter durch die Galaxis. Außerdem sprach er die Stimme von Winnie the Pooh in der englischen Hörspielfassung von 1997 des Kinderbuches von A. A. Milne.

Seit 2003 moderiert Fry die BBC-Panel-Show QI („Quite Interesting“), in der es darum geht, die gestellten Fragen möglichst interessant zu beantworten. Daneben hatte er häufige Gastauftritte als Mitglied von Rateteams anderer Quiz-Sendungen. In Peter Jacksons Verfilmung des Tolkien-Romans Der Hobbit spielt er den Bürgermeister von Esgaroth.[4]

Zu den deutschen Synchronstimmen von Stephen Fry zählen Hubertus Bengsch, Peter Kirchberger, Dennis Brandau und Frank-Otto Schenk.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  Der Lügner. Roman. Haffmans, Zürich 1994 (Originaltitel: The Liar, übersetzt von Ulrich Blumenbach), ISBN 3-251-00240-6.
  •  Das Nilpferd. Roman. Haffmans, Zürich 1994 (Originaltitel: The Hippopotamus, übersetzt von Ulrich Blumenbach), ISBN 3-251-00243-0.
  •  Paperweight. Haffmans, Zürich 1996 (Originaltitel: Paperweight, übersetzt von Ulrich Blumenbach), ISBN 3-251-00309-7.
  •  Geschichte machen. Haffmans, Zürich 1997 (Originaltitel: Making History, übersetzt von Ulrich Blumenbach), ISBN 3-251-00365-8.
  •  Columbus war ein Engländer. Geschichte einer Jugend. Haffmans, Zürich 1998 (Originaltitel: Moab Is My Washpot, übersetzt von Georg Deggerich), ISBN 3-251-00407-7.
  •  Wilde mimen oder Oscar spielen. Haffmans, Zürich 1999 (übersetzt von Ulrich Blumenbach), DNB 958315116.
  •  Der Sterne Tennisbälle. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 2001 (Originaltitel: The Stars’ Tennis Balls, übersetzt von Ulrich Blumenbach), ISBN 3-351-02929-2.
  •  Feigen, die fusseln. Entfessle den Dichter in dir. Aufbau-Verlag, Berlin 2008 (Originaltitel: The Ode Less Travelled, übersetzt von Birke Bossmann), ISBN 978-3-351-03232-6.
  •  Ich bin so Fry. Meine goldenen Jahre. Aufbau-Verlag, Berlin 2011 (Originaltitel: The Fry Chronicles, übersetzt von Teja Schwaner), ISBN 978-3-351-02733-9.
  •  Darling, fesselst du schon mal die Kinder? Das heimliche Tagebuch der Edna Fry. Aufbau-Verlag, Berlin 2012 (Originaltitel: Mrs Fry’s Diary, übersetzt von Ulrike Blumenbach), ISBN 978-3-351-03388-0.

Drehbücher und Stücke[Bearbeiten]

Weitere Bücher[Bearbeiten]

  • Rescuing the Spectacled Bear, 2002
  • Stephen Fry’s Incomplete and Utter History of Classical Music, 2005

Filmografie[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

  • 2006: Stephen Fry′s The Secret Life Of The Manic Depressive
  • 2007: HIV & Me
  • 2008: Stephen Fry in America
  • 2008: The Gutenberg Press: The Machine That Made Us (BBC)
  • 2009: Last Chance To See
  • 2010: Last Chance To See – Return of the Rhino
  • 2010: Stephen Fry and the Great American Oil Spill (BBC)
  • 2010: Fry And Laurie: Reunited (G.O.L.D., UK)
  • 2010: Wagner & Me (BBC)
  • 2011: Fry′s Planet Word (BBC)
  • 2012: Stephen Fry: Gadget Man
  • 2013: Stephen Fry: Out There

Hörfunk[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stephen Fry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. BBC News, 13. August 2010, Stephen Fry joins Norwich City Board
  2. Stephen Fry will keinen Hetero spielen, queer.de, 9. Januar 2008
  3. Intelligence² - The World of Debate (Version vom 17. März 2011 im Internet Archive), 19. Oktober 2009
  4. Peter Jackson: Casting News for THE HOBBIT. Facebook, 19. Mai 2011, abgerufen am 3. Dezember 2011 (englisch).