Buchholz (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Buchholz (Westerwald)
Buchholz (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Buchholz (Westerwald) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Asbach
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 20,63 km2
Einwohner: 4443 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53567
Vorwahlen: 02683, 02248
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 080
Gemeindegliederung: 22 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Flammersfelder Straße 1
53567 Asbach
Webpräsenz: www.buchholz-westerwald.de
Ortsbürgermeisterin: Margret Wallau (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Buchholz (Westerwald) im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild
Buchholz (Westerwald), Luftaufnahme (2016)
Kirche St. Pantaleon
Die Kapelle in Oberscheid

Buchholz (Westerwald) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Asbach an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchholz liegt im äußersten Norden von Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde befindet sich am Rand des Westerwaldes. Nördlich von Buchholz verläuft die Bundesstraße 8. Ein östlicher Teil des Segelfluggeländes Eudenbach liegt auf dem Gebiet der Gemeinde.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den höchsten Punkt der Ortsgemeinde bildet der Steiner Berg bei Kölsch-Büllesbach mit einer Höhe von 283 m. Es handelt sich beim Steiner Berg um eine bewaldete vulkanische Erhebung, an der Basalt abgebaut wurde. In der Bergmitte befindet sich ein Kratersee. Unweit von Buchholz entspringt der Hanfbach. An der Grenze zum benachbarten Königswinterer Stadtteil Eudenbach befindet sich der Lökestein, ein alter Grenzstein und Naturdenkmal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortsgemeinde Buchholz gehören die Ortsteile Buchholz, Dammig, Diepenseifen, Elles, Griesenbach, Hammelshahn, Irmeroth, Jungeroth, Kölsch-Büllesbach, Krautscheid, Krummenast, Mendt, Muß, der Kapellenort Oberscheid, Priestersberg, der Kapellenort Sauerwiese, Seifen, Unterelles, Vierwinden, Wallau, Wallrother Mühle und Wertenbruch.

Mendt (Westerwald), Luftaufnahme (2015)
Hammelshahn, Luftaufnahme (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Erwähnungen Buchholz finden sich unter den Namen „Bouhols“ (1590), „Crütz zu Buchols“ (1591), „Boichholts“ (1592), „tzo Bucholtz“ (1596). Im 17. Jahrhundert wird Buchholz meist nur in Verbindung mit und nach der „Kapelle des Heiligen Creuzes Buchholz“ genannt. So finden sich im Streit um den Neubau der Oberscheider Ölmühle von 1671 für Buchholz schlicht die Bezeichnung „zú Krutz“ und später „Creutz-Capellen zu Buchholz“ (1718). Buchholz bestand zu dieser Zeit aus nicht mehr als einer Kapelle und einem Wohnhaus. Selbst der erste bekannte Kapellenknecht (1654–1660) stammte aus Solscheid, einem unmittelbar angrenzenden Wohnplatz.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Buchholz nur von einer Familie bewohnt. Bei zwei weiteren Familien kann deren Abstammung auf Buchholz zurückgeführt werden. Eine lebte in der Barrig, einem heute nicht mehr existierenden Hof westlich von Buchholz, und die andere in Irmeroth. Bei allen drei Familien ist von einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander auszugehen, deren gemeinsame Wurzeln in einem frühen Stammsitz Buchholz zu finden sind. Jede dieser Familien kann in ihrer Zeit als wohlhabend und einflussreich bezeichnet werden.

Buchholz entwickelte sich mit dem beginnenden 18. Jahrhundert zum Dorf. Die Bevölkerungszahl nahm stetig zu und mit ihr der Wunsch nach Eigenständigkeit. Mit der Anweisung des Kölner Erzbischofs Maximilian Franz vom 13. Juni 1787 wurde Buchholz zu einem selbstständigen Seelsorgebezirk ernannt. Neben der Vergrößerung des Kapellenbaues wurde nun auch erstmals eine Schule in Buchholz eingerichtet. Das Amt des Schulmeisters übernahm Hermann Josef Ditscheid, der Vater des ersten Pfarrers von Buchholz, Johann Hermann Josef Ditscheid. Denn schon am 10. Juli 1835 wurde Buchholz durch das Erzbistum Köln mit allen Rechten und Pflichten in den Stand einer eigenständigen Pfarre erhoben. Mit diesem letzten Schritt der Loslösung von Asbach wurden dem neuen Pfarrbezirk Buchholz die bisher zur Pfarre St. Laurentius Asbach gehörenden Wohnplätze und Ortschaften Buchholz, Büllesbach, Dammig, Diepenseifen, Griesenbach, Hähntchen, Hammelshahn, Heck, Irmeroth, Jungeroth, Krautscheid, Krautscheider Mühle, Krummenast, Mendt, Muß, Neichen, Oberelles, Oberscheid, Priesterberg, Sauerwies, Schellberg, Seifen, Steinen, Wahl, Wallau, Wallroth, Wertenbruch, Übersehns und Unterelles zugewiesen.

Mit 1800 Pfarrangehörigen war 1859 die alte Kapelle mit Platz bei weitem zu klein und so wurde am 12. Juni 1862 der Grundstein für eine neue Pfarrkirche gelegt. Bereits hundert Jahre später musste die Kirche aber wieder abgerissen werden, da beim Bau salpeterhaltiger Buchholzer Sand verwendet wurde und die Kirche stark einsturzgefährdet war. Die Abbrucharbeiten begannen am 11. Juni 1971 und die Grundsteinlegung für die neue Kirche wurde am 24. Oktober 1971, die Konsekration am 28. Juli 1973, dem Vorabend der Pantaleonkirmes feierlich begangen.

Westlich von Buchholz an der heutigen Landesstraße 274 entstand ab Ende der 1930er-Jahre das Lager Buchholz des benachbarten Einsatz(flug)hafens Eudenbach auf der Mußer Heide (auch Musser Heide). Es diente als Unterkunftslager und verfügte über Wirtschaftsgebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Lager niedergelegt.[2]

Die Gemeinde Buchholz (Westerwald) entstand am 16. März 1974 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Griesenbach, Krautscheid und eines Teils der aufgelösten Gemeinde Elsaff. Ein anderer Teil der Gemeinde Elsaff wurde in die Gemeinde Asbach eingegliedert.[3] 1987 verzeichnete Buchholz ohne seine anderen Gemeindeteile 1132 Einwohner.[4]

Elsaff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsaff wurde urkundlich erstmals im Jahr 893 unter dem Namen „de Elsaffe“ erwähnt. Im Prümer Urbar wird berichtet, dass die Herren von Ütgenbach den Besitz der Abtei Prüm in der Elsaff nun zum Lehen innehaben. Mitte des 15. Jahrhunderts gingen die grundherrschaftlichen Rechte derer von Ütgenbach an die Herren von Nesselrode. Möglicherweise ist der Prümer Besitz auf ein altes Reichsgut und auf das Jahr 790 zurückzuführen, als Karl der Große der Abtei Güter im Engersgau vermachte.

Auch St. Pantaleon in Köln hatte Grundbesitz in der Elsaff. In einer Urkunde vom 24. Mai 1364 werden Ländereien „in villa Eylsaffen et en parochia Aspach“ genannt. Über die Verwaltung dieser Ländereien ist den Güterverzeichnissen von St. Pantaleon kein näherer Hinweis zu finden. Nach einer umfangreichen und detaillierten Beschreibung zu urteilen, lag Elsaff in dieser Zeit etwa dort, wo heute die Dörfer Unterelles und Oberelles liegen.

Irmenderoth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Irmendenroth“ wurde im Jahr 1064 vom Kölner Erzbischof Anno II. der Abtei Siegburg, deren Gründer er war, geschenkt. Dieser Besitz wurde der Abtei 1109 durch Papst Paschalis II. bestätigt. Woher der Besitz stammte ist unbekannt, es könnte sich um alten Besitz des Erzstifts Köln oder um Güter aus pfalz-gräflicher Hand handeln. Einige dieser Liegenschaften in und um Irmeroth werden später (1567) als Irmerother Lehen genannt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1796 stand in Jungeroth auf heutigem Buchholzer Gebiet ein Feldlager der französischen Armee im Revolutionskrieg, von dem die Schlacht bei Kircheib ihren Ausgang nahm.

Früher war Buchholz durch die Bröltalbahn an das Schienennetz angebunden.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Buchholz (Westerwald)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Buchholz besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 6 11 3 20 Sitze
2009 7 11 2 20 Sitze
2004 8 11 1 20 Sitze

Gemeindezusammenlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. November 1970 wurde im Zuge der territorialen Neugliederung die Verbandsgemeinde Asbach gegründet, wozu Buchholz (Westerwald) wie auch drei andere Gemeinden gehören. Die heutige Gemeinde Buchholz ist nach der Kommunalreform vom 17. März 1974 durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Elsaff, Griesenbach und Krautscheid entstanden.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Hegykő in Ungarn besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blasorchester Buchholz
  • Freiwillige Feuerwehr Buchholz
  • Freiwillige Feuerwehr Krautscheid
  • Grün-Weiße Funken vom Zippchen e. V.
  • Männerrocktanzgruppe: die Johnny Carachos
  • Cantaleon Chöre Buchholz
  • Karnevalsgesellschaft „So sind wir“ Buchholz e.V. 1907
    • Stadtsoldaten Buchholz
    • Rot-Weiße Funken Buchholz
    • Musikalische Musketiere Buchholz
  • Kulturverein Taftahü im Alten Telegraphenamt Oberscheid
  • MGV Kölsch-Büllesbach
  • SV Buchholz 05 e. V.
    • Der größte örtliche Sportverein ist der SV Buchholz 05 e. V., er wurde im Jahr 2005 aus der DJK Buchholz und dem SSV Kölsch-Büllesbach heraus neu gegründet.
    • Die Laufabteilung des Vereins veranstaltet seit 1998 alljährlich einen Volkslauf, den Buchholzer Bahndammlauf über 10 km (2006: 127 Finisher). Seit 2007 wird zusätzlich ein Halbmarathon angeboten.
  • St. Hubertus Schützenbruderschaft
  • Theaterverein Thalia
  • Westerwald-Verein Buchholz

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Buchholz (Westerwald) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Wilbert Fuhr: Die Geschichte des Flugplatzes Eudenbach auf der Musser Heide („Königswinter in Geschichte und Gegenwart“ Heft 10), Königswinter 2007, ISBN 978-3-932436-11-6, S. 39ff
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 173 (PDF; 2,6 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Kulturtag Oberscheid