Verblendung (2011)

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Filmdaten
Deutscher Titel Verblendung
Originaltitel The Girl with the Dragon Tattoo
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Produktionsland Vereinigte Staaten, Schweden, Großbritannien, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 158 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 16[2]
Stab
Regie David Fincher
Drehbuch Steven Zaillian
Produktion Scott Rudin,
Ceán Chaffin,
Ole Søndberg,
Søren Stærmose
Musik Trent Reznor,
Atticus Ross
Kamera Jeff Cronenweth
Schnitt Kirk Baxter,
Angus Wall
Besetzung
Synchronisation

Verblendung (Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo) ist ein Thriller des Regisseurs David Fincher aus dem Jahr 2011 und eine Neuverfilmung des gleichnamigen Romans und ersten Teils der Millennium-Trilogie des Autors Stieg Larsson.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in Schweden im Jahr 2009. Der Unternehmer Henrik Vanger bekommt jedes Jahr von einem anonymen Absender zu seinem Geburtstag mit der Post eine in einem schwarzen Bilderrahmen gefasste gepresste Blume. Er vermutet, dass sie ihm vom Mörder seiner Großnichte Harriet, die im Sommer 1966 spurlos verschwand, geschickt wird, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Sie hatte ihm stets eine solche Blume zum Geburtstag geschenkt.

Vanger startet einen letzten Versuch, das Rätsel um Harriet aufzuklären. Er beauftragt den Stockholmer Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist, der bei Ermittlungen gegen den kriminellen Unternehmer Wennerström auf gefälschte Dokumente hereingefallen und wegen Verleumdung zu einer Geldstrafe von 600.000 Kronen verurteilt worden war. Blomkvist scheidet aus der Redaktion seiner Zeitschrift Millennium aus, an der er finanziell beteiligt ist, und nimmt Vangers sehr gut bezahltes Angebot an.

Dessen Rechtsanwalt ließ Blomkvist zuvor durch eine Detektei überprüfen, die dafür die junge Hackerin Lisbeth Salander einsetzte. Diese steht wegen ihrer von Gewalt geprägten Kindheit und wegen eines psychiatrischen Gutachtens unter Vormundschaft. Ihr neuer Vormund, Rechtsanwalt Bjurman, benutzt seine Machtposition, um Lisbeth sexuell zu nötigen. Bei einem Besuch Lisbeths in seiner Wohnung vergewaltigt er sie. Lisbeth zeichnet die Tat auf Video auf und dreht nun den Spieß um. Unter dem Vorwand, Geld zu benötigen, besucht sie Bjurman ein weiteres Mal, überwältigt ihn mit einem Elektroschocker, fesselt ihn und tätowiert ihm den Satz „Ich bin ein Vergewaltigerschwein“ auf die Brust. Von nun an hat sie ihn in der Hand.

Lisbeth und Mikael reisen auf jene Insel, auf der die Familie Vangers wohnt, und bekommen dort ein eigenes Häuschen und sämtliche Unterlagen zur Verfügung gestellt. Mit Lisbeths Hilfe entdeckt Blomkvist neue Spuren: Das Verschwinden Harriets scheint mit einer Reihe religiös-sexuell motivierter Frauenmorde in Verbindung zu stehen. Lisbeth und Mikael beginnen eine Affäre. Es gelingt den beiden, Licht ins Dunkel zu bringen und schließlich die Morde aufzuklären und nachzuweisen, dass Gottfried Vanger, der Vater des derzeitigen Firmeninhabers Martin, der Täter war. Martin war zumindest am letzten Fall beteiligt, da Gottfried da bereits gestorben war. Als Blomkvist sich im Dunkeln zu Fuß Martins Haus auf einer Anhöhe auf der Insel nähert, um noch mehr zu erfahren und den Verdacht zu bestätigen, ist dieser gerade mit dem Auto zu Mikael unterwegs. Blomkvist dringt ins Haus ein und findet eine gesicherte Kellertür. Martin Vanger kehrt zurück, entdeckt den Eindringling im Garten und lockt ihn unter einem Vorwand zurück ins Haus. Vanger erkannte bereits, dass man ihm auf der Spur war und ließ sich nichts anmerken, hat aber Tage davor einen Warnschuss auf Mikael abgegeben. Es gelingt Vanger, Blomkvist zu überwältigen. In seinem Folterkeller, wo er schon mehrere Frauen umgebracht hatte, fesselt und misshandelt er ihn. Bevor Vanger Blomkvist ermorden kann, erscheint Lisbeth, die durch das Video ihrer Überwachungskamera erfahren hat, dass Martin ihn zuvor aufsuchen wollte. Sie kann Martin niederschlagen und somit Mikael retten. Martin Vanger flieht mit dem Auto, während Lisbeth ihn mit dem Motorrad verfolgt. Als er von der Straße abkommt und sich überschlägt, schaut sie dabei zu, wie er im brennenden Autowrack stirbt. Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte, dass Martin auch seine Schwester getötet hat. Daher schließt Blomkvist, dass diese immer noch leben müsste, und vermutet, dass die in London lebende Cousine Anita ihren Aufenthaltsort kennt. Mikael und Liesbeth fliegen nach London, unterrichten Anita vom Tod Martins und überwachen ihre Reaktion. Da keine Kontaktaufnahme mit Harriet erfolgt, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Anita weiß, dass ihre Cousine tot ist, oder sie ist es selbst. Und tatsächlich gibt Anita schließlich zu, in Wirklichkeit Harriet zu sein.

Gottfried hatte seine Tochter regelmäßig vergewaltigt. Eines Abends war er so betrunken, dass er vor ihr mit den Frauenmorden prahlte, worauf sie ihn an einem Bootssteg mit einem Ruder niederschlug, sodass er ins Wasser fiel und ertrank. Die Tötung wurde damals als Unfalltod unter Alkoholeinfluss interpretiert. Martin hatte die Tat jedoch beobachtet und setzte die Untaten seines Vaters fort. Daher beschloss Harriet, sich durch Flucht dem weiteren sexuellen Missbrauch durch ihren Bruder zu entziehen. Mit Hilfe ihrer Cousine Anita floh sie von der Insel und lebte nach dem Unfalltod Anitas mit deren Identität in London. Sie schickte Vanger stets die Blumen, in der Hoffnung, dass er erkenne, dass sie noch lebte. Blomkvist führt sie und Henrik Vanger wieder zusammen.

Die als Belohnung versprochenen Informationen über Wennerström erweisen sich aber als wertlos. Durch Hacken gelingt es Lisbeth Salander jedoch, Wennerström illegale Waffengeschäfte nachzuweisen, was Blomkvist nutzt, um seinen Ruf wiederherzustellen und Ermittlungen gegen Wennerström zu veranlassen. Verkleidet und unter falscher Identität schafft es Lisbeth in der Schweiz, das Geld aus diesen Geschäften von Wennerströms Konten auf eigene Konten umzuleiten und so an ein Milliardenvermögen zu kommen. Daraufhin wird Wennerström ermordet aufgefunden. Lisbeth glaubt an eine gemeinsame Zukunft mit Mikael, dem sie ihre Finanztransaktionen verheimlicht hat, und sieht in ihm ihren ersten echten Freund. Ihre Hoffnung auf eine Beziehung muss sie begraben, als sie ihn eng umschlungen mit der Millennium-Herausgeberin, mit der er seit längerem liiert ist, aus der Zeitungsredaktion kommen sieht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Daniel Craig bei den Filmaufnahmen in Stockholm, 2011
Rooney Mara, Daniel Craig und David Fincher bei der Pariser Premiere (Januar 2012)

Die Erstaufführung fand am 12. Dezember 2011 in London statt. Kinostart in den USA war am 20. Dezember 2011, der deutsche Kinostart erfolgte am 12. Januar 2012.[3]

Die Musik zum Film wurde von Trent Reznor und Atticus Ross geschaffen, die schon mit Fincher bei der Filmmusik für The Social Network zusammengearbeitet hatten. Für die Einleitung coverte Raznor zusammen mit Karen O Led Zeppelins Immigrant song.[4]

Auffällig ist im gesamten Film der Einsatz von Product-Placement, der teilweise direkt auf die Romanvorlage zurückzuführen ist.

Kritik[Bearbeiten]

„Weniger eine genaue Verfilmung des Kriminalromans […] als ein filmisch weiter verdichtetes Remake der schwedischen Kinoadaption […], die dank der konsequenteren und stimmungsvolleren visuellen Umsetzung sowie der klugen Gewichtung der Erzählstränge noch über diese hinausgeht. Eine ebenso spannende wie vielschichtige Reise in die Untiefen der bürgerlichen Gesellschaft.“

Lexikon des Internationalen Films[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt bei der Oscarverleihung 2012 die Auszeichnung für den besten Schnitt sowie vier weitere Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin – Rooney Mara, Kamera, Ton, Tonschnitt) und wurde für zwei Golden Globe Awards 2012 (Beste Hauptdarstellerin in einem Drama – Rooney Mara, Beste Filmmusik) nominiert.[6] Die Writers Guild of America vergab eine Nominierung für die Writers Guild Awards 2012 in der Kategorie Adaptiertes Drehbuch[7] und die Producers Guild of America nominierte die Produzenten des Films für die Producers of the Year Awards.[8] Weiterhin befindet er sich auf der Liste der 10 besten Filme des Jahres 2011 des American Film Institutes und erhielt somit den "AFI award".[9]

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[10]
Mikael Blomkvist Daniel Craig Dietmar Wunder
Lisbeth Salander Rooney Mara Kaya Marie Möller
Henrik Vanger Christopher Plummer Lothar Blumhagen
Martin Vanger Stellan Skarsgård Detlef Bierstedt
Dirch Frode Steven Berkoff Otto Mellies
Erika Berger Robin Wright Irina von Bentheim
Nils Bjurman Yorick van Wageningen Olaf Reichmann
Anita Vanger Joely Richardson Christin Marquitan
Cecilia Vanger Geraldine James Kerstin Sanders-Dornseif
Dragan Armansky Goran Visnjic Oliver Siebeck
Polizeibeamter Morell Donald Sumpter Friedrich Georg Beckhaus
Hans Erik Wennerström Ulf Friberg Peter Flechtner
Plague Tony Way Tobias Müller
Pernilla Blomkvist Josefin Asplund Luisa Wietzorek
Gunnar Nilsson Mats Andersson Uli Krohm

Synchronfirma: FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH, Berlin
Synchronbuch und -regie: Sven Hasper

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, 3. Februar 2012, abgerufen am 21. Dezember 2014 (PDF, Prüf-Nr.: 130 761 V): „Freigegeben ab 16 (sechzehn) Jahren“
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Starttermine zum Film
  4. http://pitchfork.com/news/44843-video-trent-reznor-and-karen-o-cover-led-zeppelins-immigrant-song/
  5. Verblendung (2011) im Lexikon des Internationalen Films
  6. Golden Globe 2012 Nominations
  7. Writers Guild Awards 2012 Nominations
  8. Producers Guild of America: Producers of the Year Awards
  9. AFI AWARDS 2011
  10. Verblendung in der Deutschen Synchronkartei