Gernrode (Eichsfeld)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gernrode
Gernrode (Eichsfeld)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gernrode hervorgehoben
Koordinaten: 51° 24′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Eichsfeld-Wipperaue
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 7,37 km2
Einwohner: 1526 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37339
Vorwahl: 036076
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 037
Adresse der Verbandsverwaltung: Weststr. 2
37339 Breitenworbis
Webpräsenz: www.gernrode-eic.de
Bürgermeister: Gerhard Hellrung (CDU)
Lage der Gemeinde Gernrode im Landkreis Eichsfeld
NiedersachsenHessenKyffhäuserkreisLandkreis NordhausenUnstrut-Hainich-KreisAm OhmbergAm OhmbergAm OhmbergArenshausenAsbach-SickenbergBerlingerodeBernterode (bei Heilbad Heiligenstadt)BirkenfeldeBodenrode-WesthausenBornhagenBrehmeBreitenworbisBüttstedtBuhlaBurgwaldeDeunaDieterodeDietzenrode/VatterodeDingelstädtEcklingerodeEffelderEichstruthFernaFreienhagen (Eichsfeld)FretterodeGeisledenGeismarGerbershausenGernrode (Eichsfeld)GerterodeGlasehausenGroßbartloffHausen (Eichsfeld)HaynrodeHeilbad HeiligenstadtHelmsdorf (Eichsfeld)HeuthenHohengandernHohes KreuzHundeshagenKallmerodeKefferhausenKellaKellaKirchgandernKirchworbisKleinbartloffKreuzebraKrombach (Eichsfeld)KüllstedtLeinefelde-WorbisLenterodeLindewerraLutter (Eichsfeld)Mackenrode (Landkreis Eichsfeld)MarthNiederorschelPfaffschwendeReinholterodeRöhrigRohrberg (Eichsfeld)RustenfeldeSchachtebichSchimbergSchönhagen (Eichsfeld)SchwobfeldSilberhausenSteinbach (Eichsfeld)Sonnenstein (Gemeinde)SteinheuterodeTastungenTeistungenThalwendenUderVolkerodeDeunaWachstedtWahlhausenWehndeWiesenfeld (Eichsfeld)WingerodeWüstheuterodeKarte
Über dieses Bild
Die Kreuzung in Gernrode mit Gemeindeverwaltung
Die katholische St.-Stephanus-Kirche
Die Landstraße L1015 Richtung Gernrode
Die Autobahn A38 zwischen Kirchworbis und Gernrode

Gernrode ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Eichsfeld-Wipperaue. Die Feldflur des Ortes zählt zu den ertragreichsten des Landkreises Eichsfeld. Gernrode feierte 2015 sein 650-jähriges Bestehen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gernrode liegt im Obereichsfeld im südlichen Harzvorland. Es liegt beiderseits des Flusses Wipper eingerahmt von Dün und Ohmgebirge mitten im Eichsfelder Kessel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort dürfte in der Zeit vom 8. bis 12. Jahrhundert gegründet worden sein, worauf die Endung -rode hindeutet. Die erste urkundliche Erwähnung als Germenroth war im Jahr 1267. Verwaltet wurde das Dorf in dieser Zeit vom Amt Harburg und später vom Amt Harburg-Worbis. Durch die Verlegung der Wipper im Mittelalter wurde die Errichtung von drei Mühlen innerhalb der Ortslage möglich. Ab 1586 bildeten Germenrode und Kirchworbis vorübergehend eine gemeinsame Pfarrgemeinde. 1632 brannten die weimarischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg den größten Teil der Häuser und die alte Kirche nieder. Die neue katholische Sankt-Stephanus-Kirche aus dem Jahre 1654 (erweitert 1932) mit ihrem Barockaltar ist eine der größten und gilt als eine der schönsten Kirchen im Eichsfeld. Kirchenbücher werden seit 1662 geführt. Die Bevölkerungszahl betrug im Jahr 1656 durch Krieg und Pest reduziert 382. Durch Zuzug aus den umliegenden späteren Wüstungen erholte sich der Ort wieder. 1802 kam Gernrode mit dem Fürstentum Eichsfeld zu Preußen und vorübergehend während der Napoleonischen Kriege zum Königreich Westphalen. Im 18. Jahrhundert nahm der Ort durch den Flachsanbau, der später auch im Wappen der Gemeinde verewigt wurde, einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1810 lebten 820 Einwohner in Gernrode. 1867 erhielt der Ort beim Bau der Eisenbahnstrecke Nordhausen – Arenshausen (Bahnstrecke Halle–Hann. Münden) einen der drei Bahnhöfe des Eichsfeldes, der jedoch später auf Grund von Verwechslungen mit Gernrode (Harz) in Niederorschel umbenannt wurde. Im Rahmen eines Festaktes am 9. Dezember 2007 wurde der Bahnhof zum Fahrplanwechsel in Gernrode-Niederorschel umbenannt. 1878 erfolgte der Neubau der Schule und später der Bau des Großen Saales. Nach dem Wegfall der Handweberei und der Tuchbleiche infolge der Industrialisierung fanden die Bewohner im Sperrholzwerk und in der mechanischen Weberei in der Nähe des Bahnhofs sowie in den Zigarrenfabriken Arbeit. Heute zählt Gernrode zu den größten Orten im Landkreis Eichsfeld.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein silberner mit einer blauen Flachspflanze belegter Schräglinksbalken, oben ein silbernes Hochkreuz, unten ein silbernes Mühlrad.“

Die stilisierte Flachspflanze soll den früher wirtschaftlich prägenden Anbau und die Weiterverarbeitung des Flachses bis hin zum Leinentuch symbolisieren. Das Passionskreuz versinnbildlicht den tief verwurzelten Glauben der Einwohner. Das Mühlrad steht für die drei Mühlen im Ort.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 1.618
  • 1995: 1.610
  • 1996: 1.611
  • 1997: 1.628
  • 1998: 1.680
  • 1999: 1.697
  • 2000: 1.703
  • 2001: 1.721
  • 2002: 1.701
  • 2003: 1.691
  • 2004: 1.690
  • 2005: 1.671
  • 2006: 1.692
  • 2007: 1.684
  • 2008: 1.678
  • 2009: 1.651
  • 2010: 1.638
  • 2011: 1.587
  • 2012: 1.558
  • 2013: 1.537
  • 2014: 1.531
  • 2015: 1.526
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 64,7 % (2009: 65,9 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,5 %
9,9 %
22,8 %
9,9 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,6 %p
-6,8 %p
+12,3 %p
+1,2 %p
± 0,0 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Gernrode setzt sich aus zwölf Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • CDU: 7 Sitze
  • FDP: 1 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Gernrode: 3 Sitz
  • DSU: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Gerhard Hellrung (CDU) wurde am 5. Juni 2016 wiedergewählt.[3]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gernrode hat einen Bahnhof (Gernrode-Niederorschel) an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden, wo die RB 51 nach Nordhausen sowie nach Heilbad Heiligenstadt über Leinefelde im 2-Stunden-Takt verkehrt. Diese Leistung wird seit Dezember 2015 von der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH erbracht. Gernrode ist über die Abfahrten 6 Leinefelde-Worbis und 7 Breitenworbis an die Südharzautobahn (A 38) angeschlossen. Der ehemalige Rasenflugplatz ist seit der Wiedervereinigung nicht mehr in Betrieb.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbegebiet „Nottenröder Berg“.

In Gernrode gibt es etliche mittelständische Unternehmen und auch größere Arbeitgeber, wie ein Werk der WERZALIT GmbH + Co. KG.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gernrode verfügt über einen katholischen Kindergarten und eine musikalische Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - endgültiges Ergebnis. Der Landeswahlleiter; abgerufen am 25. Mai 2017.
  3. Bürgermeisterwahlen in Thüringen. Thüringer Landesamt für Statistik; abgerufen am 25. Mai 2017.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gernrode (Eichsfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien