Andrej Kramarić

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Andrej Kramarić
Andrej Kramarić (2018)
Personalia
Geburtstag 19. Juni 1991
Geburtsort ZagrebSFR Jugoslawien
Größe 177 cm
Position Sturm
Offensives Mittelfeld[1]
Junioren
Jahre Station
1997–2009 Dinamo Zagreb
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2009–2013 Dinamo Zagreb 42 (10)
2012–2013 → Lokomotiva Zagreb (Leihe) 44 (20)
2013–2014 HNK Rijeka 42 (37)
2015–2016 Leicester City 15 0(2)
2016– TSG 1899 Hoffenheim 170 (84)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2005 Kroatien U14 2 0(0)
2007 Kroatien U16 7 0(4)
2007–2008 Kroatien U17 12 0(6)
2008–2009 Kroatien U18 9 0(3)
2008–2010 Kroatien U19 12 0(3)
2011 Kroatien U20 2 0(1)
2009–2013 Kroatien U21 9 0(5)
2014– Kroatien 50 (14)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 29. Oktober 2021

2 Stand: 14. Oktober 2020

Andrej Kramarić (* 19. Juni 1991 in Zagreb) ist ein kroatischer Fußballspieler. Er steht seit Anfang 2016 bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag und ist Rekordtorschütze des Vereins in der Bundesliga.[2] Mit der kroatischen Nationalmannschaft wurde er 2018 Vizeweltmeister.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kramarić wurde in der kroatischen Hauptstadt Zagreb geboren, wuchs aber zunächst in einem kleinen Ort in der nördlich gelegenen Region Hrvatsko Zagorje auf; später zog die vierköpfige Familie, zu der auch seine Schwester Danica gehört, fest nach Zagreb.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Karriere begann Kramarić in der Jugend von Dinamo Zagreb, wo ihn sein Vater, ein Polizist, mit sechs Jahren anmeldete.[3] Für die Jugendmannschaften von Dinamo erzielte er, der anfangs zierlich und körperlich unterlegen gewesen sein soll, über 450 Tore und stellte damit einen Vereinsrekord auf.[3][4] Am 24. April 2009 debütierte der Jungspieler für die erste Mannschaft in einem Erstligaderby gegen den NK Zagreb. Zwischen 2009 und 2011 wurde Kramarić mit Dinamo dreimal kroatischer Meister sowie zweimal Pokalsieger. Nach anfangs regelmäßiger Berücksichtigung spielte der mittlerweile 19-Jährige in der Saison 2010/11 so gut wie keine Rolle, im Angriff erhielten Mitspieler wie Fatos Bećiraj, Miroslav Slepička und Ante Rukavina den Vorzug. Im Februar 2012 wurde der Stürmer nach nur fünf Pflichtspielminuten in der laufenden Spielzeit bis Mai an den Stadtrivalen Lokomotiva Zagreb verliehen.[5] Nach fünf Toren, einem Assist sowie einem rasch erarbeiteten Stammplatz wurde das Leihgeschäft um eine weitere Saison verlängert. Kramarić war mit 23 Punkten der beste Scorer des Teams und hatte so einen entscheidenden Anteil an der Vizemeisterschaft hinter seinem eigentlichen Arbeitgeber Dinamo. Nach seiner Rückkehr zu Dinamo soll sich der Spieler den Brüdern Zoran und Zdravko Mamić, die zu dieser Zeit als Sportdirektor und Präsident des Vereins fungierten, verweigert haben. Die Mamićs sollen von Kramarić gefordert haben, eine Zusatzvereinbarung zu unterschreiben, welche diesen eine Beteiligungen an allen Gehalts- sowie Ablösezahlungen des Spielers zugesichert hätte.[3]

Im Sommer 2013 wechselte Kramarić schließlich zum Ligakonkurrenten HNK Rijeka. Dort gewann er 2014 zum dritten Mal den kroatischen Pokal und war mit zehn Treffen bester Torschütze im Cup-Wettbewerb. Herausragend waren seine acht Tore am 9. Oktober 2013 beim 11:0 im Pokal gegen BŠK Zmaj Blato.[6][7] In der Saison 2014/15 wurde Kramarić, obwohl er Rijeka im Winter verließ, mit 21 Treffern vor dem Chilenen Ángelo Henríquez (20 Tore) Torschützenkönig der ersten Liga.[8] Seine Leistungen bei den Hafenstädtern brachten ihm seine erste Nominierung für die Nationalmannschaft ein.[3]

Zur Rückrunde der Saison 2014/15 wechselte der Kroate in die englische Premier League zu Leicester City,[9], wo er sich allerdings nicht gegen die Konkurrenten Shinji Okazaki, Jamie Vardy und Leonardo Ulloa durchsetzen konnte. Da er in der Saison 2015/16 in weniger als fünf Spielen eingesetzt wurde, bekam er gemäß den Ligastatuten auch keine Siegermedaille ausgehändigt, nachdem Leicester englischer Meister wurde.[10]

Kramarić bei der TSG Hoffenheim (2019)

Am 20. Januar 2016 wechselte der Stürmer auf Leihbasis bis zum Ende der Saison 2015/16 nach Deutschland zum Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim[11], um seine Chancen auf eine Nominierung für den EM-Kader 2016 zu wahren.[3] Zur Saison 2016/17 verpflichtete die TSG Kramarić fest und stattete ihn mit einem bis zum 30. Juni 2020 datierten Vertrag aus[12], der im August 2018 vorzeitig bis 2022 verlängert wurde.[13] Im Anschluss zog er mit seiner Freundin Mia, einer Tierärztin, nach Heidelberg.[3] Der Kroate war von Beginn an offensiv variabel einsetzbar, spielte aufgrund von fehlender Wucht und Endgeschwindigkeit hauptsächlich im Sturm, wich aber auch auf beide Flügel oder ins offensive Mittelfeld aus und entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Angriffsspieler der Mannschaft.[3] Seinen Schwächen stehen laut dem kicker eine hohe Spielintelligenz sowie Stärken im Dribbling und im Binden von Gegenspielern gegenüber.[3]

Sein 46. Bundesligatreffer (das 1:0 gegen den VfB Stuttgart am 16. März 2019) ließ Kramarić mit dem bisherigen vereinsinternen Rekordtorschützen Sejad Salihović gleichziehen.[14], am 27. Spieltag überholte er Salihović. Am 27. Juni 2020, dem letzten Spieltag der Bundesligasaison 2019/20, erzielte der Offensivspieler beim 4:0 in Dortmund als erster Spieler der TSG Hoffenheim vier Tore in einem Bundesligaspiel. Im darauffolgenden Sommer soll der FC Bayern seine Berater kontaktiert haben, der Spieler selbst bekannte sich jedoch mit den Worten „Ich habe die letzten Jahre bewiesen, was ich kann, und einen gewissen Status erreicht. Aber ich will noch mehr. Mit Hoffenheim wie mit Kroatien“ klar zu seinem Verein.

In der folgenden Spielzeit erzielte Kramarić in den ersten zwei Spielen im September 2020 gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München insgesamt 5 Tore und wurde dafür zum Spieler des Monats der Fußball-Bundesliga ausgezeichnet.[15]

Sein Vertrag in Hoffenheim läuft bis 2025.[16]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kramarić, der viele U-Nationalmannschaften durchlief, spielt seit 2014 für die kroatische A-Nationalmannschaft. Am 31. Mai 2016 wurde er ins Aufgebot für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich berufen.[17] Er kam dort dreimal zum Einsatz und wurde jedes Mal in den Schlussminuten eingewechselt. So auch im Achtelfinale gegen Portugal, als das Team mit 0:1 nach Verlängerung verlor und damit ausschied. Bei der Weltmeisterschaft 2018 kam er in allen Spielen zum Einsatz und wurde mit der Mannschaft Vizeweltmeister.

Bei der Europameisterschaft 2021 war er Bestandteil des kroatischen Kaders, welcher bei dem Turnier im Achtelfinale gegen Spanien ausschied.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GNK Dinamo Zagreb

HNK Rijeka

  • 1× Kroatischer Pokalsieger: 2013/14
  • 1× Kroatischer Superpokalsieger: 2014/15

Persönliche Auszeichnungen:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Andrej Kramarić – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrej Kramaric. transfermarkt.de, abgerufen am 30. September 2020.
  2. TSG 1899 Hoffenheims Rekordmann Andrej Kramaric. bundesliga.de, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  3. a b c d e f g h i kicker, Ausgabe 100/2020, S. 6–9, abgerufen am 8. Dezember 2020
  4. Kramarić je za Dinamo već zabio 450 golova! (Memento vom 29. Juli 2012 im Internet Archive) Jutarnji list 26. Juni 2009
  5. Kramarić do kraja sezone na posudbi (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) Dinamo Zagreb 9. Februar 2012
  6. HNK Rijeka –BŠK Zmaj Blato. In: hrnogomet.com. Abgerufen am 11. Februar 2021.
  7. Andrej Kramarić zabio osam golova u najvećoj pobjedi Rijeke! In: vecernji.hr. 9. November 2013, abgerufen am 11. Februar 2021 (kroatisch).
  8. Transfermarkt.de: Torschützenliste 1.HNL 14/15 (abgerufen am 5. September 2016)
  9. Leicester City Complete Andrej Kramaric Signing auf lcfc.com vom 16. Januar 2015, abgerufen am 16. Januar 2015 (englisch)
  10. Which Leicester players get a Premier League winners' medal?, skysports.com, abgerufen am 9. Mai 2016 (englisch)
  11. TSG 1899 Hoffenheim: Andrej Kramaric wechselt auf Leihbasis zur TSG (Memento vom 21. Januar 2016 im Internet Archive), 20. Januar 2016, abgerufen am 20. Januar 2016.
  12. TSG 1899 Hoffenheim: TSG bindet Andrej Kramaric bis 2020, 25. Mai 2016, abgerufen am 26. Mai 2016.
  13. TSG 1899 Hoffenheim: Vize-Weltmeister verlängert in Hoffenheim, 17. August 2018, abgerufen am 17. August 2018.
  14. Andrej Kramaric stellt TSG-Vereinsrekord ein, heidelberg24.de, abgerufen am 16. März 2019
  15. Andrej Kramaric ist der Spieler des Monats September. Abgerufen am 22. April 2021.
  16. TSG 1899 Hoffenheim: Rekord-Torjäger Kramarić bleibt bei der TSG, 12. März 2022, abgerufen am 12. März 2022
  17. „Kramarić und Jedvaj bei Kroatien dabei“, uefa.com