Kühndorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum Ortsteil der mittelfränkischen Marktgemeinde Lehrberg siehe Kühndorf (Lehrberg).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kühndorf
Kühndorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kühndorf hervorgehoben
50.60861111111110.491666666667440Koordinaten: 50° 37′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dolmar-Salzbrücke
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 25,82 km²
Einwohner: 985 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98547
Vorwahl: 036844
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Christeser Straße
98547 Kühndorf
Webpräsenz: www.vg-dolmar-salzbruecke.de
Bürgermeister: Thomas König (parteilos)
Lage der Gemeinde Kühndorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild
Eingang von Schloss Kühndorf (Johanniterburg)
Kirche in Kühndorf

Kühndorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen des Freistaates Thüringen und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Dolmar-Salzbrücke.

Geografie[Bearbeiten]

Kühndorf liegt südwestlich des Thüringer Waldes unweit vom Werratal zwischen Meiningen und Zella-Mehlis. Nordwestlich des Ortes befindet sich der 739,5 Meter hohe Dolmar.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit seiner Ersterwähnung im Jahre 795 ist Kühndorf die älteste Siedlung im historisch bedeutsamen Henneberger Kreis Schleusingen-Suhl. Kühndorf bildete zeitweise den Sitz der Grafschaft der Herren zu Kühndorf, bevor es nacheinander zur Grafschaft Henneberg, zu Sachsen und schließlich zu Preußen gehörte. Bis 1815 war Kühndorf Sitz des kursächsischen Amtes Kühndorf, zu dem die Orte Christes, Dietzhausen, Dillstädt, Mäbendorf, Rohr und Wichtshausen gehörten. Von 1816 bis 1944 gehörte der Ort zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen, ehe es anschließend zum Land Thüringen kam. Von 1949 bis 1990 gehörte es zur DDR und lag ab 1952 im Bezirk Suhl.

Kühndorf war 1603–1660 von Hexenverfolgungen betroffen: Zehn Personen gerieten in Hexenprozesse, mindestens drei Frauen wurden hingerichtet, zwei Frauen mit Landesverweis bestraft, von vier Prozessen ist der Ausgang unbekannt. Erstes Opfer 1603 war Margaretha Jacob.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1728: 492
  • 1765: 507
  • 1994: 1198
  • 1995: 1196
  • 1996: 1197
  • 1997: 1210
  • 1998: 1197
  • 1999: 1192
  • 2000: 1185
  • 2001: 1170
  • 2002: 1152
  • 2003: 1134
  • 2004: 1118
  • 2005: 1101
  • 2006: 1097
  • 2007: 1097
  • 2008: 1080
Datenquelle: erste Spalte:[3], Rest: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Kühndorf besteht aus 12 Mitgliedern, die seit der Kommunalwahl 2009 alle von der Wählergemeinschaft Pro Kühndorf gestellt werden.

Der parteilose Bürgermeister Thomas König wurde zuletzt am 21. Mai 2006 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das weit sichtbare Wahrzeichen des Orts ist die Johanniterburg Kühndorf. Sie wurde zwischen 1291 und 1315 durch Ritter vom Orden des heiligen Johannes erbaut und ist die einzige im deutschen Sprachraum erhaltene Johanniterburg aus dem 13. Jahrhundert. Von Dienstag bis Sonntag ist die Besichtigung der Burg mit Führung möglich. In der privaten Burg befinden sich außerdem eine Ferienwohnung und Veranstaltungsräume. Inhaber der Burg ist die Familie derer von Eichborn.
  • Die historische Schlossscheune von 1538 dient als kulturelles Zentrum des Orts.
  • Die evangelische Kirchengemeinde nutzt die um 1520 neu errichtete Dionysius-Kirche mit einem achteckigen Taufstein von 1576.
  • Zusätzlich existiert eine als Friedhofs-Museum dienende Friedhofskirche.

Museen[Bearbeiten]

  • Nach Anmeldung kann ein Friedhofsmuseum auf dem gepflegten Friedhof mit seiner Friedhofskirche von 1617 besichtigt werden.
  • In der Heimatstube wird das ländliche Leben verschiedener Zeitepochen anschaulich dargestellt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Kühndorf vor dem Dolmar

Der Hausberg des Orts und Namensgeber der Verwaltungsgemeinschaft ist der 739,5 m hohe Dolmar, der als markante Bergkuppe dem Thüringer Wald vorgelagert ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Im Backhaus findet jährlich ein Backhausfest statt.
  • In der Schlossscheune der Johanniterburg wird ebenfalls jedes Jahr zu Pfingsten ein Pfingsttanz veranstaltet.
  • Anfang September feiert Kühndorf die traditionelle Kirmes mit Tanz und Trachtenumzug.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kühndorf liegt an der Kreisstraße 581 (ehemals B 280) MeiningenZella-Mehlis und ist durch diese auch mit der Autobahnauffahrt Meiningen-Nord der Autobahn 71 verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes', über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 187; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Kühndorf, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 253; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 518-522.
  3. Carl Gottlob Dietmann: Kurzgefaßte Kirchen- und Schulgeschichte der gefürsteten Grafschaft Henneberg, Kurfürstlich-Sächsischen Antheils, 1781

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kühndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien