Bahrdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bahrdorf
Bahrdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bahrdorf hervorgehoben

Koordinaten: 52° 23′ N, 11° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Samtgemeinde: Velpke
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 40,6 km2
Einwohner: 1825 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38459
Vorwahlen: 05364, 05358
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grafhorster Straße 6
38458 Velpke
Website: www.velpke.de
Bürgermeister: Heinz-Udo Liedtke (SPD)
Lage der Gemeinde Bahrdorf im Landkreis Helmstedt
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GifhornLandkreis WolfenbüttelWolfsburgBahrdorfBeierstedtBrunsleberfeldDanndorfFrellstedtGevenslebenGrafhorstGraslebenGroß TwülpstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedt (gemeindefreies Gebiet)JerxheimKönigslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter am ElmKönigslutter am ElmKönigslutter am ElmLehre (Niedersachsen)Mariental (Niedersachsen)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)QuerenhorstRäbkeRennauSchöningenSchöningen (gemeindefreies Gebiet)Söllingen (Niedersachsen)SüpplingenSüpplingenburgVelpkeWarbergWolsdorfKarte
Über dieses Bild

Bahrdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen und Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Velpke.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahrdorf liegt zwischen den Naturparks Elm-Lappwald und Drömling.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist reich an sandigen Böden. Misch- und Kiefernwälder bestimmen das Forstbild. Überwiegend werden Getreide und Zuckerrüben und vermehrt wird auch Raps angebaut. Das Land ist von kleineren Hügeln bestimmt. Der höchste Hügel ist der Steinberg mit 115 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

Ein weiterer Wohnplatz ist Bullerbü (ein Kilometer von Rickensdorf entfernt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 973 war die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde als „Bardorp“ anlässlich einer Schenkung an den Bischof von Magdeburg. Im 13. Jahrhundert berief sich der damalige Bischof von Magdeburg darauf und verlangte von dem in Bahrdorf ansässigen Rittergeschlecht de Bardorpe die Auslieferung. Als es die Forderungen nicht erfüllte, kam es zu einer Belagerung durch den Erzbischof von Magdeburg und den Lehnsherrn von Oebisfelde, die die Bahrdorfer Burg jedoch überstand. Die Burg zerfiel und wurde im 18. Jahrhundert in ein herzogliches Gut umgewandelt, das noch existiert. Von der alten Burg ist nur der Bergfried erhalten.

Zur Entwicklung des Postwesens in Bahrdorf siehe: Postroute Braunschweig–Calvörde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Mackendorf, Rickensdorf und Saalsdorf eingegliedert.[2]

Ortsname, Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert „Bardorf“, 937 „Bardorp“, Mitte 11. Jahrhundert „Barthorpa“, 1209 „Bardorp“, 1189 „Barthorp“, 1328 „Bardorp“, 1344 „Bardorpe“.

Der Ortsname könnte auf Wald-Dorf zurückgehen. Er enthält möglicherweise baeru, baero für Wald, germanisch barwa für Nadelbaum, Wal. Eine andere Möglichkeit der Deutung des Ortsnamens ist das polnische Wort bara für Sumpf. Aufgrund der Lage des Ortes am Wald und in der Flussaue der Lapau, beziehungsweise einstiger Ausläufer des Drömlings, ist die Herkunft des Ortsnamens nicht eindeutig festzulegen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2016[4]
Wahlbeteiligung: 61,50 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,33
34,88
5,48
4,99
4,32
EB Schaare
EB Runkehl
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,76
−4,14
−2,68
−0,24
+4,32
EB Schaare
EB Runkehl
Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat
   
Insgesamt 11 Sitze
  • SPD: 4
  • Sonst.: 1
  • CDU: 6

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Bahrdorf. Über die Vergabe der elf Sitze entscheiden die Bürger alle fünf Jahre bei den Kommunalwahlen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister ist seit 2016 Hans-Hubertus Broistedt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gespalten in Blau und Gold, darin in verwechselten Farben eine vierblättrige Eiche mit drei Eicheln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Bahrdorf
  • Evangelisch-lutherische St.-Stephanus-Kirche in Bahrdorf
  • Domäne (ehemalige Wasserburg)

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortschaft Bahrdorf befindet sich die evangelisch-lutherische St.-Stephanus-Kirche, sie gehört zur Propstei Vorsfelde. Weitere Kirchen befinden sich in den Ortsteilen Mackendorf, Rickensdorf und Saalsdorf.

Da sich nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus katholischen Gebieten in Bahrdorf und den umliegenden Ortschaften niederließen, wurde 1946 die zur Velpker Kirche Unbefleckte Empfängnis Mariä gehörende katholische Pfarrvikarie Bahrdorf gegründet. Sie war neben Bahrdorf auch für die Ortschaften Mackendorf, Papenrode, Querenhorst, Rickensdorf und Saalsdorf zuständig. Zum Bau einer katholischen Kirche kam es in Bahrdorf nicht, die Gottesdienste fanden in der Wohnung des Pfarrers oder in der evangelischen Kirche statt. 1966 wurde die Pfarrvikarie Bahrdorf wieder aufgelöst und kam zur Kirchengemeinde Velpke zurück.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahrdorf liegt östlich der Bundesstraße 244. Bahrdorf lag an der in diesem Bereich stillgelegten Bahnstrecke Helmstedt–Oebisfelde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Scherfise: 1000 Jahre Bahrdorf. Kühne, Helmstedt 1973

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahrdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271.
  3. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 28. Dezember 2014; abgerufen am 3. August 2019.
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2016 Samtgemeinde Velpke
  5. Peter Eppert: 75 Jahre St. Marien Velpke. Grafhorst 2004, S. 10 u. 12.