Hitzendorf (Steiermark)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hitzendorf
Wappen fehlt
Hitzendorf (Steiermark) (Österreich)
Hitzendorf (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 48,88 km²
Koordinaten: 47° 2′ N, 15° 18′ O47.03527777777815.300833333333383Koordinaten: 47° 2′ 7″ N, 15° 18′ 3″ O
Höhe: 383 m ü. A.
Einwohner: 6.902 (1. Jän. 2015)
Postleitzahl: 8151
Vorwahl: 03137
Gemeindekennziffer: 6 06 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hitzendorf 63
8151 Hitzendorf
Website: www.hitzendorf.at
Politik
Bürgermeisterin: Simone Schmiedtbauer
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
12
9
2
1
1
12 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Unterpremstätten-Zettling Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz SteiermarkLage der Gemeinde Hitzendorf (Steiermark) im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick von Rohrbach-Steinberg kommend auf den Hauptort von Hitzendorf mit der Pfarrkirche.
Blick von Rohrbach-Steinberg kommend auf den Hauptort von Hitzendorf mit der Pfarrkirche.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hitzendorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Graz-Umgebung in der Weststeiermark (Österreich) mit 6902 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015). Mit 1. Jänner 2015 wurden im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform die vormals eigenständigen Gemeinden Attendorf und Rohrbach-Steinberg eingemeindet.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Lieboch bei Hitzendorf

Lage[Bearbeiten]

Der Ort Hitzendorf liegt im mittleren Liebochtal und dem östlichen Södingtal, etwa zehn Kilometer westlich von Graz. Im Westen wird das Gemeindegebiet von einem Hügelrücken durchzogen der das Liebochtal vom Södingtal trennt während im Osten eine weitere Hügelkette den Übergang zum Grazer Becken markiert. Die Lieboch durchfließt westlich des Hauptortes das Ortsgebiet von Hitzendorf. Einige kleinere Bäche münden innerhalb der Gemeindegrenzen in die Lieboch. Höchster Punkt des Gemeindegebietes ist das zwischen Lieboch- und Södingtal liegende Kreuzeck mit einer Höhe von 567 Meter.[2]

Geologie[Bearbeiten]

Der Ort wurde auf einer Terrasse aus im Quartär abgelagerten Talschuttmassen erbaut. Diese Terrasse steigt zu den im Jungtertiär entstandenen Hügeln hin auf.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Hitzendorf besteht seit 2015 aus zehn Katastralgemeinden mit insgesamt 23 Ortschaften:

  • Die Katastralgemeinde Hitzendorf mit einer Fläche von 1.375,40 ha umfasst die Ortschaften:
    • Hitzendorf (1124)
    • Oberberg (295)
    • Niederberg (313)
    • Holzberg (193)
    • Neureiteregg (248)
    • Höllberg (219)
  • Die Katastralgemeinde Berndorf mit einer Fläche von 468,58 ha umfasst die Ortschaften:
    • Berndorf (420) (mit Ortsteil Österreich)
    • Altenberg (116)
    • Altreiteregg (258)
  • Die Katastralgemeinde Mayersdorf mit einer Fläche von 495,13 ha umfasst die Ortschaften:
    • Mayersdorf (191)
    • Doblegg (157)
  • Die Katastralgemeinde Michlbach mit 57,84 ha hat keine weiteren Ortschaften außer Michlbach (36)
Michlbach ist eine Exklave, da es von den Gemeinden Sankt Bartholomä und Stallhofen umschlossen ist.
  • Die Katastralgemeinde Pirka-Söding mit 77,66 ha hat keine weiteren Ortschaften außer Pirka (76)

Die ehemalige Gemeinde Attendorf bestand aus den Katastralgemeinden Attendorf (860,15 ha); Mantscha (469,57 ha); und Schadendorfberg (241,32 ha) und umfasste folgende acht Ortschaften:

  • Attendorf (325)
  • Attendorfberg (319)
  • Mantscha (398)
  • Mühlriegl (117)
  • Riederhof (208)
  • Schadendorfberg (74)
  • Södingberg (55)
  • Stein (293)

Die ehemalige Gemeinde Rohrbach-Steinberg umfasste folgende zwei Katastralgemeinden bzw. gleichnamigen Ortschaften:

  • Rohrbach (492,43 ha, 830 Ew.)
  • Steinberg (349,36 ha, 602 Ew.)

Quelle: Einwohner Stand 31. Oktober 2011[3], Fläche 1. Jänner 2015[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hitzendorf ist von neun Nachbargemeinden umgeben, die Lage ohne Berücksichtigung der Exklave Michlbach ist:

Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Bartholomä Thal
Stallhofen
Bez. Voitsberg
Nachbargemeinden Graz
Söding-Sankt Johann
Bez. Voitsberg
Lieboch

Geschichte[Bearbeiten]

Hitzendorf um 1830

Wahrscheinlich wurde die Gegend bereits in der Altsteinzeit besiedelt worauf zum Beispiel rund 100.000 Jahre alte Funde aus der Drachenhöhle bei Mixnitz schließen lassen. Den ersten Beweis für eine Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes stellt ein, den Illyrern zugerechnetes Hügelgräberfeld in Altreiteregg aus der Zeit zwischen 2400 und 1800 v. Chr., also aus der Jungsteinzeit, dar. Aus der Bronzezeit ist der Fund eines Bronzebeils aus der Zeit um 1000 v. Chr. bekannt. Um etwa 400 v. Chr. wurde das Gebiet von den Kelten erobert und wurde Teil des Königreiches Noricum. Der Stamm der Noriker ließ sich auch in der Hitzendorfer Gegend nieder worauf einige römische Grabsteine mit keltischen Namen schließen lassen. Durch die hohe Anzahl an Hügelgräbern kann man davon ausgehen dass das Gebiet wahrscheinlich ziemlich dicht besiedelt war.

Als im 2. Jahrhundert vor Christus die Kimbern und Teutonen nach Noricum eindrangen, riefen die Noriker die befreundeten Römer zu Hilfe. Nachdem die Römer im Jahr 113 v. Chr. die Schlacht bei Noreia verloren, dehnten sie ihre Grenze nach und nach bis ins Jahr 14 v. Chr. an die Donau aus, so dass auch das heutige Hitzendorf Teil des Römischen Reiches wurde. Römische Bürger ließen sich in größeren Orten nieder, wozu damals wahrscheinlich auch bereits Hitzendorf gehörte, und errichteten Güter. Die römischen Zuwanderer bildeten aber vermutlich nur eine dünne Schicht über der ursprünglichen, illyrisch-keltischen Bevölkerung.[5]

Die erste urkundliche Nennung von Hitzendorf stammt aus dem Jahr 1163. Die Grundherrschaften durch das Stift Rein, die Herrschaft Eggenberg und das Stift Stainz wurden 1848 aufgehoben. 1850 entstand die heutige politische Gemeinde.

Im Jahre 1952 wurde die im Nordwesten angrenzende Gemeinde Reiteregg teilweise an Hitzendorf angeschlossen. 1967 wurde die Hitzendorf zum Markt erhoben. Die ehemals bäuerlich geprägte Sozialstruktur hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, viele Bewohner sind heute Pendler in die Stadt Graz.

In der Gemeinde und ihrer Umgebung befinden sich eine Reihe kleiner, wirtschaftlich nicht abbauwürdiger Erz- und Kohlelagerstätten, die zu jenen des Grazer Paläozoikums gehören. Sie wurden eingehend untersucht.[6]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde (Gebietsstand 2015)[Bearbeiten]

Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939
Einwohner 4103 4168 4047 4055 4007 3958 4115 3851
Jahr 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 2014
Einwohner 4152 4268 4674 5103 5704 6374 6867 6895

Quelle: Statistik Austria [7] [8] [9]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterin war bis Ende 2014 Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Sie wurde am 6. Juni 2014 als Nachfolgerin von Alt-Bürgermeister Franz Höfer gewählt. Seit der Gemeinderatswahl 2010 war die Mandatsverteilung:

  • 12 ÖVP – stellte den Bürgermeister und den 1. Vizebürgermeister
  • 7 SPÖ – stellt den 2. Vizebürgermeister
  • 2 Bürgerliste Hitzendorf mit Herz (HERZ)

Seit 30. April 2015 ist Simone Schmiedtbauer (ÖVP) wieder Bürgermeisterin der nun vergrößerten Gemeinde, 1. Vizebürgermeister ist Günther Kumpitsch (FPÖ), 2. Vizebürgermeister ist Heribert Uhl (SPÖ).
Im neuen Gemeinderat mit 25 Mandaten ist die Verteilung: 12 ÖVP, 9 SPÖ, 2 FPÖ, 1 Grünen, 1 NEOS

Das Gebiet in der Josephinischen Landesaufnahme, um 1790 (oben links)

Wappen (bis 2014)[Bearbeiten]

Das 1964 von der Steiermärkischen Landesregierung verliehene Wappen zeigt:
„In goldenem Schild auf grünem mit einer silbernen Lilie belegten Dreiberg drei grüne Fichten.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Nähe zu Graz ist Hitzendorf verkehrstechnisch gut angeschlossen. Die Süd Autobahn A 2 ist in circa acht Kilometer über die Anschlussstelle Mooskirchen (200) zu erreichen. Die Packer Straße B 70 ist in etwa fünf Kilometer zu erreichen.

Hitzendorf hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist Söding-Mooskirchen in circa sechs Kilometer Entfernung. Hier besteht Zugang zur Graz-Köflacher Eisenbahn Richtung Köflach und Graz. Der Hauptbahnhof Graz ist circa 14 km entfernt.

Die Entfernung zum Flughafen Graz beträgt etwa 20 km.

Der kürzeste Weg von Graz-Wetzelsdorf nach Hitzendorf führt über die Steinberg-(Landes)straße L 301. Diese Straße lief ursprünglich in NO-SW-Richtung und talquerend durch das Ortszentrum und wurde später auf 600 m Länge 200 m weiter südöstlich auf eine eigene, etwas erhöhte Trasse gelegt, was die langsamverkehrsfreundliche gehsteigfreie Umgestaltung des Ortszentrum ermöglichte, das samt einem zentralen Parkplatz auch öfters am Wochenende autofrei für Straßenfeste genutzt wird.

Sicherheit[Bearbeiten]

In Hitzendorf befindet sich eine Polizeiinspektion, welche dem Bezirkspolizeikommando Graz-Umgebung unterstellt ist. Sie ist für die Gemeinden Thal, Sankt Bartholomä, Stiwoll und Hitzendorf örtlich zuständig, ausgenommen davon ist jedoch die zu Hitzendorf gehörende Katastralgemeinde Mantscha, die von der Polizeiinspektion Seiersberg-Pirka betreut wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hitzendorf

Museen[Bearbeiten]

In der Ortschaft Altreiteregg befindet sich das Porsche Diesel Traktormuseum von Gerhard Lackner, die größte Porsche Traktor-Sammlung in Österreich mit 27 restaurierten Traktoren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bruno Brandstetter: Der Markt Hitzendorf. Ortsgeschichte und Häuserbuch. Selbstverlag der Gemeinde Hitzendorf, 1984, DNB 881279307.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hitzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 28. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Hitzendorf und der Gemeinden Attendorf und Rohrbach-Steinberg, alle politischer Bezirk Graz-Umgebung. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 12. Dezember 2013. Nr. 161, 36. Stück. ZDB-ID 705127-x, S. 691.
  2. a b  Bruno Brandstetter: Der Markt Hitzendorf. Ortsgeschichte und Häuserbuch. Selbstverlag der Gemeinde Hitzendorf, 1984, S. 8–9.
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. GIS Steiermark
  5.  Bruno Brandstetter: Der Markt Hitzendorf. Ortsgeschichte und Häuserbuch. Selbstverlag der Gemeinde Hitzendorf, 1984, S. 9–10.
  6. Leopold Weber: Die Blei-Zinkerzlagerstätten des Grazer Paläozoikums und ihr geologischer Rahmen. (= Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Band 12). Wien 1990, ISBN 3-900312-72-9. (29 MB; PDF-Datei)
  7. Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2014, Gemeinde Attendorf, abgerufen am 14. Juni 2015
  8. Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2014, Gemeinde Hitzendorf, abgerufen am 14. Juni 2015
  9. Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2014, Gemeinde Rohrbach-Steinberg, abgerufen am 14. Juni 2015