Bornhagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bornhagen
Bornhagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bornhagen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 21′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Hanstein-Rusteberg
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 6,57 km2
Einwohner: 368 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036081
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Webpräsenz: www.vg-hanstein-rusteberg.de
Bürgermeister: Mario-Paul Apel
Lage der Gemeinde Bornhagen im Landkreis Eichsfeld
NiedersachsenHessenKyffhäuserkreisLandkreis NordhausenUnstrut-Hainich-KreisAm OhmbergAm OhmbergAm OhmbergArenshausenAsbach-SickenbergBerlingerodeBernterode (bei Heilbad Heiligenstadt)BirkenfeldeBodenrode-WesthausenBornhagenBrehmeBreitenworbisBüttstedtBuhlaBurgwaldeDeunaDieterodeDietzenrode/VatterodeDingelstädtEcklingerodeEffelderEichstruthFernaFreienhagen (Eichsfeld)FretterodeGeisledenGeismarGerbershausenGernrode (Eichsfeld)GerterodeGlasehausenGroßbartloffHausen (Eichsfeld)HaynrodeHeilbad HeiligenstadtHelmsdorf (Eichsfeld)HeuthenHohengandernHohes KreuzKallmerodeKefferhausenKellaKellaKirchgandernKirchworbisKleinbartloffKreuzebraKrombach (Eichsfeld)KüllstedtLeinefelde-WorbisLenterodeLindewerraLutter (Eichsfeld)Mackenrode (Landkreis Eichsfeld)MarthNiederorschelPfaffschwendeReinholterodeRöhrigRohrberg (Eichsfeld)RustenfeldeSchachtebichSchimbergSchönhagen (Eichsfeld)SchwobfeldSilberhausenSteinbach (Eichsfeld)Sonnenstein (Gemeinde)SteinheuterodeTastungenTeistungenThalwendenUderVolkerodeDeunaWachstedtWahlhausenWehndeWiesenfeld (Eichsfeld)WingerodeWüstheuterodeKarte
Über dieses Bild

Bornhagen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld am Fuße der Burgruine Hanstein. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Burg Hanstein über Bornhagen in das Obere Leinetal

Bornhagen liegt am westlichen Rand des Eichsfeldes in der Nähe des Dreiländerecks Thüringen-Hessen-Niedersachsen südlich der Bundesstraße 80. Der Ort befindet sich am nordnordöstlichen Hang unterhalb der Burg Hanstein auf einer Höhe von 285 bis 330 m ü. NN.

Der Ortsteil Rimbach befindet sich unmittelbar südlich der Burgruine in 370 m Höhe. Nachbarorte sind Neuseesen im Westen, Hohengandern und Arenshausen im Norden sowie Gerbershausen im Osten. Die höchste Erhebung in der Ortslage ist die Junkerkuppe (510,7 m) im Höhenzug des Höheberges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bornhagen soll 1536 als Bornhaygen erstmals schriftlich erwähnt worden sein. Die Geschichte des Dorfes ist durch die benachbarte Burg Hanstein geprägt: Anfang des 16. Jahrhunderts zogen die Familienzweige der Herren von Hanstein in sieben neu errichtete Rittersitze in Bornhagen. Nach einer weitgehenden Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurden die Höfe wieder aufgebaut.[2]

Der Ort gehörte ab 1816 zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Bornhagen 90 Einwohner.[2] Zum 1. April 1936 wurde die um einiges größere Ortschaft Rimbach in die Gemeinde Bornhagen eingegliedert.[3]

Zwischen Kirche und Burgmauer fiel 1945 eine Bombe. Im später abgerissenen Haus auf der Burgmauer befanden sich mechanische Rechenmaschinen des ISCO-Konstrukteurs. Das Dorf wurde kampflos von US-amerikanischen Soldaten besetzt.

Da Bornhagen der SED zu nah an der Zonen-Grenze lag, mussten zu DDR-Zeiten viele Bürger wegziehen.

Am 22. November 2017 enthüllte das Zentrum für politische Schönheit unter dem Projektnamen Bau das Holocaust-Mahnmal vor Höckes Haus! 24 Betonstelen im Stil des Holocaust-Mahnmals in Berlin auf dem gepachteten Nachbargrundstück des AfD-Politikers Björn Höcke im Dorf und sorgten für bundesweite Aufmerksamkeit.[4] Der Politiker hatte das Holocaust-Mahnmal in Berlin im Januar 2017 in Dresden ein „Denkmal der Schande“ genannt.[5][6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

Einwohnerentwicklung von 1994 bis 2015
  • 1994: 423
  • 1995: 416
  • 1996: 432
  • 1997: 435
  • 1998: 395
  • 1999: 376
  • 2000: 415
  • 2001: 385
  • 2002: 376
  • 2003: 363
  • 2004: 323
  • 2005: 325
  • 2006: 313
  • 2007: 298
  • 2008: 323
  • 2009: 297
  • 2010: 297
  • 2011: 275
  • 2012: 273
  • 2013: 303
  • 2014: 309
  • 2015: 302
  • 2016: 368
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Bornhagen setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • Interessengemeinschaft/Feuerwehr: 6 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Mario-Paul Apel wurde am 6. Juni 2010 gewählt und 2016 wiedergewählt.[9]

Landtagswahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bornhagen erzielte die AfD ihr Rekordergebnis im Vergleich aller Gemeinden bei der Thüringer Landtagswahl 2014. Sie erreichte 36,5 Prozent der 115 gültigen Zweitstimmen und wurde vor CDU (29,6 %) und der Linken (16,5 %) stärkste Partei. Der in Bornhagen lebende Thüringer Spitzenkandidat Björn Höcke erreichte 38,3 Prozent – 44 von 115 gültigen Erststimmen.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die bei Bornhagen gelegene Burgruine Hanstein geht vermutlich auf die Zeit von 820 bis 850 zurück, sicher belegen lässt sie sich ab 1070.
  • Die katholische Kirche des Ortsteils Rimbach wurde vor 1400 erbaut. Der Doppelturm stammt aus dem Jahr 1921, der spätgotische Flügelaltar in der Kirche aus dem Jahr 1407.
  • Die evangelische Kirche wurde 1877 errichtet. Ein großes Jesusbild im Nazarenerstil ist der Blickfang im Altarraum.
  • Das Wurstmuseum zur Darstellung der Eichsfelder Schlachtertraditionen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bornhagen geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bornhagen verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Björn Höcke (* 1972), deutscher Politiker (AfD) und früherer Gymnasiallehrer wohnt in Bornhagen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bornhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. a b Walter Rassow: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Heiligenstadt. Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt. Otto Hendel, Halle a. d. S. 1909, Rusteberg (altes und neues Schloss), S. 32–33.
  3. Michael Rademacher: Landkreis Heiligenstadt auf www.verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 1. November 2011
  4. Arno Frank: Aktion des Zentrums für politische Schönheit: Ein Holocaust-Mahnmal – bei Björn Höcke vor der Haustür. In: Spiegel Online. 22. November 2017 (spiegel.de [abgerufen am 22. November 2017]).
  5. Höcke soll auf die Knie gehen. Ist das Kunst? In: welt.de, 22. November 2017.
  6. Künstler stellen Holocaust-Mahnmal vor Björn Höckes Haustür auf. In: nzz.ch, 22. November 2017.
  7. „Denkmal der Schande“ vor der Haustür von Höcke. In: tagesspiegel.de, 22. November 2017.
  8. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - endgültiges Ergebnis: Bornhagen. Abgerufen im 6. Juni 2017.
  9. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen im 6. Juni 2010.
  10. [1]