Rose d’Or

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Rose d’Or ist eines der weltweit bedeutendsten Festivals der Fernsehunterhaltung. Es wurde 1961 in Montreux gegründet. Standort für die Preisverleihung war von 2004 bis 2012 Luzern (Kultur- und Kongresszentrum Luzern). 2013 fand der Wettbewerb erstmals nach mehr als 50 Jahren außerhalb der Schweiz statt, im Kongresszentrum The Square in Brüssel. Zuvor hatte die Europäische Rundfunkunion das Festival übernommen. Für 2014 ist die Preisverleihung in Berlin angekündigt.

Am Rose d’Or-Festival nehmen Fernsehschaffende, Produzenten, Verantwortliche von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen und Leiter von Produktionsfirmen aus über 40 Ländern teil. Das Festival ist seit seiner Gründung eine wichtige Netzwerkplattform der TV-Unterhaltungsindustrie und ein Marktplatz der Ideen. Den Höhepunkt der Rose d’Or setzt die glanzvolle Preisverleihung, bei der die Goldenen Rosen für die besten TV-Unterhaltungsprogramme verliehen werden. Die Awards und das Festival haben sich Seite an Seite mit der TV-Industrie entwickelt und spiegeln Trends und Entwicklungen der globalen Branche wider.

Geschichte[Bearbeiten]

Montreux bei Nacht
Luzern aus der Luft

Das Festival wurde von Marcel Bezençon gegründet, um die Produktion von Sendematerial für das Sommerprogramm zu fördern. In der Schweiz sollte ein Unterhaltungsprogramm entwickelt werden, das mit Formaten anderer Sender Europas und der Welt getauscht werden konnte.

Das Festival fand im Frühjahr statt, damit das Sommerprogramm mit den neu erworbenen Sendungen starten konnte. Als zusätzlicher Anreiz für gute Produktionen wurde der Preis „Rose d’Or Award“ geschaffen. Als der Programmaustausch mit der Zeit unwirtschaftlich wurde, wurde 1983 das Konzept „Film Kiosk“ geboren. Dadurch wurde die „Rose d’Or“ schnell zu einem der weltweit wichtigsten Unterhaltungsprogramm-Märkte. Und die „Rose d’Or Awards“ entwickelten sich rasch zu einem bedeutenden Teil der europäischen Fernsehkultur, für die Preisträger bedeutet der Gewinn der Trophäe Prestigegewinn oder Karriereaufstieg in ihrem Heimatland.

Nach 43 Austragungen des Festivals in Montreux (Schweiz) fand die „Rose d’Or“ seit 2004 in Luzern statt. Als die Rose d´Or Holding im Jahre 2006 Konkurs anmelden musste, übernahm das Freddy Burger Management das Festival[1]. Im September 2009 hat Ringier die Markenrechte am „Rose d'Or“-Festival übernommen und damit seinen Entertainment-Bereich ausgebaut.[2] Im Juli 2012 gab Ringier das Festival an die Europäische Rundfunkunion (EBU) ab, die seitdem Veranstalterin der Rose d’Or ist.[3]

Preisvergabe[Bearbeiten]

Bis einschliesslich 2003 wurde ein Programm mit der Goldenen Rose ausgezeichnet, weitere mit der Silbernen oder Bronzenen Rose prämiert.

Nach mehreren Reformen seit 2004 werden Goldene Rosen in mehreren Programmen vergeben. Die Kategorien im aktuellen Wettbewerb sind: Comedy, Sitcom, Gameshow, Children, Youth, Factual Entertainment, Series, TV Movie, Arts Documentary & Performing Arts, Life Event Show, Lifestyle, Multiplatform. Hinzukommen verschiedene Sonderpreise.

