Breitscheid (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Breitscheid
Breitscheid (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Breitscheid hervorgehoben
Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Waldbreitbach
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 12,21 km2
Einwohner: 2120 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53547
Vorwahl: 02638
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 006
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Neuwieder Straße 28
56588 Waldbreitbach
Webpräsenz: www.waldbreitbach-vg.de
Ortsbürgermeisterin: Roswitha Schulte (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Breitscheid im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild
Breitscheid (Westerwald), Luftaufnahme (2016)

Breitscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Waldbreitbach an, deren größte Kommune sie mit 2.120 Einwohnern ist. Breitscheid ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Naturpark Rhein-Westerwald nordöstlich von Waldbreitbach. Auf einem ausgedehnten, bis zu 360 m hohen Bergrücken über dem Wiedtal und im Elsbachtal liegen die Ortsteile der Fremdenverkehrsgemeinde. Gut ausgebaute Wanderwege führen in die Seitentäler der Wied.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Breitscheid gehören zur Gemeinde 15 weitere Dörfer und Wohnplätze:[3]

  • Birkenhof
  • Bleischeid
  • Dasbach (zum Teil)
  • Elsbach
  • Fichtelshohn
  • Fockenbachsmühle
  • Gersthahn
  • Gersthahnsmühle
  • Goldscheid
  • Hochscheid
  • Hollig
  • Jagdhaus Elsbach
  • Nassen
  • Siebenmorgen
  • Verscheid

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Häufung der Ortsnamen im heutigen Gemeindegebiet auf die Endung „-scheid“ lässt auf einen Siedlungsbeginn in fränkischer Zeit schließen.[4] Breitscheid gehörte im 13. Jahrhundert zum thüringischen Erbe der Mechthild von Sayn, das sie 1250 dem kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden schenkte. Das Erzstift Köln ordnete die Honschaft Breitscheid dem Amt Neuerburg zu, zu dem es bis 1803 gehörte. Kirchlich und bezüglich der niederen Gerichtsbarkeit gehörte Breitscheid zum Kirchspiel Waldbreitbach im Dekanat Engers des Erzbistums Trier. Die Honschaft Breitscheid umfasste dieselben Ortschaften wie die heutige Ortsgemeinde, zeitweise gehörte auch der kölnische Teil von Kurtscheid und Escherwiese zur Honschaft.[5]

Auf dem Reichsdeputationshauptschluß (1803) wurde das Kurfürstentum Köln endgültig aufgelöst, die Ämter Altenwied und Neuerburg, damit auch Breitscheid, wurden dem Fürsten von Wied-Runkel als Entschädigung für seine verlorenen linksrheinischen Besitztümer zugesprochen. Bereits 1806 kam dieses Gebiet bei der Bildung des Rheinbundes zum Herzogtum Nassau. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam dieses Gebiet schließlich zum Königreich Preußen und wurde 1816 zunächst dem Standesherrlichen Kreis Neuwied, 1848 dem Kreis Neuwied im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet, der von 1822 an zu Rheinprovinz gehörte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Breitscheid innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit 1968 gehört Breitscheid der Verbandsgemeinde Waldbreitbach an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Breitscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 771
1835 678
1871 784
1905 784
1939 786
1950 802
Jahr Einwohner
1961 832
1970 1.102
1987 1.528
1997 1.958
2005 2.312
2015 2.120

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Breitscheid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWGB Gesamt
2014 3 9 4 16 Sitze
2009 5 11 16 Sitze
2004 4 12 16 Sitze
  • FWGB = Freie Wählergruppe Ortsgemeinde Breitscheid e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten durch eingeschweifte goldene Spitze, darin auf grünem Dreiberg wachsend vier unterschiedlich hohe schwarze Sechskantsäulen, vorn in Grün fünf silberne Ringe (2:1:2), hinten in Rot drei goldene zweizeilige Ähren“.

Die fünf Ringe erinnern an das niederadelige Geschlecht „derer von Breitscheid“, urkundlich schon 1155 erwähnt. Die Ähren symbolisieren frühere Bedeutung der Landwirtschaft für die Gemeinde. Der Dreiberg weist auf die Lage der Dörfer von Breitscheid oberhalb des Wiedtales hin. Die Säulen stehen für den früheren Basaltabbau auf dem Roßbacher Häubchen, das in der Gemarkung von Breitscheid liegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat Anstrengungen unternommen, das Arbeitsplatzangebot vor Ort und die Finanzkraft zu steigern, indem sie durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete („Gewerbepark Breitscheid“) die Vorbedingungen zur Ansiedlung weiterer mittelständischer Unternehmen geschaffen hat. Begünstigende Standortfaktoren sind dabei die unmittelbare Nähe zur A 3 und die zentrale Lage zu den Ballungszentren Rhein/Main, Köln/Bonn und Neuwied/Koblenz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kommunaler Kindergarten „Haus Kunterbunt“
  • Grundschule „Marienschule“
  • Sportplatz mit Sanitär- und Umkleidegebäude
  • Dorfgemeinschaftshaus mit Grillplatz und einem neu erbauten Backhaus
  • Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Breitscheid, Standort Nassen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Landstraße L256 von Linz am Rhein nach Neustadt (Wied). Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neustadt/Wied an der A3.

Der Bahnhof Linz am Rhein an der rechten Rheinstrecke ist von Breitscheid aus schnell zu erreichen. Zudem verläuft nordöstlich des Ortes die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, deren nächster Bahnhof sich in Siegburg befindet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Hardt: Im Lande der Neuerburg an der Wied, Zweite Auflage 1988, Herausgegeben von der Verbandsgemeinde Waldbreitbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2014, Seite 34 (PDF; 2,4 MB)
  4. Paul Vogt: Die Ortsnamen im Engersgau, Neuwied, 1890, S. 12, 20 (dilibri Rheinland-Pfalz)
  5. Anton Joseph Weidenbach: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, Wiesbaden: Stein, 1870 S. 53, 55 (dilibri Rheinland-Pfalz)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen