Wiernsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiernsheim
Wiernsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiernsheim hervorgehoben
48.898.8505555555556366Koordinaten: 48° 53′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 366 m ü. NHN
Fläche: 24,62 km²
Einwohner: 6544 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75446
Vorwahl: 07044
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
75446 Wiernsheim
Webpräsenz: www.wiernsheim.de
Bürgermeister: Karlheinz Oehler
Lage der Gemeinde Wiernsheim im Enzkreis
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Über dieses Bild

Wiernsheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Heckengäu auf der sogenannten Platte oberhalb des Enztales und hat eine ca. 1,5 km Nord-Süd- und eine 1,2 km Ost-West-Ausdehnung. Die Straßen L1134 und L1135 bilden die Hauptstraßen und queren den Ort Nord-Süd bzw. Ost-West.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Wiernsheim gehören die ehemaligen Gemeinden Iptingen, Pinache und Serres, zu denen jeweils nur die gleichnamigen Dörfer gehören.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der ältesten Ortsteile Wiernsheim und Iptingen geht auf die Zeit zwischen 500 und 700 zurück. Urkundlich erwähnt wurden die beiden Orte erstmals im 12. Jahrhundert. Die Ortsteile Pinache und Serres wurden im Jahr 1699 von Glaubensflüchtlingen (Waldenser) gegründet, denen der Herzog von Württemberg nach deren Vertreibung aus dem Piemont im heutigen Norditalien, Land zugewiesen hatte.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurde am 1. Januar 1970 die Gemeinde Pinache eingemeindet. Am 1. Januar 1974 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinden Iptingen und Serres.

Ortsteile[Bearbeiten]

Wiernsheim[Bearbeiten]

Wiernsheim Wiernsheim wurde vermutlich in fränkischer Zeit (500-700 n. Chr.) gegründet und befand sich ab 1259 im Besitz des Klosters Maulbronn. Als das Kloster nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg 1504 württembergisch wurde, kam auch Wiernsheim zu Württemberg.

Pinache[Bearbeiten]

Pinache Pinache ist ein Waldenserort. Der Ort wurde 1699 gegründet, damit sich dort Glaubensflüchtlinge aus dem Chisonetal niederlassen konnten. In Pinache befindet sich die älteste Waldenserkirche Deutschlands, die im Jahre 1721 erbaut wurde.

Serres[Bearbeiten]

Serres Serres ist ebenfalls ein Waldenserdorf und wurde zur gleichen Zeit wie Pinache gegründet. Am 11. April 1945 wurden 75% der Gebäude in Serres als Folge eines Luftangriffes mit Brandbomben vernichtet. Beim Wiederaufbau wurde die typische Struktur des Waldenserdorfes erhalten. Im November 2009 wurde in Serres der erste Plus-Energie-Kindergarten Deutschlands eingeweiht.
Evangelische Kirche von 1513 in Iptingen

Iptingen[Bearbeiten]

Iptingen Aufgrund der Endung des Ortsnamens auf -ingen dürfte Iptingen als alemannische Gründung aus der Zeit vor 500 n. Chr. angesehen werden. Die früheste urkundliche Erwähnung Iptingens fällt in die Zeit um 1120. König Philipp bestätigte am 4. Februar 1206 die Zurückgabe des von Ulrich von Iptingen zuerst dem Kloster Maulbronn geschenkten, später aber dem Pfalzgrafen von Tübingen verkauften Eigenguts in Iptingen durch den letzteren an das Kloster.[3] Ein herausragendes historisches Bauwerk in Iptingen ist die Wehrkirche, die auf eine alte Burg zurückgeht, die erstmals im Jahr 1194 urkundlich erwähnt wurde. Der heutige Kirchturm ist bis auf den später aufgesetzten Fachwerkteil mit Uhr und Glocken noch die alte Burg. Um 1250 kamen die heute noch erhaltenen Ringscheuern zur Vorratshaltung hinzu.

Religionen[Bearbeiten]

Mit der Reformation wurde Wiernsheim wie ganz Württemberg evangelisch. Die Gemeinden der protestantischen Waldenser, die 1699 in Pinache und Serres angesiedelt worden sind, sind inzwischen in der Evangelischen Landeskirche aufgegangen. Ende des 18. Jahrhunderts führte Johann Georg Rapp von Iptingen aus eine Gemeinde radikaler Pietisten, von denen ein Großteil mit Rapp zusammen Anfang des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika auswanderte.

Heute gibt es neben mehreren evangelischen Kirchengemeinden auch eine römisch-katholische und eine neuapostolische Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Karlheinz Oehler.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wiernsheim hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 51,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,8 %
32,6 %
25,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,5 %p
+2,4 %p
+4,1 %p
FW Unabhängige Liste Wiernsheim 41,8 8 48,3 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,6 7 30,2 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,6 5 21,5 4
gesamt 100,0 20 100,0 20
Wahlbeteiligung 51,8 % 53,0 %

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wiernsheim wurde Anfang 2009 als sechste Gemeinde in Deutschland und erste Gemeinde in Baden-Württemberg mit dem European Energy Award Gold (eea) ausgezeichnet. Hierbei wurde unter anderem Energieeffizienz und Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde und das Engagement von Initiativen vor Ort z. B. zur Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien bewertet.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wiernsheim unterhält Partnerschaften mit New Harmony im US-Bundesstaat Indiana (seit 23. August 1980), mit Pinasca in der Provinz Turin/Italien (25. September 1982) und seit 1998 mit Ayancik in der Türkei. Letztere soll die Freundschaft zwischen Deutschen und Türken stärken und die Integration der türkischen Mitbürger in Wiernsheim fördern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Rathaus

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 557–558
  3. Württembergisches Urkundenbuch: Band II., Nr. 529, Seite 353-354.
  4. Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2009 mit Vergleichsangaben von 2004. Gemeinde Wiernsheim (Enzkreis). Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  5. Staatsanzeiger Nr. 8 vom 6. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiernsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien