Eslarn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Eslarn
Eslarn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eslarn hervorgehoben
49.58361111111112.522777777778516Koordinaten: 49° 35′ N, 12° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 55,24 km²
Einwohner: 2723 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92693
Vorwahl: 09653
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 118
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Eslarn
Marktplatz 1
92693 Eslarn
Webpräsenz: www.eslarn.de
Bürgermeister: Reiner Gäbl (SPD)
Lage des Marktes Eslarn im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis Bayreuth Landkreis Schwandorf Weiden in der Oberpfalz Landkreis Tirschenreuth Landkreis Amberg-Sulzbach Georgenberg Neustadt am Kulm Pressath Trabitz Eschenbach in der Oberpfalz Bechtsrieth Windischeschenbach Weiherhammer Waldthurn Waidhaus Vohenstrauß Theisseil Tännesberg Störnstein Schwarzenbach (Oberpfalz) Schlammersdorf Schirmitz Püchersreuth Pirk Parkstein Neustadt an der Waldnaab Mantel (Markt) Luhe-Wildenau Leuchtenberg Kohlberg (Oberpfalz) Kirchenthumbach Kirchendemenreuth Irchenrieth Grafenwöhr Flossenbürg Floß (Oberpfalz) Etzenricht Eslarn Altenstadt an der Waldnaab Speinsharter Forst Manteler Forst Vohenstrauß Heinersreuther Forst Tschechien Vorbach Speinshart Moosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Eslarn Rathaus

Eslarn (oberpfälzisch: „Isling“) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Eslarn liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord.

Eslarn gilt aufgrund seiner ruhigen Umgebung als Erholungsort, der auch verschiedene Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung bietet. Dazu zählt vor allem die am Ortsrand gelegene Freizeitanlage Atzmannsee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Waidhaus, Rozvadov, Třemešné, Bělá nad Radbuzou, Schönsee, Oberviechtach, Moosbach (Oberpfalz) und Pleystein.

Wappen von Pleystein
Pleystein
13 km
Wappen von Waidhaus
Waidhaus
8 km
Wappen von Rozvadov
Rozvadov
13 km
Wappen von Moosbach (Oberpfalz)
Moosbach (Oberpfalz)
9 km
Nachbargemeinden Wappen von Třemešné
Třemešné
18 km
Wappen von Oberviechtach
Oberviechtach
18 km
Wappen von Schönsee
Schönsee
9 km
Wappen von Bělá nad Radbuzou
Bělá nad Radbuzou
16 km

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Eslarn hat 26 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Burkhardsrieth, Eslarn, Gmeinsrieth, Heumaden, Pfrentsch.

Geschichte[Bearbeiten]

Eslarn kann aufgrund seiner ersten urkundliche Erwähnung im Jahre 1240 im Nordgau (Bayern) auf eine über 750 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Es besaß schon Ende des 15. Jahrhunderts das Marktrecht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz bestätigte 1598 die Marktrechte und verlieh ein Wappen. Seit 1613 wird der Ort als Markt bezeichnet. Er gehörte später zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Treswitz des Kurfürstentums Bayern. Durch das 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. Im 19. und 20. Jahrhundert war Eslarn namensgebend für den Eslarner Bockl, die Bahnstrecke von Eslarn nach Neustadt an der Waldnaab.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Gmeinsrieth eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Teile von Heumaden, am 1. Juli 1972 Teile von Burkhardsrieth hinzu.[3] Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Pfrentsch folgten am 1. Juli 1976.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 3008
  • 1970: 3045
  • 1987: 2997
  • 2000: 3119
  • 2010: 2848
  • 2012: 2733

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Reiner Gäbl (SPD). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Georg Hansl (CSU) und 2008 wiedergewählt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 994.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 189.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein silberner Balken; oben ein wachsender, rot bewehrter goldener Löwe, unten ein waagrechter silberner Fisch.

Das Wappen ist seit 1598 bekannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eslarn Jakobsweg

Eslarn feiert alle fünf Jahre das traditionelle Heimatfest. 1995 wurde das etwa zehn Tage dauernde Fest zum 20. Mal veranstaltet.[5] Ein Höhepunkt ist der Festumzug mit zahlreichen Vereinen aus Eslarn und Umgebung sowie den Heimatvereinen von Eslarnern in der Fremde.

Hauptartikel: Mariä Himmelfahrt (Eslarn)

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1681 bis 1687 erbaut und 1910 erweitert. Der fast 50 Meter hohe Turm trägt eine Zwiebelkuppel. Der Gnadenaltar um 1700 birgt eine gotische Marienstatue. Ebenfalls um 1700 entstand eine Rosenkranzmadonna, die Rokokokanzel 1759 und der Orgelprospekt 1757 wurden geschaffen.

Durch Eslarn führt der Fränkische Jakobsweg, der mit einer weißen Muschel auf hellblauem Grund markiert ist. Er kommt von Tillyschanz, wo er beginnt.[6] Der Jakobsweg betritt mit der Böhmerstraße den Markt Eslarn. Er schwenkt nach rechts (Richtung Nordwesten) in die Tillystraße ein und führt über den Tillyplatz und den Marktplatz zur Bahnhofstraße. Mit der Bahnhofstraße ändert sich seine Richtung nach Südwesten. Er überquert den Loisbach und erreicht über Kapellenstraße, Tradweg, Sportplatzstraße den Atzmannsee. Über die Badewiese entlang des Seeufers wendet der Weg sich nach Süden und tritt bei Pflugsbühl in den Wald ein. Nächste Ortschaft am Fränkischen Jakobsweg ist Lohhof, 6,5 km südwestlich von Eslarn.[7]

Eslarn Beginn des Bocklradweges

In Eslarn beginnt der knapp 50 Kilometer lange Bocklradweg, der auf der ehemaligen Bahnstrecke Neustadt (Waldnaab)–Eslarn nach Neustadt an der Waldnaab führt. Er ist Teil des Paneuropa-Radweges Prag - Paris.

Eslarn Loisbach

An der Staatsstraße 2154 zwischen Schönsee und Eslarn im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald am Osthang des Stücksteins liegt der Wildpark Eslarn mit einigen einheimischen Tieren, einem Spielplatz und einem Lehr- und Erlebnispfad.

Frischlinge im Wildpark Eslarn

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 13, im produzierenden Gewerbe 496 und im Bereich Handel und Verkehr 61 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 92 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1021. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 16 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2123 Hektar, davon waren 1102 Hektar Ackerfläche und 1019 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2013):

  • Ein Kindergarten mit 75 Plätzen und 68 Kindern, davon 3 < 3 Jahre (BayStatKommunal 2013)
  • Eine Volksschule mit 4 Lehrern und 82 Schülern (BayStatKommunal 2013)

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Marianne Ach (* 1942), ehemalige Nonne, Lehrerin, Schriftstellerin
  • Josef Hanauer (1913–2003), Pfarrer, Buchautor
  • August Lang (1929–2004), Politiker, bayerischer Staatsminister (CSU)
  • Ernst Michl (1935–2001), Politiker, MdL a. D. (CSU)
  • Fritz Möstl (* 1954), Politiker, MdL a. D. (SPD)
  • Georg Friedrich Zimmermann (1916-1984), Kirchenmusiker und röm.-kath. Priester, der im Februar 1969 wegen „Unzucht mit Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Seit 1993 gibt es eine Gg.-Zimmermann-Straße in Eslarn.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111106/193157&attr=OBJ&val=966
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652.
  5. Historisches zum Heimatfest Eslarn
  6. Fränkischer Albverein(Hrsg.): Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg. Verlag Seehars, 97215 Uffenheim 1997, ISBN 3-927598-22-4, S. 10
  7. Fränkischer Albverein(Hrsg.): Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg. Verlag Seehars, 97215 Uffenheim 1997, ISBN 3-927598-22-4, S. 15, 16
  8. Durch Trinken auf Abwege, in: Der Neue Tag Weiden, vom 22. Februar 1969 (Zeitungsbericht über die Gerichtsverhandlung vom Vortag.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eslarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien