Großderschau

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Großderschau führt kein Wappen
Großderschau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großderschau hervorgehoben
Koordinaten: 52° 48′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 20,15 km2
Einwohner: 437 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 112
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Webpräsenz: www.rhinow.de
Bürgermeisterin: Christiane Gernt
Lage der Gemeinde Großderschau im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Großderschau (früher: Friedrichsdorf) ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Rhinow, dessen Verwaltungssitz sich in der Stadt Rhinow befindet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großderschau liegt im Westen des Landes Brandenburg im Landkreis Havelland ungefähr 24 km nördlich von Rathenow und ungefähr 70 km westlich von Berlin-Spandau an der Dosse und befindet sich im Naturpark Westhavelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[2]

  • Altgarz
  • Rübehorst

Wohnplätze der Gemeinde sind:

  • Brenkenhof
  • Friedrichsbruch
  • Friedrichsdorf
  • Jühlitz
  • Klausiushof
  • Kleinderschau
  • Neugarz
  • Raminsgut
  • Wilhelminenaue

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Großderschau

1773 bis 1775, nach der Eindeichung der Dosse, wurde die Kolonie Friedrichsdorf mit neun weiteren Dörfern und Weilern auf bestehenden Siedlungsplätzen gegründet: Brenkenhof, Großderschau, Klein-Derschau, Friedrichsbruch, Jülitz, Klausiushof, Wilhelminenaue, Petershagen, Raminsgut. Für die zu Sieversdorf neu angelegten Ortschaften wurde 1785 eine neue Kirche in Friedrichsdorf erbaut, ursprünglich Simultankirche für Lutheraner und Reformierte, da unter den neuen Ansiedlern auch viele reformierten Bekenntnisses waren. Für die Lutheraner wurde der Prediger in Sieversdorf und für die Reformierten der Prediger von Spiegelberg bei Neustadt bestellt, welche bis 1828 abwechselnd alle 14 Tage Gottesdienst zu halten hatten.

Seinen Namen erhielt das Dorf nach dem preußischen Staatsminister Christoph Friedrich von Derschau.

1939 wurden Friedrichsdorf und Großderschau zur Gemeinde Großderschau zusammengeschlossen. 1965 wurde Friedrichsbruch, 1974 Alt Garz und Rüberhorst nach Großderschau eingemeindet.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1775 122
1785 143
1800 164
1817 146
1840 177
1858 169
1875 167
1890 159
1910 147
1925 149
1933 145
1939 395
Jahr Einwohner
1946 725
1950 686
1964 422
1971 496
1981 635
1985 606
1989 616
1990 607
1991 604
1992 583
1993 594
1994 585
Jahr Einwohner
1995 586
1996 578
1997 584
1998 594
1999 590
2000 588
2001 595
2002 586
2003 558
2004 551
2005 545
2006 548
Jahr Einwohner
2007 519
2008 527
2009 515
2010 492
2011 467
2012 464
2013 453
2014 449
2015 437

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[4][5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Großderschau besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Wählergruppe Bauern 4 Sitze
  • Einzelbewerber Roland Specht 1 Sitz
  • SPD 1 Sitz
  • Einzelbewerber Norbert Lamprecht 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Ivonne Ratzmer 1 Sitz

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Gernt wurde als Einzelbewerberin in der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 mit 86,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Großderschau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Dorfkirche Großderschau, als Kolonistenkirche 1780–1785 im Auftrag Friedrichs II. für die neun Dörfer um das damalige Friedrichsdorf nach dem Vorbild der Potsdamer Garnisonkirche erbaut
  • Heimathaus Großderschau mit Butterakademie und Kolonistenhof zur Kolonisierungsgeschichte im Rhinluch und Dossebruch unter Friedrich II. und über das dörfliche Leben zur Kolonistenzeit
  • Naturpark Westhavelland

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führen die B 102 zwischen Neustadt (Dosse) und Rhinow sowie die Landesstraße L 14 nach Kyritz.

Der Haltepunkt Großderschau lag an der Bahnstrecke Neustadt (Dosse)–Rathenow. 2003 wurde die Strecke stillgelegt.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 288 302 303 293 285 293 294 300

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. W. Schinkel: Geschichte von Sieversdorf bei Neustadt a. D., 1875.
  • Johannes Schultze: Die Hofbesitzer in den Dörfern des Landes Ruppin 1491 bis 1700, 1937.
  • Johannes Schultze: Die Herrschaft Ruppin und ihre Bevölkerung nach dem 30jährigen Kriege, 1925.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großderschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 26
  4. Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil II, Ruppin. 327 S., Weimar 1972 (S.40-41)
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14-17
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3