Illingen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Illingen
Illingen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Illingen hervorgehoben
48.9552777777788.9188888888889235Koordinaten: 48° 57′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 29,36 km²
Einwohner: 7217 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75428
Vorwahlen: 07042 (Illingen)
07043 (Schützingen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 028
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ortszentrum 8
75428 Illingen
Webpräsenz: www.illingen-online.de
Bürgermeister: Harald Eiberger
Lage der Gemeinde Illingen im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild
Karte des Gemeindegebiets
Kirchstraße

Illingen ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Enzkreis, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Illingen liegt an der südlichen Flanke des Strombergs, etwa 30 km nordwestlich von Stuttgart, zwischen Vaihingen/Enz im Südosten und Mühlacker im Westen. Nördlich von Schützingen zieht sich der Höhenzug mit Gleichenberg (379,2 m), Endberg (363,7 m) und Gausberg (371,6 m) hin. Südlich von Schützingen trennt der Höhenzug vom Burgberg (394,5 m) zur Eselsburg (bei Ensingen, zu Vaihingen/Enz) die Ortsteile Illingen und Schützingen. Im Süden endet das Gemeindegebiet auf der Höhe der Schmiechberge (325 m) am Abhang zur Enz. Geprägt wird die Landschaft durch den Wechsel von Tälern mit Grünland und Streuobstwiesen, bewaldeten Bergen und Weinbergen.

Gewässer: Das Gemeindegebiet wird in Illingen durch Schmie, Sulzbach und Erbach durchflossen, den Ortsteil Schützingen durchfließen die Metter und der Streitenbach. Beliebtes lokales Ausflugsziel sind die Klosterseen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Ortsansicht aus Richtung Süden

Das Gemeindegebiet erstreckt sich etwa 9,5 km in Nord-Süd-Richtung vom Heuberg bei Häfnerhaslach im Norden bis zur Enz bei Roßwag im Süden. In West-Ost-Richtung beträgt die Ausdehnung etwa 3,5 km.

Von dem 29,36 km² großen Gemeindegebiet entfallen 46,4 % (13,62 km²) auf Waldflächen und 39,2 % (11,51 km²) Landwirtschaftsfläche. 7,0 % sind Gebäude oder Freiflächen und 5,5 % Verkehrsflächen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind, im Westen beginnend und im Uhrzeigersinn genannt: Mühlacker, Maulbronn, Sternenfels, Sachsenheim (in einem Punkt ganz im Norden des Gemeindegebietes) und Vaihingen an der Enz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Illingen besteht aus den beiden Ortsteilen Illingen und Schützingen. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. Zum Ortsteil Schützingen gehört zudem das seit dem 11. März 1969 amtlich benannte Gehöft Meisenbach.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Illingen ist wahrscheinlich von dem alemannischen Personennamen Illo abgeleitet. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde Illingen zum Jahr 766 im sogenannten Lorscher Codex. Dort ist von Illincheimer marca die Rede, was Illingen als den namengebenden Vorort einer Urmark ausweist.

Illingen gehörte im Spätmittelalter zum Gebiet der Grafen von Calw. Diese hielten sich über 200 Jahre an der Macht bis zum Jahr 1260. Illingen kam anschließend zur Grafschaft Vaihingen. Aus erbitterten Kriegen zwischen den Grafen von Württemberg, den Pfalzgrafen von Tübingen, den Grafen von Calw und Vaihingen ging letztendlich der Graf von Württemberg als Sieger hervor.

Die Lage an den Verbindungsstraßen zwischen dem römischen Kastell Cannstatt an den oberen Rhein in Richtung Straßburg und den mittleren Rhein Richtung Mainz, die sich in Illingen bereits in der Anfangszeit der christlichen Zeitrechnung gabelten, machten Illingen zu einem Zentrum der Postbeförderung.

Zur Geschichte des Ortsteils Schützingen siehe Schützingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg wurde die Gemeinde Schützingen zum 1. Januar 1974 nach Illingen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 58,8 % (2004: 56,5 %)
 %
40
30
20
10
0
38,3 %
27,9 %
19,2 %
14,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,5 %p
-0,1 %p
+1,2 %p
-0,5 %p

Der Gemeinderat hat nach der Hauptsatzung eine nominale Größe von 16 Gemeinderäten, die in einer Unechten Teilortswahl gewählt werden. Dabei bilden die beiden Ortsteile Illingen und Schützingen Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Dabei stellt der Wohnbezirk Illingen 14, der Wohnbezirk Schützingen 2 Gemeinderäte.[5] Bei der Gemeinderatswahl vom 7. Juni 2009 hatte der Rat 18 Mitglieder. Am 25. Mai 2014 wurde der Gemeinderat neu gewählt. Der neue Gemeinderat hat durch Ausgleichssitze erneut 18 Mitglieder die sich wie folgt auf die Parteien verteilen:


CDU 7 Sitze (±0)
Unabhängige Bürgerliste 5 Sitze (±0)
SPD 3 Sitze (±0)
GRÜNE 3 Sitze (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1948: Karl Schmid
  • 1948–1966: Karl Wengert
  • 1966–1994: Ewald Veigel (FDP/DVP)
  • 1994–2002: Jochen Protzer (SPD)
  • 2002–2005: Ulrich Hintermayer (CDU)
  • seit 2005: Harald Eiberger

Wappen[Bearbeiten]

Gemeindewappen

Blasonierung

In von Blau und Gold schrägrechts geteiltem Schild oben an schräglinker roter Stange mit goldener Spitze eine rechtshin flatternde goldene Fahne, unten ein schräggestellter roter Schlüssel.

