Kirchgandern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchgandern
Kirchgandern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchgandern hervorgehoben
Koordinaten: 51° 23′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Hanstein-Rusteberg
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 4,39 km2
Einwohner: 570 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036081
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 057
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Webpräsenz: www.kirchgandern.de
Bürgermeister: Wolfgang Sieling (CDU)
Lage der Gemeinde Kirchgandern im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode/Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Silberhausen Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche

Kirchgandern ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg und liegt rund einen Kilometer südlich der Bundesautobahn 38.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht von Kirchgandern aus westlicher Richtung (am rechten Bildrand ist der Rusteberg zu sehen)

Kirchgandern liegt im Oberen Leinegraben etwa 2,5 km nordöstlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Thüringen. Das 4,37 km² große Gemeindegebiet erstreckt sich in den Höhenlagen von 192 bis 329 m ü. NN. Nördlich erhebt sich der Pferdeberg (ca. 300 m ü. NN; einstige Opferstätte) und nordöstlich der Kahle Berg (ca. 325 m ü. NN; Standort einer Kapelle). Die Leine bildet die südwestliche Grenze der Gemeinde und die natürliche Grenze zu den thüringischen Nachbargemeinden Arenshausen im Südosten und Hohengandern im Südwesten. Nordwestlich befindet sich das niedersächsische Besenhausen. Im Wald Richtung Kahler Berg entspringt der Gänsebach, der das Dorf etwa in Ost-West-Richtung durchfließt und etwas westlich davon in die Leine mündet. Zudem teilt er die Ortschaft in zwei Hälften: die nördliche Dorfhälfte wird als Oberdorf bezeichnet, die südliche als Unterdorf.

Westlich am Dorf vorbei verläuft die Landesstraße 1001, die in Richtung Süden zur Bundesstraße 80 führt und die nach Nordwesten über an sie anschließende Straßen durch Niedersachsen zur in Hessen bei Marzhausen gelegenen Anschlussstelle Neu-Eichenberg–Friedland der Bundesautobahn 38 hat.

Zur Ortslage gehört noch die südöstlich Richtung Arenshausen gelegene Siedlung Neuwerth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Kirchganderns fand im Jahr 1118 statt. Kirchgandern hat seinen Namen von der ursprünglichen Siedlung „Ganderaha“. „Gander“ bedeutet Gänserich und „Aha“ ist die Bezeichnung für Wasser, der Ortsname bedeutet also „am Gänsebach gelegen“. Den Beinamen „Kirch“ bekam das Dorf, da seine Kirche die Hauptkirche des geistigen Bannes war. Die Kirche ist eine der ältesten Kirchen im näheren Umkreis, laut Urkunde wurde sie im Jahre 1300 errichtet. So entwickelte sich im Laufe der Zeit aus der Ortsbezeichnung „Ganderaha“ der heutige Ortsname Kirchgandern. 1802 bis 1807 wurde der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. Ab 1815 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1945 bis 1949 gehörte der Ort zur sowjetischen Besatzungszone und wurde ab 1949 Teil der DDR. Von 1952 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Kirchgandern von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Unter anderem war der unmittelbar an der Grenze liegende Kreuzweg und die aus dem Jahr 1852 stammende Magdalenen-Kapelle nicht mehr zugänglich und wurden durch Verfall und Zerstörung vernichtet. In den 90er Jahren wurden Kreuzweg und Kapelle wiedererrichtet. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

In Kirchgandern gab es früher viele Handwerksbetriebe wie Bäckereien, Fleischereien, eine Mühle, Lebensmittelläden, Gaststätten, eine Zigarrenfabrik, Ärzte, Frisöre, eine Mützenfabrik, Schneidereien, einen Schuster, einen Tellermacher, Tischlereien, eine Schmiede, Maler, Klempner, ein Fuhrunternehmen und vieles mehr. Auch im Bildungsbereich war Kirchgandern mit zwei Schulen vergleichsweise gut ausgestattet.

Im Laufe der Jahre entwickelte in Kirchgandern ein reges Vereinsleben. So entstanden z. B. der Kriegerverein, der Taubenverein, der Jungfrauenverein und der Radsportverein, welche heute nicht mehr existieren. Der Gesangsverein, der Hundesportverein, der VFR Sportverein, die Alten Herren Kirchgandern, die Waldgemeinschaft, die Kolpingsfamilie, der Förderverein Kirchgandern sowie die Freiwillige Feuerwehr Kirchgandern sind jedoch heute noch sehr aktiv.

Nach der Wende wurde Kirchgandern ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen; die Gemeinde erschloss ein Gewerbegebiet und baute ein Dorfgemeinschaftshaus, in welchem heute Versammlungen, Vereinstreffen und Feiern stattfinden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kirchgandern führt ein amtliches Wappen und eine Flagge.

Blasonierung: „In Blau ein silberner flugbereiter Ganter mit einer rechts und links aus dem Hals wachsenden schwebenden verkürzten silbernen Leiste, belegt mit einem roten Herzschild mit einem silbernen sechsspeichigen Rad.“

Auf dem Redenden Wappen erkennt man eine Gans mit ausgebreiteten Flügeln (Flügel sind in Unteransicht dargestellt), wobei Hals und Kopf der Gans kombiniert mit einem Querbalken ein Kreuz, als Zeichen für Glaube und Kirche bilden. Das Herzschild mit dem silbernen Rad symbolisiert die jahrhundertealte Zugehörigkeit zum Kurfürsten- und Erzbistum Mainz, somit zum Eichsfeld.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 614
  • 1995: 615
  • 1996: 602
  • 1997: 597
  • 1998: 611
  • 1999: 596
  • 2000: 601
  • 2001: 597
  • 2002: 603
  • 2003: 603
  • 2004: 626
  • 2005: 624
  • 2006: 623
  • 2007: 635
  • 2008: 633
  • 2009: 625
  • 2010: 602
  • 2011: 588
  • 2012: 586
  • 2013: 575
  • 2014: 568
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Kirchgandern setzt sich aus acht Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • CDU: 5 Sitze
  • FDP-Freie Wähler: 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[2]

Kommunalwahl 2014:[3]

  • CDU: 6 Sitze
  • FDP/Freie Wählerschaft: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Wolfgang Sieling (CDU) wurde am 6. Juni 2010 gewählt.[4]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magdalenenkapelle

Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Bachmann (1901–1978), Politiker, Mitglied des Niedersächsischen Landtages
  • Albert Krebs (* 1951), Fußballspieler und -trainer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchgandern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Kommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 10. März 2010 (PDF; 1,9 MB).
  3. http://wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2014&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61056
  4. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.