Werner Schroeter

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Dieser Artikel beschreibt den Regisseur Werner Schroeter; für den Ringer und Politiker siehe unter Werner Schröter.
Werner Schroeter

Werner Schroeter (* 7. April 1945 in Georgenthal/Thüringen) ist ein deutscher Regisseur. Sein Schaffen wird dem Neuen Deutschen Film zugerechnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Werner Schroeter wurde 1945 als Sohn eines Ingenieurs geboren und wuchs in Bielefeld und Heidelberg auf.[1] Im Alter von fünf Jahren äußerte er bereits den Wunsch, Filmregisseur zu werden. [2] Ein einschneidendes Erlebnis war für ihn im Alter von dreizehn Jahren die Radioübertragung einer Opernarie von Maria Callas, die ihn zum ersten Mal mit dem Thema Oper in Berührung brachte. Die Callas wurde für ihn zum einzigen Idol seines Lebens, er bezeichnete sie in Interviews als Botin zwischen Gott und den Menschen.[2] Nach dem Abitur in Heidelberg studierte er drei Semester lang Psychologie in Mannheim und arbeitete nebenher als Journalist.[3] Ende der 1960er Jahre brachte sich Schroeter das Filmemachen mit ersten Experimentalfilmen auf 8mm- und 16mm-Format selbst bei (einer seiner ersten Kurzfilme widmete sich Maria Callas). Ein begonnenes Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München hatte er bereits nach wenigen Wochen abgebrochen.[1] Ersten Erfolg brachte ihm 1969 der Experimantalfilm Eika Katappa ein. Das zweieinhalbstündige Werk wurde im Rahmen der Mannheimer Filmwoche veröffentlicht und mit dem Josef-von-Sternberg-Preis geehrt.

Seit 1972 erarbeitet Schroeter regelmäßig Theater- und Operninszenierungen in Städten wie Berlin, Bochum, Hamburg, Düsseldorf und Bonn, aber auch an ausländischen Theatern in Paris, Brasilien und Italien. Schroeter gilt z.B. neben Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Werner Herzog und Rosa von Praunheim als einer der wichtigen Filmregisseure der deutschen Nachkriegszeit. Mit Palermo oder Wolfsburg gewann er den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele 1980. Er betätigte sich zudem als Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler bei zahlreichen Filmen. Partner in seinem Filmschaffen waren unter anderem Magdalena Montezuma, Isabelle Huppert, Produzent Paulo Branco und Kamerafrau Elfi Mikesch und Cutterin Juliane Lorenz. Schroeter, der offen zu seiner Homosexualität steht, war eine Zeit lang mit Rosa von Praunheim liiert gewesen.[1]

Im Jahr 1972 war Werner Schroeter mit dem Film Der Tod der Maria Malibran Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Filmschau: Anderes Kino. 2008 erhielt Schroeter für Nuit de chien eine Einladung in den Wettbewerb der 65. Filmfestspiele von Venedig.[4] Das Drama ist eine Umsetzung von Juan Carlos Onettis Roman Para esta noche mit unter anderem Pascal Greggory Amira Casar, Elsa Zylberstein und Nathalie Delon in den Hauptrollen. Schroeter wurde mit dem Sonderpreis der Jury der Filmfestspiele von Venedig 2008 für sein „innovatives, kompromissloses und oft provokantes“ Werk ausgezeichnet.

[Bearbeiten] Ausdrucksformen im Film

Oftmals bedient Schroeter sich in seinen Filmen opulenter, expressiver Mittel, in denen seine Verbundenheit zu Oper und Theater offensichtlich wird. Auch in seinen Dokumentarfilmen setzt er solche Mittel ein, beispielsweise in Form von Montage inszenierter expressiver Sequenzen mit den dokumentierenden Passagen des Films. So gesetzte Kommentare geben der Dokumentation einen vordergründig subjektiven Charakter, veranschaulichen letztlich jedoch auf künstlerische Weise zentrale Aspekte des jeweiligen Themas. Als Beispiel für diese Herangehensweise lässt sich der Film Abfallprodukte der Liebe nennen, in dem verschiedene Opernsänger und Ausschnitte ihrer Arbeit porträtiert werden. Hier ist es u. a. die geschickte Montage von persönlichen Interviews und inszenierten Dialogen und Arien, die den Film dazu bringt, die Künstlichkeit des Opernmilieus zu durchbrechen und die Menschen dahinter nahbar zu machen.

[Bearbeiten] Tätigkeit als Filmdozent

Um die Jahrtausendwende führte Werner Schroeter Übungen zur Regie- und Schauspielerführung an der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film durch. "Abschied im Bett – Übung zum postorgasmischen Abschiednehmen" und im Folgejahr "Krieg – Deine Männer, Deine Frauen – Ohne Frauen kein Krieg".

[Bearbeiten] Filme (Auswahl)

[Bearbeiten] Photographische Arbeiten

Anfang 2009 wurden zum ersten Mal Photographien Schroeters in einer Ausstellung unter dem Namen "autrefois et toujours" in München öffentlich ausgestellt. Seit 1973 bildete der Regisseur die Gefährten seines Kunst- und Lebenswegs ab, wie zum Beispiel Magdalena Montezuma, Christine Kaufmann und Antonio Orlando. Die Arbeiten sind mit Polaroid-, Minox- und Einwegkameras entstanden und ohne digitale Manipulation vergrößert worden.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c vgl. Werner Schroeter. In: Internationales Biographisches Archiv 37/2002
  2. a b Interview mit Werner Schroeter in: Die Zeit 43/2008
  3. vgl. Profil bei adk.de (aufgerufen am 26. Oktober 2008)
  4. vgl. Vivarelli, Nick: Venice Film Festival announces Slate, 29. Juli 2008 (aufgerufen am 30. Juli 2008)
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