  • Arts Documentary & Performing Arts: Unterhaltungsprogramme mit Bezug zu Kunst, Künstlern und/oder künstlerischen Leistungen.
  • Comedy: Comedy-Sendungen mit oder ohne Drehbuch, die Sketch-, Panel-, Improvisations- und Stand-Up-Comedy sowie Comedy-Specials einschliessen. Nicht dazu gehören Sitcoms.
  • Sitcom: Sendungen mit Drehbuch, die sich durch die Situationskomik regelmässig wiederkehrender Figuren in verschiedenen Alltagssituationen auszeichnen.
  • Children: Fiktionale und nicht-fiktionale Programme mit unterhaltenden und informierenden Inhalten für ein Zielpublikum zwischen 3 und 11 Jahren.
  • Youth: Fiktionale und nicht-fiktionale Programme mit unterhaltenden und informierenden Inhalten für ein Zielpublikum zwischen 12 und 16 Jahren.
  • Live Event Show: Variety-Shows oder Live-Veranstaltungen bestehend aus einer oder mehreren Episoden und Live-Darbietungen (z.B. Musik).
  • Game Show: In Studios oder ausgewählten Umgebungen produzierte Sendungen, die durch geistige oder physische Herausforderungen Sieger und Verlierer schaffen. Dazu gehören Quiz- und Spielshow-Sendungen.
  • Factual Entertainment: Unterhaltungsprogramme mit Fokus auf Protagonisten und deren Leben innerhalb einer arrangierten und herausforderungsreichen Umgebung. Dazu gehören auch dokumentarische Reality-Programme, soziale Experimente und Reality-Talk-Shows.
  • Multiplatform: Für mehrere Plattformen produzierte Inhalte, die das Publikum über Fernsehen, Internet, mobile Geräte und/oder andere digitale Plattformen unterhalten und informieren.
  • Series: Unterhaltungsprogramme mit Drehbuch und unbeschränkter Anzahl Episoden – wie Soap Operas und Drama-Serien – sowie Mini-Serien.
  • TV Movie: Ein- oder zweiteilige für das Fernsehen produzierte Filme.
  • Lifestyle: Unterhaltungsprogramme mit oder ohne Drehbuch, die sich mit Lifestyle-Themen wie Promi-News, Heim, Kochen, Design oder persönlicher Weiterentwicklung befassen.

Jede Kategorie wird von einer Jury aus internationalen Produzenten und Verantwortlichen von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen bewertet. Produktionsfirmen, Distributoren und private und öffentlich-rechtliche Fernsehstationen können Programme einreichen. Eine Vorwahl findet kurz nach Einsendeschluss statt, die Finalisten werden während des Festivals selbst beurteilt.

Ausgewählte Preisträger bis 2003[Bearbeiten]

1961–1969

1961

  • Goldene Rose: „The Black and White Minstrel Show“ (BBC)
  • Silberne Rose: „Glardino d'Inverno“ (RAI)
  • Bronzene Rose: „Tausend Blicke hinter den Kulissen“ (Chesoslovenska Televizc)

1962

  • Goldene Rose: „Kaskad“(Swedish Radio/Television SRT)
  • Silberne Rose: „La Revue perdue“ (Chesoslovenska Televizc)
  • Bronzene Rose: „Zu jung, um blond zu sein“ (WDR/ARD)

1964

1969

1970–1979

1971

1972

  • Goldene Rose und Spezialpreis der Stadt Montreux: „The Best of the Comedy Machine“ mit Marty Feldman

1974

1975

1976

1977

1978

1980–1989

1980

1982

  • Silberne Rose: Tosca auf dem Trampolin (ZDF)

1984

1985

1986

  • Goldene Rose: Penn and Teller go Public
  • Silberne Rose: Oft passiert es unverhofft
  • Produzentenpreis: USA for Africa: The Story of We Are The World

1987

1989

1990–1999

1990

1991

1995

1996

1997

1998

1999

2000–2003

2000

2001

2002

2003

Preisträger seit 2004[Bearbeiten]

2004[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts & Specials Amelia Rhombus Kanada
Comedy Creature Comforts Aardman Animations / ITV UK
Game Show My New Best Friend Tiger Aspect UK
Music One Bullet Left SF DRS Schweiz
Reality Show Wife Swap Channel 4 UK
Sitcom Peep Show Channel 4 UK
Soap Saint Tropez (Sous le soleil) Marathon Frankreich
Variety Ant and Dec's Saturday Night Takeaway Granada Television UK
Press Prize Little Britain BBC UK
Paper format From Rust to Riches Team Gryttjom Schweden
Pilot award Fur TV BBC UK
Charity award Peter Ustinov UK
Honorary Rose John de Mol Niederlande
Best performances:
Comedy F: Anke Engelke in Ladykracher Brainpool / Sat.1 Deutschland
M: Harry Hill in Harry Hill's TV Burp Avalon UK
Sitcom F: Felicitas Woll in Berlin, Berlin Studio Hamburg Deutschland
M: Martin Freeman in Hardware Talkback Thames UK
Soap F: Bénédicte Delmas in Sous le soleil Marathon Frankreich
M: Shane Richie in EastEnders BBC UK
Game show Anthony McPartlin and Declan Donnelly
in Ant and Dec's Saturday Night Takeaway
Granada Television UK

2005[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts & Specials The Cost Of Living DV8 Films
Comedy Little Britain BBC UK
Game Show Test the Nation Talent TV / BBC UK
Music Flashmob – The Opera BBC UK
Reality Show Supernanny Channel 4 UK
Sitcom Nighty Night BBC UK
Soap Verbotene Liebe ARD Deutschland
Variety Strictly Come Dancing BBC UK
Press Prize Schillerstraße Hurricane Fernseh Productions Deutschland
Paper format Daycare Dilemma SBS Schweden
Pilot award Dinner Dating First Entertainment Deutschland
Charity award Bob Geldof Irland
Honorary Rose Herbert Kloiber Deutschland
Best performances:
Comedy F: Pippa Haywood in Green Wing Channel 4 UK
M: David Walliams and Matt Lucas in Little Britain BBC UK
Sitcom M: Peter Kay in Max & Paddy's Road to Nowhere Channel 4 UK
F: Zoë Wanamaker in My Family BBC UK
Soap F: Lesley-Anne Down in The Bold and the Beautiful CBS USA
M: Pat Nolan in Fair City RTÉ Irland
Game show Thomas Gottschalk in Wetten, dass..? ZDF Deutschland

2006[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts & Specials Girl in a minor ABC TV Australien
Comedy Look Around You BBC UK
Game Show Deal or No Deal Channel 4 UK
Music Gospel in Paradiso Niederlande
Reality Show The Apprentice BBC UK
Sitcom Extras BBC UK
Soap Verliebt in Berlin Sat.1 Deutschland
Variety Friday Night Project: Billie Piper Channel 4 UK
Press Prize Pastewka Sat.1 Deutschland
Paper format
Pilot award Alex FM Deutschland
Charity award Fuji Television Japan
Honorary Rose Ricky Gervais UK
Best performances:
Comedy F: Jo Joyner in Swinging Five UK
M: Chris Lilley in The Nominees ABC Australien
Sitcom M: Bastian Pastewka in Pastewka Sat.1 Deutschland
F: Ashley Jensen in Extras BBC UK
Soap F: Alexandra Neldel in Verliebt in Berlin Sat.1 Deutschland
M: Jack Wagner in The Bold and the Beautiful USA
Game show Stephen Fry in QI BBC UK

2007[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts Documentary Young@Heart Channel 4 UK
Comedy The Vicar of Dibley BBC UK
Performing Arts Peter and the Wolf Channel 4 UK
Performing Arts: Special Mention Car men NPS Niederlande
Reality Secret Millionaire Channel 4 UK
Reality: Special Mention My Last Words Palm Plus Productions Niederlande
Show The Pyramid Castor Multimedia Kroatien
Sitcom Not Going Out BBC UK
Soap Con Passionate S4C UK
Soap: Special Mention Home Affairs SABC Südafrika
Best of 2007 Special Prize Young@Heart Channel 4 UK
Opera Special Prize Man on the Moon Channel 4 UK
Opera Special Prize: Special Mention Mozart 22 – Le Nozze di Figaro Unitel GmbH & Co KG Deutschland

2008[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts Documentary Strictly Bolshoi Channel 4 UK
Comedy Kombat Opera Presents BBC Two UK
Drama Skins E4 UK
Drama: Special Mention The Street II BBC UK
Entertainment Hider in the House BBC Two UK
Game Show Power of 10 CBS USA
Performing Arts Mozart’s Magic Flute – Onstage and Backstage Schweizer Fernsehen Schweiz
Reality The Phone AVRO Niederlande
Sitcom The IT Crowd Channel 4 UK
Best Entertainer Peter Serafinowicz BBC Two UK
Best of 2008 Kombat Opera Presents BBC Two UK

2009[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts Documentary The Curse of the Mona Lisa Channel 4 UK
Comedy Rick Mercer Report CBC Kanada
Drama Windfall & Misfortunes Kanada
Entertainment El hormiguero Cuatro Spanien
Game Show Relentless ITV UK
Performing Arts The Eternity Man ABC Australien
Performing Arts: Special Mention La Traviata at Zurich Main Station Schweiz
Reality I Survived a Japanese Game Show ABC USA
Sitcom My Family BBC One UK
Best of 2009 I Survived a Japanese Game Show ABC USA

2010[Bearbeiten]

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts Documentary & Performing Arts The Neighbour (Naboen) NRK Norwegen
Comedy Benidorm Bastards VTM Belgien
Drama Hopeville SABC Südafrika
Variety & Live Event Show La Bohème im Hochhaus Schweizer Fernsehen Schweiz
Game Show Bingo Banko Babyfoot Dänemark
Soap & Telenovela Date Blind Dori Media Distribution Gmbh Argentinien
Children & Youth Krimi.de – Episode 23 (Netzangriff) SWR Deutschland
Reality & Factual Entertainment Blood, Sweat and Takeaways BBC UK
Sitcom The Inbetweeners Channel 4 UK
Multi Platform Red Eagle (Águila Roja) RTVE Spanien
Social Award Karawane der Hoffnung ProSieben Deutschland
Best of 2010 Benidorm Bastards VTM Belgien
Golden Jubilee Award Coronation Street ITP UK
Golden Jubilee Award Simon Cowell UK

2011[Bearbeiten]

In diesem Jahr fand keine Preisverleihung statt, da die Veranstalter das Festival wieder vom Herbst ins Frühjahr verlegen wollten. Somit entfiel die Herbst-Veranstaltung 2011.

2012[Bearbeiten]

Die Awards Ceremony des 51. Wettbewerbs fand am 10. Mai 2012 statt.[2] Moderiert wurde sie von Barbara Schöneberger.

Kategorie Gewinner Sender Staat
Arts Documentary & Performing Arts The Sound of Ole Bull NRK Norwegen
Comedy Black Mirror: The National Anthem Channel 4 UK
TV Movie Homevideo NDR Deutschland
Factual Entertainment Go back to where You Came From SBS Television Australia Australien
Live Event Show Eurovision Song Contest 2011 ARD Deutschland
Game Show The Million Pound Drop Live Channel 4 UK
Series Pan Am Sony Pictures Television USA
Children Horrible Histories BBC UK
Youth Dream High Korean Broadcasting System Südkorea
Lifestyle The Great British Bake Off BBC UK
Sitcom Friday Night Dinner Channel 4 UK
Multi Platform Plan B 7 y acción Antena 3 Spanien
Best of Rose Go back to where You Came From SBS Television Australia Australien
Honorary Rose Top Gear (Moderation: Jeremy Clarkson) BBC UK
Innovation Rose Stefan Raab Deutschland
Music Rose Yello (Dieter Meier und Boris Blank) Schweiz
Lifetime Rose Iris Berben Deutschland

2013[Bearbeiten]

Die Preisverleihung des 52. Wettbewerbs fand am 30. Mai 2013 im Kongresszentrum The Square in Brüssel statt und damit erstmals seit mehr als 50 Jahren außerhalb der Schweiz. 2013 war es auch das erste Mal, dass die Verleihungs-Zeremonie die Abschlussveranstaltung der 3-tägigen Media Summit bilden konnte. Um die Preise in 6 Hauptkategorien hatten mit über 300 Vorschlägen aus mehr als 30 Ländern diesmal so viele Wettbewerber teilgenommen, wie nie zuvor. Durch die Show führte der niederländische TV-Star Lucille Werner.

Kategorie Gewinner Sender Staat
Comedy What If? VTM Belgien
Sitcom Spy BSkyB UK
Game Show Oh Sit! The CW USA
Reality and Factual Entertainment Make Bradford British Channel 4 UK
Arts Freddie Mercury: The Great Pretender BBC UK
Entertainment Gruen Sweat ABC Australien

2014[Bearbeiten]

2014 findet die 53. Rose d'Or Preisverleihung erstmals in Berlin statt (17. September 2014). Dann wird auch erstmals eine neue Preiskategorie ausschließlich für Radio-Beiträge eingerichtet. Ebenfalls als Neuerung sind Workshops im Rahmenprogramm der Verleihung angekündigt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rose-d´Or ist konkurs, 22. Jun 2006, konkurs.ch
  2. a b Pressemitteilung zur Reform des Wettbewerbs ab 2012, Luzern, 10. November 2010. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  3. Uwe Mantel: Abschied aus Luzern: EBU übernimmt Rose d'Or. In: DWDL.de vom 30. Juli 2012, abgerufen am 5. Februar 2014