Nachdem die Gemeinde Schützingen im Zuge der Eingemeindung ein Ortsteil von Illingen wurde, musste das gemeinsame Gemeindewappen entsprechend angepasst werden. 1974 wurde das neue Wappen durch das baden-württembergische Innenministerium verliehen. Seither trägt das Gemeindewappen Elemente aus den vorherigen Schützinger und Illinger Wappen. Die gelbe Fahne auf blauem Untergrund steht dabei für den Ortsteil Illingen; der rote Schlüssel auf gelbem Untergrund steht für den Ortsteil Schützingen.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Stromberghalle mit Betonfries von Wilhelm Hager
Ehrenmal von Wilhelm Hager

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Turm der Cyriakuskirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Ölmühle Illingen

Die Ölmühle hat eine vollständig erhaltene Einrichtung aus dem Jahr 1904 mit elektrischem Antrieb von 1922. Das technische Kulturdenkmal kann nach Voranmeldung besichtigt werden.[7]

Posthof Illingen
Cyriakuskirche

Sport[Bearbeiten]

Im Ortsteil Illingen betreibt der Sportverein Illingen die unterschiedlichsten Sportarten, von Badminton über Fuß- und Handball bis Turnen. Weitere größere Sportvereine in Illingen sind der Tanzsportclub Illingen sowie der Tennisclub Illingen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Illinger City-Lauf (Ende April)
  • Dorf- und Kelterfest (Ende Juni)
  • Motorradherbst (Ende September)
  • Kunsthandwerkermarkt (Anfang November)
  • Weihnachtsmarkt im historischen Ortskern (3. Adventswochenende)[8]

(Quelle)[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Ortsteil Schützingen ist ein traditioneller Weinbauort mit drei Weinbaubetrieben, der zur Großlage Stromberg im Bereich Württembergisch-Unterland gehört. Örtliche Lagen sind Heiligenberg, Schanzreiter und Halde.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Kärcher (Anlagentechnik / CSA-Sonderanlagen)
  • Horst Mosolf GmbH & Co. KG (Auslieferungszentrum für Neu-PKW)
  • Avantec (Zerspantechnik)[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Illingen liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 10. Am Illinger Eck beginnt/endet die Bundesstraße 35. In Richtung Westen erreicht man über die B 10 die A 8 bei Pforzheim in ca. 15 Minuten, über die B 35 erreicht man in ca. 45 Minuten die A 5 bei Bruchsal. Richtung Osten kann man in ca. 25 Minuten die A 81 bei Stuttgart erreichen. Schützingen erreicht man von Illingen aus über eine gut ausgebaute Kreisstraße (ca. 5 km).

Illingen liegt an der Württembergischen Westbahn. Vom Bahnhof Illingen aus kann man mit RE- und S-Zügen im Taktverkehr Richtung Mühlacker (weiter Richtung Pforzheim oder Bruchsal) oder Richtung Bietigheim (über Vaihingen an der Enz) fahren. Ferner führt die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart (über Vaihingen an der Enz) durch das Gemeindegebiet. Im ca. 5 km entfernten Bahnhof Vaihingen (Enz) hat man Anschluss an den Fernverkehr mit IC-Zügen und vereinzelten ICE-Zügen in Richtung Mannheim und Stuttgart. Dort wird die schnellste Bahnverbindung nach Stuttgart mit IRE geboten.

Bildung[Bearbeiten]

Illingen unterhält eine Verbundschule mit Grund-, Haupt- und Realschule in Illingen (genannt GHRS Illingen). Der Besuch eines Gymnasiums ist im benachbarten Mühlacker oder Vaihingen an der Enz möglich.

Für die vorschulische Betreuung stehen in Illingen sechs Kindergärten, davon einer in Schützingen, zur Verfügung. Zwei Kindergärten befinden sich in kirchlicher Trägerschaft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Karl J. Mayer, Landratsamt Enzkreis, Kreisarchiv Pforzheim (Hrsg.): Diktatur auf dem Dorf. Die württembergische Gemeinde Illingen im Dritten Reich. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 978-3-89735-436-4.
  •  Karl J. Mayer, Gemeinde Illingen (Hrsg.): Aufbruchjahre. Die Gemeinde Illingen zwischen Kriegsende und Gemeindereform. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-695-5.
  •  Karl J. Mayer, Gemeinde Illingen (Hrsg.): Wertewandel und Wachstum . Die Gemeinde Illingen 1974 bis 2002. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2013, ISBN 978-3-89735-784-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 538–539
  4. Endgültiges Ergebnis der Gemeinderatswahl 2009 der Gemeinde Illingen (Enzkreis)
  5. Hauptsatzung der Gemeinde Illingen vom 24. Juni 1998 (PDF; abgerufen am 2. November 2012)
  6. Wappenbedeutung, auf der Homepage der Gemeinde Illingen.
  7. Ölmühle Illingen
  8. Weihnachtsmarkt mit Herz in Illingen, in: VKZ vom 12. Dezember 2011
  9. Regelmäßige Veranstaltungen, auf der Homepage der Gemeinde Illingen.
  10. Frank Goertz: Firma plant Neubau im Hakenwald. Avantek will Produktion und Verwaltung an einem Standort zusammenlegen – Bäume werden bald gerodet, in: Mühlacker Tagblatt vom 20. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Illingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien