Utendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Utendorf
Utendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Utendorf hervorgehoben
50.60777777777810.439722222222376Koordinaten: 50° 36′ N, 10° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dolmar-Salzbrücke
Höhe: 376 m ü. NHN
Fläche: 8,09 km²
Einwohner: 467 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 03693
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 079
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Meininger Straße 107
98617 Utendorf
Webpräsenz: www.vg-dolmar.de
Bürgermeister: Jörg Wissmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Utendorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
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Utendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Dolmar-Salzbrücke an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schwarza hat.

Geografie[Bearbeiten]

Utendorf liegt rund fünf Kilometer nördlich vom Stadtzentrum der Kreisstadt Meiningen sowie zwei Kilometer östlich vom Meininger Stadtteil Jerusalem entfernt. Wenige Kilometer nordöstlich des Ortes erhebt sich mit dem 739 m hohen Dolmar ein erloschener Vulkan.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf war zunächst hennebergischer Lehen und seit 1264 Eigentum der Herren von Kühndorf. 1264 kam ein Teil an das Kloster Rohr, das ganze Dorf aber 1307 an das Ordenshaus zu Kühndorf. Erstmals eindeutig urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde im Jahr 1343. Im Jahr 1380 brannte das Kirchdorf jedoch komplett ab und wird erst wieder 1536 erwähnt.

Nach der Aufteilung der Grafschaft Henneberg-Schleusingen im Jahr 1660 kam der Ort vom Amt Kühndorf an das Amt Wasungen. Seit 1680 gehörte er mit diesem zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. 1702 wurde Utendorf dem Amt Meiningen angegliedert.

Utendorf war 1660–1674 von Hexenverfolgungen betroffen: Sieben Frauen gerieten in Hexenprozesse. Catharina, Hans Kehls Frau, wurde 1660 verbrannt.[2]

Heute ist die kleine Gemeinde durch ihre Lage mit Nähe zu Meiningen, jedoch ohne Durchfahrtsstraße ein beliebter Wohnort, am Ortsrand ist in den 1990ern ein Neubaugebiet entstanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1554: 29
  • 1611: 61
  • 1649: 22 Familien
  • 1803: 161
  • 1851: 235 (53 Familien)
  • 1900: 349
  • 1906: 306
  • 1946: 575
  • 1959: 467
  • 1960: 418
  • 1965: 411
  • 1975: 417
  • 1980: 379
  • 1988: 362
  • 1990: 344
  • 1994: 395
  • 1995: 436
  • 1996: 444
  • 1997: 463
  • 1998: 460
  • 1999: 469
  • 2000: 496
  • 2001: 499
  • 2002: 511
  • 2003: 510
  • 2004: 505
  • 2005: 505
  • 2006: 486
  • 2007: 479
  • 2008: 482
  • 2009: 478
  • 2010: 471
  • 2011: 475
  • 2012: 468
  • 2013: 467

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Utendorf setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen.

  • Pro Utendorf: 4 Sitze
  • Liste Sportvereinfür Jugend und Familie: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Jörg Wissmann wurde am 28. September 2008 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Dorfzentrum zur Kirche
Dorfkirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Utendorfer Kirche thront auf einem Hügel 27 Meter über dem Ort. Die heutige Kirche wurde 1821 errichtet, nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau direkt nach einem Gottesdienst eingestürzt war.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Armlöcher, stellen als Hungerquellen eine geologische Besonderheit dar; sie sind nur voll Wasser, wenn es vorher lange geregnet hat sowie nach der Schneeschmelze. Die zwei voneinander getrennten Quellöffnungen befinden sich östlich der Straße nach Meiningen im Berlesgrund.

Sport[Bearbeiten]

Als Sportverein ist in Utendorf der Turn- und Sportverein 1905 Utendorf e.V. aktiv. Der Verein hat 87 Mitglieder (Stand 1. Januar 2011). Im Verein wird vorrangig die Sportart Fußball betrieben, daneben gibt es noch eine Abteilung Frauengymnastik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes, über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 370; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Utendorf, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 247.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Utendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien