Michael (Album)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michael
Kompilationsalbum von Michael Jackson
Veröffentlichung 10. Dezember 2010
Aufnahme 1982-2009
Label Sony Music Entertainment, Epic Records
Genre R’n’B / Pop / Soul
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 41:42 min

Produktion

Chronologie
This Is It
(2009)
Michael Immortal
(2011)
Singleauskopplungen
15. November 2010 Hold My Hand
11. Februar 2011 Hollywood Tonight
21. Februar 2011 Behind the Mask

Michael ist das erste postum veröffentlichte Album des US-amerikanischen Sängers Michael Jackson, welches Ende 2010 über Sony Music Entertainment erschien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach dem überraschenden Tod Michael Jacksons im Juni 2009 wurde im März 2010 bekannt, dass Sony Music die Veröffentlichung von mehreren Alben verfolgte, die bislang unveröffentlichtes Material des Sängers enthalten sollten.[1][2] Tatsächlich können weit mehr als 100 unveröffentlichte Songs von Michael Jackson belegt werden.[3] In der Folge entspann sich eine öffentliche Diskussion darüber, ob diese Songs veröffentlicht werden sollten oder ob ein solches Vorgehen geschmacklos sei. Neben zahlreichen Musikkritikern meldeten sich auch bekannte Künstler wie Akon und will.i.am zu Wort, die vor Jacksons Tod mit ihm zusammengearbeitet hatten. Während Akon sich für eine Veröffentlichung aussprach, hielt will.i.am das von ihm aufgenommene Material zurück.[4] Am 8. November 2010 wurde auf der offiziellen Michael-Jackson-Website das Lied Breaking News für eine Woche als Stream veröffentlicht. Es diente als Teaser.[5] Zu Werbezwecken wurde vom Albumcover das größte Poster der Welt angefertigt.[6]

Inhalt und Produktion[Bearbeiten]

Das Album enthält unveröffentlichte Stücke aus Jacksons letzten, aber auch aus seinen frühen Schaffensjahren.[5] So enthält es mit Behind The Mask und Much Too Soon zwei Lieder aus der Thriller-Ära.[5] Behind The Mask ist ursprünglich ein Song des Yellow Magic Orchestras. Jackson nahm Anfang der 1980er Jahre eine neue Version auf und fügte einen Songtext hinzu. Während Jackson seine Version des Songs zu Lebzeiten nie veröffentlichte, wurde sie von anderen Künstlern interpretiert, u. a. von Eric Clapton und Greg Phillinganes. Der Titel (I Can’t Make It) Another Day, gemeinsam mit Lenny Kravitz geschrieben und produziert, war ursprünglich für Jacksons Album Invincible geplant.[7] Das Lied (I Like) The Way You Love Me wurde zuvor bereits in einer Demo-Version auf dem Best-Of-Album The Ultimate Collection (2004) unter dem Titel The Way You Love Me veröffentlicht. Breaking News, Monster und Hold My Hand stammen aus den letzten Schaffensjahren Jacksons zwischen 2007 und 2009. Best Of Joy ist eines der letzten Lieder, die Michael Jackson im Jahr 2009 schrieb und aufnahm.[8][9]

Kontroversen[Bearbeiten]

Neben der Kritik an der Qualität der Lieder wurden auch Zweifel an deren Authentizität laut: So behaupteten Mitglieder der Jackson-Familie, ein Teil der Lieder sei nicht von Jackson selbst gesungen worden. Zu den Kritikern gehören u. a. Jacksons Mutter Katherine und die zwei ältesten Kinder des toten Musikers. Ihrer Meinung nach klinge die Stimme beispielsweise in Breaking News nicht wie die Stimme Michael Jacksons.[10] Des Weiteren wurde die Echtheit von Keep Your Head Up und Monster in Frage gestellt. Es wurde vermutet, dass in diesen Liedern die Stimme des Sängers Jason Malachi zu hören sei, die der von Michael Jackson sehr ähnlich ist. Ein angebliches Eingeständnis Malachis, die Lieder eingesungen zu haben, wurde dementiert.[11]

Titelliste[Bearbeiten]

# Titel Featuring Produzent Länge
1 Hold My Hand Akon Akon, Giorgio Tuinfort, Michael Jackson* 3:33
2 Hollywood Tonight Michael Jackson, Teddy Riley, Neff-U* 4:31
3 Keep Your Head Up Michael Jackson, Tricky Stewart, Angelikson, Eddie Cascio 4:51
4 (I Like) The Way You Love Me Michael Jackson, Neff-U 4:34
5 Monster 50 Cent Michael Jackson, Teddy Riley, Angelikson, Eddie Cascio 4:49
6 Best of Joy Michael Jackson, Neff-U, Brad Buxer* 3:03
7 Breaking News Michael Jackson, Teddy Riley, Angelikson, Eddie Cascio 4:14
8 (I Can’t Make It) Another Day Lenny Kravitz Lenny Kravitz, Michael Jackson* 3:55
9 Behind the Mask Michael Jackson, John McClain 5:02
10 Much Too Soon Michael Jackson, John McClain 2:48

(*) Co-Produzent

Singles[Bearbeiten]

Hold My Hand, ein ursprünglich im Jahre 2007 aufgenommenes Duett mit Akon, wurde als erste Single ausgekoppelt.[12] Es stieg in der ersten Woche seiner Veröffentlichung auf Platz 18 der deutschen Single-Charts ein, in der Woche darauf konnte es sich auf Rang 7 platzieren.[13] Es hielt sich insgesamt 19 Wochen in den deutschen Charts, davon 8 Wochen in den Top 20. Am 11. Februar 2011 wurde Hollywood Tonight (ein Lied aus der Zeit von Invincible) als zweite Single aus dem Album veröffentlicht. Das zu der Single gedrehte Video feierte seine Premiere am selben Tag. Obwohl es von Kritikern als ein Highlight des Albums bewertet wurde, konnte Hollywood Tonight nicht an den Erfolg von Hold My Hand anknüpfen. Es erreichte lediglich Platz 55 der deutschen Single Charts und musste sich schon drei Wochen nach dem Neueinstieg aus der Hitliste verabschieden. Auch in den USA blieb der erwartete Erfolg der Single aus, sie erreichte Platz 60 der US-Charts. Behind The Mask wurde als dritte Single am 21. Februar 2011 veröffentlicht, bislang allerdings nur in Frankreich. Wie Hollywood Tonight erhielt auch Behind The Mask hauptsächlich positive Kritiken. Der Veröffentlichung des Musikvideos war das Behind The Mask Project vourausgegangen. Fans konnten selbstgedrehte Videoclips, beispielsweise wie sie den Moonwalk tanzen oder wie Jackson verkleidet zu dem Song singen, einsenden. Regisseur Dennis Liu wählte schließlich 1600 Clips für das finale Video aus. Am 14. Juni feierte es seine Premiere auf Facebook.

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten]

Kommerziell konnte das Album zwar nicht an die Erfolge Jacksons in den 1980er und frühen 1990er Jahren anknüpfen, verkaufte sich aber durchaus gut. In den Niederlanden wurde das Album bereits am Erscheinungstag über 30.000 mal abgesetzt und erreichte somit Goldstatus.[14] In Australien wurde es in der Veröffentlichungswoche über 35.000 Mal verkauft.[15] In Großbritannien schaffte das Album den schnellsten Verkaufsstart eines Michael-Jackson-Albums seit Dangerous (1991) und verkaufte sich binnen einer Woche 113.000 mal.[16] Das Album debütierte auf Platz 1 der Album-Charts in Deutschland[17], Österreich, Italien, Schweden, den Niederlanden und Taiwan. In den USA, Großbritannien, Kanada, Spanien, der Schweiz, Frankreich, Japan, Belgien und Dänemark erreichte es die Top 5. Es erhielt Platinum in 14 Ländern: in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, Frankreich (2×), Italien (3×), Spanien, Portugal, Polen, Russland, Belgien, in der Tschechischen Republik (4×), Kanada, Korea und im Nahen Osten. In Japan ist es das vierte Album von Michael Jackson, das in den Top 3 (nach Thriller, Bad und This Is It) debütierte. Das Album erreichte Goldstatus in 17 Ländern: in Japan, China, Norwegen, Australien, Irland, Österreich, den Niederlanden, Dänemark, Finnland, Griechenland, Ungarn, Schweden, Schweiz, Neuseeland, Indien, den Philippinen und Taiwan.[18]

Kritiken[Bearbeiten]

Michael erhielt viele positive Kritiken, die es als „besser als erwartet“ beurteilten.[19][20]

„Es gibt viel Grund zur Annahme, dass der Perfektionist Jackson es so niemals veröffentlicht hätte. (…) Jacksons Song-Skizzen tragen jedoch die DNS durchaus aktueller R&B-Produktionen in sich - und können daher am Computer beliebig auf Zeitgeist getrimmt werden. (…) Überhaupt ist vieles auf dem Album nicht misslungen.“

Auszug aus der Rezension von Andreas Borcholte in Spiegel Online[21]

„The bottom line is this: Michael contains some very impressive new material. (…) His habits, his obsessions, his versatility, and his genius are on display at every turn. Who else could move so seamlessly from social anthem to floor burner, fleet hip hop to cosmic rock, vintage funk to poignant folk ballad?“

Auszug aus der Rezension von Joe Vogel in der Huffington Post[22]

„It is certainly a great deal better than anyone had any right to expect.. Jackson is finally about to get the comeback he craved.“

Auszug aus der Rezension von Neil McCormick in The Telegraph[23]

„This is not a Michael Jackson album. (…) He would not have released anything like this compilation, a grab bag of outtakes and outlines assembled by Jackson’s label. And yet, it’s a testament to the man’s charisma that Michael can be compelling.“

Auszug aus der Rezension des Rolling Stone[24]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rekord-Vertrag über 200 Millionen Dollar abgeschlossen. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  2. Rekord-Plattenvertrag mit Sony für den toten "King of Pop". Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  3. List of unreleased Michael Jackson material in der englischsprachigen Wikipedia
  4. Will.i.am Blasts “Disrespectful” Michael Jackson Album; Akon Defends Collaboration. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  5. a b c "Breaking News" - jetzt reinhören!!. michaeljackson.com. 8. November 2010. Abgerufen am 12. November 2010.
  6. Michael Jackson Poster Creates New Guinness Record, englisch, abgerufen am 1. Januar 2011.
  7. letmeentertainyou.de
  8. MICHAEL: The Story Behind The Album. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  9. Is Michael Really Michael? A Review of the King of Pop’s New Album. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  10. New Michael Jackson songs are ‘fake’, says his mother. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  11. Steckt Jason Malachi hinter neuen Jackson Songs? auf blackbeats.fm
  12. Die erste Single ab Montag im Radio / Tracklisting des Albums steht fest. michaeljackson.com. 12. November 2010. Abgerufen am 12. November 2010.
  13. Single-Flop – singt hier wirklich Michael Jackson?. 14. Dezember 2010. Abgerufen am 18. Dezember 2010.
  14. Goud voor Michael Jackson. auf parool.nl
  15. ariacharts.com.au
  16. Sony: ‘MICHAEL’ Marks His Return. auf: kingofpop.info 19. Dezember 2010.
  17. Der „King of Pop“ schnappt sich die Krone der Charts. 21. Dezember 2010. Abgerufen am 22. Dezember 2010.
  18. MICHAEL Album weltweit Nummer 1. auf mjfc-jam.com 26. Dezember 2010.
  19. New Michael Jackson album better than critics feared. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  20. Critics say Michael Jackson album better than feared. Abgerufen am 12. Dezember 2010.
  21. Andreas Borcholte: Thrill des Unerhörten – Posthumes Michael-Jackson-Album. Spiegel Online. Abgerufen am 16. Dezember 2010.
  22. Joe Vogel: Is Michael Really Michael? A Review of the King of Pop’s New Album. Huffingtonpost.com. Abgerufen am 11. Dezember 2010.
  23. Neil McCormick: Michael Jackson from beyond the grave. In: The Daily Telegraph. Abgerufen am 8. Dezember 2010.
  24. Jody Rosen: Michael by Michael Jackson – Rolling Stone Music – Music Review. In: Rolling Stone. Abgerufen am 6. Dezember 2010.