Seeblick

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Seeblick (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Seeblick führt kein Wappen
Seeblick
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeblick hervorgehoben
52.68222222222212.37333333333326Koordinaten: 52° 41′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 48,41 km²
Einwohner: 919 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14715
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 274
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Webpräsenz: www.rhinow.de
Bürgermeister: Ulf Gottwald
Lage der Gemeinde Seeblick im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Seeblick liegt im Westen des Landkreises Havelland (Brandenburg), Amt Rhinow.

Geografie[Bearbeiten]

Seeblick liegt nördlich von Rathenow, östlich der Havel und südlich des Rhinower Ländchen am Ufer des Hohennauener Sees.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

In der Gemeinde bestehen die Ortsteile Hohennauen, Wassersuppe, Witzke und der bewohnte Gemeindeteil Elslaake.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortsteile Wassersuppe und Witzke wurden im Jahr 1441 in einem Lehnbrief der Familie von der Hagen erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf Hohennauen wurde um 1200 über einer slawischen Anlage errichtet. Hier stand die im Jahr 1386 erstmals erwähnte Burg Hohennauen. Diese sicherte schon seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert das Land Rhinow nach Süden. Das Dorf war bis 1350 im Besitz der Markgrafen von Brandenburg, dann der Grafen von Lindow-Ruppin und der Bischöfe von Brandenburg. Danach waren die Familien von Stechow und Friesack Besitzer des Dorfes. Seit 1486 ist die Familie von der Hagen Eigentümer von Hohennauen. Die Burg war bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg völlig verfallen, auf der Ruine wurde das Gutsschloss derer von Bornstedt errichtet.

Im 17. Jahrhundert wurde das Rittergut Hohennauen in vier Teile gegliedert. Einen Teil besaß ab 1692 Johann Gottfried von Rauchhaupt. Die anderen Teile waren unter der Familie von Hagen vereinigt. Ab 1692 bzw. 1731 bestanden zwei Herrensitze. Zwischen 1781 bzw. 1802 wurden die Güter mit Wassersuppe, Witzke, Schönholz und Elslake majorisiert. Von 1802 bis 1945 blieb das Gut im Besitz der Familie Kleist von Bornstedt. Die im Ort ansässige Familie von der Hagen errichtete im Ort ebenfalls ein Gutshaus.

Zu DDR-Zeiten wurde in Lötze ein Kinder-Ferienlager errichtet und betrieben.[2]

Die jetzige Gemeinde entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Hohennauen, Wassersuppe und Witzke.[3]

Siehe auch: Quintus Icilius

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretungswahl 2008[4][5]
Wahlbeteiligung: 62,15 % (2003: 57,98 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,67 %
24,29 %
20,65 %
7,15 %
3,24 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
+20,30 %p
-2,88 %p
+0,15 %p
-8,76 %p
-8,80 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e 2008: Einzelwahlvorschlag Bukowski (3,2 %)
2003: Summe der Ergebnisse von
– Einzelbewerber Kujath (8,17 %, 1 Sitz)
– Einzelbewerber Robin (2,08 %)
– Einzelbewerber Beutler (1,79 %)

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Seeblick besteht neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister aus 10 weiteren Mitgliedern. Die Sitze verteilen sich wie folgt:

  • CDU: 5 Sitze (+3)
  • SPD: 2 Sitze (–1)
  • FDP: 2 Sitze (±0)
  • Bauern: 1 Sitz (–1)

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Seeblick:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 721
1890 744
1910 810
1925 886
1933 851
1939 956
1946 1 465
1950 1 403
1964 1 075
1971 1 028
Jahr Einwohner
1981 990
1985 1 021
1989 1 049
1990 1 017
1991 971
1992 958
1993 935
1994 937
1995 961
1996 964
Jahr Einwohner
1997 938
1998 961
1999 975
2000 988
2001 1 000
2002 990
2003 1 007
2004 993
2005 1 003
2006 972
Jahr Einwohner
2007 959
2008 941
2009 949
2010 946
2011 928
2012 914
2013 919

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[6].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von Wassersuppe auf den Hohennauener See

In der Liste der Baudenkmale in Seeblick stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • Gutshaus Wassersuppe, barocker, eingeschossiger Bau aus dem Jahr 1780. Am Türsturz weist der Bau ein Allianzwappen auf.
  • Rittergut Hohennauen aus dem Jahr 1792 am nördlichen Ende des Gutsparkes. Der einfache zweigeschossige Putzbau von elf Achsen besitzt ein Walmdach. Im Inneren findet sich eine Eichenholztreppe mit ovalem Auge. Nach 1945 wurde der Bau als Kinderheim genutzt.
  • Schloss Hohennauen, ursprünglicher Fachwerkbau, später als eingeschossige Dreiflügelanlage mit Wirtschaftsgebäuden umgebaut. Das Schloss wurde unter der Herrschaft des Hans Ehrentreich von Bornstedt im Jahr 1778 erheblich umgestaltet. Nach 1928 wurde der Bau stark verändert und erhielt den Mittelrisalit und diente als Schule.
  • Dorfkirche Wassersuppe, ein Fachwerkbau mit Dachturm, aus dem Jahr 1756, im 19. Jahrhundert als Backsteinbau umgebaut. Der hölzerne Kanzelaltar aus dem Jahr 1703 stammt von Johann Christoph Richter, die Kanzel stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert.
  • Dorfkirche, ein Fachwerkbau mit Dachturm, war angeblich die ärmste Kirche der Mark Brandenburg
  • barocke Dorfkirche Hohennauen aus dem Jahr 1724. Der Westturm stammt vom romanischen Vorgängerbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Er ist ein typischer Wehrturm mit Schießscharten. Sehenswert der geschnitzte Altaraufsatz, die Kanzel von 1610, das Taufbecken aus Sandstein von 1603 und die Sandstein- und Holzepitaphe der Familien von der Hagen und Rauchhaupt-Bornstedt aus den Jahren 1759 bzw. 1708. Unter der Patronatsloge steht der um 1769 entstandene prunkvolle Sandsteinsarkophag der Katharina Hedwig von der Hagen mit Allianzwappen und Inschriften. Mehrere Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zieren das Innere.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die B 102 und die für den ÖPNV eingestellte Bahnstrecke Rathenow-Rhinow.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeblick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Geschichtliches und Etymologisches zum Ortsteil Wassersuppe

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Facebook-Eintrag
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=49
  5. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1837.html
  6. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons