Bad Camberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Camberg
Bad Camberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Camberg hervorgehoben
50.38.2666666666667209Koordinaten: 50° 18′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 54,64 km²
Einwohner: 13.912 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 255 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65520
Vorwahlen: 06434 (Oberselters: 06483)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 003
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Amthof 15
65520 Bad Camberg
Webpräsenz: www.bad-camberg.de
Bürgermeister: Wolfgang Erk (SPD)
Lage der Stadt Bad Camberg im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-Pfalz Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Lahn-Dill-Kreis Bad Camberg Beselich Brechen (Hessen) Dornburg (Hessen) Elbtal (Hessen) Elz (Westerwald) Hadamar Hünfelden Limburg an der Lahn Limburg an der Lahn Löhnberg Mengerskirchen Merenberg Runkel Selters (Taunus) Villmar Waldbrunn (Westerwald) Weilburg Weilmünster WeinbachKarte
Über dieses Bild

Bad Camberg ist mit etwa 14.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Landkreis Limburg-Weilburg im Westen von Hessen. Sie liegt im Hintertaunus, etwa 30 km nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden und 20 km südlich der Kreisstadt Limburg an der Lahn. Bad Camberg ist der Zentralort des Goldenen Grunds mit guter Infrastruktur und ein Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums am Rande des Rhein-Main-Gebietes. Der anerkannte Kneippkurort ist der älteste seiner Art in Hessen und der drittälteste in Deutschland. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kreuzkapelle.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Stadtpanorama von Bad Camberg aus der Nähe der Autobahnabfahrt. Im Hintergrund die Berge des Taunus

Bad Camberg – die südlichste Gemeinde des Landkreises Limburg-Weilburg und des gesamten Regierungsbezirkes Gießen – liegt im Hintertaunus im Goldenen Grund, der als Verbindung der Idsteiner Senke mit dem Limburger Becken den Hintertaunus in eine Ost- und eine Westhälfte teilt; auch in Nord-Süd-Richtung ist die Stadt zentral in diesem gelegen. Bad Camberg liegt 18 Kilometer südöstlich von Limburg an der Lahn (die Kilometerangaben sind die Wege über die Straßen) 31 Kilometer nördlich von Wiesbaden, 48 km nördlich von Frankfurt am Main (59 Kilometer über die Autobahn), 72 Kilometer östlich von Koblenz und 75 Kilometer südwestlich von Gießen.

Höhen[Bearbeiten]

Kreuzkapelle

Die Stadt liegt auf einer Höhe von rund 200 Metern. Eine der höchsten Erhebungen des Landkreises Limburg-Weilburg, das Kuhbett (526 m), liegt in der Gemarkung des Stadtteils Erbach an der Grenze zur Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis. Unmittelbar an die Kernstadt schließt sich im Nordosten ein nicht benannter Hügel mit rund 320 Metern Höhe an, auf den der Kreuzweg zur Kreuzkapelle führt. Die höchste Erhebung in der Gemarkung der Kernstadt befindet sich an deren Ostrand mit rund 490 Metern Höhe. Die Kernstadt-Gemarkung ist insgesamt trogförmig strukturiert, mit dem meist schwach eingeschnittenen Tal des Emsbachs in der Mitte. Am Westrand erhebt sich das Gelände mit dem Steinkopf auf bis zu 317 Meter.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Der Goldene Grund, der vom Emsbach durchflossen wird, erstreckt sich im westlichen Stadtgebiet von Süden nach Norden durch Bad Camberg. Hier liegen die Stadtteile Würges, Bad Camberg, Erbach und Oberselters (von Süd nach Nord). Das östliche Stadtgebiet ist mit den beiden Stadtteilen Schwickershausen und Dombach wesentlich dünner besiedelt und höher gelegen. Vom Goldenen Grund aus steigt das Land auf beiden Seiten zum Taunus an. Die Gemarkung der Kernstadt erstreckt sich lang in Richtung Südwest-Nordost.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die umliegenden Gemeinden von Bad Camberg sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Selters (Landkreis Limburg-Weilburg), Weilrod (Hochtaunuskreis), Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis), Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis), Hünstetten (Rheingau-Taunus-Kreis), Hünfelden (Limburg-Weilburg). Außer den zum Kreis Limburg-Weilburg gehörenden Gemeinden sind alle Bad Camberger Nachbargemeinden nicht Teil des Regierungsbezirks Gießen, sondern des Regierungsbezirks Darmstadt.

Geologie[Bearbeiten]

Die Geologie des gesamten Stadtgebiets wird in den zwei Dritteln der Fläche östlich des Emsbachs von Schiefer und schieferhaltiger Grauwacke bestimmt, westlich des Emsbachs von Lössablagerungen. Dazwischen erstreckt sich ein Quarzkies-Band nach Osten verschoben parallel zum Emsbach.

Die Geologie der Bad Camberger Kernstadt-Gemarkung wird in den Höhenzügen im Osten durch Grauwacke mit hohem Schieferanteil bestimmt. Die Kernstadt selbst wird im Osten von einem Quarzkiesvorkommen umschlossen, westlich der Stadt schließt sich eine Lössschicht an. Den Westrand der Gemarkung bilden wiederum im Süden ein Feld aus Grauwackenschiefer, im Nordwesten eisenschüssiger Schiefer und dazwischen der Steinkopf, ein Quarzitvorkommen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus sechs Stadtteilen; Einwohnerzahlen Stand Juni 2011:[2]

Stadtteil
 
Einwohnerzahl
 
Gesamtfläche
in km²
davon Wald
in km²
in %
 
Bevölkerungsdichte
in Personen/km²
Kernstadt Bad Camberg 7.060 19,91 10,89 54,7 346,7
Erbach 2.710 10,66 4,91 46,0 263,0
Würges 2.661 13,82 6,27 45,4 184,1
Oberselters 1.108 4,22 0,84 19,9 278,0
Schwickershausen 579 2,77 0,66 23,8 211.2
Dombach 392 3,26 1,38 42,3 105,5
Gesamtstadt 14.510 54,64 24,95 45,7 263,5

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Südwestfassade des Amthofs
Südostfassade des Amthofs mit der Haube des Oberturms im Hintergrund und der Apsis der Hohenfeldkapelle am rechten Bildrand

Der Bandkeramik-Kultur aus der Jungsteinzeit (5000–3000 v. Chr.), die ihre Bezeichnung auf Grund ihrer Töpferwaren erhielt, sind die ältesten Funde im Raum Camberg zuzurechnen. Während die meisten damaligen Gruppen auf Jagen und Sammeln angewiesen waren, produzierten die Bandkeramiker ihre Nahrung bereits durch Ackerbau (u. a. Emmer und Einkorn) und Tierzucht. Die Häuser waren meist 20 bis 25 Meter lang und 5 bis 7 Meter breit. Innerhalb der Siedlungen werden immer unregelmäßige Gruben angetroffen, wobei zur Errichtung der Häuser deren Aushub verwendet wurde. Sie wurden immer wieder mit Abfällen wie Holzkohle, Tierknochen, Asche, Steine und Keramikscherben befüllt. In einigen bebauten Gebieten der Kernstadt haben die Straßen mehrere Abfallgruben angeschnitten.[3]

Die zweite Siedlungszeit wird für die Zeit von 600 v. Chr. bis 500 v. Chr. ausgemacht. Die Hügelgräberfelder entlang der L 3031 Richtung Usingen werden dieser Zeit zugeordnet.

Ersterwähnung (1000)[Bearbeiten]

Am 6. Februar 1000 schenkte Kaiser Otto III. dem Kloster Burtscheid den Königshof Cagenberg,[4] wobei ein eindeutiger Hinweis auf die Grafschaft fehlt. Cagenberg bedeutet vermutlich Berg des Cago, wobei Cago eine Abkürzung des Namens Garganhardt wäre,[5] ein Name, der im Geschlecht der Konradiner, der Herren über den Lahngau im 10. Jahrhundert, mehrfach vorkam. Der Name des Hofs lässt darauf schließen, dass es sich bei ihm um eine vergleichsweise junge Siedlung handelte, möglicherweise aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Einige umliegende Orte wie Selters, Erbach, Würges und Dauborn sind bereits für das 8. Jahrhundert verbürgt. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass es auch für Cagenberg eine Vorläufersiedlung gab.

Kloster Seligenstadt, Grafschaft Diez (1053–1388), Stadtrecht (1281)[Bearbeiten]

Nach einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. von 1018 lag Cagenberg im Lahngau. Im gleichen Jahr wechselte der Hof vom Besitz Burtscheids in den des Klosters Seligenstadt. Aus dem Namen Cagenberg entwickelten sich Cainburg, Camburg, Kamberg und Camberg und nach anderen Angaben Cagenberc (1018), Kamberch (1156), Kahberg (1194) Kamberc (1197) und später Kaynburg. 1053 fiel die Ansiedlung an die Grafen von Diez, die nach dem Aussterben der Konradiner weite Teile von deren Besitz übernahmen. Bis 1388 sollten die Diezer Grafen die Stadt beherrschen. Bad Camberg war die südlichste größere Ansiedlung in Diezer Gebiet und wurde gegen die angrenzende Grafschaft Idstein besonders befestigt. In der Nähe des heutigen Amthofs befand sich die Burg Camberg. Am 27. August 1281 verlieh König Rudolf I., von Graf Gerhard IV. erwirkt, die Stadtrechte nach dem Vorbild der Frankfurter Rechtsordnung, die 1300 und 1336 erneuert wurden.[6] Allerdings handelte es sich nur um eine Freiung und um keine vollständige Erhebung zur Stadt. Camberg hatte damit den Status einer Minderstadt. Erst 1356/57 und mit Bestätigung von 1365 erhielt Camberg die Stadtrechte in vollem Umfang. Spätestens mit diesem Rechtsakt begann der Bau einer Stadtmauer, der vermutlich um 1380 abgeschlossen war.

Neben den Landesherren hatten zahlreiche andere Grundherren Besitz in der Stadt, darunter das Limburger Georgsstift als einer der bedeutendsten.

1311 ist erstmals ein Zentgericht in Camberg genannt, das bis um 1800 fortbestand. Spätestens 1548 oblag dem Camberger Gericht auch die Blutgerichtsbarkeit. Spätestens im 18. Jahrhundert scheint die Bedeutung des Gerichts aber erheblich zurückgegangen zu sein.

Nach dem Dreikönigsfest 1357 waren der Legende nach alle Camberger betrunken und schliefen, als Walsdorfer Raubritter versuchten, die Stadt auszurauben. Die Stadtmauer war damals noch im Bau, es musste also nur das Gebück überquert werden. Dort lebten jedoch Elstern (im Dialekt Atzeln), die den Raubversuch bemerkten und Alarm schrieen. Dadurch wurden die Camberger aufgeweckt, der Angriff vereitelt und die Walsdorfer in die Flucht geschlagen. Noch heute wird die Atzel deshalb als „inoffizieller Wappenvogel“ der Stadt angesehen.

Nassau-Dillenburg, Katzenelnbogen, Herren von Eppstein, Landgrafschaft Hessen (1388–1479)[Bearbeiten]

Da die Grafen von Diez 1388 ausstarben, erbte Adolf von Nassau-Dillenburg die Stadt. Ab 1403 war die Stadt an Katzenelnbogen verpfändet. In dieser Zeit wurde Camberg von Frankfurt am Main besetzt, das mit Katzenelnbogen in Fehde lag, kurz darauf aber wieder zurückerobert. Nach dem Tod Adolfs von Nassau 1420 entstand ein Kondominium zwischen der Grafschaft Nassau-Dillenburg und den Herren von Eppstein, die 1428 sogar Drei Viertel der Stadt erhielten. 1452/54 kauften die Grafen von Katzenelnbogen ein Viertel der Stadt von Eppstein und ein weiteres Achtel von Dillenburg, wobei letzteres 1481 zurückverkauft wurde. Zwischenzeitig verpfändeten alle Besitzer immer wieder für kürzere Zeit Anteile an andere Adlige oder an Kurtrier. Nach dem Aussterben des Hauses Katzenelnbogen erhob 1479 die Landgrafschaft Hessen Ansprüche auf das ehemals Katzenelnbogische Viertel der Stadt.

Der Wald von Camberg, Würges und Erbach gehörte 1421 einer Markgenossenschaft, in der zunächst die Grafen von Diez, dann die von Nassau die dominierende Stellung einnahmen.

Die Camberger Hauptkirche war bereits im Hochmittelalter dem heiligen Petrus geweiht. Patron der Camberger Pfarrei war das Limburger Georgsstift. Die früheste namentliche Erwähnung eines Priesters war 1156 ein Gernot. Damals umfasste das Camberger Kirchspiel bereits die heutigen Stadtteile sowie das inzwischen wüst gefallene Dorf Alsdorf bei Würges sowie Walsdorf. Die Pfarrei gehörte bis 1235 zum Erzbistum Mainz und ab diesem Zeitpunkt zum Erzbistum Trier, das später teilweise auch die Landeshoheit innehatte.

Trier und Nassau (1535–1794)[Bearbeiten]

Detail des Schnitzwerks an der Amthof-Fassade

1508 fiel Eppstein an die Grafen von Königstein. Als die Grafen von Königstein 1535 ausstarben, besetzte das Kurfürstentum Trier Camberg und erhielt die Hälfte der Stadt auf Dauer. Damit war eine gewisse Stabilisierung der Herrschaftsverhältnisse erreicht. Bis um 1800 gehörte Camberg jeweils zur Hälfte Kurtrier und Nassau, wobei der Nassauer Anteil mehrfach zwischen verschiedenen Linien des weit verzweigten Hauses wechselte. 1557 wurde im Frankfurter Vertrag das Hessische Viertel endgültig Nassau-Dillenburg zugeschlagen. Von 1607 bis 1628 gehörte ein Viertel, das davor und danach dillenburgisch war, Nassau-Hadamar. 1652 ging die Dillenburger Hälfte an Nassau-Diez und 1743 an Oranien-Nassau.

Seitenportal der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul

In der frühen Neuzeit besaß Camberg weitgehend den Charakter einer Ackerbürgerstadt. 1404 werden erstmals zwei Bürgermeister, 1458 ein Stadtrat erwähnt, 1481 ein Rathaus. Um 1720 muss das Rathaus verfallen sein. Ein Neubau wurde geplant, jedoch nie umgesetzt. Vermutlich übernahmen bereits im 17. Jahrhundert die Amtmänner der Landesherren weitgehend die Aufgaben der Bürgermeister und die städtische Selbstverwaltung verfiel. Einen Rat gab es spätestens ab 1454, jedoch kam er über eine geringe örtliche Bedeutung nie hinaus. Im etwas größeren Umfang wurden Wollverarbeitung und Töpferei in der Stadt betrieben. Zumindest zwei Walkmühlen waren zeitweise vorhanden. 1581 bestanden sieben Zünfte in der Stadt, zu denen sich wegen der geringen Größe jeweils mehrere Gewerbe zusammenschlossen.

Die Stadtbefestigungen mit mächtiger Mauer und mehreren Türmen wurde bis ins frühe 18. Jahrhundert gepflegt, wenn auch für 1660 vollständig eingefallene Abschnitte erwähnt werden. Bis 1750 waren die Anlagen weitgehend verfallen und erfüllten keine militärische Funktion mehr.

Von 1535 bis 1794 stand das Amt Camberg unter der gemeinsamen Verwaltung des Hauses Nassau und von Kurtrier. Zu ihm gehörten neben allen heutigen Stadtteilen, auch Haintchen und später Eisenbach sowie Hasselbach. Für jeden der beiden Herren nahm ein Amtmann die Interessen in Camberg wahr. Durch den häufigen Wechsel der Herrschaft zwischen den verschiedenen nassauischen Linien gelang es den kurtrierischen Amtmännern, eine bedeutende Stellung auszubauen. Mit dem Amthof, dem heutigen Rathaus, verfügten sie zudem über einen dominierenden Gebäudekomplex in der Stadt. Die kurtrierische Amtswürde befand sich zumeist in den Händen einer der alteingesessenen Adelsfamilien von Heiden, von Hohenfeld oder von Schütz-Holzhausen. Für 1651 ist nachgewiesen, dass von Camberg aus auch die kurtrierischen Ämter Limburg und Villmar verwaltet wurden. 1625 ist erstmals ein Lehrer in der Stadt erwähnt.

In den Jahren 1630 und 1659 fanden in Camberg große Hexenprozesse statt. 13 Frauen und ein Mann wurden beschuldigt, fünf Frauen wurden hingerichtet, eine starb in Haft. Die übrigen Beschuldigten wurden, oft nach Folterung, entlassen.

Die früheste Angabe über die Camberger Bevölkerung stammt von 1632 und gibt 80 Bürger an. Für 1700 sind 98 Haushalte, 104 Handfröner und fünf Witwen verzeichnet. 1790 wurde erstmals die Gesamtzahl der Einwohner mit 1003 angegeben. Im Jahre 1788 befanden sich 70,2 Prozent des Grundbesitzes in bürgerlicher, 26,2 Prozent in adeliger und 3,6 Prozent in geistlicher Hand. [7]

Jüdische Einwohner sind erstmals für 1576 sicher nachgewiesen. 1662 wurden fünf jüdische Familien mit 32 Personen gezählt. Spätestens 1756 gab es eine Synagoge.

Ende der Mehrfachherrschaften, Preußen (ab 1866)[Bearbeiten]

1802 übernahm Nassau-Weilburg die kurtrierische Hälfte der Stadt. 1806 wurde aus Oranien-Nassau, Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg das Herzogtum Nassau gebildet, somit endeten die Mehrfachherrschaften über die Stadt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Amt Camberg aufgelöst und zunächst dem Amt Kirberg (allerdings mit Sitz in Camberg), ab 1816 dem Amt Idstein angegliedert. 1866 fiel Nassau an Preußen, dort gehörte es der Provinz Hessen-Nassau, dem Regierungsbezirk Wiesbaden und dem Untertaunuskreis an. 1886 wurde Camberg Teil des neuen Kreises Limburg. Auch das Camberger Gericht wurde 1808 eines Großteils seines Zuständigkeitsbereiches und seiner Kompetenzen beraubt.

1810 unterrichtete der selbst taub geborene Hugo Freiherr von Schütz zu Holzhausen in Räumen des Amthofs erstmals „Taubstumme“. Damit war er in Deutschland einer die Pioniere auf diesem Gebiet. In den folgenden Jahren wurde aus den Unterrichtsstunden eine feste schulische Einrichtung und 1820 das „Herzoglich Nassauische Taubstummen-Institut“. Bis 1875 war es in einem Nebengebäude des Guttenberger Hofes in der Altstadt untergebracht. Auf einem von der Stadt Camberg geschenkten Gelände an der Frankfurter Straße wurde ab 1894 ein eigenes Gebäude für die Schule errichtet. Unter dem Namen Freiherr-von-Schütz-Schule befindet sie sich noch heute dort. Nach 1970 übernahm die Schule das benachbarte ehemalige Amtsgericht, 2001 wurde das Gebäude erweitert.

1820 wurde neben der Kirche ein klassizistisches Schulgebäude errichtet und 1894 erweitert. 1873 begann der Lehrbetrieb einer Höheren Knabenschule und 1890 einer Höheren Töchterschule.

1861 gründete Moritz Lieber ein Krankenhaus, das Lieber’sche Hospital, in der Gisbert-Lieber-Straße. Es wurde 1959 aufgelöst. Heute nutzt die Freiherr-von-Schütz-Schule das Gebäude.

Gewerbegebiet, Kurort (1927), Bad (1981)[Bearbeiten]

Die Stadt dehnte sich im 20. Jahrhundert vor allem nach Westen aus, in Richtung des Bahnhofs. Ab den 1920er Jahren begann der Aufbau eines Gewerbegebiets westlich der Bahnlinie.

Kneippkurort ist Camberg seit 1927. 1937 wurde der Titel Anerkanntes Heilbad verliehen. Seit 1977 ist Camberg ein Staatlich Anerkanntes Kneippheilbad. Die Bezeichnung „Bad“ wurde Camberg 1981 verliehen, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadtrechte. 1973 wurden die Hohenfeld-Kliniken fertiggestellt.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Etablierung der NS-Machtstrukturen durch die Familie Lawaczeck[Bearbeiten]

Die Brüder Ernst Lawaczeck und Paul Lawaczeck waren bereits im Jahr 1928 für die "Bewegung" im Kreis Limburg aktiv in Erscheinung getreten. Sowohl in Bad Camberg als auch im Kreis Limburg nahmen sie zentrale Funktionen ein. Dabei kam es zwischen Ernst Lawaczeck und seinem zwölf Jahre älteren Bruder Paul zu einer planvollen Aufteilung der jeweiligen Rollen. Ernst Lawaczeck, später Bürgermeister in Camberg, war dort Ortsgruppenleiter der NSDAP. Er nahm in den Jahren 1939–1941 die Funktion des Kreisobmanns des NSDÄB in Limburg sowie die Funktion des Abteilungsleiters für Volksgesundheit im Kreisstab der NSDAP wahr. In Camberg selbst konzentrierte sich Lawaczeck auf die Verfolgung politischer Gegner, die im Zuge der sog. "Machtergreifung" systematisch und mit Unterstützung der SS betrieben wurde. Zur Festigung der NSDAP-Machstrukturen betrieb Lawaczeck, wie er es in einem Schreiben an den Kreisleiter (1936) formuliert, den "Kampf gegen den Politischen Katholizismus". Ernst Lawaczeck war als Bürgermeister maßgeblich an der Ausplünderung der Juden, aber auch der jüdischen Kultusgemeinde beteiligt, die er zugunsten regionaler NS-Funktionäre und der Gemeindefinanzen durchführte. Paul Lawaczeck war vorwiegend auf der überregionalen politischen Ebene aktiv. Im Jahr 1924 war Paul Lawaczeck zunächst Kreistagsabgeordneter für den Landkreis Limburg. In den Jahren 1929 Abgeordneter der NSDAP im Provinziallandtag. Ab dem Jahr 1934 Kreisdeputierter und von 1929-1933 Kreisleiter der NSDAP in Limburg. Im Jahr 1936 wurde Paul Lawaczeck stellvertretender Landrat des Landkreises Limburg. Die Ehefrau Paul Lawaczecks, Anna (Ännie) geb. van Gelder (1886-1976) unterstützte das Regime als NS-Frauenschaftsleiterin.

Verfolgung der jüdischen Bürger und politischen Gegner[Bearbeiten]

Am 1. April 1933 wurde der letzte demokratisch gewählte Bürgermeister, Johann Pipberger, im Zuge der Gleichschaltung aus dem Amt getrieben. Begründet wurde der Antrag auf Ausscheiden aus dem Amt mit "andauernder Dienstunfähigkeit".[8] Am 10. April wurde der Nationalsozialist Dr. med. Ernst Lawaczeck als kommissarischer Bürgermeister gewählt und in sein Amt eingeführt. Die eigentliche Wahl des Bürgermeisters, die einstimmig vollzogen wurde, fand am 10. Oktober 1933 statt. In der Sitzung der vereinigten Körperschaften der Stadt Camberg, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung, wurde der Dringlichkeitsantrag gestellt, Hitler und Hindenburg zu Ehrenbürgern der Stadt Camberg zu ernennen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Ebenfalls einstimmig wurde die Benennung und Umbenennung folgender Straßen zugestimmt:

  1. Strackgasse in Adolf-Hitler-Straße
  2. Straße vom Badehaus zur evangelischen Kirche in Hermann-Göring-Straße
  3. Allee vom Haus Schorn bis Chaussee nach der Tenne in Hindenburg-Allee
  4. Stadtpark in Hindenburg-Anlage
  5. Neugasse in Peter-Gemeinder-Straße
  6. Grüner Platz in Horst-Wessel-Platz[9]

Dem NS-Terror in Camberg fiel zunächst der von 1905 bis März 1933 amtierende Bürgermeister Johann Pipberger zum Opfer, der von systemkonformen Gewalttätern am 2. August 1933 schwer misshandelt und die Treppe seines Hauses hinuntergeworfen wurde, wo er schwer verletzt liegen blieb. Ähnliche Gewaltakte wurden gegen weitere Bürger durchgeführt, zum Beispiel gegen Schreiner Emmel, Viehhändler Steinberg, Postmeister Schütz, Landesbankdirektor Hardeck, Familie Löwenberg, Berthold und Moritz Landau, Hermann Steinberg, Heinrich Schneider, Walter Bachenheimer, den Landwirt Peter Schmitt und seinen Sohn Philipp.[10]

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge in der Schmiedgasse niedergerissen. Anschließend wurden jüdische Privat- und Geschäftshäuser geplündert und deren Bewohner durch den in den Straßen marodierenden Mob misshandelt.[11] Nachdem viele Camberger Juden bereits in den frühen 30er Jahren ausgewandert waren, begann mit der Pogromnacht der Auftakt zur endgültigen Vernichtung der jüdischen Bürger. Einige Wochen später wurden auf den Judenfriedhöfen alle Grabsteine umgeworfen.[12] 1937 lebten noch 69 Juden in Camberg, 27 von ihnen gelang es, noch rechtzeitig auszuwandern. Allein 1942 wurden acht jüdische Einwohner verschleppt und ermordet.[13] Nach dem Krieg lebten keine Juden mehr in Camberg. Wenigen gelang die Flucht ins Ausland, der Textilhändler Hermann May emigrierte zunächst nach Amsterdam, wurde von dort aus später deportiert und ermordet. Die Familie des Metallwarenhändlers Moritz May floh noch in der Pogromnacht nach Frankfurt am Main, was sie jedoch, wie die meisten Camberger Juden, deren Schicksal noch nicht erforscht ist, nicht vor Deportation und Ermordung bewahren konnte. In Archiven, insbesondere im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, existiert ein mehrheitlich noch nicht gesichteter und ausgewerteter Bestand von Devisen- und Entschädigungsakten zu den deportierten und ermordeten Camberger Juden die, wie das Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945, Rückschlüsse über das Schicksal fast jedes Einzelnen ermöglichen.

Stufenkraftwerk als Prototyp der NS-Wirtschafts- und Energiepolitik[Bearbeiten]

Der seit 1934 als Professor für Hydraulik[14] an der Hochschule Danzig tätige Franz Lawaczeck, Bruder des NS-Bürgermeisters Ernst Lawaczeck und wie seine Brüder Paul und Ernst seit Mitte der 20er Jahre[15] Mitglied der NSDAP, konzipierte das von ihm erbaute Stufenkraftwerk Camberg gemäß der NS-Wirtschaftsideologie. Dieses Wasserkraftwerk, das die Landbevölkerung mit günstigem Strom versorgen sollte, hatte Franz Lawaczeck bereits 1932, also vor der sog. Machtergreifung, in der parteieigenen, unter der Herausgeberschaft von Gottfried Feder stehenden NS-Schriftenreihe Nationalsozialistische Bibliothek beschrieben.[16] Zielrichtung des Projekts,[17] das als Prototyp für die Stromerzeugung im NS-Staat gedacht war, sollte die systematische Ausschaltung des „jüdischen Großkapitals“ aus der Energiewirtschaft sein. Mittels der kommunalen Energiewirtschaft sollte ein Signal gegen den „Geld- und Warenwucher“ , die „Wegelagerer“ und „Spekulanten ... zumeist Juden“[18] gesetzt werden. Die im Kern antiliberalistische Ausrichtung der von Franz Lawaczeck im Konzept des Stufenkraftwerks vertretene Wirtschaftsauffassung geht von einer primär „jüdisch“ definierten, kapitalistischen Privatwirtschaft aus, die den Strommarkt zuungunsten des „deutschblütigen“ Handwerkers und Bauern für eigenes Profitstreben nutzt. Mit dem Wirtschaftsmodell des Stufenkraftwerks wirbt der NS-Ideologe Lawaczeck für eine Volkswirtschaft, die dem „rassenmäßig bedingten Wunschbild“ [19] gemäß der Vorstellung Gottfried Feders entspricht und den „germanischen Völkern“ die wirtschaftliche Befähigung verleihen sollte, „durch ihren Zusammenschluss endlich den dauernden Wall gegen Niederrassentum aufzurichten und diesen Wall dauernd geschlossen gegen Osten vorzuschieben.“[20] Trotz vielfacher politischer Protektion, u. a. durch den Gauleiter Gauleiter Jakob Sprenger, scheiterte das Vorhaben Lawaczecks, da es sich nicht als wirtschaftlich erwies. Die Ruine des Camberger Stufenkraftwerks befindet sich noch vor Ort. In der regionalen Geschichtsschreibung[21][22] wird Franz Lawaczeck unter Auslassung von dessen Involvierung in den Nationalsozialismus als „Erfinder-Ingenieur“ geehrt.

Nationalsozialistische "Fürsorge" im Gebäude der Freiherr-von-Schütz Schule[Bearbeiten]

In der heutigen Freiherr-von-Schütz-Schule, der damaligen "Taubstummenanstalt", war seit 1937 auf Initiative des Anstaltsdezernenten Fritz Bernotat die Camberger Haus- und Landarbeitsschule untergebracht.[23] Nachdem die ursprünglich dort unterrichteten SuS gemäß der sich gegen Behinderte richtenden NS-Doktrin von „lebensunwertem Leben“ nach Frankfurt verdrängt, es also zu einer Neugewichtung der zu verteilenden Ressourcen im System der Anstaltsfürsorge im Geiste des Nationalsozialismus gekommen war, errichtete Bernotat eine zunächst unter Leitung des BDM stehende Erziehungsanstalt für weibliche Fürsorgezöglinge. In dieser sollten diese auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden. Neben der Unterrichtung in Haushaltsführung, Gartenbau und Kinderpflege wurde dort weltanschaulicher Unterricht gemäß der NS-Ideologie[24] erteilt. Aufgrund der in Kriegszeiten immer knapper werdender Arbeitskraft wurden Fürsorgezöglinge aus der Camberger Haus- und Landarbeitsschule vorzugsweise an lokale NS-Funktionäre und Parteigenossen (Bürgermeister Lawaczeck, Baugeschäft Weyrich, Kaufhaus Ide und Burdy u. Fam. Urban) als Hausmädchen vermittelt.[25]

Aus der organisatorisch im "Verein für Volkspflege e.V." [26] eingebetteten Haus- und Landarbeitsschule wurden Fürsorgezöglinge im Kontext der Aktion T4 in die Tötungsanstalt Hadamar verbracht und dort ermordet. [27] Auch die im Oktober 1944 auf dem Idsteiner Kalmenhof ermordete Ruth Pappenheimer war über den Verlauf mehrerer Jahre der Haus- und Landarbeitsschule Camberg zugeordnet.

Während des Zweiten Weltkriegs und speziell 1944 waren mehrere Truppenteile der Wehrmacht in der Stadt stationiert. 1945 wurde die Stadt der US-amerikanischen Besatzungszone zugeteilt und später Teil Hessens.

Wechselnde Regierungsbezirke, Landkreis Limburg-Weilburg[Bearbeiten]

Die Stadt gehörte zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Mit dessen Auflösung 1968 wurde Camberg Teil des Regierungsbezirks Darmstadt und 1981 Gießens. 1974 wurde die Stadt Teil des durch Fusion entstandenen Landkreises Limburg-Weilburg.

1957 begann der Neubau eines Schulzentrums, der heutigen Taunusschule. 1964 nahm dort die Realschule ihren Betrieb auf.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In den 1970ern gab es in ganz Deutschland Gebietsreformen, darunter auch die Gebietsreform in Hessen. Am 13. August 1970 trat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Goldener Grund in Kraft. Sie hatte zum Ziel, die Gemeinden des Goldenen Grunds durch einen freiwilligen Zusammenschluss zu vereinigen. Zehn Gemeinden, die heutigen sechs Bad Camberger Stadtteile sowie die Selterser Stadtteile Niederselters, Eisenbach und Haintchen sowie Hasselbach, heute zu Weilrod gehörig, unterzeichneten diese. Am 11. Dezember 1969 verkündete der hessische Innenminister, dass für alle Gemeinden des Landes Vorschläge zur Neugliederung ausgearbeitet werden. Dies sah vor, Camberg, Würges, Erbach, Schwickershausen und Dombach zur Stadt Camberg zu vereinigen, während Oberselters mit Niederselters, Eisenbach und Haintchen die Gemeinde Selters (Taunus) bilden sollte. Die Gemeindevertretung Dombachs war der Meinung, dass die Selbstständigkeit des Dorfes beibehalten werde, bis es von Seiten des Landes eine Zwangsvereinigung geben werde. Auch die Gemeindevertretung von Würges befürchtete, dass Bauvorhaben in ihrem Dorf zurückgestellt werden und Camberg kultureller Mittelpunkt der Stadt werde.

Im Januar 1971 wurde vom Landkreis Limburg erneut die kleine Lösung vorgeschlagen. Die heutigen Stadtteile außer Oberselters sollten die neue Stadt Camberg bilden. Es wurde jedoch auch in Betracht gezogen, dass Oberselters, Hasselbach, Walsdorf und Steinfischbach zu Camberg gehören könnten. Die Gemeindevertretung von Oberselters sprach sich im Falle einer Zusammenlegung für Camberg aus, während Hasselbach sich nach Weilrod orientierte. Die Bevölkerungen Walsdorfs und Steinfischbachs war mehrheitlich für Idstein bzw. Waldems, so dass die damals geplante Zusammenlegung mit den heutigen Stadtgrenzen übereinstimmt. Die Gemeinden Camberg, Erbach, Schwickershausen und Oberselters befürworteten diese Zusammenlegung, Dombach wollte erst abwarten und Würges keine freiwillige Zusammenlegung. Das Land Hessen nannte den 31. Dezember 1971 als letzten möglichen Termin für einen freiwilligen Zusammenschluss.

Am 9. November 1971 kam es zur Unterzeichnung eines Grenzänderungsvertrags zwischen den fünf heutigen Camberger Stadtteilen ohne Würges sowie von Eisenbach und Haintchen zur Gründung der neuen Stadt Camberg. Dieser Vertrag jedoch wurde von der Hessischen Landesregierung nicht anerkannt; diese forderte, Eisenbach, Haintchen und Oberselters der Gemeinde Niederselters anzuschließen, und schlug die Vereinigung Cambergs mit Erbach, Schwickershausen und Dombach vor. Die Gemeinden klagten vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof, um doch noch die Eingemeindung von Oberselters, Eisenbach und Haintchen zum 1. Januar 1972 durchzusetzen. Die Regierung wurde verpflichtet, die Fusion zuzulassen, sie legte jedoch Revision ein. Vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel kam es zu keiner mündlichen Verhandlung mehr, und das Berufungsverfahren wurde im Mai 1975 eingestellt.[28]

Am 1. Juli 1974 wurden dann Camberg, Würges, Erbach, Schwickershausen und Dombach zur Stadt Camberg zwangsvereinigt. Die Gemeinde Oberselters schloss sich dem Verband an.[29]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2010 lebten in Bad Camberg 14.078 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 258 Einwohnern pro km² entspricht. 2005 waren es noch 14.391 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt damit leicht über dem Bundes- und unter dem Landesdurchschnitt. Der Ausländeranteil betrug 2005 7,0 Prozent. [30]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile haben sich seit 1910 wie folgt entwickelt:

Stadtteil 1910 [31] 1970 1974 1987 1998 [32] 2004[33] 2005[33]
Kernstadt Bad Camberg 2.575 4.956 5.247 5.586 6.515 6.800 6.903
Erbach 1.114 2.111 2.257 2.468 2.869 2.805 2.804
Würges 926 2.101 2.185 2.147 2.453 2.530 2.545
Oberselters 587 1.017 1.002 1.221 1.178 1.173
Schwickershausen 332 465 492 536 553 585 585
Dombach 238 225 259 307 366 385 382
Gesamtstadt 5.772 11.457 12.045 13.977 14.281 14.391

Die Einwohnerzahl der Gesamtstadt und der Ausländeranteil Bad Cambergs hat sich seit 1993 wie folgt entwickelt: [34][35]

Jahr Einwohnerzahl Ausländer in %
Dez 1993 13.483 1070 7,9
Dez 1994 13.576 1122 8,3
Dez 1995 13.701 1222 8,9
Dez 1996 13.781 1235 9,0
Dez 1997 13.884 1264 9,1
Dez 1998 13.835 1105 8,0
Dez 1999 13.983 1082 7,7
Dez 2000 13.982 1050 7,5
Dez 2001 13.885 1017 7,3
Dez 2002 13.916 1017 7,3
Dez 2004 14.263 ca. 1040 7,3
Dez 2005 14.391 1.013 7,0
Dez 2006 14.378 ca. 1080 7,5
Dez 2007 14.281 ca. 1040 7,3
Dez 2008 14.184 ca. 1020 7,2
Dez 2009 14.182 ca. 1050 7,4
Dez 2010 14.078
Im Vordergrund das Klösterchen der Dernbacher Schwestern, im Hintergrund der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul

Religionen[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den östlichen, südlichen und westlichen Nachbargemeinden ist Bad Camberg mit seinen Stadtteilen seit jeher katholisch geprägt. Durch die Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier bis 1803 war das damalige Amt Camberg nahezu ausschließlich katholisch. Derzeit leben in der Kernstadt etwa 3600 Katholiken, was einem Anteil von 52 % entspricht. Es gibt sechs katholische Kirchengemeinden, die zum pastoralen Raum Bad Camberg zusammengeschlossen sind: St. Peter und Paul in Bad Camberg, St. Mauritius in Erbach, St. Ferrutius in Würges, St. Antonius in Oberselters, St. Georg in Schwickershausen und St. Wendelin in Dombach.[36]

Die Evangelische Martinskirche wurde am 8. September 1897 eingeweiht, zuvor mussten die protestantischen Bürger die Kirchen in Niederselters und Walsdorf benutzen. Einzugsgebiet der Bad Camberger Kirche sind die Kernstadt, Erbach, Würges, Dombach und Schwickershausen, während die evangelischen Christen aus Oberselters die Christuskirche in Niederselters besuchen. Bad Camberg und Selters sind zu einer Kirchengemeinde zusammengeschlossen.[37]

Vom 17. Jahrhundert bis 1942 gab es eine jüdische Gemeinde in Camberg. In den Stadtteilen lebten keine Juden, allerdings gehörten die jüdischen Bewohner von Walsdorf, Steinfischbach (ab 1907) und Eisenbach zur Gemeinde Camberg. Die Synagoge wurde bei den Novemberpogromen 1938 schwer beschädigt. Die Anzahl der in Camberg lebenden Juden verringerte sich durch Emigration, Flucht und Wegzug in den Jahren 1933 bis 1939 von 69 auf 19 Personen. Im Jahr 1942 wurden die letzten in Camberg lebenden Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde nach Frankfurt deportiert und ermordet.[38]

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus (erbaut 1860)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bad Camberger Bürgermeister ist gemäß der Hessischen Gemeindeordnung hauptamtliches Oberhaupt der Stadt und wird seit 1992 durch das Volk direkt auf sechs Jahre gewählt. Dennoch hat er auf Grund der Magistratsverfassung eine relativ schwache Stellung gegenüber der Stadtverordnetenversammlung.

Nach der Gemeindereform 1974 blieb Ernst Enzmann (CDU) Bürgermeister der Stadt, ehe er 1992 durch den SPD-Politiker Gerhard Reitz abgelöst wurde. Nachdem dieser nicht erneut kandidierte, setzte sich in der Wahl 2004/05 Wolfgang Erk (SPD) durch, der seither Bad Camberg regiert und 2010 für eine weitere sechsjährige Amtszeit bestätigt wurde.

2004 erhielt Erk im ersten Wahlgang 49,1 %, seine Herausforderer Harald Theuerkauf (CDU) und Wolfgang Schilling 48,6 bzw. 2,3 %. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhielt, fand eine Stichwahl statt, bei der auf Erk 50,4 und auf Theuerkauf 49,6 Prozent entfielen. Auf Grund von Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl musste die Wahl am 20. Februar 2005 wiederholt werden. Erk wurde mit 63,1 Prozent für eine sechsjährige Amtszeit gewählt.

Am 7. November wurde Bürgermeister Wolfgang Erk für eine weitere Amtszeit bestätigt. Er setzte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Andreas König (Bündnis 90/Die Grünen) durch. Die nächste Wahl findet voraussichtlich im Jahr 2016 statt.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Bad Camberger Stadtverordnetenversammlung hat 37 Mitglieder, wie es die Hessische Gemeindeordnung für Städte dieser Größe vorsieht, und wird auf fünf Jahre gewählt. Die letzte Wahl fand am 27. März 2011 statt.[39]

Stärkste Partei in der Stadtverordnetenversammlung ist traditionell die CDU, gefolgt von der SPD. Die FDP ist bei der Wahl 2011 auf Grund mangelnder Kandidaten nicht erneut angetreten, dafür jedoch die Partei Die Linke, die seither mit einem fraktionslosen Stadtverordneten im Kommunalparlament vertreten ist. Von Oktober 2011 bis Januar 2012 bestand die Fraktion „Die Neuen Grünen" mit drei Stadtverordneten als Abspaltung von Bündnis 90/Die Grünen.[40] Nach nur drei Monaten fand eine Wiedervereinigung statt. Auch der Parlamentarier der Linken schloss sich der vereinigten grünen Fraktion an, die nun sechs Mitglieder hat.

Die beiden letzten Kommunalwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Kommunalwahl in Bad Camberg 2011
 %
50
40
30
20
10
0
44,0 %
40,0 %
14,6 %
1,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,1 %p
-2,8 %p
+7,6 %p
+1,4 %p
-3,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,0 16 47,1 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,0 15 42,8 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,6 5 7,0 3
DIE LINKE Die Linke 1,4 1
FDP Freie Demokratische Partei 3,0 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 47,6 48,2

Die nächste Kommunalwahl findet 2016 statt.

Bundes- und Landespolitik[Bearbeiten]

Bei Bundestagswahlen gehört die Stadt seit 1949 zum Wahlkreis Rheingau-Taunus - Limburg, der seit 1998 durch den CDU-Abgeordneten Klaus-Peter Willsch in Berlin vertreten wird. Bad Camberg ist Teil des Landtagswahlkreises Limburg-Weilburg II, in dem der im Stadtteil Erbach wohnende Karlheinz Weimar (CDU) seit 1978 direkt gewählt ist.

Im überregionalen Vergleich erzielten CDU und FDP in Bad Camberg über-, SPD und Die Linke unterregionale Stimmenanteile. Die Bundestags-, Landtags- und Europawahlen seit 2004 lieferten in der Stadt folgende Ergebnisse: [41][42][43][44][45]

Partei EW ’04 BTW ’05 LTW ’08 LTW ’09 EW ’09 BTW ’09 LTW ’13 BTW ’13
CDU 51,6 41,7 47,9 48,3 47,2 39,3 47,0 47,2
SPD 22,1 31,3 29,1 17,3 18,5 20,8 25,6 23,7
FDP 5,9 11,7 9,2 16,2 11,4 17,3 4,6 5,5
Grüne 10,9 8,4 6,8 10,7 12,0 10,7 9,1 8,0
Die Linke 1,2 3,9 3,6 3,8 2,8 6,8 4,2 5,1
AfD - - - - - - 4,3 6,6
Sonstige 8,3 3,0 3,4 3,7 8,1 5,1 5,2 3,9

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Bad Camberger Wappens lautet: In Rot ein gezinnter silberner Turm mit blauem Zeltdach und geschlossenem goldenen Tor, über dem Sockel belegt mit rotem Viereck, darin übereinander zwei herschauende, schreitende, blau bewehrte, goldene Löwen.

Das Wappen der Stadt zeigt den Obertorturm, den östlichen Turm der Stadt, mit seinem Tore. Die goldenen Löwen auf rotem Grund stammen aus dem Wappen der Grafschaft Diez, zu der Bad Camberg gehört hatte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Camberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Obertorturm aus der Stadt heraus gesehen
Untertorturm

Die Kreuzkapelle ist das Wahrzeichen der Stadt. Die heutige Kapelle wurde 1725 auf einem Berg östlich der Stadt erbaut und ist schon von weitem sichtbar.

In der Altstadt befindet sich noch eine Vielzahl von Fachwerkhäusern, die zum Teil über eine sehr aufwendige Ornamentik verfügen. Die Häuser wurden größtenteils zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert errichtet. Viele dieser Häuser gruppieren sich um den Marktplatz, der eine Handelsstation auf der Hohen Straße von Köln nach Frankfurt war.

Die beliebteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Fachwerkbautengruppe des Amthofs. Er erstreckt sich über eine Frontlänge von 155 Metern[46] und ist damit einer der größten Fachwerkbauten in Hessen. Das repräsentative Gebäude wurde 1605 auf den Grundmauern des Vorgängergebäudes errichtet. In den folgenden Jahren bis 1669 wurde es weiter ausgebaut und die ursprünglich drei Einzelhöfe zu einem Gesamtensemble verschmolzen. Der Amthof war Sitz und Wohngebäude der Oberamtmänner des kurtrierischen Amts Camberg. Mit der Auflösung des Amts 1815 verlor er seine Bedeutung. 1942 erwarb die Stadt den Amthof. 1989 ließ sie ihn umfassend sanieren. Heute ist er Sitz der Stadtverwaltung.

Ein weiterer bedeutender Fachwerkbau ist die alte Amtsapotheke, deren Grundmauern aus dem Jahr 1330 stammen und die 1492 als Burgmannenhaus derer von Hattstein neu errichtet wurde. Seit 1663 beherbergt das Haus eine Apotheke. Der heutige Guttenberger Hof wurde 1336 erstmals als Sitz der Familie von Hattstein erwähnt. In seiner heutigen Form wurde es 1526 neu errichtet. 1767 wechselte die Anlage in den Besitz der Familie von Guttenberg und 1820 in bürgerlichen Besitz. Derzeit (Oktober 2007) wird der Guttenberger Hof saniert.

Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind nur noch Reste erhalten. Mit dem Obertorturm (32 Meter hoch, erbaut um 1380) und dem Untertorturm (erbaut von 1365 bis 1380) stehen noch zwei der ehemals 13 Türme.

Angrenzend an den Amthof findet man den Obertorturm, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, das auch im Stadtwappen erscheint. Direkt daneben befindet sich die Hohenfeldkapelle. Die Kapelle ist mit zahlreichen Einrichtungsgegenständen aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestattet, darunter Platten mit Grabinschriften der für die Stadt bedeutenden Familien von Metternich und Hohenfeld, von Schütz zu Holzhausen, von Bechtolsheim und Spies von Büllesheim. Heute dienen Obertorturm und Hohenfeldkapelle als Stadt- und Turmmuseum.

Der Untertorturm wird im Volksmund der „Schiefe Turm von Bad Camberg“ bezeichnet. Diesen Namen verdankt der Turm einer Neigung von 1,44 Metern bei einer Höhe von 21 Metern. An seiner Basis befanden sich einmal drei Tore hintereinander. Seine alte Haube wurde in der Endphase des Zweiten Weltkriegs 1945 zerstört.

Die Kreuzkapelle, die Kirche St. Peter und Paul, der Ober- und der Untertorturm, die Stadtmauer, der Amthof und die Hohenfeldkapelle haben den Schutzstatus der Haager Konvention für den Kriegsfall erhalten.

Katholische Kirche St. Peter und Paul[Bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Peter und Paul steht im Nordwesten der Altstadt. Erstmals wurde in einer Urkunde aus dem Jahre 1156 eine St. Peter Kirche in Camberg erwähnt. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der 1580 gebaute Turm. Nachdem das Kirchenschiff im 18. Jahrhundert zerfallen war, musste eine neue Kirche gebaut werden. Sie wurde vom Dillenburger Bauinspektor Johann Friedrich Sckell im Zopfstil erbaut und ist damit eines von wenigen Beispielen dieser Bauweise in der Region. Der Kurtrierer Weihbischof Johannes Maria von Herbain weihte die Kirche am 15. Juli 1781 zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus.[36]

Evangelische Martinskirche[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche und das Pfarrhaus wurden unter Pfarrer Ernst 1896/97 gebaut. Der Wiesbadener Regierungsbaurat Eggert entwickelte die Pläne. Der Architekt L. Hofmann aus Herborn übernahm unter Oberaufsicht der königlichen Regierung die Bauleitung. Zur Einweihung überreichte Königin Auguste Viktoria eine Altarbibel.[47]

Kurpark[Bearbeiten]

Der Kurpark in Bad Camberg wurde bereits im 18. Jahrhundert durch die Familie Schütz von Holzhausen angelegt. Der Park liegt direkt am Obertor am Rand der Altstadt. Neben einem Wassertretbecken, dem Bestand an alten Bäumen und den Wasserspielen bietet der Park auch eine Minigolfanlage und mehrere Tennisplätze. Im Jahr 2002 wurde im Kurpark ein ca. 800 m² großer Schaukräutergarten angelegt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Herbstmarkt[Bearbeiten]

In Bad Camberg findet seit 1781 jedes Jahr gleichzeitig mit dem Herbstmarkt die Camberger Kerb (hochdeutsch: Kirmes = Kirchweih) statt. Zeitpunkt ist immer das zweite Wochenende im Oktober, obwohl das eigentliche Kirchweihfest am 29. Juni (Peter und Paul) gefeiert wird. Seit dem Jahr 2004 wird diese wieder traditionell im Festzelt in den Pfortenwiesen (Alter Sportplatz) abgehalten. Veranstaltet wird die Camberger Kerb vom Verein Camberger Kerb e. V. und dem aktuellen Kerbejahrgang.

VW-Veteranen-Treffen[Bearbeiten]

Das in der VW-Szene weltweit bekannte VW-Veteranen-Treffen der Familie Lottermann ist seit 1979 Tradition in Bad Camberg. Alle vier Jahre finden sich die ältesten und seltensten Fahrzeuge ein. Das letzte Käfertreffen fand 2011 statt.[48]

Sport[Bearbeiten]

Erfolgreichster Fußballverein ist der RSV Würges aus dem gleichnamigen Stadtteil, der langjähriges Mitglied der teilweise drittklassigen Fußball-Hessenliga war und zwei Mal am DFB-Pokal teilnahm.[49]. In der Kernstadt ist der auf Fußball und Handball spezialisierte SV Bad Camberg 1921 ansässig.[50] In den Stadtteilen gibt es weitere Sportvereine.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die für ein Unterzentrum typischen Einrichtungen wie Banken, Allgemeinärzte, Apotheken, Grundschulen, der Stadtverwaltung, Geschäfte zur Grundversorgung etc. sind in Bad Camberg vorhanden, ebenso die für Mittelzentren typischen Einrichtungen wie weiterführende Schulen oder ein Schwimmbad. Dadurch gilt die Stadt als Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums.

Unternehmen[Bearbeiten]

Im Stadtteil Oberselters ist der Brunnenbetrieb „Oberselters“ beheimatet. Hier wird Mineralwasser unter verschiedenen Markennamen wie OberSelters Original, OberSelters Catharinen-Quelle, Nassauer Land und Bad Camberger Taunusquelle abgefüllt. Daneben gibt es Limonade und Apfelschorle der Marken OberSelters und Mabella.[51]

Des Weiteren haben die europaweit bekannte Firma HACA Leitern[52] und die Firma Weber Bürstensysteme[53] ihren Sitz in Bad Camberg.

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Der Brunnen im Kurpark in der Nähe des Rathauses

Das Kurangebot umfasst die MEDIAN Hohenfeld-Kliniken (Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: 253 Betten, Orthopädie und Osteologie: 120 Betten) als Rehabilitationskliniken MEDIAN Hohenfeld-Kliniken und eine neurologische Rehabilitationsklinik (150 Betten), mehrere Kurheime, das MEDIAN Therapiezentrum am Kurpark (Praxis für Physiotherapie, Wellness und Kneipp) sowie mehrere Wassertretanlagen. Im Jahr 2005 verzeichnete Bad Camberg 176.663 Übernachtungen von Kurgästen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 8,6 Tage.

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Camberg liegt an der A3, die auf eine der ältesten Handelsstraßen der Welt zurückgeht sowie an der parallel verlaufenden ICE-Strecke Frankfurt-Köln. Aus der Kernstadt und den Stadtteilen pendeln zahlreiche Einwohner zur Arbeit in das Rhein-Main-Gebiet aus.

Hohe Straße – Autobahn[Bearbeiten]

Bereits zur Bronzezeit, die in Mitteleuropa etwa um 1750 v. Chr. beginnt, führte auf der Wasserscheide der Bäche Ems und Wörs die Hohe Straße vorbei, die von Konstantinopel nach Brüssel führte. Zubringer von der Stadt zur Hohen Straße war der Limburger Weg (1355 erstmals als Lympurger Weg erwähnt), der wegen der Verwechslungsgefahr mit der Limburger Straße 1959 in Taunusstraße und 1979 in Lahnstraße umbenannt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde die Hohe Straße nicht mehr benutzt.

1934 trat die Stadt Camberg der Gesellschaft zur Vorbereitung der Autobahn Frankfurt-Köln bei. Diese Reichsautobahn (heute A3/E35) wurde 1937 bis 1939 gebaut. Im Goldenen Grund stimmt deren Verlauf etwa mit dem der alten Hohen Straße überein.

Bad Camberg ist durch die gleichnamige Anschlussstelle an die Autobahn angebunden. In der Planung zunächst nicht vorgesehen, wurde die Abfahrt dann doch gebaut, um die Orte im Goldenen Grund an der Entwicklung von Verkehr und Wirtschaft teilhaben zu lassen. 1954 wurde an der Autobahn in Richtung Köln die Tank- und Raststätte Bad Camberg-Ost eröffnet, ein Jahr später folgte Bad Camberg-West in Richtung Frankfurt.[54]

Via Publica – Bundesstraße 8[Bearbeiten]

Fachwerkhäuser mit Läden am Bad Camberger Marktplatz. Dort entlang verlief die Via Publica.

Im 12. Jahrhundert wurden allmählich auch Straßen in den Tälern angelegt. Dazu trug vor allem das Anwachsen von Warenhandeln, aber auch die wachsende Gefahr auf der Hohen Straße bei. Dabei entstand die Emstalstraße, ein Teilstück der alten Via Publica (Brüssel-Prag).

Im Jahre 1768 begann Kurtrier mit dem chausseeartigen Ausbau der Landstraßen wie auch der Straße von Limburg bis zur Staatsgrenze zwischen Würges und Walsdorf, die 1780 fertig gestellt wurde. Der Oberbau der Chaussee, die am Untertorturm westlich der damaligen Stadtgrenzen vorbei führte, war nach zwei bis drei Jahren durch den starken Verkehr wieder vollständig zerstört. 1786 beantragte darauf hin die Bürgerschaft, die Chaussee von Erbach zum Obertorturm, dann durch die Stadt durch zum Untertorturm und dann weiter nach Würges führen zu lassen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Auf Grund der kurtrierischen Wegebau-Ordnung von 1753 mussten die Bürger des Amts Camberg im Frühjahr und im Herbst Chausseefrondienste leisten. Die Lohn- und Materialkosten für die Brückenbauten stellte die kurfürstliche Hofkammer, während die Gemeinden und das Amt die Materialien zur Verfügung stellen mussten. Erst nach der Revolution von 1848 wurden alle Frondienste aufgehoben.

Aus dieser Straße entwickelte sich dann Anfang des 20. Jahrhunderts die Reichsfernstraße 8 und heutige Bundesstraße 8, sie führt derzeit durch Erbach, Bad Camberg und Würges und führt an Oberselters vorbei. Für die ersten drei Orte ist seit über dreißig Jahren eine Umgehungsstraße geplant[55], die inzwischen (Stand 2014) das Stadium des Planfeststellungsverfahrens erreicht hat.[56]

Bus und Bahn[Bearbeiten]

1876 wurde die Eisenbahnstrecke Eschhofen-Niederselters um fünf Kilometer nach Bad Camberg verlängert. Später wurde die Strecke erweitert, so dass durchgehende Züge heute die gesamte Strecke Limburg-Bad Camberg-Niedernhausen-Frankfurt bzw. Wiesbaden fahren können. Nach Frankfurt führt die RMV-Linie 20 (Main-Lahn-Bahn), nach Wiesbaden 21 (Ländchesbahn).

Seit Dezember 2004 fährt in Bad Camberg ein Stadtbus. Es fahren die zwei Linien LM-31 und LM-32 Bahnhof-Innenstadt-Erbach und Bahnhof-Innenstadt-Würges. Beide Linien fahren über getrennte Wege vom Bahnhof in die Innenstadt und dann nach Erbach oder Würges.

Medien[Bearbeiten]

Dominierende regionale Tageszeitung in Bad Camberg ist die seit 1948 in Limburg an der Lahn erscheinende Nassauische Neue Presse - ein Kopfblatt der Frankfurter Neuen Presse. Des Weiteren werden der „Lokalanzeiger“ (mittwochs und samstags), der „Camberger Anzeiger“ (donnerstags), „Bad Cambergerleben“ (freitags) und die „LZ am Sonntag“ (sonntags) kostenlos an alle Haushalte verteilt. Die ersten drei Anzeigenblätter berichten hauptsächlich über die Stadt und die nähere Umgebung, während für die in Taunusstein erscheinende „LZ am Sonntag" Bad Camberg am Rand des Verbreitungsgebietes liegt. [57]

Bildung[Bearbeiten]

In Bad Camberg gibt es drei Grundschulen: die Regenbogenschule in Erbach, die Atzelschule in Bad Camberg und die Grundschule Würges im Stadtteil Würges. Die Taunusschule Bad Camberg ist eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, an der Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und das Abitur gemacht werden kann. Die auf das Jahr 1810 zurückgehende Freiherr-von-Schütz-Schule deckt als Gehörlosenschule (heute mit angeschlossenem Internat) sieben hessische Stadt- und Landkreise ab.[58] Die Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg e.V. betreibt in Bad Camberg eine Außenstelle.[59]

Kindergärten[Bearbeiten]

In Bad Camberg gibt es sieben Kindergärten. Neben den drei von der Stadt betriebenen (zwei in Bad Camberg und einer in Würges), gibt es katholische Kindergärten in der Kernstadt, in Erbach und Oberselters. Darüber hinaus besteht seit 2007 ein Waldkindergarten in der Nähe der Kreuzkapelle.

Feuerwehren[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Bad Camberg, gegründet 1898 (seit dem 14. September 1991 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Dombach, gegründet 1975 (seit dem 22. Dezember 1995 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Erbach, gegründet 1934 (seit dem 4. März 1972 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Oberselters, gegründet 1934 (seit dem 4. Juni 1974 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Schwickershausen, gegründet 1957 (seit dem 10. November 1973 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Würges, gegründet 1905 (seit dem 2. Januar 1970 mit Jugendfeuerwehr und seit 28. Mai 2010 mit Kinderfeuerwehr)

Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Bad Camberg[Bearbeiten]

Der DRK-Ortsverein Bad Camberg wurde zweimal gegründet, 1932 -1945 und 1958 bis heute. Die Mitglieder des Ortsvereins engagieren sich für die Menschen in Bad Camberg. Der Ortsverband ist im sozialen Bereich, im Sanitätsdienst sowie in der humanitären Hilfe und im Katastrophenschutz tätig. Derzeit zählt die Gliederung 518 Mitglieder.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Caspar Hofmann (* 29. Oktober 1899 in Camberg; † 4. November 1987), kath. Priester

Bekannte Bürger[Bearbeiten]

  • Achatius von Hohenfeld (1610-1672), Nassau-Diezer Militär und Beamter, kurtrierischer Oberamtmann im Amt Camberg und Reichspfennigmeister
  • Gisbert Lieber (* 1759; † 1843), Geheimer Regierungsrat beim Grafen von Sternberg-Manderscheid
  • Moritz Lieber (* 1790 auf Burg Blankenheim; † 29. Dezember 1860), Sohn von Gisbert Lieber, Stifter des Hospitals, war ein deutscher Jurist, Politiker, Publizist, Autor, Übersetzer und Teehändler. Er gilt als „Vater“ der Deutschen Zentrumspartei
  • Ernst Lieber (* 16. November 1838 in Camberg; † 31. März 1902 in Camberg), Sohn von Moritz Lieber, Zentrumspolitiker, Abgeordneter des Preußischen Landtags und Deutschen Reichstags, Mitbegründer und zeitweise Präsident des Deutschen Katholikentags
  • Johann Theodor Zöller (* 1684; † 1758), kath. Pfarrer, später Übertritt zum kalvinistischen Glauben
  • Anton Becker, Doktor
  • Paul Lawaczeck (* 22. Dezember 1878 in Ottweiler; † 26. November 1942 in Rottenburg), NS-Funktionär und stellvertretender Landrat in der Zeit des Nationalsozialismus
  • Ernst Lawaczeck (* 18. Februar 1890 in Bad Camberg; † 12. Oktober 1950 ebenda), NS-Bürgermeister, Ortsgruppenleiter der NSDAP und Vorsitzender des Nationalsozialistischen Ärztebundes im Kreis Limburg
  • Franz Lawaczeck (* 3. Juli 1880 in Camberg, 20. Januar 1969 in Pöcking am Starnberger See), Ingenieur, NS-Wirtschaftstheoretiker und Erbauer des Camberger Stufenkraftwerkes
  • Heinz Lawaczeck (* 19. August 1891 in Camberg; † 21. September 1963 in Hillersee), Arzt, Internist, apl. Prof. in Gießen, Stabsarzt in Hannover, Chefarzt des Feldlazaretts, ab 1940 leitender Internist im Oberkommando der Wehrmacht.
  • Anna Elisabeth Koch-Burdi, Mutter des Malers Joseph Anton Koch
  • Heinrich Lauer (* 26. Oktober 1816 in Camberg; † 12. Juni 1889 in Ober-Walluf am Rhein)
  • Peter Cathrein (* 8. Juni 1829; † 17. August 1911), Bürgermeister
  • Franz Alfred Muth (*13. Juni 1839 in Hadamar; † 3. November 1890 in Dombach im Taunus), Priester
  • Christian Meurer (* 20. Januar 1856 in Camberg; † 6. März 1935 in Würzburg), Kirchen- und Staatsrechtler
  • Johann Pipberger (* 1876 in Dehrn/Lahn; † unbekannt), Bürgermeister von 1905 bis 1933
  • Heinrich Held (* 6. Juni 1868 in Erbach; † 4. August 1938 in Regensburg) bayerischer Politiker und Ministerpräsident
  • Friedrich Heil (* 1877 in Dehrn/Lahn; † 8. Oktober 1954 in Camberg), befasste sich mit der Camberger Geschichte
  • Franz Carl Friedrich von Hohenfeld (* 8. November 1696 in Bad Camberg; † 8. September 1757 in Worms) war Domdekan in Worms und Statthalter des Fürstbischofs.
  • Kuno Damian Freiherr von Schütz-Holzhausen (* 15. Februar 1825 in Camberg; † 23. Juni 1883 in Bensheim), Kolonist in Peru
  • Ernst Meyer-Camberg (* 12. November 1904 in Würzburg; † 13. November 1985 in München), Mediziner und Studentenhistoriker, Gründer einer Kurklinik für Naturheilkunde in Bad Camberg
  • Karlheinz Weimar (* 30. Januar 1950 in Kirberg), ehemaliger hessischer Finanzminister, lebt derzeit in Erbach
  • Markus Mörl (* 27. August 1959 in Camberg), deutscher Popsänger
  • Jocco Abendroth (* 28. August 1953 in Camberg; † 15. Juni 2007 in Frankfurt am Main), deutscher Sänger/Songschreiber („Herzen müssen brennen“)
  • Vüqar Aslanov (* 25. Oktober 1964 in Geranboj), Schriftsteller und Journalist, lebte von 2000 bis 2011 in Bad Camberg; mehrere seine Werke hat er in Bad Camberg geschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Lange, Walter Lottermann, Peter K Schmidt: Camberg. 700 Jahre Stadtrechte. Beiträge zur Heimatkunde. Camberger Verlag Lange, Bad Camberg 1981, ISBN 3-87460-045-9.
  • Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Verlag Gudersberg-Gleichen, Wartenberg 2003, ISBN 3-8313-1044-0, S. 8.
  • Der Magistrat der Stadt Bad Camberg: Oberselters und seine Geschichte. K.+W. Offset-Druck, Bad Camberg 1993, ISSN 0937-9282-1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Camberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Camberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Daten-Zahlen-Fakten auf www.bad-camberg.de
  3. Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 19
  4. Schenkungsurkunde 1000
  5. Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 25
  6. Bau- und Kulturdenkmäler im Kreis Limburg
  7. Oberselters und seine Geschichte, S. 98
  8. STAC XV Kasten 8/3
  9. "Cambergs Chronik 1918 - 1945" von Albert Schorn, Selbstverlag des Verfassers, S. 64 - 67
  10. "Cambergs Chronik 1918 - 1945" von Albert Schorn, im Selbstverlag des Verfassers, S. 76 - S. 79
  11. "Cambergs Chronik 1918 - 1945" von Albert Schorn, im Selbstverlag des Verfassers, S. 81 - 84. Camberg, 700 Jahre Stadtrechte, Camberger Verlag Ulrich Lange, 1981
  12. "Cambergs Chronik 1918 - 1945" von Albert Schorn, im Selbstverlag des Verfassers, S. 84
  13. "Camberg 700 Jahre Stadtrechte, Camberger Verlag Ulrich Lange, 1981, S. 238
  14. Renkhoff, Otto. Nassauische Biografie (1992) Nr. 2502 S.452.
  15. Hausfreund für den Goldenen Grund. (24. Februar 1934) Abgedruckt in: Camberg. Der Nationalsozialismus in einer Kleinstadt. Materialien. Herausgegeben vom hessischen Institut für Lehrerfortbildung Außenstelle Limburg. S. 41.
  16. Technik und Wirtschaft im Dritten Reich. Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm. Dr. Ing. Franz Lawaczeck. Nationalsozialistische Bibliothek Heft 38. Hg. Gottfried Feder (1932)
  17. Das Camberger Stufenkraftwerk: In Beton gegossener Antisemitismus, auf vtaktuell, abgerufen am 18. Dezember 2013
  18. Lawaczeck (1932) S. 28 ff.
  19. Lawaczeck (1932) S. 90.
  20. Lawaczeck (1932) S. 91.
  21. 1000 Jahre Leben in Camberg Hg. Magistrat der Stadt Bad Camberg (2000)
  22. Camberg. 700 Jahre Stadtrechte. Beiträge zur Heimatkunde. Hg. Magistrat der Stadt Bad Camberg (1981)
  23. Sandner, Peter. Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus. (2004) S. 210 ff.
  24. HHStaWI. Abt. 403/1499
  25. HHStaWI Abt.403-1499
  26. StAC XXI/15
  27. HHStaWI Abt. 461 Nr. 32061
  28. Bad Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 288–290
  29.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  30. bis 2002: Statistisches Landesamts, ab 2004: Fortschreibung der Einwohnerzahlen
  31. Gemeindeverzeichnis
  32. Das Portal zum Goldenen Grund
  33. a b Fortschreibung
  34. bis 2002: Statistisches Landesamts, ab 2004: Fortschreibung der Einwohnerzahlen
  35. „Wegweiser Kommunale Daten“ ab 2003
  36. a b Webseite „Kath. Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Bad Camberg“
  37. Evangelische Kirchengemeinde Bad Camberg und Niederselters
  38. Alemannia Judaica
  39. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Bad Camberg, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  40. Artikel in der Nassauischen Presse vom 28. Oktober 2011
  41. Bundestagswahl 2009
  42. Landtagswahl 2009 (PDF; 6 kB)
  43. Europawahl 2009
  44. Landtagswahl 2013
  45. Bundestagswahl 2013
  46. Highlights in Mittelhessen. S. 8
  47. Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 215
  48. Internationales Bad Camberger VW-Veteranen-Treffen, abgerufen am 15. Dezember 2011
  49. RSV Würges
  50. SV Bad Camberg
  51. Oberselters
  52. HACA Leitern
  53. Bürstensysteme Weber
  54. Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 70/71
  55. Camberg 700 Jahre Stadtrechte, S. 71/72
  56. B8-Umgehung (Informationsangebot der Stadt Bad Camberg, abgerufen am 20. August 2014)
  57. Zeitungen in Bad Camberg, abgerufen am 15. Dezember 2011
  58. Freiherr-vom-Schütz-Schule
  59. VHS Limburg-Weilburg