Königsbach-Stein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsbach-Stein
Königsbach-Stein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsbach-Stein hervorgehoben
48.9663888888898.6088888888889177Koordinaten: 48° 58′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Kämpfelbachtal
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 33,72 km²
Einwohner: 9796 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 291 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75203
Vorwahl: 07232
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 15
75203 Königsbach-Stein
Webpräsenz: www.koenigsbach-stein.de
Bürgermeister: Heiko Genthner (parteilos)
Lage der Gemeinde Königsbach-Stein im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Königsbach-Stein ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Königsbach-Stein liegt etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Pforzheim zwischen Kraichgau und Nordschwarzwald in 163 bis 330 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Als Nachbargemeinden sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn beginnend) Walzbachtal, Bretten, Neulingen, Eisingen, Kämpfelbach und Remchingen zu nennen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Königsbach-Stein besteht aus den beiden ehemaligen Gemeinden Stein und Königsbach. Zur ehemaligen Gemeinde Stein gehört das Dorf Stein und das Gehöft Heimbronn(erhof). Zur ehemaligen Gemeinde Königsbach gehören das Dorf Königsbach, der Johannesthaler Hof sowie der Weiler Trais.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Rathaus in Stein
Altes Rathaus in Königsbach

Das heutige Gemeindegebiet ist seit ca. 500 v. Chr. gesichert besiedelt. Sowohl im Ortsteil Stein als auch auf Königsbacher Gemarkung finden sich Spuren römischer Besiedlung.

Stein[Bearbeiten]

Wappen Stein

Der Ort Stein wurde im Jahre 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Die Markgrafen von Baden, denen der Ort untersteht, bauen ihn 1350 zu einer Festung (Burg Stein) aus. Örtlicher Adel sind die Herren vom Stein. 1490 erhält Stein das Marktrecht. 1783 hebt Markgraf Karl Friedrich in ganz Baden und damit auch in Stein die Leibeigenschaft auf.

Königsbach[Bearbeiten]

Wappen Königsbach

Königsbach wurde im Jahre 1252 erstmals urkundlich erwähnt. 1429 erhalten die Herren von Venningen Königsbach als Lehen vom Markgrafen Friedrich von Brandenburg. Im Juli 1622 wird Königsbach während des Dreißigjährigen Krieges von kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Die in die Kirche geflohenen Bewohner werden dort ermordet. Um 1650 kommt ein Teil des Ortes unter die Herrschaft der Markgrafen von Baden.

1756 hebt Markgraf Karl Friedrich durch einen Gnadenbrief die Leibeigenschaft auf. 1806 fällt auch der edelmännische Teil Königsbachs an Baden. 1863 erhält Königsbach einen Bahnhof an der Strecke Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker.

Königsbach-Stein[Bearbeiten]

Wappen Königsbach-Stein

1952 kommen beide Orte an das neu gegründete Bundesland Baden-Württemberg. Die Gemeinde Königsbach-Stein entstand am 1. Juli 1974 im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg durch Vereinigung der beiden Gemeinden Königsbach und Stein.

Religionen[Bearbeiten]

Erasmus von Venningen führte die Reformation nach Martin Luther 1554 in Königsbach ein. Markgraf Karl führte in Stein die Reformation zwei Jahre später ein. Von 1699 bis 1938 existierte in Königsbach eine zeitweise große jüdische Gemeinde. Im Jahr 1875 waren mehr als 10 % der Bevölkerung jüdischen Glaubens. Bis zur Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 befanden sich in Königsbach eine Synagoge, eine jüdische Elementarschule sowie ein rituelles Bad. Den jüdischen Friedhof gibt es immer noch.[3] 1957 wurde in Stein eine römisch-katholische Kirche gebaut, die insbesondere der geistlichen Versorgung der im Ort angesiedelten Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten dient. In beiden Ortsteilen gibt es jeweils eine neuapostolische Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,8 %
28,3 %
26,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+6,4 %p
-2,4 %p
-3,8 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Für die Wahlen zum Gemeinderat gilt das Wahlsystem der unechten Teilortswahl. Es gibt für jeden Ortsteil neun Sitze. Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 45,78 % 9 Sitze
CDU 28,26 % 5 Sitze
SPD 25,96 % 5 Sitze 1 Ausgleichssitz

In öffentlicher Gemeinderatssitzung vom 19. Juni 2012 hat der Königsbach-Steiner Gemeinderat die Abschaffung der unechten Teilortswahl beschlossen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. September 2012 Heiko Genthner.

Name Partei Amtszeit
Erich Hörrle CDU 1975–1990
Bernd Kielburger SPD 1990-2012
Heiko Genthner parteilos seit 2012

In der Gemeinderatssitzung am 17. Januar 2012 gab Bernd Kielburger bekannt, dass er sein Amt des Bürgermeisters zum 31. August 2012 niederlegen wird.[4] Als Nachfolger wurde am 22. Juli 2012 im zweiten Wahlgang Heiko Genthner gewählt, der sich gegen Oliver Deiß durchsetzte.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das neue Wappen der Gemeinde Königsbach-Stein wurde am 16. November 1992 verliehen. Das 1. Feld enthält den badischen Schrägbalken auf goldenem Grund und erinnert an die jahrhundertelange Zugehörigkeit Steins und eines Teils von Königsbach zur Markgrafschaft Baden. Feld 2 und 4 sind "redende" Bilder für den Ortsnamen Königsbach, während Feld 3 sich ebenfalls "redend" auf den Ortsnamen Stein bezieht. Der Wellenbalken kann auch als Symbol für den die Gemeinde durchfließenden Kämpfelbach angesehen werden.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat die Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus der donauschwäbischen Gemeinde Batsch-Brestowatz übernommen.

Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal[Bearbeiten]

Königsbach-Stein gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Königsbach-Stein ist im Landesentwicklungsplan zusammen mit Remchingen als Unterzentrum ausgewiesen.

Verkehr[Bearbeiten]

Autobahnanbindung[Bearbeiten]

  • Bundesautobahn 8 Pforzheim-Nord und Pforzheim-West sind jeweils ca. 10 km entfernt.
  • Bundesautobahn 5 Karlsruhe-Nord ist ca. 16 km, Bruchsal ca. 28 km entfernt.

Bahn- und Busanbindung[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

  • Einmal wöchentlich (Donnerstags) erscheint das "Mitteilungsblatt der Gemeinde Königsbach-Stein"
  • Der Internetauftritt der Gemeinde wurde im Landeswettbewerb „Internetdorf“ 2006 unter den „Top Ten“ ausgezeichnet.[6]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Königsbach-Stein ist im Landesentwicklungsplan von Baden-Württemberg als Unterzentrum ausgewiesen und bietet Platz für viele mittelständische Unternehmen. Die von der Mitarbeiterzahl größten sind:

  • Härter Werkzeugbau
  • Härter Stanztechnik
  • FELSS Maschinenbau
  • Felsomat Automation & Werkzeugmaschinenbau
  • IMO Oberflächentechnik
  • RYBU GmbH - Blechverarbeitung, CNC-Laser,- Stanz- und Biegetechnik

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Königsbach-Stein ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Kämpfelbachtal

Bildung[Bearbeiten]

Königsbach-Stein besitzt in jedem Ortsteil Kindergärten und eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In Königsbach ist dies die Johannes-Schoch-Schule und in Stein die Heynlinschule. Bekannt ist auch das Bildungszentrum Westlicher Enzkreis mit dem Lise-Meitner-Gymnasium, der Willy-Brandt-Realschule und der Comenius-Förderschule. Zudem gibt es noch eine große Mehrzweck-Sporthalle.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Königsbach und Stein liegen an der Bertha Benz Memorial Route, von Mannheim nach Pforzheim.

Ortsteil Stein[Bearbeiten]

  • Altes Rathaus, ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1520
  • Ortskern Stein mit vielen Fachwerkhäusern
  • Stephanuskirche (erbaut zwischen 1460 und 1474)
  • Storchenturm, Burgturm aus dem 16. Jahrhundert, der später als Gefängnisturm genutzt wurde
  • Römischer Viergötterstein, um 100 n. Chr.; ca. 70 cm hohes Relief aus rotem Sandstein

Ortsteil Königsbach[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Stein wurde 1984 anlässlich der zehnjährigen Patenschaft der Gemeinde Königsbach-Stein über die Gemeinde Batsch-Brestowatz die Batsch-Brestowatzer-Heimatstube eröffnet. Mittlerweile befindet sich das Heimatmuseum Batsch-Brestowatz im Weinbrenner-Haus, Marktplatz 12. In den renovierten Räumlichkeiten sind zahlreiche Trachten, Werke Batsch-Brestowatzer Kunstmaler (ua. Sebastian Leicht, Paul Lepold, Matthias Vogl und Schwester Antonia Moullion), Bücher, Dokumente, ein Original-Fluchtwagen und diverse Gerätschaften aus dem Alltag der Donauschwaben zu sehen. Öffnungszeiten: Erster Sonntag im Monat von 11:00 - 16:00 Uhr und nach Vereinbarung

Sport[Bearbeiten]

Sportlich bekannt ist Königsbach durch die Kleinkaliberschützen des KKS Königsbach, die in der Saison 1997/1998 in die 2. Bundesliga Luftgewehr Süd aufgestiegen sind. Bis zur Saison 2013/2014 startet der KKS Königsbach durchgehend in der 2. Bundesliga Luftgewehr Süd und gewann mehrfach die Meisterschaft. Bis zur Saison 2013/2014 scheiterte die Mannschaft mehrfach in der Relegation zur 1. Bundesliga Luftgewehr. In der Saison 2013/2014 gewann die Mannschaft des KKS Königsbach die Relegation und stieg in die 1. Bundesliga Luftgewehr auf. In der Saison 2014 starten 3 Olympiateilnehmer für den KKS Königsbach, u.a. Beate Gauss.

Der KKS Königsbach ist zudem für die intensive Jugendarbeit bekannt. Seit dem Jahr 2000 sicherten sich die Nachwuchsschützen des KKS Königsbach zahlreiche Titel bei dem Deutschen Meisterschaften. Zudem schafften es mehrere Nachwuchssportler in die Nationalmannschaft des Deutschen Schützenbunds und gewannen bei Europameisterschaften zahlreiche Titel.

Im Fußball spielt der SV Königsbach und die TG Stein in der Kreisklasse A1 Pforzheim. Beim Sportkegeln wurde 2003 sowohl die A-Jugend, als auch die B-Jugend des KV Königsbach Badischer Meister. Als höchstes Team spielt die 1. Mannschaft der SG KCK 85/SKC Königsbach momentan (2013/2014) in der Landesliga 2.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährlich veranstaltet der Sportverein Königsbach einen Rosenmontagsball in der Festhalle Königsbach
  • Jährlich am 1. Mai findet in Königsbach das Maifest des Musikvereins Königsbach auf dem Königsbacher Marktplatz statt.
  • Jährlich findet zum Maianfang das Bockbierfest des Musikvereins Stein auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Stein statt.
  • Jährlich finden in Stein im Juli die Ritterspiele statt.
  • Jährlich abwechselnd findet am ersten Wochenende im September in Stein oder in Königsbach das Dorffest statt
  • Jährlich abwechselnd findet in Stein oder Königsbach am 1. Advent ein Weihnachtsmarkt statt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Liste enthält eine Übersicht bedeutender, im heutigen Königsbach-Stein aufgewachsener Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Königsbach-Stein hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt weggezogen und andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 545–546
  3. Geschichte der jüdischen Gemeinde Königsbachs, abgerufen am 9. Oktober 2013.
  4. Homepage Gemeinde, abgerufen 3. April 2012
  5. Pforzheimer Zeitung, abgerufen 23. Juli 2012
  6. Internetdorf: Preisträger 2006, abgerufen 2. Juli 2010
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 52, ISBN 3-89331-208-0
  8. Königsbacher Bahnhof abgerissen, Pforzheimer Zeitung, Artikel vom 3. August 2012
  9. http://www.koenigsbach-stein.de/index.cfm?fuseaction=leben&rubrik=buergernachrichten&id=591

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsbach-Stein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien