Brieselang

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brieselang
Brieselang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brieselang hervorgehoben
Koordinaten: 52° 35′ N, 13° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 44,34 km²
Einwohner: 11.484 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 259 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14656
Vorwahlen: 033232, 033234, 03321
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 3
14656 Brieselang
Webpräsenz: www.gemeindebrieselang.de
Bürgermeister: Wilhelm Garn (CDU)
Lage der Gemeinde Brieselang im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Brieselang ist eine amtsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Havelland in Brandenburg (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 17 Kilometer westlich vor Berlin-Spandau am Schnittpunkt von Berliner Autobahnring, Havelkanal und Bahnlinie Berlin-Hamburg innerhalb des Berliner Urstromtals. Bis zum Zentrum Berlins sind es etwa 30 Kilometer. Die Gemeindeteile Bredow und Zeestow befinden sich jedoch bereits an den Hängen der Nauener Platte, die das Urstromtal südlich begrenzt. Bis zur Landeshauptstadt Potsdam sind es 25 Kilometer. In unmittelbarer Nähe am Südostrand der Gemeinde befindet sich der Nymphensee, einer der saubersten Seen Brandenburgs.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönwalde-Glien, Falkensee, Wustermark, Nauen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brieselang gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung neben dem Kernort in die Ortsteile[2]

  • Bredow
  • Zeestow

sowie die Wohnplätze[3] Alt Brieselang, Bredow-Luch, Bredow-Vorwerk und Glien.

Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand aus dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Brieselang durch die Eingliederung der kleineren Mitgliedsgemeinden in die Gemeinde Brieselang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1315 unter dem Wendischen Namen „Brisenlank“ („Birkenlande“) als vorgelagerte Befestigungsanlage des Amtes Vehlefanz. 1315 bekam die Stadt Nauen vom Markgrafen Woldemar die Holzungsgerechtigkeit „inter paludes seu mericas dictas Zuzen et Brisenlank super totum Glyn usque ad terram Bellin“[4] verliehen (siehe auch: Der Zootzen).

Der Ortsteil Bredow wurde bereits 1208 im Zusammenhang mit einem Pfarrer Dietrich zu Bredow erwähnt. 1309 verlieh der Markgraf Woldemar dem Vogt Matthias von Bredow zu Rathenow für 206 Mark Silber das Dorf Bredow, bis auf sechs Hufen die einem Herrn von Broesigke (Braseke) gehörten.[5]

Zeestow wurde 1346 als Zcesto erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Personennamen Tschest ab.[6]

Erst 1925 wurde Brieselang als selbstständige Landgemeinde gegründet. Ihr Name geht auf die Landschaftsbezeichnung zurück, die auch Theodor Fontane in seinen Reiseerzählungen erwähnt. Der kleine Ortsteil Alt-Brieselang wird den meist aus Berlin stammenden Ansiedlern den Namen vorgegeben haben, die in der damals feuchten Gegend mit ihren Eichenwäldern eine Bleibe im Grünen für ihre Familien auf der Flucht vor den Berliner Mietskasernen suchten. Diese meist von "Stadtflüchtlingen" ausgehende Besiedlung auf relativ kleinen Parzellen führte bis heute zu der ausgedehnten Eigenheimstruktur der großen Landgemeinde.

Amt Brieselang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg am 26. August 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Brieselang. Als Zeitpunkt für das Zustandekommen des Amtes wurde der 30. August 1992 bestimmt.[7] Die Zustimmung war zunächst befristet bis zum 30. August 1994. Sitz des Amtes war in der Gemeinde Brieselang. Zum Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes waren folgende Gemeinden im damaligen Kreis Nauen zugeordnet:

  1. Brieselang,
  2. Bredow,
  3. Zeestow.

Die Befristung wurde ab dem 28. Juli 1994 aufgehoben.[8] Mit der Gemeindereform Brandenburg 2003 wurden die Gemeinden Bredow und Zeestow zum 26. Oktober 2003 in die Gemeinde Brieselang eingegliedert. Das Amt Brieselang wurde aufgelöst und die Gemeinde Brieselang amtsfrei.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Vorgängergemeinden entwickelte sich wie folgt:[10]

Datum Brieselang Bredow Zeestow
1. Dezember 1875 414 400 361
16. Juni 1925 1 091 1 027 398
31. August 1950 4 826 1 212 378
31. Dezember 1964 4 852 888 269
31. Dezember 1989 4 388 632 198
31. Dezember 1995 4 691 590 232
31. Dezember 2000 7 936 646 391
31. Dezember 2002 8 535 670 552

Für das Gebiet der neuen Gemeinde ergeben sich folgende Daten:

Jahr Einwohner
2003 10.067
2004 10.343
2005 10.457
2006 10.598
2007 10.667
2008 10.794
Jahr Einwohner
2009 10.823
2010 10.854
2011 10.795
2012 10.894
2013 10.999
2014 11 167

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[11] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus, Oktober 2009

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister.

Stand: Kommunalwahlen 2014[12]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Stichwahl am 16. November 2003 wurde Wilhelm Garn (CDU) für acht Jahre zum hauptamtlichen Bürgermeister in Brieselang gewählt. Am 11. Oktober 2011 wurde er mit 56,0 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre gewählt.[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde (siehe oben) wurde am 12. Juni 2006 genehmigt.

Blasonierung: „Auf einem blauen Wellenschildfuß, belegt mit dem Wappen von Bredow (in Silber ein roter Steigbaum mit drei Quersprossen), in Silber zwei Birken mit natürlichem Stamm, grüner Krone und grünen Kätzchen.“[14]

Wappen der eingemeindeten Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bredow
Wappen von Zeestow

Die Wappen von Bredow und Zeestow

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Flagge kann an einem Querholz, an einem Längsholz und als Banner verwendet werden. Bei der Aufhängung an einem Querholz ist die Fahne durch zwei gleich große waagerecht angeordnete Streifen in den Farben Grün und Weiß geteilt. Die Farbe Grün befindet sich in der oberen Hälfte. Das Gemeindewappen ist in der Mitte stehend angeordnet und überlappt beide Farben. Bei der Anbringung an einem Längsholz sind die Farben senkrecht angeordnet, wobei die Farbe Grün dem Mast zugewandt ist. Das Wappen steht mittig. Als Banner sind die Farben Grün und Weiß senkrecht angeordnet, wobei die Farbe Grün sich an der linken Seite befindet. Das Wappen steht mittig.“[15]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der recht kurzen Bebauungsgeschichte der Kerngemeinde gibt es nur wenige historische Bauten. Für am Siedlungsbau Interessierte bietet Brieselang einen guten Überblick über die Siedlungsformen, Baustile und architektonischen Ausformungen des Eigenheimbaus seit den 1920er Jahren bis in die Gegenwart.

Das ehemalige Atelier von Hans Klakow

In der Liste der Baudenkmale in Brieselang stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Kirche Brieselang wurde 1931 nach Plänen des Kladower Architekten Rettig gebaut.[16](Lage)
  • Die katholische Kirche St. Marien wurde 1970 gebaut; ihre Fenster sind seit 2010 mit dem modernen Glaskunstzyklus „Maria“ des Berliner Künstlers Andreas Wolff bemalt.[17](Lage)
  • Die Dorfkirche Zeestow von 1850 wurde 2014 zur Autobahnkirche umgebaut.(Lage)
  • Die Dorfkirche Bredow wurde 1862 geweiht [18](Lage)
  • Die Neuapostolische Kirche in Brieselang wurde 1953 erbaut und im Februar 2013 entweiht. Auf demselben Grundstück ist für die etwa 100 Gläubigen 2013 ein größerer Neubau entstanden. Dieser Neubau wurde im März 2014 eingeweiht.[19](Lage)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brieselang verfügt über einen Bahnhof an der Berlin-Hamburger Bahn. Er wird von den Regionalbahnlinien RB 10 Nauen–Berlin Südkreuz und RB 14 Nauen–Berlin-Schönefeld Flughafen (Airport-Express) bedient. Die Fahrtzeit nach Berlin-Spandau beträgt etwa 15 Minuten, zum Berliner Hauptbahnhof sind es etwa 30 Minuten. Die Linien der Havelbus Verkehrsgesellschaft verbinden Brieselang mit Falkensee (Linie 656), Nauen (Linie 667) und Wustermark (Linie 649).

