Egenhofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Egenhofen
Egenhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egenhofen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 17′ N, 11° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 33,4 km2
Einwohner: 3448 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82281
Vorwahlen: 08134, 08145
Kfz-Kennzeichen: FFB
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 117
Gemeindegliederung: 24 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 37
82281 Egenhofen
Website: www.egenhofen.de
Bürgermeister: Josef Nefele (Bürgervereinigung Gesamtgemeinde)
Lage der Gemeinde Egenhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis StarnbergLandkreis MünchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis DachauMünchenAdelshofen (Oberbayern)AllingAlthegnenbergEgenhofenEichenauEmmering (Landkreis Fürstenfeldbruck)FürstenfeldbruckGermeringGrafrathGröbenzellHattenhofen (Bayern)JesenwangKottgeiseringLandsberiedMaisachMammendorfMittelstetten (Oberbayern)MoorenweisOberschweinbachOlchingPuchheimSchöngeisingTürkenfeldKarte
Über dieses Bild
Kirche in Egenhofen

Egenhofen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Fürstenfeldbruck im Regierungsbezirk Oberbayern. Das Rathaus und die Verwaltung befinden sich im Gemeindeteil Unterschweinbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 24 amtlich benannte Gemeindeteile: Die Pfarrdörfer Aufkirchen und Egenhofen; die Kirchdörfer Oberweikertshofen, Unterschweinbach, Waltenhofen und Wenigmünchen; die Dörfer Dürabuch, Geisenhofen, Pischertshofen und Poigern; die Weiler Dirlesried, Englertshofen, Eurastetten, Herrnzell, Rammertshofen, Waltershofen und Weyhern und die Einöden Fuchsberg, Furtmühle, Holzmühl, Karlshof, Kumpfmühle, Osterholzen und Rottenfuß.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 kam Wenigmünchen zur damaligen Gemeinde Oberweikertshofen.[3] Am 1. Mai 1978 wurden Aufkirchen, Oberweikertshofen und Unterschweinbach nach Egenhofen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.274 auf 3.448 um 1.174 Einwohner bzw. um 51,6 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzeverteilung im Gemeinderat
Jahr CSU BGE BVA WGE gesamt Sonst. Wahlbeteiligung
in %
2014 4 5 3 3 16 1 63,9
2008 4 7 2 3 16 65,6
2002 5 5 3 3 16 69,0

Anmerkungen:

  • CSU: Christlich Soziale Union in Bayern e. V.
  • BGE: Bürgervereinigung Gesamtgemeinde Egenhofen
  • BVA: Bürgervereinigung Aufkirchen
  • WGE: Wählergruppe Egenhofen
  • Sonst.: ein Gemeinderat hat BGE verlassen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geschlängelte weiß-blau-weiße Linie symbolisiert die Lage des Gemeindegebietes zwischen den Bächen Glonn und Maisach. Der goldene Stern auf rotem Grund ist das Wappen der Freiherren von Ruffini, die 1824 den Karlshof erbauten. Die Schwinge mit dem schwarzen Balken bezieht sich auf die Grafen Hundt zu Lautterbach, zu deren Besitz früher große Teile des Gemeindegebiets gehörten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalvarienberg Wenigmünchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalvarienberg

In Wenigmünchen gibt es einen Kalvarienberg mit Grablegungskapelle und Kreuzweg. Die Darstellungen wurden 1740 unter Leitung von Pfarrer Wenig (dessen Namensgleichheit mit dem Ort zufällig ist) geschaffen. Die Kreuzigungsgruppe zeigt Jesus am Kreuz, rechts und links von ihm die beiden Schächer. Unter dem Kreuz befinden sich Maria, Maria Magdalena und der Jünger Johannes. Die Reiterfigur stellt den römischen Legionär Longinus dar, der laut Legende dem toten Jesus den Speer in die Seite stieß. Die Statuen wurden allesamt aus Jurasandstein gefertigt.

Erste Station des Kreuzwegs

Umgeben ist der Kalvarienberg von einem Kreuzweg mit 14 Stationen, dessen Abschluss er bildet. Die einzelnen Stationen wurden als gemauerte Bildstöcke gestaltet. Heute schützen hölzerne Fensterläden die auf Stein gemalten Bilder.

Grablegungskapelle

In der Mitte der bogenförmig angeordneten Kreuzwegstationen steht eine kleine Grablegungskapelle. Sie ist der heiligen Appolonia geweiht. Im Inneren finden sich eine geschnitzte Jesusfigur im Grab sowie mehrere historische Totenbretter.

Furthmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Technikdenkmal Furthmühle wurde 1158 erstmals urkundlich erwähnt und 1827 unter der Regie des berühmten Architekten Jean Baptiste Metevièr umgebaut und zum Teil erweitert. Die Mühle ist bis heute in Betrieb und kann als Museumsmühle besichtigt werden.

Die steinernen Kreuze von Unterschweinbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Schloss Spielberg, in der Nähe von Unterschweinbach, soll vor Jahrhunderten ein adeliges Geschlecht gelebt haben, dessen Name nicht mehr erhalten ist. Drei edle und unerschrockene Ritter, die Brüder, Siegfried, Otto und Karlmann, regierten hier gemeinsam über die umliegenden Dörfer.

In dieser Zeit stand in Weyern die „Glonnburg“. In ihr soll das hübsche Burgfräulein Berta gelebt haben. Bald hatte sich Karlmann in sie verliebt und auch Berta hatte insgeheim ihr Herz an ihn verschenkt. Aber auch Siegfried interessierte sich für sie. Da er aber keine Zuneigung fand, verwandelte sich seine Liebe in Hass.

Eines Morgens lauerte er Berta auf ihrem Morgenritt auf, um sie zu entführen. Auf halbem Wege zwischen Poigern und Unterschweinbach stürzt er aus dem Dickicht heraus und entführte sie. Karlmann hörte die Hilferufe ihrer Dienerinnen und verfolgte sie. Zwischen Unterschweinbach und Aufkirchen holte er die beiden ein. Rasend vor Wut stürzte er sich auf seinen Bruder. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrannte. Karlmann stürzte tödlich getroffen vom Pferd. Siegfried schleppte sich schwer verletzt noch zum Dorfplatz von Unterschweinbach. Dann sank auch er leblos zu Boden.

Als man Otto die Kunde vom Kampf seiner beiden Brüder überbrachte, fiel er tot vom Pferd. Gemeinsam wurden die drei Brüder auf Schloss Spielberg zu Grabe getragen.

Zur Erinnerung an diese tragische Tat ließen die Untertanen in Unterschweinbach drei steinerne Kreuze errichten, von denen zwei heute noch zu sehen sind. Von Berta berichtet die Sage, bald sei sie an Kummer gestorben. Eines Morgens fand man sie tot an dem Steinkreuz, das zu Karlmanns Ehren errichtet worden war.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Egenhofen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Egenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Egenhofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 466.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 577.