Breitungen/Werra

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breitungen/Werra
Breitungen/Werra
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breitungen/Werra hervorgehoben
50.75694444444410.330277777778250
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Höhe: 250 m ü. NN
Fläche: 44,89 km²
Einwohner:

5.062 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98597
Vorwahl: 036848
Kfz-Kennzeichen: SM
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 013
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausstr. 24
98597 Breitungen/Werra
Webpräsenz:
Bürgermeister: Peter Heimrich (SPD)
Lage der Gemeinde Breitungen/Werra im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Karte
Burghügel von Breitungen/Werra in einer Luftaufnahme
Blick auf Breitungen

Breitungen/Werra ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen (Deutschland) und ist das größte Dorf im Werratal.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Breitungen liegt an der Werra zwischen Thüringer Wald und Rhön und ist erfüllende Gemeinde für die Gemeinden Fambach, Rosa und Roßdorf. Zum Ort gehören weiterhin sieben sogenannte Höfe, die etwas außerhalb liegen und aus den Ansiedlungen mehrerer Gehöfte bestehen: Winne, Bußhof, Knollbach, Craimar, Grumbach, Neuhof und Farnbach.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Gemeinde Breitungen (Werra)

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 933 als bretinga und entstand an einer wichtigen Werra-Furt. Die Siedlung umfasste damals ein Gebiet von 280 Quadratkilometern. Mit dieser Größe, dem Verwaltungssitz des Gerichts und der Mutterkirche war Breitungen im 10. Jahrhundert politischer und kultureller Mittelpunkt der Region. Aus drei Siedlungskernen ist der Ort Breitungen zusammengewachsen, der heute noch in drei Ortsteile gegliedert wird:

  • Altenbreitungen, gelegen am linken und rechten Werraufer ist der älteste Teil Breitungens und entstand aus einer von Alemannen gegründeten Siedlung.
  • Frauenbreitungen, gelegen am linken Ufer der Werra wurde als Königsbreitungen, einer fränkischen Villa, gegründet. 1150 wurde hier ein Augustinerinnenkloster gegründet, das bis 1528 bestand. Nach Gründung dieses Nonnenklosters wurde der Ort zu Frauenbreitungen umbenannt.
  • Herrenbreitungen entstand gleichzeitig mit der Gründung der königlichen Villa in Frauenbreitungen auf dem Hügel am rechten Werraufer durch eine Königspfalz (Burg), die dem Ortsteil vorerst den Namen Burgbreitungen verlieh. Nach der Zerstörung im 10. Jahrhundert gründete Pfalzgraf Siegfried von Orlamünde ein Benediktinerkloster, und so wurde Burgbreitungen zu Herrenbreitungen.

Frauen- und Herrenbreitungen, um 1300 zu Lehen des Kloster Hersfeld geworden, wurden nach Aufhebung der Klöster in der Reformation als Vogtei und als Amt von Henneberger Grafen und Meininger Fürsten regiert. Der Henneberger Graf Poppo XII. ließ Mitte des 16. Jahrhunderts im Gelände des früheren Mönchsklosters ein Residenzschloss im Renaissance-Stil errichten. Mit dem Tod des Grafen erlosch 1574 das Henneberger Geschlecht und die Landgrafen von Hessen wurden Besitzer von Schloss und Basilika. Diese wurden 1640, im Dreißigjährigen Krieg, von schwedischen Truppen in Brand gesetzt. Die Landgräfin sorgte für einen teilweisen Wiederaufbau. Im 18. und 19. Jahrhundert diente das Schloss als Justizamt, Gefängnis und Rentamt.

Die Ortsteile Frauen- und Altenbreitungen gehörten ehemals zu Sachsen-Meiningen, der Ortsteil Herrenbreitungen zu Hessen-Kassel. Während Frauen- und Altenbreitungen schon immer politisch eine Einheit bildeten, verschmolzen erst 1950 alle drei Ortsteile zum Dorf Breitungen (Werra).

Während des Zweiten Weltkrieges mussten etwa 1740 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in der Metallwarenfabrik Scharfenberg & Teubert GmbH in der Poststraße und Eisenacher Straße, in der Firma Heller & Söhne, im Sägewerk, auf dem Rittergut Farnbach. Auf dem Friedhof von Frauenbreitungen wurden zahlreiche Opfer von Zwangsarbeit aus Breitungen sowie aus Allendorf bei Bad Salzungen, Kaltenborn und Wernshausen beigesetzt. An sie erinnert dort ein Denkmal.[2]

Das Renaissance-Schloss war im Zweiten Weltkrieg mit Evakuierten aus Luftkriegsgebieten und ab 1945 über Jahrzehnte mit Flüchtlingen und Vertriebenen aus den Ostgebieten belegt. Es ist erheblich sanierungsbedürftig.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 5724
  • 1995: 5666
  • 1996: 5722
  • 1997: 5693
  • 1998: 5634
  • 1999: 5557
  • 2000: 5508
  • 2001: 5454
  • 2002: 5382
  • 2003: 5332
  • 2004: 5299
  • 2005: 5240
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Die Einwohner von Breitungen sind in den benachbarten Ortschaften auch als die Breitcher Sandhasen bekannt. Die spezifischen Namensgebungen sind für diese Region sehr typisch. Der Hintergrund dieser Bezeichnungen ist noch nicht ganz geklärt. Jedenfalls gehören sie ethnologisch zu den joking relationships und sind in Deutschland als Ortsnecknamen verbreitet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Das Gemeindewappen von Breitungen wurde vom Breitunger Bürger Hubert Rockenberger entworfen und als Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung am 28.Februar 1991 vom Hauptausschuss der Gemeindevertretung zum offiziellen Wappen der Gemeinde Breitungen vorgeschlagen. Das Wappen weist mit der Darstellung des sächsischen Rautenbandes auf die jahrhundertelange ehemalige Zugehörigkeit der Ortsteile Frauen- und Altenbreitungen zu Sachsen-Meiningen und mit dem hessisch-thüringischen Löwen auf die des Ortsteiles Herrenbreitungen zu Hessen hin. Die Seerose auf dem grünen Feld symbolisiert die vorrangige Bedeutung des Naturschutzes für die gewässerreiche Landschaft um Breitungen.

Blasonierung: „Im Göpelschnitt vorn in Gold fünf mit einer grünen Ranke belegte schwarze Balken, hinten auf blauem Grund ein aufgerichteter von Rot und Silber neunmal geteilter Löwe und in der Spitze auf grünem Grund eine golden besamte, silberne Seerose.“

[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Sie wurde als Klosterkirche der Benediktinermönche 1112 geweiht. Der Bau aus Sandstein in romanischem Stil war eine kreuzförmige Basilika mit dreischiffigem Langhaus, Querschiff und einem Chorraum, dessen drei Schiffe in Apsiden endeten. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wurde die Basilika danach vereinfacht und verkleinert wieder aufgebaut. Der in den 1990er Jahren sanierte Bau dient als Ausstellungs- und Konzertraum. Der 28 Meter hohe Turm ist das Wahrzeichen von Breitungen.
  • Schloss Herrenbreitungen
Es wurde Mitte des 16. Jahrhunderts als Residenz von Graf Poppo XII. im Bereich des früheren Klosters erbaut. Es ist in Nachbarschaft zur Basilika ein dreigeschossiger verputzter Sandsteinbau mit Wendeltreppentürmen, der dringend sanierungsbedürftig ist. Erhalten sind Teile der früheren Klostermauer und große Gutsgebäude. Der in Räumen des seit 2007 in Privatbesitz befindlichen Schlosses wirkender Verein Das Aktivmuseum - ländliches Brauchtum hat einen gepflegten Kräutergarten angelegt.
  • Michaelskirche
  • Marienkirche
  • 240-jährige Wassermühle
  • Kapelle

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

  • Hausberg Pleß mit Aussichtsturm

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Breitunger Volksolympiade, jährlich am vorletzten Wochenende im August
  • Breitunger Kirmes, jährlich Ende September/Anfang Oktober
  • Waldschall, House- und Techno-Festival jeweils am letzten Juliwochenende am Seeblick

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Bildung

  • Am 1. Dezember 1997 wurde eine neue Kindertagesstätte für 165 Kinder eröffnet, die sich in Trägerschaft des Kinder- und Jugenddorfes Regenbogen e.V. Zella-Mehlis befindet.
  • in Breitungen befindet sich eine Regelschule
  • in Breitungen gibt es eine Bibliothek mit ca. 10.000 Medieneinheiten.

[Bearbeiten] Sport

Durch Breitungen führt der Werra-Radweg.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Literatur

  • Wilhelm Uehling (Hrsg.): Breitunger Heimatbuch. Selbstverlag des Festausschusses, Breitungen/Werra, 1933
  • Ernst Badstübner: Die romanischen Bauten in Breitungen an der Werra. Berlin: Akademie-Verlag, 1972
  • Walter Höhn: Thüringische Rhön. 2005, Michael Imhof Verlag Petersberg, ISBN 3-86568-060-7, S. 30f
  • Festschrift 1075 Jahre Breitungen (Werra)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik - Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 251, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Breitungen/Werra – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien


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