Blood on the Dance Floor

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Blood on the Dance Floor ist ein Lied von Michael Jackson und die erste Single von seinem Album Blood on the Dance Floor – HIStory in the Mix. Jackson und Teddy Riley schufen den Track für das Ende 1991 veröffentlichte Album Dangerous. Allerdings schaffte es dieses Lied nicht auf besagtes Album. So wurde es, in einer leicht veränderten Form, erst im April 1997 kommerziell veröffentlicht. Der Song handelt von einer gefährlichen Frau namens Susie. Diese verführt Jackson, bevor sie versucht, ihn mit einem Messer niederzustechen. Die Komposition umfasst viele Genres, von Rock bis Funk.

Der Song wurde von Kritikern mit der Musik von Dangerous verglichen. Auffällig sind der aggressive Ton und Jacksons Gesangsstil sowie die Bandbreite der Genres und die unterschiedlichen Möglichkeiten, den Text zu deuten. Die Rezensionen zur Zeit der Veröffentlichung waren gemischt. Heutzutage sind sie jedoch meist positiv.

Zu Blood on the Dance Floor gibt es ein Musikvideo, welches seine Premiere bei Top of the Pops feierte. Es fokussiert sich auf „Susie“, welche Jackson in einem Tanz zu verführen versucht, bevor sie ein Schnappmesser öffnet. Das Lied war in mehreren Ländern, inklusive Großbritannien, ein Nummer-1-Hit.

Produktion und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teddy Riley steuerte den Namen zu diesem Song bei, während Michael Jackson den Titel für Dangerous schrieb und aufnahm. Allerdings schaffte es den Sprung auf das Album nicht. Riley war laut Berichten wütend, dass Jackson sich nicht bei ihm gemeldet hatte, um den Song nochmals zu überarbeiten. Riley erfuhr dann aber, dass der Track auf Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix erscheinen würde. Er überarbeitete den Song noch, bevor er dann auf dem Remix Album veröffentlicht wurde.[1]

Zu hören sind unter anderem eine Gitarre und ein Piano, letzteres spielt in den Tonhöhen von F2-Eb5. Jacksons Gesang umfasst C4-C5 und Teile des Lieds sind in As-Dur gespielt. Neben Rock, Pop, Dance und Funk wird der Titel auch mit New Jack Swing in Verbindung gebracht.[2][3][4][5][6] Neil Strauss von der New York Times glaubt, dass die im Song beschriebene, gefährliche Frau, eine Metapher für AIDS sei.[7]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dallas Morning News beschrieb Blood on the Dance Floor als eine „wütende Geschichte einer hinterhältigen Frau“. Michael Saunders vom Boston Globe beschrieb es als einen „mittelmässigen Dance-Funk Verschnitt“.[3][8] Anthony Violenti von Buffalo News schrieb, dass der Song „in Teddy Rileys neuen Jack-Swing-Sound und einen stampfenden Techno-Beat“ geschnürt sei. Die Cincinnati Post charakterisierte den Song als einen „farblosen, ersten Release und einen veralteten Dance-Track“. Das Album hingegen erhielt eine positive Wertung.[4][9] Jim Farber von den New York Daily News beschrieb den Gesang und die Musik als „stranguliertes Gemurmel mit zwergenartigem Schluckauf anstelle eines Gesangs“ und notierte, dass „pseudoindustrielle Musik in etwa so angenehm wie eine Migräne sei“.[6]

William Ruhlman von Allmusic meinte, Blood on the Dance Floor sei ein schneller Jackson-Song in der steigend-hysterischen Tradition von Billie Jean und Smooth Criminal, während Jackson schnauffend und keuchend sich durch einen Nonsens über eine Stecherei kläfft, begleitet von einem generischen Electronic Dance Track."[5] Stephen Thomas Erlewine, ebenfalls von Allmusic, hatte eine negative Reaktion zum Lied. Er beschrieb es als „öde Neuauflage von Jam und Scream“.[10]

Kritiker Nelson George verglich den Song mit Material von Dangerous, vor allem den gefeierten Titeln Jam und Dangerous. Er beschrieb ihn als „sich einhämmernden Song, der förmlich aus dem Radio explodiert“.[11] J. Randy Taraborrelli, ein langjähriger Jackson-Kritiker, gab eine rückblickende Analyse des Albums in der Biographie The Magic & the Madness. Taraborrelli fand, Blood on the Dance Floor wäre „einer der besten Jackson-Songs überhaupt und ein Song, von dem die US-Fans nicht mal wüssten, dass er überhaupt existiere.“[12] Im Jahre 2005 meinte J. T. Griffith von Allmusic, dass im Nachhinein gesehen Blood on the Dance Floor eigentlich ein guter Song war. Er erklärte, dass es sich um einen „zweitklassigen Mix aus Beat It und Thriller“ handle. Jedoch seien Jacksons Fehltritte besser als die meisten anderen Pop-Songs. Der Titel zeige alle Markenzeichen Jacksons, wie dass „oohing“, das Knurren und der stark Funk-lastigen Basslinie. Es sei schwer, den Titel zu hören, ohne einen Moonwalk aufs Parkett zu legen oder wie ein Ghul zu tanzen.[13]

Live[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blood on the Dance Floor war der einzige Track aus dem Album, welcher auf der HIStory World Tour live gespielt wurde.[14]

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Videoclip für Blood on the Dance Floor wurde von Jackson und Vincent Paterson gedreht. Die Premiere hatte das Video bei Top of the Pops in Großbritannien am 28. März 1997, was mehrere Wochen vor der eigentlichen Veröffentlichung war.[1] Der Clip beginnt mit einem geworfenen Schnappmesser, das in einem aufgemalten Bild stecken bleibt. Es handelt sich hier um ein blutiges Liebesherz mit dem Text „SUSIE + ME“ darüber geschrieben. Jackson und eine Gruppe von Tänzern betreten dann den Salsaclub, wo er mit einer Frau zu tanzen beginnt. Diese Frau ist „Susie“. Danach ist Jackson sitzend zu sehen, während die Tänzerin, auf einem Tisch vor ihm stehend, tanzt. Während des Videos zeigt Jackson ein Interesse an der Frau, gespielt von Sybil Azur. Das Video endet im selben Stil wie es beginnt, mit dem Messer im Bild steckend. Das Musikvideo gewann den Brazilian TVZ Video Award für das beste internationale Musikvideo des Jahres.[11][15]

In einem Interview bezüglich des Videos, sagte Azur: „Ich wurde von Vincent Paterson angerufen, um im Video von Blood on the Dance Floor dabei zu sein. Man wollte ein Latin-Feeling, eine Art Mambo. Ich erschien am Drehort mit einem Salsa-Kleid, Strümpfen, High-Heels und mein Haar war hochgesteckt, mit einer Blume darin. Ich war bereit für die Kamera. Ich erschien bereits dort mit dem ganzen Outfit. Es ist nicht so, dass Produzenten nicht sehen können was sie mögen, oder das Potenzial in jemandem nicht sehen, aber ich helfe ihnen ihre Vision zu sehen.“[16]

Ein „Refugee Camp Mix“ von Blood on the Dance Floor erschien auf Jacksons Video HIStory on Film, Volume II. Das Original des Liedes ist auf der DVD Number Ones zu sehen, welche auch unveröffentlichte Szenen enthält.[1] Des Weiteren nahm Paterson eine unveröffentlichte, alternative Version des Videos auf. Gefilmt wurde diese Version mit einer 8-mm-Kamera. Schriftsteller Dabvid Noh beschrieb es als unscharf, überbelichtet und extrem sexy. Laut Paterson war Michael Jackson vom alternativen Video begeistert. Allerdings weigerte sich Sony, es zu veröffentlichen.[17]

Die New York Times beschrieb den Aufwand, der für die Werbung von Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix in den USA betrieben wurde, als dezent. Die Werbung wurde kaum wahrgenommen und erstaunte auch viele Leute aus der Industrie. Jacksons Plattenfirma Epic Records verteidigte sich gegen diese Vorwürfe und sagte, dass das Label komplett hinter dem Album stehe und Jackson einer der Superstars sei und auch so behandelt würde. Das Label hätte sich einfach auf den internationalen Markt konzentriert. Die New York Times gestand ein, dass die Promotion für das Album international stärker war, da Jackson dort auch mehr Zugkraft und Popularität besaß.[18]

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Lied am 13. April 1997 veröffentlicht wurde[19], gelangte es in die Top Ten in fast ganz Europa. Blood on the Dancefloor erreichte in Großbritannien, Spanien und Neuseeland die Nummer 1 der Charts. In Großbritannien verkaufte sich die Single 85'000 mal in der ersten Woche. Dies war genug um die erste Position von R. Kellys I Believe I Can Fly zu übernehmen. Das Lied war Jacksons siebter Nummer-1-Hit in Großbritannien als Solokünstler. In der zweiten Woche belegte der Titel Position 8. Am längsten in den Charts befand sich der Titel in Europa in der Schweiz, nämlich 18 Wochen lang. Im Gegensatz dazu, befand er sich in Italien nur eine Woche lang in der Hitparade.[1][11][20]

In den USA erreichte er nur Position 42.[11] Diese relativ niedrige Position wurde durch J. Randy Taraborrelli und dem Allmusic-Schreiber William Ruhlman mit der fehlenden Werbung auf dem US-Markt und dem höheren interesse an Jacksons Privatleben als an seiner Musik begründet.[5][12]

Blood on the Dance Floor war die 20. und letzte Wiederveröffentlichung der Visionary-Kampagne. Im Juni 2006 erreichte es die Nummer 19 in den britischen Charts.[1]

Chart (1997) höchste
Position
Österreich 9[20]
Deutschland 5[21]
Schweiz 5[20]
Großbritannien 1[11]
USA / U.S. Billboard Hot 100 42[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Craig Halstead: Michael Jackson: For the Record. Authors OnLine, 2007, S. 46–48, ISBN 978-0-7552-0267-6.
  2. Blood on the Dance Floor. www.musicnotes.com. Abgerufen am 21. Dezember 2008.
  3. a b Michael Saunders. (June 05, 1997). "Blood on the Dance Floor Epic". The Boston Globe.
  4. a b Anthony Violanti. (May 23, 1997). "Lost Soul....". The Buffalo News.
  5. a b c William Ruhlmann: Blood On The Dance Floor Review. Allmusic. 13. Juli 2005. Abgerufen am 21. Dezember 2008.
  6. a b Jim Farber: The 'Thriller' is gone.... New York Daily News. 19. Mai 1997. Archiviert vom Original am 10. Juli 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nydailynews.com Abgerufen am 22. Dezember 2008.
  7. Neil Strauss: Stars Adrift: Further Out, Further In. The New York Times. 20. Mai 1997. Abgerufen am 22. Dezember 2008.
  8. Thor Christensen. (May 20, 1997). "Jackson's new 'Blood' generally thin Singer's work best when fresh on remix release". The Dallas Morning News.
  9. "Michael Jackson Still Relevant". (June 26, 1997). The Cincinnati Post.
  10. Stephen Thomas Erlewine: Blood on the Dance Floor: History in the Mix. Allmusic. Abgerufen im December 21, 2008.
  11. a b c d e f George, S. 48–50.
  12. a b Taraborrelli, S. 610–611.
  13. JT Griffith: Blood On The Dance Floor Review. Allmusic. 13. Juli 2005. Abgerufen am 22. Dezember 2008.
  14. Paul Martin. (July 13, 1997). "Rock On; Ulster pop fans go wacko over Jacko". Sunday Mirror.
  15. Sybil Azur. IMDb. Abgerufen am 11. Januar 2009.
  16. Grover Dale. (February 01, 2001). "If You Want to Be Like Britney … - questions and answers about becoming a dancer, getting an agent". Dance Magazine.
  17. David Noh: Choreographer Supreme. Gay City News. 26. Januar 2006. Archiviert vom Original am 1. Mai 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gaycitynews.com Abgerufen am 13. Januar 2009.
  18. Andrew Sorkin: King of Pop Faces U.S. Market With Subdued Promotion Effort. The New York Times. 23. Juni 1997. Abgerufen am 20. Dezember 2008.
  19. release date
  20. a b c M. Jackson - Blood on the Dance Floor (nummer). www.ultratop.be. Abgerufen am 22. Dezember 2008.
  21. Blood on the Dance Floor. www.charts-surfer.de. Abgerufen am 13. Januar 2009.