Die blaue Partei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Die Blaue Partei)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die blaue Partei
Logo der blauen Partei
Partei­vorsitzender Michael Muster[1]
Stell­vertretende Vorsitzende Thomas Strobel[1]
Hubertus von Below[1]
Gründung 17. September 2017[1]
Haupt­sitz Berlin[1]
Aus­richtung Konservatismus[3]
Wirtschaftsliberalismus[4]
Farbe(n) blau, weiß
Sitze in Landtagen mindestens
2/1821
[5][6]
Mitglieder­zahl unter 100
(Stand: November 2017)[2]
Mindest­alter 16 Jahre[1]
Europaabgeordnete
1/96
[6]
EP-Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit

Die blaue Partei[1] (Kurzbezeichnung: Die Blauen) ist eine 2017 von der ehemaligen AfD-Sprecherin Frauke Petry initiierte politische Partei in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formell wurde die Partei eine Woche vor der Bundestagswahl 2017 von Michael Muster, einem Rechtsanwalt und langjährigen Vertrauten Petrys, gegründet und am 26. September 2017 beim Bundeswahlleiter angemeldet. Muster ist der Ehemann der sächsischen Landtagsabgeordneten Kirsten Muster, die wie Petry aus der sächsischen AfD-Fraktion ausgetreten ist.[7] Seit dem Eintritt von Kirsten Muster am 1. Oktober 2017 verfügt die blaue Partei über ein Mandat im Sächsischen Landtag.[5]

Am 12. Oktober 2017 kündigte Petry in einem Interview an, parallel ein Bürgerforum mit der Bezeichnung „Blaue Wende“ zu initiieren. Dort bestehe die Möglichkeit, sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit zu engagieren,[8] wobei die Partei dabei vor allem den Zweck erfülle, bei Wahlen antreten zu dürfen.[9] In welcher Form die offenen Bürgerforen und die formal organisierte Partei miteinander verbunden sein sollen, blieb offen. Am 14. Oktober 2017 bestätigte Petry, dass sie der Partei „demnächst“ beitreten werde.[10] Somit würde die Partei zusätzlich über ein Mandat im Bundestag verfügen. Der Abgeordneter der rechtsextremen ENF-Fraktion im Europäischen Parlament und nordrhein-westfäische Landtagsabgeordnete Marcus Pretzell, ist ein weiteres prominentes Parteimitglied.[6]

Petry hatte bereits im Juli eine Internetadresse „dieblauen.de“ registriert, jedoch auf Nachfrage erklärt, dass es sich nur um eine „Idee“ handle.[11] Später sagte sie, die neue Partei würde einen solchen Namen nicht tragen.[12]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Oktober 2017 wurde das Programm der blauen Partei auf der Website des Bürgerforums veröffentlicht. Es wurde auf der Gründungsversammlung der Partei am 17. September 2017 beschlossen.[1] Inhaltlich soll sie ähnlich wie die Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) orientiert sein.[13]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kölner Büttenredner Toni Geller (1924–2012) wurde lange vor Gründung der Partei mit der Bühnenfigur „Der Führer der Blauen Partei“ bekannt, die er von 1954 bis 1995 verkörperte.[14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Die blaue Partei. In: bundeswahlleiter.de. 25. Oktober 2017, abgerufen am 14. November 2017.
  2. Frauke Petry startet "Blaue Wende" in Rodgau. In: hessenschau.de. 11. November 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  3. Neue konservative Partei: Petry bekennt sich öffentlich zur Gründung der "Blauen Partei". In: mdr.de. 12. Oktober 2017, abgerufen am 12. Oktober 2017.
  4. Programmatik. In: Blaue-Wende.de. Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  5. a b Abgeordnetensuche (6. Wahlperiode 2014 - 2019). In: landtag.sachsen.de. Abgerufen am 16. November 2017.
  6. a b c Europäisches Parlament - Abgeordnete - Marcus Pretzell. In: europarl.europa.eu. Abgerufen am 18. November 2017.
  7. Petry-Vertrauter bestätigt Gründung der „Blauen Partei“. In: mdr.de. 12. Oktober 2017, abgerufen am 15. Oktober 2017.
  8. Neue Partei: Frauke Petry will mit den „Blauen“ die CSU angreifen. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 12. Oktober 2017, abgerufen am 13. Oktober 2017.
  9. AfD-Abweichlerin: Frauke Petry ist klar zur „blauen Wende“. In: haz.de. 12. Oktober 2017, abgerufen am 12. Oktober 2017.
  10. Tilman Steffen: Alles nach Petrys Wünschen. In: zeit.de. 13. Oktober 2017, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  11. Alexander Preker, Severin Weiland, Christian Teevs: Spekulation über neue Petry-Partei. In: Spiegel Online. 27. September 2017, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  12. Alexander Preker: Bundeswahlleiter: „Blaue Partei“ wurde bereits eine Woche vor der Bundestagswahl gegründet. In: Spiegel Online. 11. Oktober 2017, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  13. "Wir wollen eine bundesweite CSU sein". In: tagesspiegel.de. 11. November 2017, abgerufen am 15. November 2017.
  14. T. Stollenwerck: Toni Geller („Die blaue Partei“). Abgerufen am 30. Oktober 2017.