Sundhagen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Sundhagen führt kein Wappen
Sundhagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sundhagen hervorgehoben
Koordinaten: 54° 11′ N, 13° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Miltzow
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 159,34 km2
Einwohner: 5108 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18519
Vorwahlen: 038328, 038333, 038351
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 090
Gemeindegliederung: 35 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofsallee 8a
18519 Miltzow
Webpräsenz: gemeinde-sundhagen.de
Lage der Gemeinde Sundhagen im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Sundhagen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie ist Teil des Amtes Miltzow. Der Name ist ein Kunstwort ohne geschichtlichen Bezug und wurde 2009 beim Zusammenschluss der ehemaligen Gemeinden gewählt. Er leitet sich vom Strelasund = Sund ab, an dessen südöstlichem Ende sie sich befindet und der vielen frühdeutschen Hagendörfer = Hagen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt südöstlich an die Hansestadt Stralsund und liegt im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns am Strelasund, einem Meeresarm der Ostsee zwischen dem Festland und der Insel Rügen. Die maximalen Geländehöhen im Gemeindegebiet erreichen 32 Meter südöstlich von Reinkenhagen und 31,4 Meter mit dem Lindowsberg, sonst aber nur durchschnittlich 10 bis 20 Meter über dem Meeresspiegel. Größere Waldgebiete existieren westlich von Wilmshagen und Bremerhagen und südwestlich von Kirchdorf und Horst.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
Wüstungen und Wohnplätze
  • Ahrendsee-Rubelow (Wüstung)
  • Blankenhagen (Wüstung)
  • Brinkhof (Wohnplatz)
  • Gardist (Wüstung)
  • Grünhof (Wüstung)
  • Heidekrug (Wüstung)
  • Niederhinrichshagen (Wohnplatz)
  • Vorwerk Heidehof (Wüstung)
  • Woltershagen (Wohnplatz)
  • Vielzahl weiterer Wohnplätze (Bestandteile der Ortsteile)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sundhagen grenzt im Norden an die Stadt Stralsund, Wendorf und Zarrendorf; im Westen an Elmenhorst und Wittenhagen; im Südwesten an die Stadt Grimmen und Süderholz; im Südosten an Wackerow und im Osten an Mesekenhagen – beide letzteren gehören zum Amt Landhagen (Kreis Vorpommern-Greifswald). Der gesamte Nordosten wird vom Greifswalder Bodden begrenzt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert und bis in die 1950er Jahre wurden in vielen Moorlinsen Torfstiche betrieben, da es sonst kaum Brennstoffe gab. Es gibt mehrere Kiesvorkommen, die teilweise im Tagebau abgebaut wurden bzw. werden. Im Gemeindegebiet, besonders um Miltzow und Reinkenhagen gibt es viele Erdölquellen, dort wurde bis 1996 Erdöl gefördert, diese sind aber wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt. An der Grenze zu Mesekenhagen liegen die historischen Salzquellen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche im Sundhagener Ortsteil Reinkenhagen

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sundhagen wurde am 7. Juni 2009 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Behnkendorf, Brandshagen, Horst, Kirchdorf, Miltzow, Reinberg und Wilmshagen gebildet.[2]

Auf dem Gemeindegebiet fanden sich Spuren aus der Frühzeit um 7500 v. Chr. sowie 4000 bis 1800 v. Chr. Das Gebiet war zunächst von Herulern, später von Rugiern besiedelt und danach von slawische Stämmen wie u.a. die Wilzen. Im 12. Jahrhundert gelangt das Gebiet an das Fürstentum Rügen und verbleibt dort bis 1325 und fiel dann an Pommern-Wolgast. Nach den Rügischen Erbfolgekriegen (1326 bis 1354) verblieb das Gebiet beim Herzogtum Pommern-Wolgast. Nach dem Westfälischen Frieden übernahm 1648 das Königreich Schweden mit Schwedisch-Pommern das Gebiet, welches 1719/20 zeitweise und endgültig 1815 als Neuvorpommern im Landkreis Grimmen zu Preußen kam, wo es bis 1945 verblieb. Nach 1945 war das Gebiet bis 1952 im Landkreis Grimmen im Land Mecklenburg, bis 1990 im Kreis Grimmen im Bezirk Rostock, bis 2011 im Landkreis Nordvorpommern und danach im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Bei den Ortsnamen findet sich oft der Namensteil -hagen, der für Rodungssiedlung im Wald steht

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrendsee wurde erstmals 1304 als Arnesse genannt.

Hauptartikel: Ahrendsee

Altenhagen wurde erstmals 1320 urkundlich erwähnt.

Hauptartikel: Altenhagen (Sundhagen)

Behnkendorf wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Nach einer Urkunde von 1323 gehörte der Ort dem Spital St. Spiritus Stralsund.

Hauptartikel: Behnkendorf

Berghof war ein Vorwerk von Ahrendsee und hieß 1880 Heidehof und seit 1920 Berghof.

Hauptartikel: Berghof (Sundhagen)

Brandshagen wurde erstmals als Boranteshagen 1249 urkundlich erwähnt. Die Grundlage für die Ortsbildung war eine frühdeutsche (1230 bis 1400) Turmhügelburg, die „Seeräuberburg“.

Hauptartikel: Brandshagen

Bremerhagen wurde 1323 erstmals als Bremerhaghen urkundlich erwähnt.

Hauptartikel: Bremerhagen

Dömitzow wurde 1346 erstmals als Demzow urkundlich erwähnt. Der Ort kam, wie viele in der Umgebung bis 1418 als Besitz an die Stadt und das Heilig Geist Hospital Greifswald.

Hauptartikel: Dömitzow

Engelswacht wurde 1835 in preußischen Plänen als Gutsdorf aufgeführt.

Hauptartikel: Engelswacht

Falkenhagen wurde erstmals 1320/1325 als Valkenhaghen genannt.

Hauptartikel: Falkenhagen (Sundhagen)

Gerdeswalde wurde erstmals 1835 in preußischen Plänen aufgeführt.

Hauptartikel: Gerdeswalde

Groß Behnkenhagen wurde erstmals 1304 als Benekenhaghen genannt.

Hauptartikel: Groß Behnkenhagen

Groß Miltzow wurde 1313 erstmals als Mildessowe genannt.

Hauptartikel: Groß Miltzow (Sundhagen)

Hankenhagen wurde erstmals 1835 in preußischen Plänen als langgestrecktes bogenförmiges Bauerndorf aufgeführt.

Hauptartikel: Hankenhagen

Hildebrandshagen wurde erstmals 1301 als Hildebrandeshaghen genannt.

Hauptartikel: Hildebrandshagen

Horst wurde 1323 erstmals erwähnt. In der Frühzeit war für den Ort die oft umkämpfte Burg Ekberg bestimmend.

Hauptartikel: Horst (Sundhagen)

Jager wurde erstmals 1345 als Jawer (slawisch = Ahorn) genannt. Es war Johann von Gristow, der ehemalige Herr auf Burg Ekberg, er musste als Sicherheit für geliehenes Geld eine Hebung an das Heilig-Geist-Hospital in Greifswald geben.

Hauptartikel: Jager (Sundhagen)

Jeeser wurde 1276 erstmals genannt. Er gelangte erst teilweise, dann bis 1418 vollständig in den Besitz der Stadt Greifswald (2/3) und seines Heilig Geist Hospitals (1/3). Die 4 Pachthöfe und 4 Büdnerstellen erwirtschafteten die Einnahmen.

Hauptartikel: Jeeser

Kirchdorf wurde 1314 erstmals erwähnt. Ab 1331 erwarben Greifswalder Bürger Ländereien in Kirchdorf. Das setzt sich fort bis 1761, dann haben alle Erwerber die Besitzungen an die Stadt und das Heilig-Geist-Hospital Greifswald verkauft oder gestiftet.

Hauptartikel: Kirchdorf (Sundhagen)

Klein Behnkenhagen wurde erstmals 1304 als Benekenhaghen genannt.

Hauptartikel: Klein Behnkenhagen

Klein Miltzow wurde erstmals 1313 als Mildessowe genannt.

Hauptartikel: Klein Miltzow

Mannhagen wurde erstmals 1276 als Manhagen erwähnt.

Hauptartikel: Mannhagen (Sundhagen)

Middelhagen wurde erstmals 1835 in preußischen Plänen aufgeführt.

Hauptartikel: Middelhagen (Sundhagen)

Miltzow

Hauptartikel: Miltzow

Neuhof wurde erstmals 1835 in preußischen Plänen aufgeführt.

Hauptartikel: Neuhof (Sundhagen)

Niederhof wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Nedderhof genannt.

Hauptartikel: Niederhof (Sundhagen)

Oberhinrichshagen wurde als Langenhinrichshagen erstmals 1335 in der Greifswalder Stadturkunden genannt.

Hauptartikel: Oberhinrichshagen

Reinberg wurde 1353 erstmals urkundlich genannt. Der Kirchenbau begann schon 1220. Die Ländereien befanden sich im Besitz von Greifswalder Bürgern, denen die Stadt und das Heilig-Geist-Hospital Greifswald diese abkauften oder durch Stiftungen in deren Besitz gelangten. Damit gehörte ihnen der gesamte Ort mit allen Ländereien. Eine Besonderheit ist der Sühnestein für Raven Barnekow an der Kirchhofsmauer.

Hauptartikel: Reinberg (Sundhagen)

Reinkenhagen wurde 1194 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert entstand die Dorfkirche. 1961 wurde im Ortsgebiet Erdöl entdeckt und später gefördert, die Förderung endete 1996 wegen Unwirtschaftlichkeit. Heute erinnert das Erdölmuseum im Ort an diese wirtschaftliche Phase in der DDR-Zeit.

Hauptartikel: Reinkenhagen

Schönhof: Das zweigeschossige neobarocke Gutshaus mit einem dreigeschossigen Zwerchgiebel von um 1919 nach Plänen von Paul Korff für Gutsbesitzer Hermann von Rußdorf wurde abgerissen.

Hauptartikel: Schönhof (Sundhagen)

Segebadenhau wurde erstmals 1303 als Seghebodenhev urkundlich genannt.

Hauptartikel: Segebadenhau

Stahlbrode wurde erstmals 1337 als Stalbrode und Starbrode wegen der dortigen Fährstelle genannt. Es gab damals sechs Pachthöfe, die sich seit dem 14. Jahrhundert im Eigentum von der Stadt Greifswald und deren Heilig-Geist-Hospital befanden. 1670 wohnten dort fünf Vollbauern. Aus einem Hof entwickelte sich nach 1990 der Landwerthof, der Urproduktion, Verarbeitung, Hofladen, Gastronomie und einen Schulbauernhof umfasst.

Hauptartikel: Stahlbrode

Tremt wurde in einer Urkunde 1321 erstmals als Tremete genannt. Nach dem Besitz durch verschiedene Familien kam der Ort bis 1418 mit allen Ländereien an die Stadt Greifswald, aber im Gegensatz zu anderen Orten waren nicht die Hospitale beteiligt. Das wurde vom Herzog Wartislaw IX. im Jahr 1418 bestätigt.

Hauptartikel: Tremt

Wendorf wurde erstmals 1321 als Wenthagen urkundlich genannt.

Hauptartikel: Wendorf (Sundhagen)

Wilmshagen wurde 1361 bei einer Schenkung durch die Gebrüder Lange an das St. Jürgen (auch Georg) Hospital in Greifswald urkundlich genannt. Das ganze Dorf kam bis 1418 in Besitz der Stadt und deren Hospitale St. Jürgen (auch Georg) und St. Spiritus. Auch das wurde in der Bestätigung von Herzog Wartislaw IX. 1418 genannt.

Hauptartikel: Wilmshagen (Sundhagen)

Wüstenfelde wurde 1835 erstmals in Plänen benannt.

Hauptartikel: Wüstenfelde (Sundhagen)

Wüstungen und Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrendsee-Rubelow (Wüstung) befand sich von vor 1835 laut PUM (Preußisches Urmesstischblatt) bis nach 1920 laut MTB (Messtischblatt) östlich des Kernortes Ahrendsee. Durch den Bau der Bahnstrecke nach Stralsund von 1863 wurde die Siedlung mit Gutshof vom Hauptort getrennt. In der Folge verschwanden die Wohnbauten und nach 1920 waren nur noch die Wirtschaftsgebäude des Gutes vorhanden. Diese verschwanden nach 1945 in Folge der Bodenreform und damit der gesamte Ort. Heute zeigt nur noch ein rechteckiges Buschwerk den Standort des zuletzt vorhandenen Gutshofes an.

1871 hatte Ahrendsee-Rubelow 2 Wohnhäuser mit 3 Haushaltungen und 20 Einwohner, 1867 waren es noch 24. Alle waren Mitglied der evangelischen Konfession.[3]

Blankenhagen (Wüstung) lag unweit südöstlich von Wüstenfelde. Es war eine kleine Ansiedlung, die noch 1835 laut PUM bestand, aber schon vor 1880 laut MTB wüst fiel.

Brinkhof (Wohnplatz) war ein Gehöft im Südwesten von Brandshagen, das von vor 1835 laut PUM bis nach 1920 laut MTB als eigenständige Ortschaft bestand. Nach 1880 wurde das bestehende Gehöft als Gut kompakt ausgebaut und bis 1945 betrieben. Danach wurde es in die Ortschaft Brandshagen integriert.
1871 hatte Brinkhof 7 Wohnhäuser mit 14 Haushaltungen und 78 Einwohner, 1867 waren es noch 83. Alle waren Mitglied der evangelischen Konfession.[3]

Gardist (Wüstung) gehörte als Siedlung zur bekannten Burg Gardist und ist mit ihr verbunden.

Hauptartikel: Gardist (Wüstung)

Grünhof (Wüstung) lag östlich dicht bei der Ortschaft Engelswacht, war aber laut PUM 1835 selbständig und war ein größerer Bauernhof. Noch 1880 war es laut MTB vorhanden, verschwand aber vor 1920.

Heidekrug (Wüstung) lag westlich von Groß und nördlich von Klein Behnkenhagen. Der Hauptweg, der am Heidekrug vorbeiführte, führte aber an beiden Orten vorbei und ging zur Kakernehler Mühle. Aber bereits vor 1880 wurde laut MTB die Straße durch die beiden Behnkenhagen gebaut und der alte Landweg am Heidekrug wurde beseitigt und damit auch der Krug.

Niederhinrichshagen (Wohnplatz) lag nordwestlich von Reinberg und bestand aus einem separat liegenden Gut und einer Landarbeitersiedlung an einer Straßenabzweigung vor Reinberg. Das Gut mit der zugehörigen Ansiedlung bestand seit 1880 und wurde erst nach 1945 mit der Bodenreform nach Reinberg integriert.

Vorwerk Heidehof (Wüstung) lag 1880 laut MTB nordwestlich von Ahrendsee, gehörte aber nicht wie die dazugehörigen Abbaue dazu. Es war aber ein Vorwerk, das wirtschaftlich zum Gut Ahrendsee gehörte. Zwischen 1880 und 1920 wurde das Vorwerk bzw. der Ort aber umbenannt und hieß dann „Berghof“. Der verschwand dann nach 1945 wahrscheinlich im Zuge der Bodenreform.

Woltershagen (Wohnplatz) war ein Gehöft in der Randlage von Brandshagen und hatte die gleiche Entwicklung wie Brinkhof (siehe dort). Das Gut war aber nicht so groß wie das von Brinkhof.
1871 hatte Woltershagen 5 Wohnhäuser mit 12 Haushaltungen und 58 Einwohner, 1867 waren es noch 60. Alle waren Mitglied der evangelischen Konfession.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20 % der Bevölkerung sind evangelisch, 3 % katholisch.[4]

Evangelische Gemeindeglieder sind in folgenden Kirchengemeinden:

  • Brandshagen (St. Marien) mit Ahrendsee, Behnkendorf, Berghof, Brandshagen, Groß-Behnkenhagen, Groß Miltzow, Klein-Behnkenhagen, Middelhagen, Neuhof, Niederhof, Schönhof und Wüstenfelde,
  • Horst mit Bremerhagen, Gerdeswalde, Jager (Kapelle), Segebadenhau und Wendorf,
  • Reinberg mit Dömitzow, Falkenhagen, Hankenhagen, Jeeser, Kirchdorf (Kirche), Oberhinrichshagen, Stahlbrode (Kapelle) und Tremt,
  • Reinkenhagen mit Altenhagen, Engelswacht, Hildebrandshagen, Klein Miltzow, Mannhagen, Miltzow und Wilmshagen.

Sie alle gehören zum Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Katholische Gemeindeglieder sind in folgenden Kirchengemeinden:

  • Ahrendsee, Altenhagen, Behnkendorf, Bremerhagen, Gerdeswalde, Groß-Behnkenhagen, Hildebrandshagen, Horst, Klein-Behnkenhagen, Reinkenhagen, Segebadenhau, Wendorf und Wilmshagen zur Pfarrei Maria Rosenkranzkönigin in Demmin, deren nächste Filialkirche St. Jakobus in Grimmen ist,
  • Brandshagen, Dömitzow, Engelswacht, Falkenhagen, Hankenhagen, Jager, Jeeser, Kirchdorf, Mannhagen, Middelhagen, Miltzow, Neuhof, Niederhof, Oberhinrichshagen, Reinberg, Schönhof, Stahlbrode, Tremt und Wüstenfelde zur Pfarrei St. Joseph in Greifswald, die monatlich Gottesdienste in der evangelischen Marienkirche in Brandshagen anbietet.

Beide Pfarreien gehören zum Dekanat Vorpommern im Erzbistum Berlin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Bodendenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Sundhagen

  • Marienkirche in Brandshagen von 1249
  • Kirche Horst mit gotischen Chor von um 1300
  • Dorfkirche Kirchdorf (Sundhagen) mit spätgotischen Chor
  • Dorfkirche Reinberg mit gotischen Feldsteinchor aus dem 13. Jahrhundert
  • Kirche Reinkenhagen mit gotischen Backsteinchor von um 1300
  • Gutshäuser in Behnkendorf (Hotel), Bremerhagen, Falkenhagen, Hildebrandshagen, Jager, Kirchdorf, Middelhagen und Niederhof; teilweise mit Gutspark
  • Heimatmuseum und Erdölmuseum in Groß Behnkenhagen, Erdölmuseum Reinkenhagen
  • Jüdischer Friedhof bei Niederhof
  • Stahlbrode mit der Fähre nach Rügen
  • Turmhügel in Gerdeswalde, Jager, Jeeser und Segebadenhau
  • Burgwall „Die Burg“ bei Kirchdorf, im 13. Jahrhundert als Gardist Burg der Nachkommen der Rügenfürsten
  • Bronzezeitliche Grabanlagen, z. B. "Die 7 Berge"
  • Spätslawischer Burgwall Niederhof
  • Marina in Neuhof

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof befindet sich eine der größten Kormorankolonien in Deutschland mit ca. 2.000 Brutpaaren.
  • In Bremerhagen, im Landeswald ist ab den 1960er Jahren ein Naturlehrpfad mit einer Vielzahl an Exponaten entstanden. Dazu gehört eine Jagdhütte, die durch die Gemeinde Sundhagen verwaltet wird. In den 1970er Jahren wurde sie mehrmals durch das Ostseestudio Rostock für Fernsehaufnahmen zu „Waidmannsheil“ genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führen die Bundesstraße 96 von Stralsund nach Berlin, die Bundesstraße 105 von Stralsund nach Greifswald und die Landesstraße 30 von Grimmen zur Fähranbindung auf die Insel Rügen, sowie die Bahnstrecke Angermünde–Stralsund. Letztere besitzt in der Gemeinde Haltepunkte oder Bahnhöfe in Wüstenfelde, Miltzow und Jeeser. Zudem verbindet eine Autofähre den Ortsteil Stahlbrode mit der Insel Rügen. Die Ortsteile der Gemeinde sind an den Öffentlichen Nahverkehr (Bus) angebunden.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Georg Schwartz (1687–1755), Theologe, Historiker und Philosoph, wurde im Ortsteil Horst geboren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürsthentums Rügen. IV. Theil, Band I, Kreis Greifswald (Allgemein) – besonders „Stadt Greifswald und der königl. Hochschule daselbst“, Anklam/ Berlin 1866.
  • Königl. Statistisches Büro, „Gemeinden und Gutsbezirke und ihre Bevölkerung“, III. Provinz Pommern, Volkszählung vom 1. Dez. 1871, Berlin 1874.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sundhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. a b c Königl. Statistisches Büro, „Gemeinden und Gutsbezirke und ihre Bevölkerung“, III. Provinz Pommern, Volkszählung vom 1. Dez. 1871, Berlin 1874
  4. Zensusdatenbank