Schöngeising

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schöngeising
Schöngeising
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schöngeising hervorgehoben
Koordinaten: 48° 8′ N, 11° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Verwaltungs­gemeinschaft: Grafrath
Höhe: 530 m ü. NHN
Fläche: 12,87 km2
Einwohner: 1845 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82296
Vorwahl: 08141
Kfz-Kennzeichen: FFB
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 147
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amperstraße 22
82296 Schöngeising
Webpräsenz: www.schoengeising.de
Bürgermeister: Thomas Totzauer
Lage der Gemeinde Schöngeising im Landkreis Fürstenfeldbruck
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Über dieses Bild

Schöngeising ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Grafrath.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöngeising liegt rund sieben Kilometer südwestlich von Fürstenfeldbruck und 30 Kilometer westlich von München.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Schöngeising gehören die Gemeindeteile Schöngeising, Jexhof und Zellhof.[2]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöngeising kann – wie praktisch ganz Bayern (ausgenommen Hochgebirgslagen) – dem mitteleuropäischen Übergangsklima zugerechnet werden. So treten zwar Wetterextreme des Kontinentalklimas eher selten auf, doch ist zu beobachten, dass gerade die Winter oft strenger sind als im Westen Deutschlands. Auch fällt meist mehr Schnee als in vielen anderen deutschen Gegenden. Ein Grund hierfür ist die Höhenlage von mehr als 500 Metern über NN. Im Sommer wiederum kann es oft heißer werden als z.B. an der Nordseeküste, da der kühlende Effekt einer großen Wassermasse fehlt. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Durch diese Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung unregelmäßig warme, trockene Luftströmungen nach Schöngeising. Das Kleinklima des Dorfes wird von der Amper mitbestimmt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Funde, Hügel- und Brandgräber in der nächsten Umgebung, sprechen für eine Nutzung des Raumes von der ältesten Bronze- bis Hallstattzeit, Viereckschanzen haben sich aus der Laténezeit erhalten. In der Römerzeit befand sich hier ein Kreuzungspunkt von Römerstraßen mit einer Straßenstation und einer Brücke über die Amper. Sie befand sich an einer Straße vom Norden Richtung Kempten und Partenkirchen und einer West-Ost-Verbindung, der archäologisch erschlossenen Via Julia von Augsburg nach Salzburg. Die Identifizierung Schöngeisings mit der Station Ambra am Übergang der im Gelände nachweisbaren römischen Fernstraße über die Amper(=lat. Ambra) wurde in einem umstrittenen[3] Forschungsbeitrag als "unwahrscheinlich" bezeichnet.[4][5] Grabungen und Funde deuten jedoch auf eine römische Besiedlung bis zum 4. Jahrhundert hin. Die urkundliche Erstnennung von Schöngeising erfolgte 763 als Kisingas, was so viel wie "bei den Leuten des Giso" bedeutet. Der Zusatz "Schön" kam erst später hinzu, um den Ort vom sumpfigen Kottgeisering zu unterscheiden. Der Jexhof wurde erstmals 1433 erwähnt, der Zellhof 1314. 1818 wurde die Gemeinde aus den heutigen Ortsteilen und zusätzlich Grafrath gebildet. Letzteres wurde 1849 der Gemeinde Unteralting zugeschlagen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Scherrerhaus

Der Gemeinderat von Schöngeising besteht aus zwölf Mitgliedern mit folgender Sitzverteilung:

Partei / Liste Stimmen % Sitze
Freie Wähler 50 % 6
SPD 25 % 3
CSU 25 % 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt des ersten Bürgermeisters bekleidet seit 1. Mai 2014 Thomas Totzauer (FW). Hartmut Knobloch (FW) ist der zweite Bürgermeister. Das Archiv der Gemeinde, das sich im Scherrerhaus befindet, wurde im Jahr 2014 von dem Archivar Harry Grünbeck neu geordnet.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechsmal geständert von Blau, Silber, Grün, Silber, Grün und Silber, überdeckt mit einem von Silber und Rot in zwei Reihen geschachten Balken; oben ein goldenes Balkenkreuz, unten ein rotes Kleeblattkreuz. Der Inhalt des 1967 angenommenen Hoheitszeichens ist wie folgt begründet: Schöngeising, dessen Geschichte in enger Verbindung mit dem Zisterzienserkloster Fürstenfeld stand, wurde im 16. Jahrhundert bekannt durch den von Herzog Wilhelm V. dem bayerischen Hofkapellmeister Orlando di Lasso überlassenen Grundbesitz, auf dem der berühmte Musiker bis zu seinem Tod 1594 lebte. Deshalb wurde das Wappen Orlandos, die sogenannte Ständerung (d.h. mehrfache Schrägteilung, mit dem Kreuz im oberen Feld dem Gemeindewappen zugrunde gelegt). Der Zisterzienserbalken erinnert an die Beziehung zum Kloster Fürstenfeld. Das Kleeblattkreuz im unteren Wappenteil stellt den lokalen Bezug zur Kirche in Schöngeising bzw. dessen Patrozinium, St. Johannes Baptist, her.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöngeising hat eine Partnergemeinde:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöngeising ist über den Haltepunkt Schöngeising an die Linie S4 Geltendorf–Ebersberg der S-Bahn München angeschlossen. Über die Bundesstraße 471 besteht eine Verbindung zur Bundesautobahn A96 München-Lindau, Anschlussstelle Inning und nach Fürstenfeldbruck sowie weiter zur A8 München-Stuttgart-Karlsruhe an der Anschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck.

Besondere Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkraftwerk an der Amper
St. Johannes der Täufer
  • Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Überreste der Sunderburg.
  • Am östlichen Ortsrand findet sich die 1709 geweihte katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist. Der barocke Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, angefügter zweigeschossiger Sakristei und einer Zwiebelhaube auf dem Nordturm wurde 1683 bis 1699 neu errichtet. Vorher stand an dieser Stelle eine ebenfalls dem Heiligen Johannes geweihte Taufkirche im zunächst romanischen, später gotischen Stil die erstmals im 10. Jahrhundert urkundliche Erwähnung fand. Der Münchner Maler G. Lachner gestaltete 1861 neben dem Deckenbild Johannes der Täufer am Jordan, den Kreuzweg, die Darstellung des Heiligen Joseph und das Bildnis Mariä unbefleckte Empfängnis. Den Sakralbau umgibt ein Friedhof. Der Kirche gegenüber liegt das 1993 errichtete Pfarrhaus.
St. Vitus im Zellhof
  • Außerhalb des Ortskerns, in östlicher Richtung steht die kleine, ursprünglich romanische Kapelle St. Vitus im Zellweg, die erstmals im 13. Jahrhundert Erwähnung fand. Das sakrale Gebäude steht am Ende einer schmalen Asphaltstraße, die als gekiester Radweg weiter entlang der Amper, am Tierheim vorbei nach Fürstenfeldbruck zum Kloster Fürstenfeld führt. Das später barockisierte Gebäude ist von einer niedrigen Friedhofsmauer umgeben. In ihm finden sich zahlreiche, zwischenzeitlich aufgelassene Gräber mit schmiedeeisernen Grabkreuzen. Die Kapelle erfuhr zwischen den Jahren 1971 bis 1975 und letztlich 1993 eine Gesamtrenovierung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schöngeising – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Schöngeising in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Irmtraut Heitmeier: Die römischen Fernstraßen zwischen Iller und Salzach nach dem Itinerarium Antonini und der Tabula Peutingeriana. Neue Forschungsergebnisse zu den Routenführungen. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Kommission für bayerische Landesgeschichte, 12. Januar 2009, archiviert vom Original am 12. März 2017, abgerufen am 7. November 2017 (Rezension).
  4. Hans Bauer: Die römischen Fernstrassen zwischen Iller und Salzach nach dem Itinerarium Antonini und der Tabula Peutingeriana. Neue Forschungsergebnisse zu den Routenführungen. München 2007, S. 52ff und 103. Und Artur Adam: Römische Reisewege und Stationsnamen im südöstlichen Deutschland, in: Beiträge zur Namenforschung. Neue Folge 11 (1976), S. 1–59.
  5. Routenkarten von Hans Bauer, abgerufen am 18. Oktober 2016
  6. siehe Ulrike Osman: Er macht aus alten Akten ein echtes Archiv, in: Münchner Merkur, Wochenende 26./27. April 2014