Brieselang liegt an der Landesstraße L 202 von Wustermark zur L 201, die nordöstlich der Gemeinde zwischen Nauen und Falkensee verläuft. Über die Autobahnanschlussstelle Brieselang am westlichen Berliner Ring (A 10) können die Landeshauptstadt Potsdam in etwa 30 Minuten, der Berliner Stadtautobahnring und auch die an den Berliner Ring anschließenden Autobahnen nach Rostock und Hamburg, Magdeburg und Leipzig erreicht werden.

Der Havelkanal durchfließt den Ort von Nordosten nach Südwesten. Etwa in der Ortsmitte wurde beidseitig ein Sportboothafen mit ca. 60 Liegeplätzen angelegt.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[20] 5 090 5 186 5 389 5 533 5 650 5 786 5 899 6 093
nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 477 480 498 510 523 531 536 546
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brieselang gibt es drei Schulen:[21]

  • Die Robinson-Grundschule hat ein fremdsprachliches Profil und war 2001 die größte Grundschule Deutschlands.
  • Die Zeebr@-Grundschule, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Ortsteile Brieselangs zusammensetzt, wurde 2002 gegründet.
  • Die Hans-Klakow-Oberschule Brieselang wurde 1923 errichtet und ist nach dem Brieselanger Bildhauer Hans Klakow benannt.

Kulturleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildhauerwerkstatt Atelier Wolle
  • Märkischer Künstlerhof
  • Freie Brandenburger Kunstakademie mit Kunstkaufhaus
  • Theater Phönix
  • Kleines Theater Brieselang e. V.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Grün-Weiß Brieselang, spielt in der Saison 2016/2017 in der Oberliga Nordost (Staffel Nord)
  • SG Brieselang
  • Brieselanger Sportverein
  • Sportclub Amida
  • Sportgemeinschaft Wasserfreunde Brieselan
  • Badminton Brieselang

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Klakow (1899–1993), Bildhauer, lebte seit 1931 in Brieselang.
  • Hilde Benjamin (1902–1989), Ministerin der Justiz in der DDR, besaß seit 1942 ein Gartengrundstück in Brieselang, auf dem sie zeitweilig lebte.[22]
  • Rudolf Peschel (1931–1989), Maler, lebte seit 1959 in Brieselang.
  • Charlotte Krause (* 1930), Lehrerin, Heimatdichterin, Verfasserin des Brieselang-Liedes, lebt seit 1953 in Brieselang.[23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brieselang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Brieselang vom 22. Oktober 2008. (PDF)
  3. Brieselang. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  4. Gerd Heinrich: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10, Berlin und Brandenburg. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-520-31103-0, S. 407
  5. Gerd Heinrich: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10, Berlin und Brandenburg. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-520-31103-0, S. 146
  6. Märkische Oderzeitung, 4. Oktober 2006, S. 11
  7. Bildung des Amtes Brieselang. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. August 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 82, 26. Oktober 1992, S.1918.
  8. Aufhebung der Befristung von Ämtern. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 71, 7. Oktober 1994, S. 1446.
  9. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 73
  10. Landkreis Havelland, Dez. 2006. In: Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg von 1875 bis 2005. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik (LDS)
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  12. Kommunalwahlen 2014. Gemeinde Brieselang
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. Oktober 2011
  14. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  15. Hauptsatzung der Gemeinde Brieselang § 2, Abs.3
  16. Information auf der Homepage der Gemeinde Brieselang
  17. Information auf der Homepage der Gemeinde Brieselang
  18. Information auf der Homepage der Gemeinde Brieselang
  19. Brieselang: Feierstunde zur Kirchweihe, Website der neuapostolischen Kirche Berlin-Brandenburg, Bericht vom 9. März 2014.
  20. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  21. Schulen in Brieselang, Gemeinde Brieselang, abgerufen 11. November 2012
  22. Marianne Brentzel: Die Machtfrau: Hilde Benjamin. ISBN 978-3-86153-139-5, S. 119 (books.google.de).
  23. Brieselang, mein Brieselang, Kulturverein Frische Briese e. V., abgerufen 25. November 2013
  24. Amtsblatt für die Gemeinde Brieselang, 09/2010