Rhinow

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Dieser Artikel behandelt die brandenburgische Stadt Rhinow. Für den Schweizer Juristen und Politiker gleichen Namens siehe René Rhinow.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rhinow
Rhinow
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rhinow hervorgehoben
Koordinaten: 52° 45′ N, 12° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 31,66 km²
Einwohner: 1625 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14728
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 260
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Webpräsenz: www.rhinow.de
Bürgermeister: Stefan Schneider (SPD)
Lage der Stadt Rhinow im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Rhinow [ˈʁiːnoː] ist eine Stadt im Landkreis Havelland in Brandenburg. Rhinow ist Verwaltungssitz des Amtes Rhinow.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am südlichen Rand des Rhinluches und am Fuße der bis zu 110 Meter hohen Rhinower Berge. Das Stadtgebiet wird vom Rhin in westlicher Richtung durchflossen. An der südwestlichen Stadtgrenze befindet sich der Gülper See. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 102. Die Bahnstrecke zwischen Rathenow und Neustadt (Dosse) wird seit 2003 nicht mehr durch den Öffentlichen Personennahverkehr bedient.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Rhinow gehört der Ortsteil Kietz, eine frühere slawische Siedlung (Kietz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der feudalen Ostexpansion wurde um 1200 eine slawische Burg übernommen und zur Sicherung des Übergangs über den Rhin weiter ausgebaut (spätere Mühlenburg). Unterhalb dieser Burg entwickelte sich daraufhin eine deutsche Ansiedlung. Eine slawische Siedlung bestand daneben im benachbarten Dorf Kietz. Die erste urkundliche Erwähnung als „Rinowe“ datiert auf den 28. Dezember 1216, als der Brandenburger Bischof Siegfried II. bei seiner Amtsübernahme dem Brandenburger Domkapitel seine Archidiakonatsrechte bestätigte. 1333 wurde Rhinow das erste Mal als Stadt bezeichnet. Bis 1376 gehörten die Stadt und das Ländchen Rhinow den Grafen von Lindow-Ruppin, die sie 1377 an Kaiser Karl IV. herausgeben mussten. 1386 gelangte Rhinow als Pfand in den Besitz des Bischofs von Brandenburg, der es weiter verpfändete. 1441 kam mit fast dem gesamten Ländchen Rhinow auch die Mühlenburg für die nächsten 500 Jahre in den Besitz der Familie von der Hagen. Während des Dreißigjährigen Krieges zogen die Schweden unter Gustav Adolf 1631 durch die Stadt. 1636 wurde Rhinow durch schwedische Truppen geplündert und in Brand gesteckt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg übernahm die Familie von der Hagen weitere wüst gewordene Höfe (Alter Hof, Neuer Hof). Eine auf dem Gelände der inzwischen aufgegebenen Mühlenburg errichtete Wassermühle wurde 1773 abgerissen.[2]

In Gedenken an Otto Lilienthal wurde im Dritten Reich am Flugplatz Stölln/Rhinow eine bekannte Segelflugschule gegründet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 180
1890 1 300
1910 1 359
1925 1 351
1933 1 373
1939 1 563
1946 2 451
1950 2 315
1964 1 875
1971 1 887
Jahr Einwohner
1981 2 198
1985 2 213
1989 2 222
1990 2 146
1991 2 090
1992 2 065
1993 2 086
1994 2 070
1995 2 103
1996 2 111
Jahr Einwohner
1997 2 154
1998 2 165
1999 2 146
2000 2 101
2001 2 021
2002 2 012
2003 1 967
2004 1 959
2005 1 933
2006 1 874
Jahr Einwohner
2007 1 821
2008 1 758
2009 1 714
2010 1 716
2011 1 695
2012 1 667
2013 1 640
2014 1 649

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 55.3 %
 %
40
30
20
10
0
36,6 %
18,0 %
13,9 %
9,4 %
5,9 %
5,3 %
4,9 %
H.Klare
Piske
A.Klare
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Neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rhinow zwölf Mitglieder bei folgender Sitzverteilung:

  • SPD: 4 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • CDU: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Henri Klare : 1 Sitz
  • Einzelbewerber Marco Piske : 1 Sitz
  • Einzelbewerber Axel Klare : 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Schneider (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 mit 66,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche Rhinow
Fernmeldeturm Rhinow

In der Liste der Baudenkmale in Rhinow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • 101 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG aus Stahlbeton in ungewöhnlicher asymmetrischer Bauweise bei 52° 44′ 45″ N, 12° 21′ 7″ O, erbaut zu DDR-Zeiten
  • Radarkuppel mit den Nebengebäuden der ehemaligen Abhöranlage der Stasi,[8] mit der zu Zeiten des Kalten Krieges die Richtfunkverbindung zwischen Berlin-Frohnau und Gartow abgehört wurde. Hier konnten seinerzeit bis zu 20.000 Fernsprechverbindungen gleichzeitig abgehört werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort fühen die B 102 von Neustadt (Dosse) nach Rathenow und die Landesstraße L 17 von Havelberg in Sachsen-Anhalt nach Friesack.

Der Bahnhof Rhinow lag an der 2003 stillgelegten Bahnstrecke Neustadt (Dosse)–Rathenow.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[9] 982 948 962 951 957 949 950
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 539 539 561 554 565 569 579

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Lilienthal (1848–1896), ließ sich 1893 in Rhinow nieder, um hier die Werkstatt für seine Gleiter einzurichten. Anfangs flog er auch in den Rhinower Bergen, wechselte dann aber auf den Gollenberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Köhler, Emil: Chronik der Stadt Rhinow. Rathenow 1891.
  • Historischer Führer- Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder), Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin 1987, ISBN 3-332-00089-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rhinow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Almut Andreae, Udo Geiseler (Hrg.): Die Herrenhäuser des Havellandes. Eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart, Lukas Verlag, Berlin 2001
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 22–25
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014
  8. Quelle (MfS der Hauptabteilung III) in Rhinow)
  9. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3