Altefähr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altefähr
Altefähr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altefähr hervorgehoben
Koordinaten: 54° 20′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: West-Rügen
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 20,59 km²
Einwohner: 1220 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18573
Vorwahl: 038306
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 003
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfplatz 2
18573 Samtens
Webpräsenz: www.altefaehr.de
Bürgermeister: Ingulf Donig (SPD)
Lage der Gemeinde Altefähr im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Altefähr ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt West-Rügen mit Sitz in der Gemeinde Samtens verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altefähr aus der Luft (Mai 2011)

Die Gemeinde Altefähr befindet sich am Stralsund gegenüberliegenden Ufer des Strelasundes, der die Insel Rügen vom vorpommerschen Festland trennt.

Die Bundesstraße 96 sowie die Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz verlaufen durch die Gemeinde.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Altefähr gehören die Ortsteile Altefähr, Barnkevitz, Grahlerfähre, Grahlhof, Groß Bandelvitz, Gustrowerhöfen, Jarkvitz, Klein Bandelvitz, Kransdorf, Poppelvitz, Scharpitz und Schlavitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befestigung von Altefähr 1759
Alte Schanze von Altefähr 1759 und 1812 (in MTB 1880)
Fährverbindung Stralsund-Rügen - Fähre "Altefähr" 1925

Altefähr hat vermutlich seit 1200 als Fährhafen gedient. Die erste Nennung des Ortes findet sich 1240 im Stadtarchiv Stralsunds; hier wird der Ort als Antiquum passagium - bei der ollen Fähre - erwähnt. 1854 kaufte Altefähr die Fähre von der Stadt Stralsund. Am Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Fähre zwischen Rügen und Stralsund ihre höchste Auslastung; hauptsächlich wurden landwirtschaftliche Produkte transportiert.

Einen weiteren Aufschwung nahm der Ort mit der Aufnahme des Eisenbahn-Fährverkehrs. Ab 1909 war die Eisenbahnfähre Teil der Schnellzugverbindung zwischen Berlin und Stockholm, die die Fährverbindung der Königslinie (SassnitzTrelleborg) einschloss. 1936, nach der Fertigstellung des Rügendammes, wurde der Bahn-Fährverkehr eingestellt. 2007 wurde die neue Hochbrücke der Strelasundquerung eingeweiht.

Der Ort war bis 1325 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Hier waren vor und nach dem Dreißigjährigen Krieg ausgedehnte Befestigungsanlagen angelegt, zum Schutz von Stralsund und der westlichen Einfahrt in den Strelasund. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 geriet Rügen unter schwedische Herrschaft. 1815 kam die Gemeinde mit der Insel Rügen und Vorpommern zur preußischen Provinz Pommern.

Seit 1818 gehörte Altefähr zum Kreis bzw. Landkreis Rügen, von 1952 bis 1955 zum Kreis Putbus, danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock, seit 1990 zum Landkreis Rügen und seit 2011 zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Nach 1990 entstand in Altefähr eine Strandpromenade. Zum touristischen Angebot gehören Pensionen, ein Hotel, ein Campingplatz sowie ein Wasserwanderstützpunkt mit Bootsliegeplätzen. Seit 2000 wurde der Ortskern aus Mitteln der Städtebauförderung saniert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge von Altefähr

Das Wappen wurde am 27. Mai 2003 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 278 in der Wappenrolle des Landes registriert.

Blasonierung: „In Blau ein erhöhter, fünflätziger goldener Turnierkragen, darunter ein silbernes Boot mit zwei schräg gestellten Rudern.“ [2]

In dem Hoheitszeichen soll mit dem Ruderboot sowohl der bildliche Bezug zum Gemeindenamen hergestellt, als auch der mit derartigen Booten jahrhundertelang betriebene Fährbetrieb symbolisiert werden. Der Turnierkragen versinnbildlicht den Rügendamm. Mit den Bauarbeiten für den 2540 Meter langen Fahrdamm für Eisenbahn und Autos war 1933 begonnen worden. Erst durch die Eröffnung des Rügendammes im Oktober 1936 für den Eisenbahnverkehr und Pfingsten 1937 für den Autoverkehr verlor der Fährbetrieb zusehends an Bedeutung. Altefähr wurde Seebad und Naherholungsort für die Hansestadt Stralsund. Mit der Tingierung des Wappens in Blau wird auf den Strelasund verwiesen.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Bernhard Nowak von der Heraldischen Gesellschaft „Schwarzer Löwe“ Leipzig bereits 1988 gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Altefähr ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Weiß, Blau, Weiß, Blau und Weiß gestreift. Die weißen Streifen am Liek und am Flugsaum nehmen je ein Zehntel, die blauen Streifen je ein Fünftel, der weiße Mittelstreifen vier Zehntel der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Mittelstreifens liegt das Gemeindewappen, das die Hälfte der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Altefähr

  • Gotische Dorfkirche St. Nikolai: Saalkirche aus Backstein, eingezogener, rechteckiger, flachgedeckter Chor aus dem 15. Jahrhundert, Langhaus mit späterem Tonnengewölbe von 1737, Westturm aus Backstein mit Fachwerk-Obergeschoss von 1692 und achteckigem Turmhelm. Der Altar von 1746 stammt aus der Werkstatt von Michel Müller.
  • Strandpromenade
  • Gutshaus Kransdorf: Eingeschossiger, sanierter Backsteinbau vom Ende des 19. Jahrhunderts mit zweigeschossigem Mittelrisalit, Feldsteinsockel und mit Krüppelwalmdach
  • Poppelvitz: Kleines Gutshaus mit altem Garten, das vom 16. bis 20. Jahrhundert im Besitz der Stralsunder Kirche war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altefähr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Altefähr – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Altefähr. 1. August 2005, S. § 1 Abs. 2, abgerufen am 12. Mai 2015 (PDF; 3,02 MB).
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Altefähr. 1. August 2005, S. § 1 Abs. 3, abgerufen am 12. Mai 2015 (PDF; 3,02 MB).