Türkenfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Türkenfeld
Türkenfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Türkenfeld hervorgehoben

Koordinaten: 48° 7′ N, 11° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Höhe: 599 m ü. NHN
Fläche: 15,95 km2
Einwohner: 3720 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82299
Vorwahlen: 08193, 08144
Kfz-Kennzeichen: FFB
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 149
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßweg 2
82299 Türkenfeld
Website: www.tuerkenfeld.de
Bürgermeister: Pius Keller (CSU)
Lage der Gemeinde Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis StarnbergLandkreis MünchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis DachauMünchenAdelshofen (Oberbayern)AllingAlthegnenbergEgenhofenEichenauEmmering (Landkreis Fürstenfeldbruck)FürstenfeldbruckGermeringGrafrathGröbenzellHattenhofen (Bayern)JesenwangKottgeiseringLandsberiedMaisachMammendorfMittelstetten (Oberbayern)MoorenweisOberschweinbachOlchingPuchheimSchöngeisingTürkenfeldKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche in Türkenfeld
Dorfweiher in Türkenfeld

Türkenfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck im Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkenfeld liegt etwa 14 km südwestlich von Fürstenfeldbruck bzw. 37 km westlich von München. Mit 624 Metern über dem Meeresspiegel ist der in Türkenfeld liegende „Steingassenberg“ der höchste Punkt im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Schloss, heute Sitz der Gemeindeverwaltung

Die erste urkundliche Erwähnung von Türkenfeld stammt aus den Breves Notatiae von 749 als „Duringueld“. Die Bezeichnung geht zurück auf den Personennamen „Durinc“ und wandelte sich erst unter Einfluss der Türkenkriege zu Türkenfeld.

Die Siedlungsgeschichte reicht bis ins Neolithikum zurück, aus dem ein Hockergrab mit vermutlich schnurkeramischen Grabbeigaben stammt. Aus der Bronze- bzw. Hallstattzeit stammen rund 15 Grabhügel. Eine wahrscheinlich zerstörte Viereckschanze aus der La-Tène-Zeit liegt westlich von Zankenhausen.

Aus dem Frühmittelalter finden sich Reihengräberfelder nördlich von Türkenfeld und Peutenmühle sowie die Abschnittsbefestigung im Burgholz östlich von Burgholz.

1818 erfolgte die Gemeindebildung von Türkenfeld mit dem Gemeindeteil Klotzau. Im selben Jahr wurde Zankenhausen mit den Gemeindeteilen Burgholz, Peutenmühle und Pleitmannswang als Gemeinde gegründet. Burgholz ging 1878 an die Gemeinde Türkenfeld. Die Vereinigung der Gemeinden Türkenfeld und Zankenhausen erfolgte schließlich am 1. Januar 1972.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich in der aktuellen Wahlperiode wie folgt zusammen:

  • CSU 7 Sitze (Partei stellt den ersten Bürgermeister Pius Keller und zweiten Bürgermeister Emanuel Staffler)
  • Dorfgemeinschaft 5 Sitze
  • FW 5 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. November 1971 durch die Regierung von Oberbayern genehmigt.

Blasonierung: „Durch einen in zwei Reihen von Silber und Rot geschachten Pfahl gespalten von Schwarz und Silber; vorne schräg gekreuzt zwei goldene Streitkolben, hinten drei blaue Lindenblätter an geschlungenem Stiel.“

Der rot-weiß geschachte Pfahl, als Schrägbalken heraldisches Zeichen der Zisterzienser, stellt eine Verbindung zur Zisterzienserabtei Fürstenfeld her, die als Grundherrschaft im Gemeindegebiet von Bedeutung war. Die gekreuzten Streitkolben stammen aus dem Wappen des Ortsadelsgeschlechts der Türkenfelder (von Durgenfeld), die erstmals Ende des 12. Jahrhunderts nachweisbar sind und deren Besitz schon im 14. Jahrhundert zum Teil an das Kloster Fürstenfeld, zum Teil an die spätere Adelshofmark Türkenfeld überging. Die Lindenblätter am geschlungenen Stiel sind aus dem Wappen der Staudinger übernommen, die von 1569 bis 1598 Inhaber der Hofmark Türkenfeld waren.[4]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Heinz C. Bessling aus Gauting gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Türkenfeld liegt an der Bahnstrecke München–Lindau und wird von der Linie 4 der S-Bahn München bedient.

Breitband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 bemühte sich die Kommune intensiv, die Breitbandversorgung zu verbessern. Nachdem rund 70 % der Türkenfelder Haushalte für einen Glasfaseranschluss gewonnen werden konnten, realisierte die Gemeinde zusammen mit der Partnerfirma "Unser Ortsnetz GmbH" seit Mitte 2013 ein eigenes Glasfasernetz. Die ersten Haushalte gingen am 5. August 2013 online.[5] Nach Übernahme der Unser Ortsnetz GmbH wird das Glasfasernetz mittlerweile durch die Deutsche Glasfaser GmbH betrieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Schöneberg bei Zankenhausen nach Süden

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkenfeld verfügt über eine Grundschule und eine Mittelschule sowie zwei gemeindeeigene Kindergärten mit einer angeschlossenen Kinderkrippe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Türkenfeld (Hrsg.): Ortschronik Türkenfeld. Türkenfeld 1994 (ohne ISBN)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Türkenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Türkenfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 466.
  4. Haus der Bayerischen Geschichte@1@2Vorlage:Toter Link/www.hdbg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Unsere Zukunft – Breitband geht uns alle an