Neuhausen (Enzkreis)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuhausen
Neuhausen (Enzkreis)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuhausen hervorgehoben
48.7933333333338.7786111111111482Koordinaten: 48° 48′ N, 8° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 482 m ü. NHN
Fläche: 29,76 km²
Einwohner: 5213 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75242
Vorwahl: 07234
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 044
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pforzheimer Straße 20
75242 Neuhausen
Webpräsenz: www.neuhausen-enzkreis.de
Bürgermeister: Oliver Korz
Lage der Gemeinde Neuhausen im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild
Rathaus Neuhausen (links) und die katholische Kirche (Mitte) im Dezember 2011
Landschaft östlich Neuhausen

Neuhausen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km südöstlich der Kreisstadt Pforzheim gelegen.

Geographie[Bearbeiten]

Neuhausen liegt auf der Hochfläche zwischen Nagold und Würm, dem so genannten Biet, zwischen 430 und 570 Meter N.N.

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist hauptsächlich auf rotem Buntsandstein gelegen. Außerdem liegt ein Teil auf unterem bzw. mittlerem Muschelkalk.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Neuhausen und seine Ortsteile erstrecken sich auf einer Fläche von 2976 ha, davon sind 1647 ha, also 55 % Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind: Bad Liebenzell, Pforzheim, Tiefenbronn, Unterreichenbach und Weil der Stadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neuhausen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Hamberg, Neuhausen, Schellbronn und Steinegg. Zu den ehemaligen Gemeinden Hamberg, Schellbronn und Steinegg gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur ehemaligen Gemeinde Neuhausen in den Grenzen von 1972 gehören das Dorf Neuhausen und die Orte „Monbachtal, Jugenderholungsheim“, teilweise auch zu Bad Liebenzell im Landkreis Calw, „Monbachtal, Kurhotel“ ebenfalls teilweise zu Bad Liebenzell, Bahnstation Neuhausen und St. Wendel (ehem. Wehrmachtsbaracken). Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hamberg liegt das 1568 erstmals erwähnte und abgegangene Jagdschloss Taulbronnen.[2]

Klima[Bearbeiten]

In den meisten Beschreibungen der Bietdörfer findet man die Wendung, dass es sich um eine Landschaft mit rauem Klima handele. Die Hochflächenlage mag dabei eine gewisse Rolle spielen, wobei auch die jeweilige Lage des Dorfes von Bedeutung ist. Wer am Anblaser wohnt, wird es rauer haben als der, dessen Dorf in der Mulde liegt.

Die mittlere Jahrestemperatur beträgt ungefähr 10° - 10,5 °C. In den 1930er Jahren wurde noch eine Jahresmitteltemperatur von 7,5 °C erreicht.

Panorama der Gemeinde Neuhausen (ohne Schellbronn)

Geschichte[Bearbeiten]

Die sogenannten Bietdörfer, zu denen auch Neuhausen und seine Ortsteile gehören, sind wahrscheinlich zwischen 800 und 1000 als Waldhufendörfer gegründet worden. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte später: 1073 Schellbronn, 1150 Neuhausen und 1157 Steinegg. Hamberg wurde erst 1453 das erste Mal urkundlich erwähnt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass Hamberg im 11. Jahrhundert auf Veranlassung eines Stain von Rechtenstein entstanden ist. Ab 1407 unterstanden sie Diether V. von Gemmingen, der mit dem dort erworbenen Besitz die Linie Hagenschieß (auch Gemmingen-Steinegg genannt) der Freiherren von Gemmingen begründete.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vom 15. bis 19. April 1945, wurden die Dörfer der Gemeinde mehrmals von der Royal Air Force angegriffen. Dabei starben auch 20 Menschen, sowohl Zivilisten (6 Neuhausener und 4 Flüchtlinge), als auch Soldaten (6 deutsche und 4 französisch-marokkanische). Ein weiterer Dorfbewohner erlag Wochen später seinen Verletzungen. Zur Erinnerung an die Opfer und die Zerstörung befindet sich seit dem 5. April 2014 am Parkplatz vor dem Rathaus eine Skulptur mit Gedenktafel.

Religionen[Bearbeiten]

Da die Linie Hagenschieß der Freiherren von Gemmingen - im Unterschied zu den anderen Familienlinien - nach der Reformation katholisch blieb, bildete das Biet, zu dem Neuhausen gehört, eine katholische Enklave in evangelischer Umgebung.

Räumliche Entwicklung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Am 1. März 1973 wurden die Gemeinden Hamberg, Neuhausen und Steinegg 1973 zur Gemeinde Neuhausen zusammenschlossen. Am 1. Januar 1975 wurde die heutige Gemeinde Neuhausen durch Vereinigung mit der Gemeinde Schellbronn neu gebildet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Gerhard Gindele (1981 - 1997)
  • Oliver Korz (seit 1997)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:

CDU FWG SPD Bietbürger
 % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze
13. Juni 2004 48,5 8 40,2 7 11,3 1 - -
7. Juni 2009 28,9 6 31,8 7 13,4 2 25,9 5
25. Mai 2014 29,8 5 33,6 6 10,6 2 26,0 5

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Neuhausen
Neuhausen
In Silber auf einem von Blau und Gold geteilten Schildfuß ein rotes Haus mit zwei Schornsteinen, zwei von den Giebeln linkshin flatternden roten Fähnlein, sechs (3:3) roten Fenstern, an der Front geschlossenem Tor und einem roten Fenster an der linken Giebelseite. (Die ehemalige Gemeinde Neuhausen führte seit 1902 ein Wappen, das in Silber auf grünem Boden ein rotes Haus enthielt. Dieses Wappen gab es in Siegeln bereits im 19. Jahrhundert.)
Das Wappen von Hamberg
Hamberg
In von Blau und Gold viermal geteiltem Schild eine gestürzte silberne Pflugschar. (Die Annahme, dass es sich bei der Pflugschar um eine Schäferschaufel handeln könnte, wurde vom Generallandesarchiv Karlsruhe nicht bestätigt.)
Das Wappen von Schellbronn
Schellbronn
In Gold ein roter Brunnen, aus dessen drei Röhren silbernes Wasser fließt.
Das Wappen von Steinegg
Steinegg
In gespaltenem Schild vorn in Gold drei schwarze Wolfsangeln, hinten in Blau zwei goldene Balken. (Wolfsangel war früher ein Gerät zum Fangen von Wölfen und Füchsen.)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Waldkapelle Hamberg
St. Wendelin-Kapelle Neuhausen

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Bahnhof Monbach-Neuhausen (1912)
  • Burg Steinegg
  • Germania Neuhausen (Kriegerdenkmal) (1876)
  • Kapelle St. Wendelin Neuhausen (1693)
  • Kirche Maria-Königin Steinegg (1968)
  • Kirche St. Nikolaus Schellbronn (1752)
  • Kirche St. Sebastian Neuhausen (1475)
  • Kirche St. Wolfgang Hamberg Alt (Bau unbekannt, Restaurierung 1749, Denkmalschutz 1936)
  • Kirche St. Wolfgang Hamberg Neu (1941)
  • Kriegerdenkmal Hamberg (1928)
  • Kriegerdenkmal Schellbronn (1924)
  • Kriegerdenkmal Steinegg (1927)
  • Pfarrkirche St. Urban & Vitus Neuhausen (1523)
  • Schloßkapelle Steinegg (1730–1739)
  • Waldkapelle Hamberg (1739)

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Fernwanderstrecke Ostweg (PforzheimSchaffhausen), die den Ort berührt, führt an vielen Naturdenkmälern vorbei.

In der gesamten Gemeinde sind auf den Gemarkungen der einzelnen Ortsteile die sogenannten Bildstöckle zu finden. An ihnen führt teilweise auch der Kapellenrundweg Biet vorbei.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Nachtumzug Schellbronn des Narrenbundes Schellau
  • Faschingsumzug Neuhausen des Fastnachtsvereins Hau-Hu
  • Sonnwendfeuer
  • Bietpokal
  • Most- und Schlachtfest des MV Hamberg am Roßberg
  • Leistungsschau Neuhausen
  • Weihnachtsmarkt Neuhausen
  • Lichterfest des TTC Hamberg
  • Theatertage Steinegg

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 582–584

Literatur[Bearbeiten]

  • Rund um St. Wendel - Bilder von früher und heute, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-324-9
  • Auf Spurensuche - Gemeinde Neuhausen Band I, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-759-7
  • Auf Spurensuche - Gemeinde Neuhausen Band II, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-900-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuhausen (Enzkreis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien