Fajoles

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Fajoles
Fajòlas
Fajoles (Frankreich)
Fajoles
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Gourdon
Kanton Souillac
Gemeindeverband Quercy-Bouriane
Koordinaten 44° 48′ N, 1° 24′ OKoordinaten: 44° 48′ N, 1° 24′ O
Höhe 118–213 m
Fläche 8,98 km2
Einwohner 290 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 46300
INSEE-Code

Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption

Fajoles (okzitanisch: Fajòlas) ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde (commune) mit 290 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot im Norden der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Fajoles liegt etwa zwei Kilometer von dem Nordufer des Flusses Lot entfernt in einer Höhe von ca. 175 Metern ü. d. M. in der alten Kulturlandschaft des Quercy etwa 56 Kilometer (Fahrtstrecke) nördlich von Cahors. Der mittelalterliche Pilgerort Rocamadour befindet sich etwa 30 Kilometer östlich; der ehemals bedeutende Ort Souillac mit seiner außergewöhnlichen Abteikirche liegt etwa 17 Kilometer nordöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 255 262 253 243 220 211 270 262

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 550 und 680 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl seitdem kontinuierlich bis auf die Tiefststände in den 1980er und 1990er Jahren zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Quercy wurde die Landwirtschaft, zu der bis ins 19. Jahrhundert hinein auch der Weinbau gehörte, jahrhundertelang in erster Linie zur Selbstversorgung betrieben. Nach der Reblauskrise in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Weinbau in der Region vorübergehend gänzlich aufgegeben, doch mittlerweile werden wieder Rot-, Rosé und Weißweine produziert, die über die Appellationen Comté Tolosan und Côtes du Lot vermarktet werden. Auch der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) ist für das Wirtschaftsleben von Bedeutung.

Église Saint-Hilarion, Portal am Südquerhaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschern zufolge lebten in einer Höhle auf dem Gemeindegebiet über längere Zeiträume Neanderthaler und Cro-Magnon-Menschen zusammen. An anderer Stelle wurde eine Vielzahl antik-römischer Keramikscherben gefunden. Im Hochmittelalter entstand eine romanische Pfarrkirche.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption ist ein kompakter, aber durchaus repräsentativer einschiffiger Bau des 12. Jahrhunderts in Form eines lateinischen Kreuzes. Der querrechteckige und nahezu fensterlose Vierungsturm überragt auch das Querschiff; unterschiedliches Steinmaterial sowie Mauerfugen bzw. -risse deuten auf eine spätere Erweiterung eines quadratischen Vierungsturms zu einem Wehrturm und Rückzugsort für die Dorfbevölkerung hin. Die aus exakt behauenen Steinen gemauerte Apsis wird durch Strebepfeiler stabilisiert und gegliedert; unterhalb ihrer Dachtraufe verläuft einen Konsolenfries, über dem ein umlaufender Zahnschnittfries erscheint. Die Kirche hat zwei romanische Portale – ein spätromanisches mit gotisch angespitzten Archivoltenbögen und äußerst ‚primitiven‘ romanischen Kapitellen am südlichen Querhausarm und ein weiteres in der Südwand des Langhauses, welches etwa 25 Zentimeter aus der Wandflucht hervortritt; das ehemalige Westportal wurde größtenteils vermauert. Der Kirchenbau ist seit dem Jahr 1978 als Monument historique anerkannt.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fajoles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Notre-Dame-de-l’Assomption, Fajoles in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)