Vedad Ibišević

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Vedad Ibišević

Vedad Ibišević (2015)

Spielerinformationen
Geburtstag 6. August 1984
Geburtsort VlasenicaSFR Jugoslawien
Größe 188 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
Proleter Slacinovići
Zmaj od Bosne
2000–2001 FC Baden
2001–2003 Saint Louis University
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2003 St. Louis Strikers 22 (18)
2004 Chicago Fire Premier 3 0(3)
2004–2006 Paris Saint-Germain 4 0(0)
2005–2006 FCO Dijon (Leihe) 33 (10)
2006–2007 Alemannia Aachen 24 0(6)
2007–2011 TSG 1899 Hoffenheim 123 (48)
2012–2015 VfB Stuttgart 86 (33)
2015– Hertha BSC 24 0(9)
Nationalmannschaft2
2007– Bosnien-Herzegowina 71 (25)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 23. April 2016

2 Stand: 16. November 2015

Vedad Ibišević [ˈʋɛdad ˈibiːʃɛʋitɕ] (* 6. August 1984 in Vlasenica, SFR Jugoslawien) ist ein bosnisch-herzegowinischer Fußballspieler, der beim Bundesligisten Hertha BSC spielt. Neben der bosnisch-herzegowinischen besitzt Ibišević die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend in Bosnien-Herzegowina und der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vedad Ibišević wurde im ostbosnischen Vlasenica geboren, wo er auch seine Schulausbildung begann. Mit Beginn des Bosnienkrieges zog die bosniakisch geprägte Familie Ibiševićs in das von Bosniaken bewohnte Tuzla, wo er im dortigen Vorortklub Proleter Slacinovići begann, Fußball zu spielen. Von dort ging er zur Jugendmannschaft des damaligen bosnischen Erstligaklubs Zmaj od Bosne in Tuzla. Während dieser Zeit spielte er auch erstmals für die Junioren-Fußballnationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina.

Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Bosnienkrieg, aber auch um ihrem Sohn die weitere fußballerische Entwicklung zu ermöglichen, die in Bosnien und Herzegowina an ihre Grenzen stieß, zog die Familie von Ibišević im Jahr 2000 in die Schweiz. Dort begann er mit dem Training beim FC Baden. Doch bereits nach zehn Monaten zog die Familie weiter zu Verwandten nach St. Louis in den Vereinigten Staaten, da sie in der Schweiz keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhielt.[2]

Fußballerische Anfänge in den Vereinigten Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In St. Louis wurde Ibišević zu einem der besten Jugendspieler in der Region. 2002 wurde er im Soccer America Magazine als einer der besten Nachwuchsspieler der Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Während seiner Schulzeit spielte er für die Roosevelt High School. Anschließend schloss sich Ibišević der Fußballmannschaft der Saint Louis University an, in der er sich erfolgreich als Stürmer positionieren konnte. Neben dem College spielte er noch in der USL Premier Development League für die St. Louis Strikers und für das Nachwuchsteam von Chicago Fire.

Wechsel nach Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Länderspiel der bosnischen Junioren-Nationalmannschaft gegen Mazedonien wurden mehrere Talentsucher, darunter die französische Fußballlegende Michel Platini, auf Ibišević aufmerksam. So gelangte er 2004 zu Paris Saint-Germain, von wo aus er ein Jahr später an den FCO Dijon verliehen wurde.

Karriere in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alemannia Aachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2006/07 schloss sich Ibišević dem damaligen Erstligaaufsteiger Alemannia Aachen an.[3][4]

TSG 1899 Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vedad Ibišević bei der TSG 1899 Hoffenheim

Nach dem Abstieg von Alemannia Aachen in die zweite Bundesliga wechselte Ibišević im Juni 2007 zum damaligen Zweitligisten TSG 1899 Hoffenheim. In der Saison 2007/08 konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und musste häufig den ebenfalls neu in die Mannschaft gekommenen Spielern Chinedu Obasi und Demba Ba den Vortritt lassen. Mit dem Aufstieg der Mannschaft in die Fußball-Bundesliga verbesserten sich zu Beginn der Saison 2008/09 Ibiševićs Leistungen. Am ersten Spieltag der Saison erzielte er beim 3:0-Sieg bei Energie Cottbus in der 18. Minute den ersten Bundesligatreffer der TSG 1899 Hoffenheim. Durch den Einsatz von Chinedu Obasi in der nigerianischen Fußballnationalmannschaft im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 2008 wurde er dabei auch von Anfang an aufgestellt. In der Hinrunde der Bundesliga-Saison 2008/09 erzielte er 18 Tore für den Bundesliganeuling, womit er sich an die Spitze der Bundesliga-Torschützenliste setzte; die TSG Hoffenheim wurde Herbstmeister.

Im Oktober 2008 wurde Ibišević zum Fußballer des Monats gewählt, nachdem er bereits im August und September 2008 dafür nominiert worden war. Im November 2008 wurde er bei dieser Wahl Zweiter. In der Kicker-Rangliste der besten Fußballer wurde Ibišević nach der Hinrunde 2008/09 in die Kategorie „Weltklasse“ eingeordnet;[5] eine Auszeichnung, die nur selten vergeben wird. Bei einer Internetumfrage des Portals sport.ba wurde er mit 69 Prozent der Stimmen zum Besten Fußballer Bosnien-Herzegowinas 2008 gewählt.[6]

Im Freundschaftsspiel gegen den Hamburger SV am 14. Januar 2009 riss sich Ibišević das vordere Kreuzband im rechten Knie[7][8] und fiel nach einer Operation in der Heidelberger Klinik Sankt Elisabeth für die Rückrunde der Saison 2008/09 aus.[9] Erst Ende Mai 2009 begann er wieder mit dem Training. Zur gleichen Zeit verlängerte er seinen Vertrag bei der TSG 1899 Hoffenheim bis zum 30. Juni 2013.[10] Das erste Pflichtspiel nach seiner Verletzung absolvierte er in der ersten Runde des DFB-Pokal 2009/10 gegen den FC Oberneuland am 2. August 2009.

In der Saison 2009/10 erzielte er am 27. September 2009 (7. Spieltag) beim 5:1-Sieg im Heimspiel gegen Hertha BSC innerhalb von 20 Minuten seinen ersten Bundesliga-Hattrick und damit die ersten Bundesligatreffer nach seiner Verletzung. Am Ende der Spielzeit war er mit zwölf Saisontreffern erneut bester Torschütze seines Teams.

VfB Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause 2012 wurde Ibišević vom VfB Stuttgart verpflichtet.[11] Am 29. Januar 2012 debütierte er im Heimspiel des VfB gegen Borussia Mönchengladbach. Am 11. Februar 2012 leitete Ibišević mit seinem ersten Pflichtspieltor für die Schwaben den 5:0-Heimsieg des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC ein und bereitete ein weiteres für seinen Mitspieler Martin Harnik vor. Am 16. März 2012 gelang ihm beim Stuttgarter 2:1-Auswärtssieg gegen die TSG Hoffenheim sein erster Doppelpack für den VfB. Beim 2:0 gegen FK Dynamo Moskau in der Europa-League-Qualifikation am 22. August 2012 erzielte er beide Tore. Mit seinem zwischenzeitlichen Führungstreffer beim 1:1-Unentschieden im Rückspiel am 28. August 2012 sorgte er für den Einzug des VfB in die Gruppenphase der Europa League.[12] Beim 3:1-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 am 8. Dezember 2012 (16. Spieltag) erzielte Ibišević zum ersten Mal in seiner Stuttgarter Zeit drei Treffer in einem Spiel. Dies gelang ihm auch am 1. September 2013 (4. Spieltag) beim 6:2-Sieg im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Am 6. August 2014 verlängerte Ibišević seinen Vertrag mit dem VfB bis zum 30. Juni 2017.[13]

Hertha BSC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. August 2015 wechselte Ibišević zu Hertha BSC.[14][15] Sein Debüt gab er am 12. September 2015 beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart, als er in der 45. Spielminute für Roy Beerens eingewechselt wurde.[16] Später wurde eine Option im Vertrag, der zunächst eine Mischform aus Leihe und Kauf gewesen war, gezogen und Ibišević bis zum 30. Juni 2017 an die Hertha gebunden.[17]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas gab Ibišević am 24. März 2007 beim 2:1-Sieg gegen Norwegen. In den Qualifikationen zur WM 2010 und EM 2012 scheiterte er mit der Nationalmannschaft jeweils in der letzten Play-off-Runde an Portugal. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 erzielte Ibišević am 15. Oktober 2013 im abschließenden Spiel der Gruppe G den Treffer zum 1:0-Auswärtssieg in Litauen; damit qualifizierte sich die bosnische Auswahl erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Mit acht Treffern war er einer der erfolgreichsten Torschützen der WM-Qualifikation. Am 7. Mai 2014 wurde er von Trainer Safet Susic in den Kader für die Weltmeisterschaft 2014 berufen.[18] Im ersten Gruppenspiel sorgte er bei der 1:2-Niederlage gegen die Auswahl Argentiniens mit seinem Anschlusstreffer in der 84. Minute für das erste Länderspieltor der A-Nationalmannschaft bei ihrer Premieren-Weltmeisterschaft. Am 4. September 2014 erzielte er beim 3:0 gegen Liechtenstein bereits nach 48 Sekunden das 1:0 und damit das schnellste Tor in der Geschichte seiner Nationalmannschaft.[19]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ibišević spricht neben der bosnischen Sprache auch Deutsch, Englisch und Französisch fließend. Aufgrund dieser Kenntnisse wurde er in seiner Zeit bei Alemannia Aachen als Übersetzer für Spieler eingesetzt, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vedad Ibišević – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datencenter / Fußball – Vedad Ibišević. In: sport1.de. Abgerufen am 22. Februar 2009.
  2. Alexander Kühn: Bundesliga-Star bekam in der Schweiz kein Asyl. In: Basler Zeitung, 28. Oktober 2008.
  3. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Krontiris zurück am Tivoli. In: kicker online. 31. Mai 2006, abgerufen am 14. November 2015.
  4. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Krontiris zurück am Tivoli. In: kicker online. 31. Mai 2006, abgerufen am 14. November 2015.
  5. Das Torfestival und Vedad Ibisevic. In: Kicker-Sportmagazin, 9. Januar 2009.
  6. I. Babić: Ibišević vodeći sa 69 % glasova. In: SportSport.ba, 20. Dezember 2008.
  7. S. Flohr und M. Linnenbrügger: Herbstmeister Hoffenheim sucht Ibisevic-Ersatz. In: welt.de. 15. Januar 2009, abgerufen am 16. Mai 2014.
  8. Schock! Kreuzbandriss bei Ibisevic. In: Kicker-Sportmagazin, 16. Januar 2009.
  9. Kreuzbandriss! Ibisevic fällt Monate aus. In: BILD Online, 16. Januar 2009.
  10. Kurzpässe: Strachan geht, Burnley kommt, Ibisevic bleibt. In: Spiegel Online. 25. Mai 2009, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  11. Der VfB verpflichtet Vedad Ibisevic. In: VfB.de, 25. Januar 2012.
  12. Ibisevic beseitigt letzte Zweifel. In: kicker.de, 28. August 2012.
  13. Vedad Ibisevic verlängert bis 2017. In: VfB.de, 6. August 2014.
  14. Vedad Ibišević wechselt zu Hertha BSC. In: VfB.de. VfB Stuttgart, 30. August 2015, abgerufen am 12. September 2015.
  15. Hertha hat Ibisevic vorerst nur ausgeliehen. t-online.de, 16. September 2015, abgerufen am 27. September 2015.
  16. Heimsieg! In: herthabsc.de. Hertha BSC, 12. September 2015, abgerufen am 12. September 2015.
  17. kicker online: Ibisevic: „Mein Abgang beim VfB hat mich motiviert“. In: kicker.de. 12. Februar 2016, abgerufen am 12. Februar 2016.
  18. Susic vertraut auf sieben „Deutsche“. In: kicker.de, 5. Mai 2014
  19. Conte mit Einstand nach Maß, „Ibra“ schreibt Geschichte. In: fifa.com.